Review: East of West 1 (Graphic Novel)

Die ganze Woche bin ich nicht dazu gekommen, hier mal wieder einen Artikel (oder mehr) zu veröffentlichen, dabei liegen zig Artikel quasi fertig auf Halde. Egal, sonntags hat man dann ja doch meistens Zeit, gerade wenn das Wetter so bescheiden ist wie heute und da es ja sowieso noch den Media Monday zu erstellen gilt, kann ich mich ja auch dem Veröffentlichen von Artikeln widmen, derer es heute wieder zwei gibt, weil ich sonst der Flut an Comics niemals Herr werden würde. Legen wir also los mit:

East of West 1

East of West #1-5, USA 2013, 148 Seiten

East of West 1 | © Panini
© Panini

Autor:
Jonathan Hickman
Zeichner:
Nick Dragotta

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01963-2

Genre:
Science-Fiction | Endzeit | Mystery | Western

 

Inhalt:

Der Traum ist vorbei. Wir schreiben das Jahr 2064 und an einem unbekannten Ort erheben sich drei Gestalten, die das Ende der Welt begründen werden, gleich, nachdem sie ihren Bruder aufgespürt haben. Die Botschaft spricht von ihm als einsamer Mann, ein verletzter Sperling, ein Außenseiter, ein Sohn der Nacht, der Erste von vier, das Ende von allem. Es handelt sich um niemand Geringeren als Abaddon, den Schnitter, gemeinhin als Tod bekannt, der nun gemeinsam mit seinen Gefährten Wolf und Krähe durch die präapokalyptische Prärie reist, um Rache zu nehmen an den Menschen, die den Tod seiner Frau Xiaolian zu verantworten haben.

Ausschnitt aus East of West 1 | © Panini
© Panini

Doch die anderen Reiter der Apokalypse, Sieg, Krieg und Hunger, sind ihm bereits dicht auf den Fersen und nachdem Tod sich im weißen Turm am Präsidenten vergangen hat, setzen die anderen Reiter eine neue Obrigkeit ein, jemanden, der die Botschaft gehört hat und bereit und fähig ist, das Ende der Welt vorzubereiten. Als Tod allerdings Andrew Archibald Chamberlain, den Stabschef des Schwarzen Turmes aufsucht, eröffnet der ihm ein Geheimnis seine verstorbene Frau betreffend, das alles verändert.

Rezension:

Lange nicht mehr hat mich der Auftaktband einer Reihe so nachhaltig begeistern können wie die furiose Mischung, die dem Leser von East of West an den Kopf geworfen wird und somit stellt sich diese Reihe zunächst einmal dank ihrer zahllosen frischen, unerwarteten, geschickt miteinander verwobenen Strukturen auf eine Stufe mit der von mir noch immer hochgelobten Morning Glories-Reihe, auch wenn beide Geschichten ansonsten nicht viel miteinander gemein haben. Wie aus der Inhaltsangabe ersichtlich, geht es um nicht weniger als die vier Reiter der Apokalypse, hier natürlich bewusst auf Steampunk getrimmt, die das Ende der Welt herbeiführen wollen. Nun, das stimmt so auch nicht ganz, denn Tod hat seine Gefährten verlassen und durchstreift die Lande des amerikanischen Westens der Zukunft in einer alternativen Zeitachse, um seine über alles geliebte Xiaolian zu rächen.

Ausschnitt aus East of West 1 | © Panini
© Panini

Zunächst einmal erfolgt aber ein knapper wie stimmiger Abriss der alternativen historischen Begebenheiten, bevor der Schnitter seinen Einstand feiern darf. Damit nicht genug, gibt es aber in den Reihen der Menschen einen Bund Auserwählter, die durchaus von der Existenz der Reiter Sieg, Krieg, Hunger und Tod wissen und ebenfalls eine übergeordnete Rolle zu spielen scheinen. Man muss zwar zugeben, dass es einige Seiten braucht, sich in die Geschichte einzufinden, so häufig werden die Handlungsplätze gewechselt, neue Figuren eingeführt und Gegebenheiten offenbart, doch ist dies eben auch der ausufernden Mythologie geschuldet, die East of West zugrunde liegt und sicherlich noch nicht annähernd offenbart wurde.

Sympathieträger oder Identifikationsfiguren sucht man in der Geschichte zwar im Grunde vergeblich, denn weder der als schwarz-weiß gezeichnete Westernheld Tod, noch die Ratsmitglieder, geschweige denn die in Grün, Rot und Blau daherkommenden anderen Reiter der Apokalypse (obwohl es sich bei dem Setting anbieten würde übrigens samt und sonders ohne Pferd) taugen wirklich zum Mitfühlen. Mag das anfangs als Hemmnis und Versäumnis erscheinen, merkt man diesem Umstand bald an, dass er es im Gegenzug ermöglicht, von der Warte eines Unbeteiligten in die Geschichte zu tauchen und sich in der epischen Breite der Geschehnisse zu verlieren.

Ausschnitt aus East of West 1 | © Panini
© Panini

Das macht natürlich gerade deshalb so viel Freude, da Jonathan Hickman dermaßen viel Einfallsreichtum bewiesen hat, dass es ein wahrer Hochgenuss ist, denn nicht nur das Western-Setting im Science-Fiction-Gewand, sondern auch die Steampunk-Elemente, der biblisch anmutende Überbau und der Fernost-Einschlag wissen zu gefallen. Diesem Mix stehen auch die oftmals cineastisch gestalteten Panels und die gekonnte Strichführung von Nick Dragotta in nichts nach und rücken diese endzeitlich geprägte Welt des Amerikas der Zukunft ins rechte Licht. Für mich ist East of West bislang die größte Überraschung dieses Jahr und ich würde mir wünschen, hier nur den Beginn einer langlebigen wie erfolgreichen Reihe vorliegen zu haben. Verdient hätte es dieser wilde Mix aus zahllosen Genres zweifelsohne. Und am Ende hatte ich mich dann auch beinahe schon mit dem Tod solidarisiert – und das will ja wohl schon etwas heißen!

Fazit & Wertung:

Wird man anfänglich vom Mix aus Science-Fiction-, Steampunk-, Fantasy- und Western-Elementen in East of West schier erschlagen, beginnt sich doch schnell abzuzeichnen, dass der Erzählung eine durchdachte wie aufregende Mythologie zugrunde liegt, die das Potential besitzt, noch über zahllose weitere Ausgaben zu fesseln. Der Clou, den Tod zum eigentlichen Protagonisten zu machen und als zwielichtigen Revolverhelden zu inszenieren bedarf dabei keiner gesonderten Erwähnung mehr. Chapeau!

10 von 10 verhängnisvollen Begegnungen mit dem Schnitter

East of West 1

  • Verhängnisvolle Begegnungen mit dem Schnitter - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Wird man anfänglich vom Mix aus Science-Fiction-, Steampunk-, Fantasy- und Western-Elementen in East of West schier erschlagen, beginnt sich doch schnell abzuzeichnen, dass der Erzählung eine durchdachte wie aufregende Mythologie zugrunde liegt, die das Potential besitzt, noch über zahllose weitere Ausgaben zu fesseln. Der Clou, den Tod zum eigentlichen Protagonisten zu machen und als zwielichtigen Revolverhelden zu inszenieren bedarf dabei keiner gesonderten Erwähnung mehr. Chapeau!

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Meinungen aus der Blogosphäre:
Comic Review: 8/10 Punkte
Filmherum: 4,5/5 Punkte
Mind’s Delight: „1 von 1 (gerundet) Irgendwasse. Egal. Der Comic ist mega!“
Tofu Nerdpunk

East of West 1 ist am 20.05.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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