Review: Sweetwater – Rache ist süß (Film)

Jetzt ist der Samstag auch schon wieder so gut wie vorüber und ich habe fleißig Bücher und Filme von A nach B verfrachtet, um bald demnächst irgendwann die neue Heimstatt so eingerichtet zu haben, wie ich es mag, mit Unmengen an medialen Erzeugnissen an der Wand. Jetzt reden wir aber erst einmal wieder über einen Film, den es seit vorgestern auch zu kaufen gibt.

Sweetwater
Rache ist süß

Sweetwater, USA 2013, 95 Min.

Sweetwater | © STUDIOCANAL
© STUDIOCANAL

Regisseur:
Logan Miller
Autoren:
Logan Miller
Noah Miller

Main-Cast:

Ed Harris (Sheriff Jackson)
January Jones (Sarah Ramírez)
Jason Isaacs (Prophet Josiah)
Eduardo Noriega (Miguel)
Jason Aldean (Daniel)

Genre:
Thriller | Western

Trailer:

 

Inhalt:

Gemeinsam mit ihrem Mann Miguel sucht die schwangere Sarah Ramírez in den Weiten von New Mexico ihr Glück, doch der Plan für das geruhsame und einfache Farmersleben gerät für die ehemalige Prostituierte und ihren gutmütigen Ehemann alsbald ins Wanken, nicht zuletzt da die Bewohner der nahen Ortschaft kaum mehr als Verachtung für sie übrig haben und auch der Sektenführer Josiah nichts daran findet, dass seine Schafe die Ernte der Ramírez‘ zerstören. In dem Bestreben eine Schlichtung herbeizuführen wendet sich Miguel direkt an Josiah, doch der nimmt in seiner fanatischen Verblendung Rache an dem jungen Mann, da er es gewagt hat, ihn am Tag des Herrn mit geschäftlichen Belangen zu belästigen.

Szenenbild aus Sweetwater | © STUDIOCANAL
© STUDIOCANAL

Während Sarah anfänglich noch auf die Rückkehr ihres Mannes hofft, wird ihr bald klar, dass Josiah für dessen Verschwinden verantwortlich ist und Miguel nicht wiederkehren wird. Indes trifft der exzentrische Sheriff Jackson ein und ist ebenfalls Josiah auf der Spur, den er in Verdacht hat, zwei Reisende ermordet zu haben. Doch bald schon wird Jackson klar, dass er nicht der einzige ist, der Josiah im Visier hat, denn die Todesfälle in dessen Umfeld nehmen weiter zu und die Schlinge zieht sich enger, während der Sheriff bald schon ahnt, wer für die zahllosen Morde verantwortlich ist.

Rezension:

Sweetwater ist vom ersten Moment an ein geradlinig inszenierter, größtenteils schnörkelloser Rache-Thriller im Western-Setting und weiß durchaus zu gefallen. Die Charaktere sind nicht neu und die Geschichte ebenso wenig, wenn Logan und Noah Miller doch eine interessante Variation des Themas liefern, aber dafür ist der Film von vorne bis hinten überzeugend komponiert, beginnt still und steigert sich zum Ende hin immer mehr und da macht es dann auch kaum noch etwas aus, dass jeder der Schritte der von Rache beseelten Witwe schon in den ersten Einstellungen vorweggenommen wird und letztlich nur noch das Wie?, nicht mehr das Ob? zu zählen scheint.

Szenenbild aus Sweetwater | © STUDIOCANAL
© STUDIOCANAL

Unbestreitbar zeigt Sweetwater allerdings auf, dass January Jones (Mad Men) einen ganzen Film im Alleingang zu tragen weiß und sogar noch die Glanzleistung vollbringt, gegenüber Ed Harris und Jason Isaacs nicht ins Hintertreffen zu geraten. Das ist deshalb so erstaunlich, da die Millers hier zwei extrem starke Charaktere geschaffen haben, die sich in einem anderen Film vermutlich direkt als Kontrahenten gegenübergestanden hätten, ohne dass es der blutdürstigen Witwe bedurft hätte. Während Harris den mehr als spleenigen und exzentrischen Sheriff Jackson geben darf, der in jeder Szene polarisiert und auch gerne mal durch die Prärie tanzt, kurz bevor er jemandem das Nasenbein bricht, fällt Isaacs der Part zu, den stoischen wie fanatischen Prediger und Sektenführer Josiah zu geben, der von irregeleitetem Glauben geführt einen ganzen Landstrich unter sein Joch gezwungen hat.

Während der Film in weiten Teilen von dieser Dreieckskonstellation dominiert wird, gefallen auch die restlichen Figuren und Darsteller durchaus, lobend erwähnen sollte man aber vor allem noch das Szenenbild, also Landschaften, Ausstattung und Kostüme, die insbesondere unter dem Aspekt des vergleichsweise geringen Budgets von etwa sieben Millionen Dollar durchweg hochwertig sind und die Story und Atmosphäre vortrefflich zu unterstützen wissen. So ist Sweetwater ein in allen belangen dreckiger, kleiner Western mit verschrobenen Figuren und vereinzelten Gewaltspitzen, die naturgemäß zum Ende gehäufter anzutreffen sind. Das ist nichts, womit man Innovationspreise gewinnen würde, aber für alle Western-Freunde ist der Film eine unbedingte Empfehlung wert.

Szenenbild aus Sweetwater | © STUDIOCANAL
© STUDIOCANAL

Man mag sich zwar daran stoßen, dass die Geschichte sich im Grunde auch auf einen Satz zusammenstauchen ließe und das Ende im Grunde vorherzusehen ist, aber hier ist tatsächlich der Weg das Ziel und dieser Weg ist mit so viel Gespür für Timing, Setting und schnittige Dialoge geebnet worden und dazu mit zahllosen ikonischen Western-Einstellungen und –Figuren gepflastert, dass man ihn gerne mit der toughen wie schusswaffenerprobten Witwe beschreitet, wenn auch Selbstjustiz natürlich einer fragwürdigen Moral entspringt. Dessen ungeachtet ist es eine helle Freude, zu sehen, wie January Jones‘ Figur Sarah mit sicherer Hand und eiskaltem Kalkül den Ungeheuern entgegentritt, die ihr unsägliches Leid gebracht haben und die dafür zu büßen haben, ungeachtet der Konsequenzen.

Fazit & Wertung:

Sweetwater ist ein geradliniger, dreckiger Rache-Western mit bestechender Optik und Ausstattung, in dem insbesondere January Jones, Ed Harris und Jason Isaacs in kantigen, skurrilen Rollen zu gefallen wissen.

7,5 von 10 kaltblütigen Morden

Sweetwater - Rache ist süß

  • Kaltblütige Morde - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Sweetwater ist ein geradliniger, dreckiger Rache-Western mit bestechender Optik und Ausstattung, in dem insbesondere January Jones, Ed Harris und Jason Isaacs in kantigen, skurrilen Rollen zu gefallen wissen.

7.5/10
Leser-Wertung 8/10 (2 Stimmen)
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Sweetwater ist am 16.01.14 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von STUDIOCANAL erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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