Review: The Walking Depp 1 (Graphic Novel)

The Walking Dead – Graphic Novels, Serien, Bücher und mehr

The Walking Dead

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Ja, richtig gelesen, heute mal nichts Neues zu The Walking Dead, sondern stattdessen zu The Walking Depp, man soll ja schließlich stetig seinen Horizont erweitern und wenn ich mir schon mal eine Parodie zu Gemüte führe, dann sollte sie sich doch zumindest der mir liebsten und derzeit erfolgreichsten Zombie-Reihe widmen, oder etwa nicht!?

The Walking Depp 1

José Miguel Fonollosa: Los Muertos Revivientes Libraco Uno, ES 2014, 72 Seiten

The Walking Depp 1 | © Panini
© Panini

Autor:
José Miguel Fonollosa
Zeichner:
José Miguel Fonollosa

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-833-22868-1

Genre:
Endzeit | Horror | Komödie | Parodie

 

Inhalt:

Nach einem ziemlich einseitigen Schusswechsel mit einem aufgebrachten Bürger erwacht Dick Grind nach Wochen allein im Krankenhaus und nachdem ihn eine Schwester gründlich zur Sau gemacht hat, wie er denn in einem Krankenhaus so herumschreien könne, beginnt er durch die Flure zu wandeln und kommt langsam dahinter, dass die an einer merkwürdigen Grippe leidenden Patienten darauf hindeuten, dass etwas Merkwürdiges im Gange sein mag. Auf seinem Streifzug durch die menschenleeren Straßen wird er von einem Kiffer niedergeschlagen und in dessen Drogenhöhle geschleift, doch nachdem dieser dahinter kommt, dass Dick ein waschechter Bulle ist, befördert er ihn postwendend vor die Tür, nicht ohne dass Dick vorher aus dem Fernsehen erfahren durfte, dass eine Zombieseuche den Großteil der Menschheit dahingerafft hat.

Ausschnitt aus The Walking Depp 1 | © Panini
© Panini

Nachdem Dick es zur Wache geschafft hat und dort mit seinem Kollegen Johnson aneinandergeraten ist, der nicht bereit ist, etwas gegen die Zombies zu unternehmen, solange er nicht sein Käffchen hatte, entschließt er sich , seiner Familie nachzureisen, die sich längst aus der Stadt verzogen hat – am besten natürlich schwerbewaffnet. Bald schon gelangt er gemeinsam mit dem Asiaten Li, der über beeindruckende Kung-Fu-Kräfte verfügt, zum Lager der Überlebenden und seiner geliebten Lucy sowie Karlchen, seinem Sohn. Sein bester Freund Shame hat sich rührend um seine Familie gekümmert und trägt gar Dicks Unterwäsche auf, doch der ist viel zu happy, mit seiner Familie wieder vereint zu sein, um Lunte zu riechen.

Rezension:

Okay, zunächst einmal, der Humor von The Walking Depp ist gewöhnungsbedürftig und nicht annähernd jeder Gag zündet, man muss aber auch zugeben, dass einige ziemlich geniale Einfälle verbaut worden sind und die Geschichte im Gesamten doch recht gekonnt aufs Korn genommen wird. Für große Fans des Comics oder auch der Serie ist der Band daher das ideale Mitbringsel oder ein nettes, ausgefallenes Geschenk, vorsätzlich und für sich selbst kaufen würde und sollte man das Buch aber vielleicht eher nicht, denn gerade wenn man sowohl Serie als auch Comic kennt, ist die erneut aufgewärmte Geschichte trotz des völlig neuen Ansatzes doch streckenweise ermüdend, zumal gerade der Anfang etwas holprig gerät, was die Gagdichte angeht.

Ausschnitt aus The Walking Depp 1 | © Panini
© Panini

Davon abgesehen hat The Walking Depp an alte Clever & Smart-Hefte erinnert, falls das noch jemandem was sagt, auch was den Zeichenstil von José Miguel Fonollosa anbelangt und sich in überzogenen Posen und karikierten Gestalten äußert und sich zuweilen beispielsweise in kleinen Schweinchen niederschlägt, die einen tapferen Recken mit dem Ventilator anwehen, um Spezialeffekte zu erzeugen. Ja, richtig. Irgendwie ist das alles auf eine seltsame Art sehr ansprechend geraten, irgendwie aber auch ziemlich neben der Spur, sprich verrückt auf eine beinahe positiv zu nennende Art und Weise. Das stilvolle Schwarz-Weiß der Vorlage wird beibehalten und auch ansonsten orientiert sich der Band doch deutlich am Vorbild.

Doch The Walking Depp geht zuweilen auch eigene Wege und speziell die Figuren, die man aus der Vorlage eher nicht kennt, wie die schießwütige Krankenschwester der muffelige Polizistenkollege Johnson oder auch ein grenzdebiler Rambo-Verschnitt gehören zu den mitunter coolsten Gesellen dieser spleenigen Reihe. Die Verballhornungen der originären Namen sind natürlich Geschmackssache und während mir Karlchen noch ein Lächeln abzuringen wusste, hätte man aus Shane nicht unbedingt Shame und vor allem aus Rick Grimes nicht Dick Grind machen müssen, um Witzigkeit zu suggerieren, wenngleich die Namen die chaotisch-verquer-skurrilen Figuren doch sicherlich trefflicher bezeichnen als ihre ernsthaften Äquivalente.

Ausschnitt aus The Walking Depp 1 | © Panini
© Panini

Auch wenn der Band durchwachsen ist, ebenso wie die Gagdichte und der Humor zuweilen echt Geschmackssache ist, bin ich doch gespannt, wie es mit Fonollosas Schöpfung weitergehen wird, denn einen gewissen Charme kann man The Walking Depp nicht absprechen, auch wenn es mich doch ein wenig wundert, wie der Band solche Erfolge hat feiern können, wobei das sicherlich auch daran liegen wird, dass derartige Parodien wohl wirklich gerne verschenkt werden und definitiv für einen Lacher gut sind. Die Vorlage kennen sollte man für den Genuss aber selbstverständlich, denn ohne die Insider-Gags bleibt nur noch herzlich wenig zum Schmunzeln übrig und die teils platten, teils schlüpfrigen Witze allein würden sicher nicht genügen, über die Dauer der Story bei der Stange zu halten, wenn man sich den Figuren nicht schon aus anderen Publikationen (idealerweise dem Comic!) verbunden fühlen würde.

Fazit & Wertung:

So genial die Idee von The Walking Depp zu sein scheint, so durchwachsen ist die Umsetzung geraten und der Band schwankt oftmals zwischen wirklich brüllend komisch und fremdschämend-platt und humoristisch mau. Für Kenner der originalen Comics hat diese Parodie allerdings dennoch ihren Reiz und wenn man ein Faible für durch und durch depperte Figuren und herrlich überzogene wie abstruse Situationen hat, sollte man hier durchaus auf seine Kosten kommen. Daher auch ideal als kleines Geschenk für Fans der Reihe!

7 von 10 selten dämlichen Untoten

The Walking Depp 1

  • Selten dämliche Untote - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

So genial die Idee von The Walking Depp zu sein scheint, so durchwachsen ist die Umsetzung geraten und der Band schwankt oftmals zwischen wirklich brüllend komisch und fremdschämend-platt und humoristisch mau. Für Kenner der originalen Comics hat diese Parodie allerdings dennoch ihren Reiz und wenn man ein Faible für durch und durch depperte Figuren und herrlich überzogene wie abstruse Situationen hat, sollte man hier durchaus auf seine Kosten kommen. Daher auch ideal als kleines Geschenk für Fans der Reihe!

7.0/10
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The Walking Depp 1 ist am 17.06.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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