Review: True Blood 5: Phantomwölfe (Graphic Novel)

Und wieder wird es Zeit für ein paar Comic-Empfehlungen. Die Reihe ist altbekannt, die zugrundeliegende Serie ebenso und von daher brauche ich – denke ich – kaum noch große Worte verlieren und lasse den Text einfach mal für sich sprechen. Und wie gewohnt, folgt natürlich gleich noch ein weiterer Artikel.

True Blood 5:
Phantomwölfe

True Blood: Shake for me, USA 2013, 132 Seiten

True Blood 5: Phantomwölfe | © Panini
© Panini

Autoren:
Michael McMillian
Ann Nocenti
Zeichner:
Michael Gaydos
Beni Lobel
Greg Scott

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01796-6

Genre:
Drama | Horror | Fantasy

 

Inhalt:

Die legendären Phantomwölfe existieren tatsächlich und dank der Macht eines uralten Artefaktes ist speziell ihr Anführer deutlich mächtiger als ein Großteil der Vampire und Werwölfe. Vor diesem Hintergrund scheint es besonders bedrohlich, dass sich das Rudel der Phantomwölfe anscheinend in diesem Jahr das verschlafene Örtchen Bon Temps ausgesucht haben, um ihre alljährliche Jagd zu zelebrieren, bei der ganze Landstriche dem Blutdurst der Werwölfe zum Opfer fallen.

Zum Glück sind übernatürliche Wesenheiten in Bon Temps und Umgebung nicht gerade rar gesät und Alcide Herveaux, der Anführer des Rudels von Shreveport, ist besonnen genug, nicht nur Sookie um Hilfe zu bitten, sondern auch Eric Northman zu überzeugen, dass es in diesem speziellen Fall sowohl den Vampiren als auch Werwölfen dienlich wäre, sich gegen den gemeinsamen Feind zu verbünden. Den Einwohnern von Bon Temps, die von dem übernatürlichen Treiben nichts ahnen, steht nichtsdestotrotz eine Nacht des Schreckens bevor.

Rezension:

Nun liegt also bereits der fünfte Band der True Blood-Cmicreihe vor und hat erwartungsgemäß mit denselben Problemen zu kämpfen wie die Bände zuvor, mit dem einzigen Unterschied, dass ich diesmal das Gefühl hatte, sie würden stärker ins Gewicht fallen. So ist es natürlich klar, dass ein Comic wie Phantomwölfe keine umstürzenden Ereignisse generieren kann, die sich ja folglich auf den Serienkosmos auswirken müssten und so ist das Spannungsmoment einmal mehr nicht sonderlich ausgeprägt, da ja schließlich keine der liebgewonnenen – oder auch nur bekannten – Figuren ernsthaft zu Schaden kommen kann und dementsprechend mau fällt die Bedrohung durch das in Bon Temps einfallende Rudel aus.

Auch die zeichnerischen Qualitäten tendieren eher gen Mittelmaß und obwohl prägende Charakteristika die bekannten Figuren gut umreißen, würde ich mir doch einmal mehr ein wenig mehr Detailfreude wünschen, zumal man auch zugeben muss, dass die kantige wie grobe Strichführung wie auch Zensurbestimmungen dem Gezeigten doch den gewohnten Sex-Appeal rauben; ein Umstand, den man zumindest in beispielsweise French Quarter noch zu kaschieren versucht hat. Wirklich störend ist allerdings in Phantomwölfe die nur allzu simple und überraschungsarme Grundprämisse des einfallenden, feindlichen Rudels, sondern auch der wie hintendran geklebt wirkende Epilog inklusive seltsamer Geistererscheinung. Das mochte sich für mich leider nicht so recht in das bestehende Geflecht einfügen, zumal eben speziell das letzte Kapitel regelrecht wie ein uninspiriertes Anhängsel daherkommt.

Vielleicht mag es mich aber auch nur gestört haben, dass hier Alcide und nicht etwa Sookie und Konsorten im Vordergrund steht, wohingegen Bill noch nicht einmal einen Gastauftritt absolvieren darf. Demnach rangiert in meiner Wertungshierarchie Phantomwölfe noch hinter dem ersten und seinerzeit ebenfalls etwas unausgegoren wirkenden ersten Band All together now und das soll schon etwas heißen, rangieren die Comics zu True Blood – obwohl ich ausgewiesener Fan der HBO-Serie bin – schon seit jeher nicht in den höchsten Wertungsregionen.

Von den dramaturgischen wie inszenatorischen Defiziten abgesehen, ist es leider auch einmal mehr der knapp bemessene Platz für die Geschichte, der subtile Zwischentöne und den augenzwinkernden Humor der Vorlage aus der Comic-Adaption verbannt, so dass bei Nichtkenntnis der Vorlage wohl kaum der Funke überspringen dürfte, wenn man den Comic in Händen hält. Ob der mittlerweile fünfte Aufguss der Nebenbei-Geschichten für einen wahren Fan noch zum Pflicht-Repertoire zählt, das sollte jeder für sich entscheiden. Ich persönlich hoffe, dass die nächste Geschichte wieder etwas mehr Serien-Feeling vermittelt und gerne auch wieder etwas liebevoller gestaltet wird.

Fazit & Wertung:

True Blood 5: Phantomwölfe wirkt leider von den erhältlichen Veröffentlichungen bisher am uninspiriertesten und konnte mich nur leidlich überzeugen. Für Fans – aber auch wirklich nur für Fans – noch kurzweilige Unterhaltung, kann man den Band aber durchaus auch vernachlässigen, da er nichts Sinnstiftendes zum Serien-Kosmos beiträgt.

5,5 von 10 wildgewordenen Werwölfen

True Blood 5: Phantomwölfe

  • Wild gewordene Werwölfe - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

True Blood 5: Phantomwölfe wirkt leider von den erhältlichen Veröffentlichungen bisher am uninspiriertesten und konnte mich nur leidlich überzeugen. Für Fans – aber auch wirklich nur für Fans – noch kurzweilige Unterhaltung, kann man den Band aber durchaus auch vernachlässigen, da er nichts Sinnstiftendes zum Serien-Kosmos beiträgt.

5.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

True Blood 5: Phantomwölfe ist am 15.01.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: