Review: Dexter | Staffel 7 (Serie)

So, der zweite Tag in Folge, an dem ich nicht nur zu bloggen gedacht habe, sondern es auch knallhart und rigoros durchgezogen habe, wie diese Zeilen beweisen. Dann mal viel Freude bei der Lektüre, ich hoffe derweil, dass ich es auch morgen wieder schaffe, von mir hören zu lassen!

Dexter
Staffel 7

Dexter, USA 2006- , ca. 55 Min. je Folge

Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Serienschöpfer:
James Manos, Jr.
Jeff Lindsay
Showrunner:
Scott Buck

Main-Cast:
Michael C. Hall (Dexter Morgan)
Jennifer Carpenter (Debra Morgan)
Desmond Harrington (Det. Joseph Quinn)
Lauren Velez (Lt. Maria LaGuerta)
David Zayas (Angel Batista)
James Remar (Harry Morgan)
C. S. Lee (Vince Masuka)
in weiteren Rollen:
Yvonne Strahovski (Hannah McKay)
Ray Stevenson (Isaak Sirko)
Geoff Pierson (Tom Matthews)
Aimee Garcia (Jamie Batista)
Jason Gedrick (George Novikov)
Katia Winter (Nadia)

Genre:
Krimi | Drama | Mystery

Trailer: (englisch)

 

Inhalt:

Nachdem Debra ihren Bruder auf frischer Tat ertappt hat, wie dieser dabei war, Travis zu ermorden, gelingt es ihm gerade noch, sie von der Notwendigkeit zu überzeugen und das ganze als eine merkwürdig wirkende Form von Notwehr darzustellen, doch Debra wird bald misstrauisch und kommt hinter Dexters Geheimnis, woraufhin sie ihn zur Rede stellt und zu überzeugen versucht, das Morden aufzugeben. Kurz darauf bekommt die Miami Metro allerdings den Fall des Frauenmörders Ray Speltzer auf den Tisch, der aufgrund eines Formfehlers aus der Haft entlassen wird und Debra beginnt, die Vorzüge von Dexters Selbstjustiz zu erahnen. Im Fahrwasser von Speltzer tritt allerdings auch die Serienmörderin Hannah McKay in Dexters Leben und während es ihr all die Jahre gelungen ist, sich als unschuldiges Opfer darzustellen, riecht Debra schnell Lunte und versucht ihren Bruder von der durchtriebenen Frau fernzuhalten.

Szenenbild aus Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Der allerdings verguckt sich in die blonde Schönheit und statt sie zu beseitigen, schläft er mit ihr und geht alsbald eine ernsthafte Beziehung ein, die er vor Debra zu verbergen sucht, nicht ahnend, dass die ihrerseits ein Auge auf ihn geworfen hat. Das allerdings ist mitnichten Dexters einziges Problem, denn derweil gerät er in die Schusslinie des skrupellosen Gangsterbosses Isaak Sirko, der den Mord an einem seiner Untergebenen rächen will. Und auch LaGuerta hat noch nicht mit der Vergangenheit abgeschlossen und beginnt mit Feuereifer, den Fall des Bay-Harbor-Metzgers neu aufzurollen, wozu sie den eigentlich pensionierten Tom Matthews aus der Versenkung zurückholt. Die Schlinge zieht sich enger, als Dexter erfährt, dass Hector Estrada, einer der Männer, die seine Mutter vor seinen Augen dahingeschlachtet haben, aus der Haft entlassen werden soll.

Rezension:

Hatte ich seinerzeit schon der fünften Staffel Dexter unterstellt, die Serie einer Neuausrichtung zu unterziehen und mit frischen Impulsen zu überzeugen, wohingegen die sechste Staffel vergleichsweise stark auf der Stelle trat und einzig mit dem gemeinsten Cliffhanger aller Zeiten zu punkten wusste, muss ich mein Urteil dahingehend revidieren, dass die nunmehr siebte Staffel den bisherigen Höhepunkt der Reihe bildet und die Figuren allesamt eine Entwicklung durchlaufen lässt, die nicht nur glaubhaft und nachvollziehbar ist, sondern auch deutliche Rückbezüge auf alles Vorangegangene nimmt und konsequent weiterdenkt, was mittlerweile unabwendbar scheint. So ist es die natürlich die größte Neuerung, dass Dexters Schwester Debra nun schlussendlich hinter das Geheimnis ihres Bruders gekommen ist und verständlicherweise arg daran zu knabbern hat, welche Finsternis sich hinter seiner so sorgsam aufgebauten Fassade verbirgt.

Szenenbild aus Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Des Weiteren werden die mittlerweile weit zurückliegenden Ereignisse um die Ermittlungen von Sergeant Doakes in den Fokus gerückt, denn für LaGuerta ist der Fall noch längst nicht abgeschlossen und mehr und mehr zeichnet sich ab, dass sie anhand neuer Spuren dahinterkommen könnte, was sich in der Hütte damals wirklich zugetragen hat, so dass Dexter seine liebe Mühe hat, die eigene Haut zu retten. Doch auch das Konzept um Lumen, auf die ebenfalls mehrfach Bezug genommen wird, wird erneut aufgegriffen in Dexters Bekanntschaft zu Hannah McKay, dargestellt von der bezaubernden und vor allem aus der Serie Chuck bekannten Yvonne Strahovski, die allerdings weit mehr als nur eine erneut blonde Kopie von Lumen darstellt, sondern Dexter gar die Hoffnung auf ein glückliches Leben eröffnet. Zweiter und nicht minder überzeugender Special Guest in dieser Staffel ist der von Ray Stevenson (Rom) verkörperte Isaak Sirko, der sich zu einer echten Bedrohung für Dexter mausert und ebenfalls bald dahinter kommt, dass er längst nicht nur der harmlose Blutspurenanalytiker ist, der er zu sein scheint.

Erneut fährt die Serie Dexter also gewohnt mehrgleisig und behandelt diverse Handlungsstränge, verheddert sich diesmal aber deutlich weniger in der Masse an Storylines, sondern führt diese konsequent und nachvollziehbar weiter, schafft es gar, mehrfach zu überraschen und zu schockieren und wartet erneut mit einem Finale auf, dass überraschender und einschneidender kaum sein könnte, während die letzten Einstellungen an das Ende der ersten Staffel gemahnen, wobei sich die Vorzeichen doch spürbar verschoben haben und nun ein hoffentlich gleichbleibend starkes und überzeugendes Serienfinale in der folgenden achten und letzten Staffel hoffen lassen. Es ist schon erstaunlich, welch langen Weg man mittlerweile mit dem einstmals so emotionslosen Killer gegangen ist und wie weit er sich von seiner ursprünglichen Attitüde entfernt hat, wie viele Leichen und Geheimnisse mittlerweile seinen Weg pflastern und mit welch traumwandlerischer Sicherheit es ihm bisher gelungen ist, einer Bestrafung oder Katharsis zu entgehen.

Szenenbild aus Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Neben mehreren ungemein spannungsgeladenen Handlungsbögen stellt die Staffel natürlich unweigerlich die Weichen für weitere sich andeutende Veränderungen und markiert tatsächlich mit leichtem Vorsprung für mich den bisherigen Höhepunkt der Reihe, zumal hier einmal mehr deutlich wird, wie weit man sich mittlerweile von der Buchvorlage aus der Feder von Jeff Lindsay entfernt hat, ohne indes diese Wurzeln zu vergessen oder zu vernachlässigen und nicht müde zu werden, der literarischen Vorgabe Tribut zu zollen und sei es nur, indem man das Konzept des Düsteren Begleiters erneut aufgreift und hier in ungeahnter Weise hinterfragt und interpretiert. Mag Dexter auf den ersten Blick nicht mehr allzu viel mit den Anfängen und somit den ersten Staffeln gemein haben, schlägt Staffel 7 nun den dringend benötigten Bogen, um aufzuzeigen, dass sich Dexters Geschicke im Grunde nur so und nicht anders haben entwickeln können und offenbart neue Seiten an dem Serienkiller mit seinem Kodex, die nicht nur ihn, sondern auch den Zuschauer zum Nachdenken bringen.

Fazit & Wertung:

Während die sechste Staffel für mich den ersten spürbaren Qualitätsrückgang markierte, erhebt sich Dexter in seinem siebten Jahr wie Phoenix aus der Asche und lässt mich nach einer rundherum überzeugenden und mitreißenden Staffel gebannt, schockiert, begeistert und erwartungsvoll zurück. Serienunterhaltung in Höchstform!

9 von 10 Einflüsterungen des düsteren Begleiters

Dexter | Staffel 7

  • Einflüsterungen des düsteren Begleiters - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Während die sechste Staffel für mich den ersten spürbaren Qualitätsrückgang markierte, erhebt sich Dexter in seinem siebten Jahr wie Phoenix aus der Asche und lässt mich nach einer rundherum überzeugenden und mitreißenden Staffel gebannt, schockiert, begeistert und erwartungsvoll zurück. Serienunterhaltung in Höchstform!

9.0/10
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Sende

Episodenübersicht: Staffel 7

01. Erschütternde Wahrheit (9/10)
02. Auf Schritt und Tritt (9/10)
03. Todeslabyrinth (9/10)
04. In Rauch aufgelöst (8,5/10)
05. Kampfansage (8,5/10)
06. Die Sehnsucht nach Schnee (9/10)
07. Chemie (9/10)
08. Argentinien (10/10)
09. Ein letzter Freundschaftsdienst (9,5/10)
10. Feuerteufel (9,5/10)
11. Entscheidung eines Bruders (9,5/10)
12. Entscheidung einer Schwester (10/10)

– – –

Dexter | Staffel 7 ist am 05.12.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Paramount Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:




Blu-ray:




  • Julie

    Hach, ich mag’s, wie du deine Bewertung immer anpasst 😉

    Mir hat die Staffel auch ganz gut gefallen, wobei ich sagen muss, dass ich die Figur Hannah McKay total unsympathisch fand – ich bin so gar nicht mit ihr warm geworden.

    • Hö, wie ich meine Bewertung immer anpasse?

      Mh, ich fand Hannah total sympathisch, das wird dann wohl an den unterschiedlichen Sichtweisen liegen 😉 Ich glaubte auch lange, dass Debra sie in die Pfanne hauen will und habe bis zuletzt zu Hannah gehalten… Und ganz ehrlich, gut zusammengepasst haben die beiden wirklich!

      • Julie

        Na, dieses „9 von 10 Einflüsterungen des düsteren Begleiters“ – ist mir schon bei anderen deiner Rezensionen aufgefallen 😉

        Ja, stimmt. Gut zusammengepasst haben sie wirklich. Aber irgendwie fand ich sie unheimlich unsympathisch – ich kann dir allerdings auch nicht sagen, wieso 😀

      • Ach so, DAS meintest du. Da stand ich wohl auf dem Schlauch…

        Naja, Sympathie oder Antipathie lassen sich oft nicht erklären, von daher passt das schon 😉

  • Oh, das ist toll! Ich fand die 6. Staffel ja auch eher schwach (für Dexter-Verhältnisse) und über die 7. hatte ich auch nicht viel Gutes gelesen. Nun aber habe ich wieder Hoffnung. Danke Wulf! :)

    • Was? Wie kann man denn nichts Gutes über die Staffel sagen? Unglaublich! Für mich wirklich bisher das Optimum, gerade was die Figurenentwicklung betrifft. Und dann noch Yvonne Strahovski und Ray Stevenson; was will man denn bitte mehr!?!

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