Review: Spartacus: Vengeance | Staffel 2 (Serie)

Wenn auch heute wieder Zeit wäre für eine neue Film-Kritik so ist es doch noch vielmehr Zeit, endlich eine neue Serien-Kritik zu veröffentlichen und so weiche ich erneut von meinem selbstgewählten Schema ab und präsentiere euch nach viel zu langer Zeit:

Spartacus: Vengeance
Staffel 2

Spartacus: Vengeance, USA 2010-2013, ca. 55 Min. je Folge

Spartacus: Vengeance | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Serienschöpfer:
Steven S. DeKnight
Showrunner:
Steven S. DeKnight

Main-Cast:
Liam McIntyre (Spartacus)
Manu Bennett (Crixus)
Peter Mensah (Doctore)
Nick Tarabay (Ashur)
Craig Parker (Glaber)
Viva Bianca (Ilithyia)
Dustin Clare (Gannicus)
Lucy Lawless (Lucretia)
in weiteren Rollen:
Katrina Law (Mira)
Cynthia Addai-Robinson (Naevia)
Daniel Feuerriegel (Agron)
Brett Tucker (Varinius)

Genre:
Action | Historie

Trailer:

 

Inhalt:

Nachdem es Spartacus, Crixus und zahllosen anderen Gladiatoren gelungen ist, den Ludus von Batiatus und dessen dessen Dominus – Batiatus selbst – zugrundezurichten, leben sie verborgen in den Abwasserkanälen der Stadt und sinnen noch immer auf Rache. Während allerdings Spartacus die Befreiung aller Sklaven im Sinn hat, geht es Crixus in erster Linie um die Befreiung seiner über alles geliebten Naevia, was zu reichlich Reibereien zwischen den Spartacus treu ergebenen Kämpfern und den störrischen Galliern um Crixus führt. Gaius Claudius Glaber indes – inzwischen in den Rang eines Praetors erhoben – setzt alles daran, die flüchtigen Sklaven dingfest und insbesondere den verhassten Spartacus unschädlich zu machen, zumal er seine politische Karriere durch den Aufrührer gefährdet sieht. Während ihm Publius Verinius und der Capuaner Seppius um fortwährend in die Parade fahren, versichert er sich allerdings der Treue des ehemaligen Gladiatoren Ashur.

Szenenbild aus Spartacus: Vengeance | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Doch auch Lucretia ist noch nicht aus dem Spiel und hat den Angriff im Ludus ihres Mannes überlebt. Während sie Glabers Frau Ilithyia mehr und mehr in ihren Bann schlägt, beginnen andere Parteien zu ahnen, dass ihr Überleben mitnichten ein Zeichen göttlichen Wohlwollens war. Das Blatt beginnt sich zu wenden, als Spartacus und Crixus die Rettung Neavias gelingt und Crixus sich voll Dank wieder vollends auf die Seite des Freiheitskämpfers schlägt. Am Rande des Vesuv beginnen sie gezielt damit, eine Armee aus Sklaven und Entrechteten aufzubauen und selbst der opportunistische Gannicus kann sich dem Ruf nicht entziehen, wenn er auch anfänglich nur danach sinnt, mit seinem ehemaligen Mentor Drago Frieden zu schließen.

Rezension:

Nach Spartacus: Blood and Sand und der aufgrund von Andy Whitfields Krebsleiden eingeschobenen Miniserie Spartacus: Gods of the Arena folgte schlussendlich mit Spartacus: Vengeance schlussendlich die offiziell zweite Staffel der wohl derzeit blutrünstigsten und freizügigsten Serie des amerikanischen Kabelfernsehens, doch stand die Serie im Vorfeld unter keinem guten Stern, denn nicht nur, dass Andy Whitfield aka Spartacus kurz nach Beginn der Dreharbeiten einen Rückfall erlitt und letztlich dem diagnostizierten Non-Hodgkin-Lymphom erlag, bat auch die Darstellerin der Naevia, Leslie-Ann Brandt, um Freistellung von der Serie. Mit Liam McIntyre als neuem Spartacus-Darsteller, einer neu besetzten Naevia und dem Fehlen von John Hannah als Quintus Lentulus Batiatus sah ich der Staffel somit zugegebenermaßen nicht gerade euphorisch entgegen, wenn ich doch auch sehr gespannt war, wie sich Spartacus‘ Geschicke entwickeln würden, nun da er dem Ludus entkommen war.

Szenenbild aus Spartacus: Vengeance | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Hier zeigt sich dann auch gleich die größte Veränderung, denn während Blood and Sand in weiten Teilen noch wie ein mit großzügigem Spielraum versehenes Kammerspiel wirkte, da sich ein Großteil der Geschehnisse im Ludus von Batiatus oder eben der Arena abspielte, hatten hier die Macher das erste Mal längerfristig die Gelegenheit, ein wenig mehr von Land und Leuten zu zeigen. Hierbei wurde zwar des Öfteren kritisiert, dass die Szenerie oftmals sehr stilisiert und folglich unecht wirkt, doch habe ich das nicht als störend empfunden, zumal sich die gesamte Atmosphäre auf die überstilisierte und überzogene Darstellung stützt. Das kann man betrachten wie man möchte, doch Fakt ist, dass die geänderten Verhältnisse in Spartacus: Vengeance den Geschehnissen deutlich mehr Dynamik verleihen und man mehr denn je zwischen Handlungs- und Spielorten springen kann, ganz so, wie es bei anderen Serien üblich ist.

Liam McIntyre macht derweil seine Sache wirklich gut und wirkt genauso stoisch und verbissen wie sein verstorbener Vorgänger, während mich die neue Naevia hingegen weit mehr gestört hat. Ansonsten kehrt das gesamte Figuren-Ensemble – so denn nicht in Staffel 1 verschieden – auch in dieser Staffel zurück, ebenso wie man sich freuen darf, dass es den von Dustin Clare verkörperten Gannicus – den Protagonisten aus Gods of the Arena – ebenfalls in Spartacus‘ Widerstandsbewegung treibt. Besondere Erwähnung allerdings verdient der aus Blood and Sand bereits bekannte Gaius Claudius Glaber, der, ebenso wie dessen Darsteller Craig Parker, merklich an seinen Aufgaben wächst und im Laufe der Zeit zu einem rundherum überzeugenden, fanatischen und hartherzigen Gegenspieler heranwächst, während man zuvor noch das Gefühl hatte, er würde gänzlich von den Intrigen seiner Frau beherrscht und beeinflusst werden.

Szenenbild aus Spartacus: Vengeance | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Was die Schauwerte anbelangt braucht sich Spartacus: Vengeance erwartungsgemäß ebenfalls nicht zu verstecken und man hatte sichtlich Freude daran, die sexuellen Ausschweifungen und Gewaltspitzen noch weiter auszubauen, noch expliziter und voyeuristischer zu gestalten und wenn die Serie sicherlich auch dramaturgisch einiges zu bieten hat und mit starken Charakteren punktet, lässt sich doch auch nicht verhehlen, dass sich ein Großteil der Faszination und Anziehungskraft in der rohen, animalischen und ungeschönten Darstellungsweise gründet, die diese Serienproduktion so einzigartig macht. In diesem Wissen fahren die Macher der Serie auch insbesondere im Staffelfinale härteste Geschütze auf und ließen mich gänzlich verdutzt zurück ob der Vielzahl verstorbener Figuren, deren ich mich auch in der dritten Staffel sicher wähnte. Bis dahin ist es ein langer und brutaler Weg, der rundherum bestens unterhält, wenn man sich auch in den ersten Folgen ein wenig fragt, wohin genau die Reise geht. Einen guten Magen sollte man aber natürlich unbedingt mitbringen, doch wer Blood and Sand bereits gesehen hat, weiß ja im Grunde, auf was er sich da einlässt.

Fazit & Wertung:

Spartacus: Vengeance steht der ersten Staffel trotz düsterer Vorzeichen zum Glück in nichts nach und weiß die geänderten Bedingungen und Konstellationen geschickt zu nutzen, um eine weiterhin extrem blutrünstige und freizügige, aber eben auch wahnsinnig packende und mitreißende Geschichte zu erzählen.

9 von 10 zerstückelten römischen Soldaten

Spartacus: Vengeance | Staffel 2

  • Zerstückelte römische Soldaten - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Spartacus: Vengeance steht der ersten Staffel trotz düsterer Vorzeichen zum Glück in nichts nach und weiß die geänderten Bedingungen und Konstellationen geschickt zu nutzen, um eine weiterhin extrem blutrünstige und freizügige, aber eben auch wahnsinnig packende und mitreißende Geschichte zu erzählen.

9.0/10
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Episodenübersicht: Staffel 2

01. Auf der Flucht (8,5/10)
02. Einen Platz in der Welt (9/10)
03. Das höhere Wohl (8,5/10)
04. Mit leeren Händen (8/10)
05. Befreiung (10/10)
06. Gewähltes Schicksal (8,5/10)
07. Sacramentum (9/10)
08. Ausgleich (9/10)
09. Monster (9/10)
10. Zorn der Götter (10/10)

 
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Spartacus: Vengeance | Staffel 2 ist am 26.07.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:


Blu-ray:


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