Review: 3 Days to Kill (Film)

Während ich schon wieder an neuen, hoffentlich lohnenswerten Dingen werkele, kommt heute zunächst einmal meine Kritik zu dem baldig erscheinenden 3 Days to Kill, bei deren Lektüre ich euch natürlich wie immer viel Freude wünsche!

3 Days to Kill

3 Days to Kill, USA/FR/GR/RU 2014, 117 Min.

3 Days to Kill | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
McG
Autoren:
Adi Hasak
Luc Besson

Main-Cast:
Kevin Costner (Ethan Renner)
Amber Heard (Vivi Delay)
Hailee Steinfeld (Zooey Renner)
in weiteren Rollen:
Connie Nielsen (Christine Renner)

Genre:
Action | Drama | Krimi | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus 3 Days to Kill | © Universum Film
© Universum Film

Ethan Renner, wenn auch nicht mehr der Jüngste unter den Agenten, ist unbestreitbar noch einer der Top-Männer bei der CIA, wenn es gilt, großangelegte Säuberungsaktionen durchzuführen, bei denen auch mal schnell ein Hotelzimmer voller Verbrecher des Zeitliche segnet. Doch das Alter beginnt Ethan zu schaffen zu machen, plagt ihn schließlich seit längerer Zeit eine hartnäckige Grippe, die ihn gerade dann in die Knie zwingt, als er den Albino, die rechte Hand des nur Der Wolf genannten Terroristen dingfest machen will. Im Krankenhaus dann erfährt Ethan, dass es mitnichten eine Grippe ist, sondern eine tödliche Krankheit, so dass der CIA-Mann nur noch drei Monate zu leben hat und für die Agency nicht mehr von Interesse ist. Ethan kehrt nach Paris zurück, wo seine Ex-Frau Christine und die gemeinsame Tochter Zooey leben, um die letzten Tage mit seinem Kind zu verbringen, dass er jahrelang vernachlässigt hat.

Als Christine für drei Tage nach London muss, bietet Ethan sich bereitwillig als Aufpasser an, doch kann er sich mitnichten vollumfänglich seiner Tochter widmen, da ihn just zu diesem Zeitpunkt die Agentin Vivi kontaktiert, die Ethans Hilfe bei der Ergreifung des Wolfes benötigt, da dieser ihn bei seinem letzten Einsatz gesehen haben muss. Im Gegenzug bietet sie ihm ein experimentelles Heilmittel, das sein Leben verlängern, womöglich gar retten könnte. Mit der Aussicht darauf, dass ihm mehr Zeit mit seiner Tochter vergönnt sein könnte, willigt Renner wiederwillig ein und versucht fortan, sein Doppelleben als Agent und Vater unter einen Hut zu kriegen, während Vivi ihn zu den Mittelsmännern des Wolfes lotst und er derweil versucht, Zooey ein guter und aufmerksamer Vater zu sein. Doch so ein Haudegen vom Schlage eines Ethan Renner hat wenig Erfahrung im Umgang mit Teenagern…

Rezension:

Wer sich immer schon einmal gefragt hat, wie es wohl aussehen würde, wenn Regisseur McG, der für 3 Engel für Charlie und den nur leidlich überzeugenden Terminator: Die Erlösung verantwortlich zeichnet, gemeinsam mit Luc Besson, dem immer noch die (Regie-)Lorbeeren früherer Jahre anhängen – der aber zumindest als Drehbuchautor auch jüngst wie mit der Taken-Reihe Erfolge feiern darf – , gemeinsam einen Film machen, dessen Frage wird nun mit 3 Days to Kill beantwortet sein. Doch ganz so einfach ist es dann leider auch nicht, denn im Hinblick auf die eigentlich gut inszenierte und handgemachte Action sowie den vollkommen realitätsfremden Plot hätte dem Film die nötige Härte gutgetan, um das Ganze trotzdem überzeugend präsentieren zu können und einen ausreichend starken Kontrast zu den humoristisch und/oder dramatisch angehauchten Familienszenen zu schaffen. Den Restriktionen der Altersfreigabe zum Dank hat man aber auf jede Gewaltspitze verzichtet und auch der existierende Extended Cut schafft dem keine Abhilfe, zumal er es hierzulande nicht einmal auf die Blu-ray geschafft hat.

Szenenbild aus 3 Days to Kill | © Universum Film
© Universum Film

So wirkt 3 Days to Kill im besten Falle handzahm, manchmal in punkto Zensur auch unfreiwillig komisch, wenn in einem Strip-Club einer Tänzerin dermaßen viel kaschierender Rauch vor die Nase geblasen wird, dass sie kaum noch als Mensch wahrzunehmen ist, in seiner Gänze aber eben auch unfertig und zensiert, wenn die erweiterte Fassung diese Annahme auch Lügen straft. Punkten kann McGs Streifen dafür doch immerhin mit Wortwitz und einer schmissigen, augenzwinkernden Inszenierung, erinnert in seiner Vater-Tochter-Thematik in den besten Momenten an den ebenfalls nach einem Drehbuch von Besson entstandenen Wasabi und spielt hier seine Stärken voll aus, wenn die Fähigkeiten der oscarnominierten Hailee Steinfeld dennoch gnadenlos verschenkt werden, weil sie hinter Kevin Costners raubeinigem Ex-Agenten doch arg zurückstehen muss. Ähnlich ergeht es Amber Heard, die trotz ihres schießwütigen Auftretens doch hauptsächlich als Eye-Candy zu betrachten ist, immerhin aber sichtlichen Spaß daran zu haben scheint, in immer neue Verkleidungen zu schlüpfen, die ihrer Glaubwürdigkeit als Agentin allerdings nicht gerade zuträglich sind.

Um Glaubwürdigkeit geht es in 3 Days to Kill aber zu keinem Zeitpunkt, denn dafür wirkt der ganze Plot um den todbringenden Hirntumor, für den natürlich die CIA ein experimentelles Medikament in petto hat und dessen Nebenwirkungen sich durch Wodka-Konsum in den Griff kriegen lassen, natürlich aber in den ungünstigsten Momenten dennoch zu einem Schwächeanfall bei Costners Figur Ethan Renner führen, zu weit hergeholt, zu wenig ausdifferenziert, zu platt und zu althergebracht, um wirklich ernstgenommen werden zu können. Und in dem Kontext stört auch Heards lustvolles Overacting nicht wirklich, sondern fügt sich überraschend stimmig in einen Plot, der immer dann am unterhaltsamsten ist, wenn Renner sich bei Gangstern wie Geiseln Tipps zu seiner Vaterrolle holt und nicht zu realisieren scheint, dass seine Tochter längst kein neunjähriges Mädchen mehr ist.

Szenenbild aus 3 Days to Kill | © Universum Film
© Universum Film

Schlussendlich ist 3 Days to Kill irgendwas zwischen Action-Thriller und Familienfilm, aber weder das Eine noch das Andere so richtig und diese unklare Ausrichtung mit mangelndem Tiefgang, der durch die suggerierte emotionale Komponente kompensiert werden soll, verhindern auch, dass die McG-Besson-Kooperation so richtig zündet, denn trotz des an den Haaren herbeigezogenen Plots ist Costners verschrobene Figur doch ausreichend charismatisch und liebenswert, so dass gerade in den humorigen Szenen mit oder über die Tochter der Funke mehrfach überzuspringen scheint, dann aber in der verworrenen Inszenierung alsbald wieder erlischt, während Renner weiterhin auf schlichten Befehl einer kühlen Blondine mordend durch die Straßen zieht und seinen Protest selten und wenn dann kleinlaut kundtut, um auch noch ein wenig die Moralapostel bedient zu haben. Alles ein wenig kompromissloser, ein wenig geradliniger und zielgerichteter, manchmal ein wenig einfallsreicher und bitte gerne genauso old school, wie der ganze Film sich gibt, dann hätte es richtig was werden können, doch so bleibt leider nur ein Film, der zwar zu unterhalten weiß und gut durch den Abend trägt, allerdings auch schnell wieder vergessen ist.

Fazit & Wertung:

McGs 3 Days to Kill ist zwar ein durchaus unterhaltsames Vergnügen und präsentiert einen gut aufgelegten Costner als CIA-Agenten in bester Western-Manier, doch der völlig hanebüchene und wenig zielgerichtete Plot in Kombination mit der fehlenden Härte lassen den Film schlussendlich leider ziemlich unausgereift und unfertig wirken, wenn er auch durchaus seine Momente hat, jedoch eher durch Wortwitz und Charme besticht, denn mit furioser, brachialer Action und damit viele Zuschauer in ihren Erwartungen verprellen dürfte.

6 von 10 unschädlich gemachten Schurken

3 Days To Kill

  • Unschädlich gemachte Schurken - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

McGs 3 Days to Kill ist zwar ein durchaus unterhaltsames Vergnügen und präsentiert einen gut aufgelegten Costner als CIA-Agenten in bester Western-Manier, doch der völlig hanebüchene und wenig zielgerichtete Plot in Kombination mit der fehlenden Härte lassen den Film schlussendlich leider ziemlich unausgereift und unfertig wirken, wenn er auch durchaus seine Momente hat, jedoch eher durch Wortwitz und Charme besticht, denn mit furioser, brachialer Action und damit viele Zuschauer in ihren Erwartungen verprellen dürfte.

6.0/10
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3 Days to Kill erscheint am 31.10.14 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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