Review: Numbers Station (Film)

Wenn ich auch diese Woche nicht allzu produktiv für das Medienjournal tätig war, geht doch zumindest der Umzug stetigen Schrittes voran und immerhin habe ich es heute geschafft, eine neue Film-Kritik zu fertigen. Bei ebenselbiger wünsche ich natürlich viel Spaß und gleichsam ein geruhsames Restwochenende.

Numbers Station

The Numbers Station, UK/USA/BE 2013, 89 Min.

Numbers Station | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Kasper Barfoed
Autor:
F. Scott Frazier

Main-Cast:
John Cusack (Emerson Kent)
Malin Akerman (Katherine)
Liam Cunningham (Grey)
in weiteren Rollen:
Richard Brake (Max)
Bryan Dick (David)
Finbar Lynch (Michaels)
Lucy Griffiths (Meredith)
Joey Ansah (Derne)

Genre:
Action | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Numbers Station | © Universum Film
© Universum Film

Nachdem CIA-Agent Emerson Kent bei einem gemeinsamen Auftrag gründlich Mist baut und dessen Vorgesetzter Grey seine vorübergehende Schwäche ausbügeln muss, schickt dieser ihn zu einer der sogenannten Numbers Stations, geheimen Anlagen des CIA, von wo verschlüsselte Aufträge in Form von Zahlencodes an die Agenten im Außeneinsatz übermittelt, dekodiert und ausgeführt werden, um dort als Sicherheitsdienst tätig zu sein. Zivilistin Katherine ist es, die in 72-Stunden-Schichten kodierte Aufträge verschickt, ohne genau zu wissen, was sie dort überhaupt tut, während sie sich von Emerson beschützt fühlt, obwohl dieser vielmehr dem Schutz des geheimen Zahlencodes verpflichtet ist.

Nach einem freien Wochenende treffen sowohl Emerson als auch Katherine an der Numbers Station ein und werden bald gewahr, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Während Unbekannte das Feuer auf sie eröffnen, flüchten sie sich ins Innere der Anlage, wo sie einen weiteren Angreifer ausschalten. In der Falle sitzend, versuchen die beiden zu ermitteln, was die Ziele der Angreifer sind und ob der Zahlencode kompromittiert worden ist. Emerson Kent indes erhält über das sichere Telefon den Auftrag, Katherine auszuschalten, da ihr erworbenes Wissen in den falschen Händen zu gefährlich wäre.

Rezension:

Von War, Inc. über The Paperboy und zuletzt Frozen Ground habe ich an dieser Stelle schon über so manchen Film mit John Cusack berichtet, der es hierzulande nicht in die Kinos geschafft und folglich direkt den Weg ins Heimkino genommen hat, ebenso wie nun eben Numbers Station, ein zunächst spannend klingender Thriller mit ungewöhnlichem Sujet und vor allem Setting. Dieses Versprechen weiß der Film aus der Feder von F. Scott Frazier aber schlussendlich nur bedingt einzulösen, denn während sich zwar ein Großteil des Geschehens innerhalb der namensgebenden Numbers Station abspielt und der Anfang durchaus gelungen und spannungsreich geraten ist, versandet der mit rund neunzig Minuten gar nicht mal so lange Film im Mittelteil doch zusehends.

Szenenbild aus Numbers Station | © Universum Film
© Universum Film

Das liegt aber noch nicht einmal unbedingt an mangelnder Spannung, denn obwohl die Gefahr kaum greifbar immer im Verborgenen lauert und unsere beiden Hauptdarsteller Cusack und Akerman die meiste Zeit auf sich allein gestellt durch dunkle Gänge und Räume huschen, ist es vielmehr der Mangel an Hintergrund und Motivation die Eindringlinge betreffend, die einem das Filmvergnügen mehr und mehr verleiden. Konnte ich also noch darüber staunen, mit welch einfachen Mitteln und welch geringem Budget es Regisseur Kasper Barfoed gelingt, Spannung zu erzeugen, waren es die gesichtslosen Schurken, die ihre Bedrohlichkeit nach und nach einbüßten und dann auch die Spannungskurve abflauen ließen, zumal Ex-CIA-Agent Emerson Kent aka Cusack ihnen zu jedem Zeitpunkt bei Weitem überlegen schien.

Davon abgesehen funktionierte für mich die Chemie zwischen Cusacks und Akermans Figuren in Numbers Station allerdings tadellos und bot durchaus Ansätze eines Kammerspiels, zumal die beiden auch charakterlich weit auseinanderdriften und gehörig Reibungsfläche bieten, während die unbedarfte Frau zu keinem Zeitpunkt so recht zu wissen scheint, was sie von dem wortkargen Bodyguard halten soll, der – so wird ihr schnell klar – ganz offensichtlich nicht zu ihrem Schutz, sondern dem der Anlage und der prekären Informationen, die dort zu finden sind, eingesetzt worden ist. Eingerahmt wird das ganze Treiben innerhalb der Anlage von einem stimmungsvollen Prolog, der insbesondere durch die Beteiligung von Liam Cunningham (Davos aus Game of Thrones) gewinnt, der dann aber leider erst gegen Ende einen erneuten Auftritt absolvieren darf. Des Weiteren erfahren die Zuschauer noch einen gewissen Informationsvorsprung durch eingestreute Rückblenden, die Emerson und Katherine nur in Form von Tonbandaufnahmen vorliegen und auch nicht unbedingt hätten visualisiert werden müssen, wobei die Eindringlinge so zumindest ein Stück weit an Profil und Kontur gewinnen.

Szenenbild aus Numbers Station | © Universum Film
© Universum Film

Letztlich ist aus Numbers Station so ein einfallsreicher Genre-Beitrag geworden, der einerseits aus den gebotenen Möglichkeiten einiges an Spannung herausholt, andererseits, insbesondere was die Tiefe des Drehbuchs und der Figuren anbelangt, auch immer wieder versagt und Chancen höchstens suboptimal zu nutzen weiß. So nett der Film damit als Unterhaltung ist und Kurzweil verspricht, entschwindet er auch bald wieder aus dem Gedächtnis und hallt nicht gerade lange nach und das, obwohl die Idee des Streifens wirklich nicht zu verachten ist. Für eine ungebrochene Spannungskurve hat das Skript jedoch zu viele Längen und auch die Action-Einlagen sind zu rar gesät, um wirklich fesseln zu können. Freunde gepflegter Thriller-Unterhaltung sollten vielleicht dennoch beizeiten einen Blick riskieren, wenn auch andere Kritiken noch deutlich verhaltener von dem Film berichten, ist er doch auf jeden Fall besser und vor allem stimmungsvoller als sein Ruf.

Fazit & Wertung:

Kasper Barfoeds Kammerspiel-Thriller Numbers Station kommt durchaus ambitioniert daher, versandet aber immer mal wieder in dem nur leidlich ausgearbeiteten Skript, das deutlich mehr Tiefe hätte vermitteln können, als es das Werk schlussendlich tut. Da tröstet auch die Beteiligung von John Cusack und Malin Akerman nicht drüber hinweg.

6 von 10 kompromittierten Zahlencodes

Numbers Station

  • Kompromittierte Zahlencodes - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Kasper Barfoeds Kammerspiel-Thriller Numbers Station kommt durchaus ambitioniert daher, versandet aber immer mal wieder in dem nur leidlich ausgearbeiteten Skript, das deutlich mehr Tiefe hätte vermitteln können, als es das Werk schlussendlich tut. Da tröstet auch die Beteiligung von John Cusack und Malin Akerman nicht drüber hinweg.

6.0/10
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