Review: The Vampire Diaries | Staffel 3 (Serie)

Nachdem sich ein weiteres, völlig unerwartet verlaufenes Wochenende dem Ende neigt, melde ich mich mit einem Lebenszeichen zurück. Nachher gibt es natürlich wie gewohnt den Media Monday, an dem ich gerade sitze und bis dahin könnt ihr euch die Zeit ja mit meiner neuesten Serien-Kritik vertreiben. Viel Spaß!

The Vampire Diaries
Staffel 3

The Vampire Diaries, USA 2009- , ca. 42 Min. je Folge

The Vampire Diaries | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Serienschöpfer:
Kevin Williamson
Julie Plec
Showrunner:
Julie Plec

Main-Cast:
Nina Dobrev (Elena Gilbert)
Paul Wesley (Stefan Salvatore)
Ian Somerhalder (Damon Salvatore)
in weiteren Rollen:
Steven R. McQueen (Jeremy Gilbert)
Katerina Graham (Bonnie Bennett)
Candice Accola (Caroline Forbes)
Zach Roerig (Matt Donovan)
Michael Trevino (Tyler Lockwood)
Matthew Davis (Alaric Saltzman)
Joseph Morgan (Klaus)
Claire Holt(Rebekah)
Daniel Gillies (Elijah)
Torrey DeVitto(Dr. Meredith Fell)

Genre:
Drama | Fantasy | Horror | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Notgedrungen – um seine Liebsten zu retten – hat Stefan sich Klaus unterworfen und nachdem seine Gefühle ausgeschaltet worden sind, hinterlässt er gemeinsam mit dem Hybriden eine blutige Schneise quer durch Amerika, während Klaus noch immer seine Pläne verfolgt, eine ganze Armee aus Hybriden um sich zu scharen. Unterdessen werden Elena und Jeremy nach Jennas Tod der Aufsicht von Alaric unterstellt, der sich erst langsam in seine neue Rolle findet. Während Elenas achtzehnter Geburtstag näher rückt, würde diese sich am liebsten verkriechen und drängt indes Damon ein ums andere Mal, sich auf die Suche nach Stefan zu begeben, während dieser seinem Bruder und Klaus längst auf der Spur ist. In dem gemeinsamen Bestreben, Stefan dem Einfluss von Klaus zu entreißen, kommen Elena und Damon sich unterdessen langsam näher.

Szenenbild aus The Vampire Diaries | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Klaus eröffnet Stefan derweil, dass sie beide und Klaus‘ Schwester Rebekah in den 1920er-Jahren eine innige Freundschaft verband, weshalb es ihm so wichtig war, dass gerade Stefan ihn begleitet. Als Klaus bewusst wird, dass die Verwandlung von Werwölfen in Hybride nicht zu fruchten scheint, wendet er sich an die Urhexe Gloria, um herauszufinden, was beim Brechen des Fluches schiefgelaufen ist und diese fordert ihn auf, seine Schwester aus ihrem beinahe hundertjährigem Schlaf zu wecken und zu ihr zu bringen, doch es stellt sich heraus, dass eine ganz bestimmte Kette benötigt wird, die Kette, die Stefan Elena vor Jahren geschenkt hat. Unterdessen finden Bonny und Jeremy heraus, dass die Urvampire um Klaus lange Zeit auf der Flucht vor einem Vampirjäger namens Mikael waren, der – ebenfalls Urvampir – in einem Mausoleum schlafend gefangen gehalten wird. Bonny ahnt nicht, welche Folgen die Erweckung Mikaels nach sich ziehen wird, doch nach Klaus‘ Rückkehr nach Mystic Falls und seiner neuerlichen Jagd auf Elena sieht sie keinen anderen Ausweg.

Rezension:

Nun gingen also auch für mich The Vampire Diaries in ihre dritte Runde und ich bin noch immer ein wenig erstaunt darüber, wie gut mir die Serie doch gefällt, wenn man ab und an bereit ist, bei manch allzu vorhersehbarer und klischeebehafteter Wendung die Augen zuzudrücken, wobei man sagen muss, dass dafür auch genügend wirklich unerwartete Schockmomente enthalten sind, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, was einerseits das Ende einer bestimmten Figur betrifft, die ich über die Jahre – also die Staffeln – sehr liebgewonnen hatte und die mir sicherlich ihm Serien-Kosmos von Mystic Falls künftig fehlen wird, ebenso wie das überraschende Staffelfinale, das zwar – obschon einige inszenatorisch gravierende Schwächen aufweisend – doch immerhin mit einem Knall zu Ende geht und die folgende vierte Staffel noch einmal unter neue Vorzeichen stellt.

Szenenbild aus The Vampire Diaries | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Doch beginnen wir am Anfang: Zunächst einmal darf sich Paul Wesley in seiner Rolle als Stefan so richtig schön als Bösewicht und seelenloser Blutsauger austoben, was ihm merklich Freude bereitet, wenn ihm das Kontrastprogramm zu dem sonst so liebenswürdigen Schmusevampir längst nicht so gut gelingt wie Nina Dobrevs Doppelbesetzung als Elena und Katherine. Nichtsdestotrotz eine nette Variation, die auch noch einmal frischen Wind in die Sache bringt, wenn auch jedem Zuschauer von der ersten Sekunde klar ist, klar sein muss, dass dies natürlich kein Dauerzustand sein wird. Immerhin wird diese Zeit genutzt, um eine glaubhafte Annäherung zwischen Elena und Damon zu inszenieren, auf die man sicherlich schon in der ersten Staffel gewartet hat, weil dieses Dreiecksbeziehungsgeflecht sich eben nicht nur anbietet, sondern quasi aufdrängt.

So wie Stefan nun also mal Bösewicht spielen darf, darf Damon dann eben auch mal etwas menschlicher erscheinen, was sich auch in seiner wachsenden Freundschaft zu Alaric Saltzman niederschlägt. Trotzdem begehen die Autoren nicht den Fehler, den charismatischen Pseudo-Bösewicht out-of-character agieren zu lassen und halten sich immer im Rahmen dessen, was glaubwürdig und für die Figur vertretbar scheint. Viel eher ein Manko der Staffel ist für mich, dass die gesamte Storyline mir doch ein wenig zu Klaus-lastig ist, zumal dieser sich alsbald in Mystic Falls niederlässt und bald wie ein nervtötender, unliebsamer Nachbar wirkt, was der Gefahr und Bösartigkeit seiner Figur, wie sie noch in der Staffel zuvor suggeriert worden ist, nicht annähernd gerecht wird und ihn – gerade im Zusammenspiel mit dem Rest seiner Familie – oft wie ein zickiges Kind erscheinen lässt, das böse wird, wenn es seinen Willen nicht bekommt.

Szenenbild aus The Vampire Diaries | © Warner Bros.
© Warner Bros.

Dennoch hat mich auch die dritte Staffel The Vampire Diaries mit ihren vielen Wendungen und Ereignissen zu unterhalten gewusst und bietet wie gesagt immerhin deutlich mehr, als nur eine vampirisch aufgemotzte Teenie-Schmonzette, wie man vermuten dürfte, zumal es des Öfteren doch überraschend rabiat zur Sache geht und man nicht müde wird, auch mal fiese Folterszenen und spektakuläre Tötungen in die Staffel zu streuen, die dem Ganzen die rechte Würze verleihen und eben ein Stück weit besagten Ruf zu unterminieren weiß. Interessant wird auch zu sehen sein, wie es sich mit Bonnie in Zukunft verhalten wird, die sich hier weitaus skrupelloser und opportuner zeigt als es für die Sympathie der Figur gut wäre, was auch erklärt, weshalb ich mit ihr vom ersten Moment an nicht warm zu werden wusste. Trotz mancher logischen Brüche und nur zaghaft erklärter Zusammenhänge also eine durchaus lohnende wie unterhaltsame Staffel, die zwar das Potential gehabt hätte, die vorangegangene noch einmal spielend zu toppen, sich dafür aber wie gesagt zu sehr auf Klaus konzentriert, der leider mehr und mehr seinen Schrecken verliert, weshalb es Zeit wird, neue Gestade zu betreten. Dass auch die Autoren der Serie dies begriffen haben, stellen sie aber mit der finalen Wendung eindrucksvoll unter Beweis und so bin ich guter Dinge, dass The Vampire Diaries mich auch künftig noch zu überzeugen wissen wird.

Fazit & Wertung:

Qualitativ nicht ganz so konstant überzeugend wie die vorangegangene Staffel wirft sich The Vampire Diaries speziell in der zweiten Hälfte noch einmal richtig ins Zeug und punktet erneut mit einer gekonnt abgestimmten Mischung aus Action, Witz und Drama, während die teils tragischen Wendungen zwar immer weniger glaubhaft, aber nicht minder unterhaltsam, der Geschichte immer wieder neue Impulse geben.

8 von 10 in der Gruft eingesperrten Vampiren

The Vampire Diaries | Staffel 3

  • In der Gruft eingesperrte Vampire - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Qualitativ nicht ganz so konstant überzeugend wie die vorangegangene Staffel wirft sich The Vampire Diaries speziell in der zweiten Hälfte noch einmal richtig ins Zeug und punktet erneut mit einer gekonnt abgestimmten Mischung aus Action, Witz und Drama, während die teils tragischen Wendungen zwar immer weniger glaubhaft, aber nicht minder unterhaltsam, der Geschichte immer wieder neue Impulse geben.

8.0/10
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Sende

Episodenübersicht: Staffel 3

01. Die Rückkehr (8/10)
02. Schöne neue Welt (8/10)
03. Böser Mond (8/10)
04. Reise in die Vergangenheit (8,5/10)
05. Der Fluch (8,5/10)
06. Plan B (8,5/10)
07. Maskenball (8,5/10)
08. Rose (8,5/10)
09. Katerina (8/10)
10. Das Opfer (8,5/10)
11. Die Verwandlung (8,5/10)
12. Der Abstieg (8,5/10)
13. Rache (8/10)
14. Heulende Wölfe (8,5/10)
15. Die Dinnerparty (7,5/10)
16. Der Hausgast (8/10)
17. Geliebte Feindin (8,5/10)
18. Der letzte Tanz (8,5/10)
19. Klaus (8/10)
20. Der letzte Tag (8/10)
21. Das Ritual (8,5/10)
22. Auferstanden von den Toten (8,5/10)

 
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The Vampire Diaries | Staffel 3 ist am 27.09.13 im Vertrieb von Warner Bros. erschienen.Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:


Blu-ray:


  • Der Kinogänger

    Klaus ist sicher eine interessante Figur und wird von Joseph Morgan auch gut gespielt. Mein Problem mit ihm war aber fast von Beginn an, daß ich seinen Bruder Elijah einfach noch interessanter und noch besser gespielt finde … 😉

    • Da ist allerdings was dran, das – muss ich zugeben – ging mir oft genauso, auch, weil er doch viel würdevoller, viel distinguierter und dadurch cooler ist und sich angenehm von den ‚Jungspund-Vampiren‘ abhebt.

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