Review: Silent Hill: Revelation (Film)

Nachdem der werte Kollege bullion (siehe unten bei den ‚Meinungen aus der Blogosphäre‘) mich daran erinnert hat, wie lange die Rezension zu nachfolgendem Film schon bei mir auf der Festplatte weilt, wurde es allerhöchste Zeit, sie nun schlussendlich auch zu veröffentlichen und sei es nur, um Platz für neues zu schaffen, denn so richtig empfehlenswert ist der Film ja nun wirklich nicht.

Silent Hill:
Revelation

Silent Hill: Revelation, FR/USA/CA 2012, 94 Min.

Szenenbild aus Silent Hill: Revelation | © Concorde
© Concorde

Regisseur:
Michael J. Bassett
Autor:
Michael J. Bassett

Main-Cast:

Adelaide Clemens (Heather / Alessa)
Kit Harington (Vincent)
Deborah Kara Unger (Dahlia)
Martin Donovan (Douglas)
Malcolm McDowell (Leonard)
Carrie-Anne Moss (Claudia Wolf)
Sean Bean (Harry)

Genre:
Horror | Mystery | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Silent Hill: Revelation | © Concorde
© Concorde

Seit Jahren leidet die junge Heather unter schrecklichen Alpträumen und bizarren Visionen, die mehr und mehr die Realität zu vereinnahmen scheinen. Ihr Vater Harry allein weiß, warum sie sich auf der Flucht befinden und unter falschen Namen leben, vermeidet es aber tunlichst, ihr die Wahrheit zu offenbaren. Eines Tages aber kehrt Heather von der Schule heim und ihr Vater ist verschwunden. Gemeinsam mit ihrem Schulkameraden Vincent, den sie gerade erst kennengelernt hat, begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und folgt den Spuren bis in die verlassene Ortschaft Silent Hill, während sie immer öfter von ihren alptraumhaften Visionen geplagt wird.

Dort angekommen bricht sich der Wahnsinn von Silent Hill immer weiter Bahn und droht Heather zu verschlingen, auf deren Rückkehr man gemäß einer uralten Prophezeiung gewartet hat. In einer Welt des unaussprechlichen Schreckens und der nicht enden wollenden Qual und Folter versucht Heather, sich der finsteren Mächte zu erwehren und ihren Vater wie auch Vincent zu retten.

Rezension:

Silent Hill: Revelation ist wieder ein schönes Beispiel für einen dieser Filme, bei denen ich mir sicher war, mit meiner euphorischen Wertung völlig gegen den allgemeinen Konsens anzugehen, doch auch ich irre mich ja zuweilen und leider auch hier, so dass ich zugeben muss, dass mich die Fortsetzung, auf die ich wirklich lange Jahre händeringend gewartet habe, da ich ein großer Fan des ersten Teils war und bin, leider nur leidlich zu überzeugen wusste. Es hätte alles so schön werden können, doch dann allerdings gerät die Story schnell aus der Spur. Atmosphärisch ist die Fortsetzung überzeugend wie eh und eh und wartet mit einer Vielzahl phantasmagorischer Panoramen auf, die von einer Menge Einfallsreichtum und Stilbewusstsein zeugen und rundherum zu gefallen wissen, während allerdings die Geschichte arg rudimentär und konstruiert wirkt und auf ein viel zu schnelles, unbefriedigendes Ende zusteuert, was leider nicht mehr allzu viel mit dem dramaturgisch akribisch durchkonzipierten Vorgänger gemein hat.

Szenenbild aus Silent Hill: Revelation | © Concorde
© Concorde

Da tauchen wie durch Zauberhand genau an den richtigen Stellen genau die richtigen Hinweise auf, werden immer wieder Hinweise gestreut und Erklärungen verbalisiert, während das Gesamtkonstrukt doch selbst bei Kenntnis des Vorgängers doch allgemein sehr diffus und wenig durchdacht wirkt. Zu sehr verlässt man sich auf die zugegebenermaßen eindrucksvollen Bilder und Schauplätze, die man aber mehr abarbeitet, als dass sie von echter Bedeutung erfüllt gewesen wären. Ähnlich verhält es sich mit Hauptdarstellerin Adelaide Clemens, der ich unumwunden abgekauft habe, Radha Mitchells – beziehungsweise Rose‘ – Tochter zu sein, trägt den Film, gewinnt aber nicht wirklich an Format und Tiefe, geschweige denn, dass man ihr zutrauen würde, dem Schrecken in Silent Hill zu trotzen. Kit Harrington (Game of Thrones) hätte ebenfalls interessant sein können, sein Part wird aber ebenso verschenkt wie die erneute Beteiligung von Sean Bean, für den ich mir gewünscht hätte, dass er anders als noch im ersten Teil hier mehr zu tun bekäme als die meiste Zeit durch Abwesenheit zu glänzen; leider eine enttäuschte Erwartung.

So stolpert Heather dann durch die Geschichte und lässt sich mal hier und mal da erklären was eigentlich los ist, während alles auf das unvermeidliche und nicht gerade berauschende Finale zusteuert, das zwar noch eine interessante Szene beinhaltet, die aber wiederum der Videospiel-Mythologie durchaus zuwider läuft und auch nicht gänzlich zu funktionieren weiß, zumal man den Schauplatz der finalen Auseinandersetzung im Grunde schon in den ersten Szenen präsentiert bekommt, ohne dass indes erklärt würde, warum gerade hier das vermeintlich fulminante Aufeinandertreffen stattfinden wird und warum Heather wie zufällig gerade hiervon träumt. Schlussendlich wirkt irgendwie alles an Silent Hill: Revelation zu konstruiert, zu routiniert, zu uninspiriert, um wirklich fesseln zu können.

Szenenbild aus Silent Hill: Revelation | © Concorde
© Concorde

Ohne es also wirklich benennen zu könne, mangelt es dem Film für mich an allen Ecken und Enden am letzten Schliff, so dass am Ende im Grunde nur die wirklich überragenden Bilder und Gewaltinstallationen bleiben, die wirklich mit viel Liebe zum Detail präsentiert werden, aber eben nichts zum Plot beizusteuern wissen, sondern eben einfach nur da sind, um von Heather durchquert und schockiert betrachtet zu werden. Das ist dann für einen Film doch arg dürftig und so muss ich zugeben, nicht mehr viel Hoffnung in einen eventuell folgenden dritten Teil zu setzen, denn trotz langer Wartezeit und der Kohärenz in der Besetzung (Sean Bean wie auch Radha Mitchell in einer kurzen Traumsequenz), wirkt Silent Hill: Revelation doch in weiten Teilen wie ziellos zusammengeschustert und schafft es nicht annähernd das Flair des ersten Teils, geschweige denn der Kult-Spielereihe, zu verströmen. Freunde des ersten Teils mögen sich diesen Streifen ansehen, sollten sich aber auf eine Enttäuschung gefasst machen, alle anderen lassen am besten gleich grundsätzlich die Finger von zumindest dieser Verfilmung.

Fazit & Wertung:

Womöglich habe ich zu viele Hoffnungen in Silent Hill: Revelation gesetzt, aber leider muss ich sagen, dass der Film, wenn er auch optisch wirklich beeindruckend und gewohnt beklemmend geraten ist, dramaturgisch nicht allzu viel zu bieten weiß und auch keine Anstalten macht, das Potential seiner Figuren wie auch der Geschichte sinnvoll zu nutzen und stattdessen rastlos dem Finale entgegeneilt, das gleichsam nicht wirklich zu begeistern weiß.

4 von 10 monströsen Erscheinungen in Silent Hill

Silent Hill: Revelation

  • Monströse Erscheinungen in Silent Hill - 4/10
    4/10

Kurzfassung

Womöglich habe ich zu viele Hoffnungen in Silent Hill: Revelation gesetzt, aber leider muss ich sagen, dass der Film, wenn er auch optisch wirklich beeindruckend und gewohnt beklemmend geraten ist, dramaturgisch nicht allzu viel zu bieten weiß und auch keine Anstalten macht, das Potential seiner Figuren wie auch der Geschichte sinnvoll zu nutzen und stattdessen rastlos dem Finale entgegeneilt, das gleichsam nicht wirklich zu begeistern weiß.

4.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 3/10 Punkte

Silent Hill: Revelation ist am 18.04.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Der Kinogänger

    Wirklich ein ziemlicher Mistfilm, leider. Dabei hatte Bassett mit dem vor allem atmosphärisch sehr ordentlichen Fantasyfilm „Solomon Kane“ doch gezeigt, daß er es eigentlich besser kann – auch wenn bereits dort Bassetts Drehbuch der größte Schwachpunkt war. Kommerziell müßte „Revelation“ ja dennoch rentabel genug gewesen zu sein, um eventuell eine weitere Fortsetzung zu ermöglichen – vielleicht erbarmt sich ja Christophe Gans doch noch mal, dann könnte es was werden …

  • Über die Zeit also dennoch ein Punkt Abzug…;)

    Verständlich. Im Grunde hast du es perfekt beschrieben – und das viel ausführlicher und anschaulicher, als ich! Soviel Enthusiasmus hätte ich für den Film nicht aufbringen können. Respekt! Immer wieder eine Freude deine Kritien zu lesen :)

  • Julie

    Ich sehe – dank deines Fotos weiter oben – ja jetzt erst, dass da ein etwas jüngerer Kit Harington mitspielt! Das hat mich grad ein bisschen überrascht 😀 Er wäre vermutlich auch der einzige Grund gewesen, warum ich den Film gesehen hätte, aber ich hab schon bei Bullion eine vernichtende Rezension gelesen…

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