Review: Die Adler Roms, Band 4 (Graphic Novel)

In der zweiten Review für heute geht es einmal mehr zurück ins antike Rom, beziehungsweise nach Germanien. Die Kritiken der vorangegangenen drei Bände sind zwar schone eine Weile her, Marini lässt sich aber auch immer verdammt viel Zeit für die Ausgaben und es ist doch schön, dass der vierte Band den Rest nun auch quasi wieder in Erinnerung ruft, zum Beispiel für all jene, die damals hier noch nicht mitgelesen haben und ein Faible für die Römer besitzen.

Die Adler Roms
Band 4

Les Aigles de Rome / Livre IV, FR 2013, 64 Seiten

Die Adler Roms, Band 4 | © Carlsen Comics
© Carlsen Comics

Autor:
Enrico Marini
Zeichner:
Enrico Marini

Verlag (D):
Carlsen Comics
ISBN:
978-3-551-79193-1

Genre:
Historie | Abenteuer | Drama

 

Inhalt:

Es ist das Jahr 762 ab urbe condita und nachdem es Marcus Valerio Falco gerade so gelungen ist, den germanischen Kriegern unter Arminius zu entkommen, will er so schnell wie möglich zu Varus eilen, um ihm von dem Verrat seines früheren Weggefährten zu berichten, doch längst wird der Außenposten von nach Blut dürstenden Germanen belagert und vereitelt seinen Ritt zum Castrum Visurgis. Während Lepidus durch die germanischen Lande streift, rücksichtslos Zivilisten abschlachtet und damit die Germanen noch weiter gegen die römischen Besatzer aufbringt, wiegt Arminius Varus noch immer in Sicherheit und lenkt dessen Geschicke zugunsten seiner eigenen Pläne, während er drauf und dran ist, sich zum Anführer aller Germanenstämme aufzuschwingen.

Marcus allerdings ist noch längst nicht bereit, sich geschlagen zu geben und hält den Vorposten am Nebenfluss der Visurgis tapfer, schickt sich an, mit einer Schar berittener römischer Legionäre einen Ausfall zu wagen und zum römischen Lager durchzubrechen. Doch Arminius‘ Einfluss reicht schon weit und so ist nicht sicher, wem die Römer am Ende mehr Glauben schenken werden.

Rezension:

Lange musste ich auf die Fortsetzung der Geschichte um die ungleichen Freunde Marcus und Arminius warten, die sich ja schon in Band 3 merklich in verschiedene Richtungen entwickelt haben, so dass es nicht verwunderlich ist, dass hier das Zerwürfnis der einstigen Kameraden seine Vollendung findet. Die Geschicke von Arminius in Die Adler Roms, logischerweise von den historischen Aufzeichnungen vorgegeben, überraschen dabei gar nicht einmal so sehr, wie Marcus‘ verzweifeltes Bemühen, bei den römischen Besatzern Gehör zu finden und sie zu warnen, denn dadurch, dass Arminius noch immer das Vertrauen des Generals genießt und mittels geschickter Schachzüge Marcus‘ Stellung immer weiter schwächt und ihn in Ungnade fallen lässt, hat er keinen leichten Stand und hält doch tapfer die Tugenden der römischen Gesellschaft hoch, obwohl er tief im Feindesland von seinen vermeintlichen Verbündeten keine Hilfe zu erwarten braucht.

Es geht aber nicht einzig und allein darum, wie Arminius seine Stellung bei den germanischen Stämmen festigt und seine Vormachtstellung ausbaut, denn zudem widmet sich Marini durchaus auch diversen Nebenschauplätzen, beginnt den Band mit einem blutigen Gemetzel römischer Besatzer an wehrloser Bevölkerung, vernachlässigt auch die aus den vorangegangene Bänden bekannten prophetischen Bilder nicht und besiegelt speziell mit einer kurzen Szene scheinbar den Untergang von Lepidus, dem erbitterten Widersacher von Marcus, wie auf den letzten Seiten deutlich wird, die erwartungsgemäß in einen Cliffhanger münden, der die Wartezeit auf den nächsten Band wieder viel zu lang erscheinen lassen wird.

Größtes Manko von Die Adler Roms ist also einmal mehr die mit 64 Seiten vergleichsweise knapp bemessene Seitenzahl, denn viel zu schnell ist der Ausflug nach Germanien wieder vorbei und hier rächt sich, dass Enrico Marini quasi allein für die Reihe verantwortlich zeichnet. Das ist natürlich kein echter Kritikpunkt und die Qualitäten überwiegen bei weitem. Erneut punktet er mit detailverliebt gestalteten Panels und großformatig dargestellten Schlachtengemälden, an denen er besondere Freude zu finden scheint, zumal sich hier eine besondere Dynamik in der Darstellung bemerkbar macht. Farblich weiß er unterschiedliche Szenen und Orte voneinander abzugrenzen und speziell die wichtigen handelnden Figuren lassen sich spielend anhand ihres Äußeren auseinanderhalten.

Mir persönlich sagt also nicht nur der Stil Marinis, sondern auch die Art der Darbietung noch immer unumwunden zu und die vielen Nebenschauplätze und Wendungen, Arminius‘ Intrigen und Marcus‘ bis dato fruchtloses Aufbegehren konnten mich erneut in ihren Bann schlagen und so kann ich die Reihe Die Adler Roms erneut allen Freunden historischer Geschichten unumwunden ans Herz legen, zumal es sich mit mittlerweile vier Bänden auch seitenzahlmäßig nun richtig lohnt, sich in der römischen Antike zu verlieren und die unterschiedlichen Lebenswege des Römers und des Germanen zu verfolgen.

Fazit & Wertung:

Temporeich inszeniert und optisch opulent in Szene gesetzt führt Die Adler Roms, Band 4 die Geschichte vielschichtig und voller Wendungen fort, so dass man zeitweise versucht ist, zu vergessen, dass zumindest Arminius‘ weiterer Lebensweg längst in den Geschichtsbüchern dokumentiert ist.

8,5 von 10 Prügeleien zwischen Marcus und Arminius

Die Adler Roms, Band 4

  • Prügeleien zwischen Marcus und Arminius - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Temporeich inszeniert und optisch opulent in Szene gesetzt führt Die Adler Roms, Band 4 die Geschichte vielschichtig und voller Wendungen fort, so dass man zeitweise versucht ist, zu vergessen, dass zumindest Arminius‘ weiterer Lebensweg längst in den Geschichtsbüchern dokumentiert ist.

8.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Weitere Details zu Die Adler Roms, Band 4 findet ihr auf der Seite von Carlsen Comics.

– – –

Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: