Review: Das Penthouse – Gefangen in der Dunkelheit (Film)

In den vergangenen Tagen und Wochen ging es hier ja viel um den Kreativwettbewerb und folglich vielleicht auch ein Stück weit mehr um Literatur als üblich und von daher ist es schön, heute mal wieder als Gegenpol eine Film-Kritik raushauen zu können, zumal die sich mit einem recht unscheinbaren und unbekannten Film befasst, auf den ich auch nur dank Hauptdarstellerin Michelle Monaghan gestoßen bin, der aber trotz mancher Schwäche durchaus seine Qualitäten besitzt. Jetzt aber, bevor ich noch zu viel vorwegnehme, ganz viel Spaß mit meiner neuesten Rezension, bevor uns morgen – schon wieder – der Literatur widmen.

Das Penthouse
Gefangen in der Dunkelheit

Penthouse North, USA 2013, 86 Min.

Das Penthouse | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Joseph Ruben
Autor:
David Loughery

Main-Cast:
Michelle Monaghan (Sara)
Michael Keaton (Hollander)
in weiteren Rollen:
Barry Sloane (Chad)

Genre:
Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Das Penthouse | © Universum Film
© Universum Film

Drei Jahre, nachdem die ehemalige Fotojournalistin Sara bei einem Afghanistan-Einsatz ihr Augenlicht durch ein Selbstmordattentat verloren hat, führt sie gemeinsam mit ihrem Freund Ryan ein behütetes und komfortables Leben in einem Penthouse in Brooklyn. Kurz vor Silvester macht sich Sara auf, um für den Abend noch eine Flasche Champagner zu besorgen. Bei ihrer Rückkehr spürt die blinde Frau bald, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und weiß noch nichts von Ryan, der abgestochen in seinem eigenen Blut in der Küche an der Wand lehnt.

Ehemalige Komplizen von Ryan sind ihm aus Miami gefolgt und haben ihn und Sara über Wochen beschattet, um nun endlich das zurückzuerlangen, was ihrer Meinung nach rechtmäßig ihnen gehört. Dumm nur, dass Ryan bereits tot ist und Sara nichts von seinem früheren Leben zu wissen scheint, während die Eindringlinge darauf bestehen, das Penthouse nicht ohne ihr Eigentum zu verlassen. Einzig ihr Überlebenswille und Einfallsreichtum können Sara davor bewahren, zum Opfer der skrupellosen Verbrecher zu werden.

Rezension:

Vom Regisseur von Der Feind in meinem Bett prangt dort auf der Hülle der Blu-ray und wer sich kurz besinnt, dass dieser Film aus dem Jahr 1991 stammt, dem sollte schon im Vorfeld klar sein, dass Regisseur Joseph Ruben nicht unbedingt in die höchsten Weihen des Hollywood-Olymp geklettert ist, doch verspricht der mit Michelle Monaghan (Source Code) und Michael Keaton durchaus hochkarätig besetzte Home-Invasion-Thriller dennoch spannende und vor allem schnörkellose Unterhaltung. Ein Großteil des Films spielt sich dann auch in dem namensgebenden Penthouse ab und Ruben versteht es sichtlich, die Möglichkeiten der kammerspielartigen Inszenierung zu nutzen und trotz Green Screen ebenso eine beeindruckende Aussicht zu schaffen, die sich von der Terrasse des Penthouse erblicken lässt. Ganz dem Thriller verhaftet geht es auch binnen 15 Minuten ordentlich zur Sache und von da an verliert Das Penthouse eigentlich kaum noch an Tempo und Spannung.

Szenenbild aus Das Penthouse | © Universum Film
© Universum Film

Es lässt sich dennoch nicht leugnen, dass Das Penthouse trotzdem in weiten Teilen wie ein (besserer) TV-Film wirkt und im Grunde zurecht auf eine Kino-Auswertung verzichtet worden ist, für dieses Feeling wiederum sieht der Film aber ziemlich gut aus und hat durchaus auch ein paar spannende Einfälle zu bieten, so dass das Geschehen nicht eintönig wirkt und ich mich mehr als einmal fragen konnte, was wohl als nächstes passieren wird, wenn auch nicht jeder Schockmoment zündet und manche Wendung dann doch sehr vorhersehbar war.

Was hingegen viel schwerer wirkt und bei dem Film leider trotz Qualitäten zu einer gehörigen Abwertung führt ist der Umstand, dass das hohe Tempo und die straffe Inszenierung in nicht einmal neunzig Minuten dazu führen, dass die Motivation der beteiligten Figuren, von denen es im Grunde auch nur drei mit Relevanz gibt, dermaßen dürftig herausgearbeitet worden ist, dass es gen Ende doch zu mehr als einem Stirnrunzeln geführt hat. Das Ende nämlich fällt genauso aus, wie man es sich von der ersten Sekunde an erwarten würde und schafft es sogar, dem Zuschauer mit einem ganz bestimmten Kniff noch ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, doch zu diesem Zeitpunkt merkt man eben auch, dass die Motivation der Figuren mehr als undurchsichtig ist und sich mehr als ein Protagonist doch ziemlich fragwürdig bis unverständlich verhalten hat.

Szenenbild aus Das Penthouse | © Universum Film
© Universum Film

Auch in einem Thriller ist das Argument der Logik nicht unbedingt das Mittel der Wahl, um die Qualität eines Films wie Das Penthouse zu ermessen, doch hier ist es einfach ein nur rudimentär skizziertes Drehbuch, das zwar Raum für Interpretation lässt, für meinen Geschmack aber auch zu vieles kommentarlos geschehen lässt, als dass man noch glauben könnte, man hätte sich über diesen Unsinn Gedanken gemacht. So ist es das Trio Monaghan, Keaton und Sloane, die den Film davor bewahren, zum Totalausfall zu werden, da sie durchaus ambitioniert und engagiert gegen das Drehbuch anzuspielen versuchen und mit ihrer Leistung zu überzeugen wissen, so dass der Thriller über weite Strecken als solches ganz wunderbar funktioniert und das Handicap der Hauptprotagonistin gekonnt zu berücksichtigen weiß, jedoch schlussendlich mehr als nur eine Schwäche offenbart und zu einem leider nur durchschnittlichen Filmchen verkommt, dem ein wenig mehr Tiefe und Background-Story durchaus gutgetan hätte.

Fazit & Wertung:

Joseph Rubens Das Penthouse ist ein routiniert inszenierter Suspense-Thriller mit einigen starken Szenen und gut aufgelegtem Darsteller-Trio. Das vermag allerdings nicht zu verbergen, dass das Drehbuch scheinbar ebenfalls kaum mehr als eine Fingerübung gewesen sein kann und eine tiefergehende Motivation der Figuren gänzlich missen lässt.

6 von 10 Gegenschlägen trotz völliger Blindheit

Das Penthouse - Gefangen in der Dunkelheit

  • Gegenschläge trotz völliger Blindheit - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Joseph Rubens Das Penthouse ist ein routiniert inszenierter Suspense-Thriller mit einigen starken Szenen und gut aufgelegtem Darsteller-Trio. Das vermag allerdings nicht zu verbergen, dass das Drehbuch scheinbar ebenfalls kaum mehr als eine Fingerübung gewesen sein kann und eine tiefergehende Motivation der Figuren gänzlich missen lässt.

6.0/10
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Das Penthouse erscheint am 29.11.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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