Review: George A. Romero: Empire of the Dead 1 (Graphic Novel)

Heute bedienen wir wieder einmal die Comic-Fraktion, aber dank der Autorenschaft von George A. Romero beim vorliegenden Band schlage ich natürlich gewohnt gekonnt die Bresche zum Medium Film. Wie gehabt habe ich aber für heute auch noch mehr in petto, denn bei einem läppischen Comic-Album wollen wir es ja sicher nicht belassen, oder!?

George A. Romero:
Empire of the Dead 1

George A. Romero’s Empire Of The Dead #1-5, USA 2014, 132 Seiten

George A. Romero: Empire of the Dead 1 | © Panini
© Panini

Autor:
George A. Romero
Zeichner:
Alex Maleev

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98099-1

Genre:
Endzeit | Horror

 

Inhalt:

Fünf Jahre sind vergangen, seit die ersten Toten sich aus ihren Gräbern erhoben und begonnen haben, Jagd auf die Lebenden zu machen. Ein Großteil der Menschheit hat diese grauenhafte Pandemie nicht überlebt und der Rest hat sich mittlerweile in den Städten verschanzt und sich in die Isolation drängen lassen. Mittlerweile sind die immer mal wieder durch die Blockaden brechenden Zombies aber mehr ein Ärgernis, denn ein echtes Problem und auf Geheiß des Bürgermeisters wurde gar ein neuer Circus Maximus errichtet, in dem die Untoten gegeneinander antreten dürfen und somit längst zum Unterhaltungsprogramm der abgebrühten Bevölkerung gehören.

Noch ahnt niemand, abgesehen von einer enthusiastischen wie optimistischen Wissenschaftlerin, dass die Zombies im Untergrund längst damit begonnen haben, einen komplexer werdenden Intellekt auszubilden, doch untermauert bald ein zu Tode kommendes Mitglied einer S.W.A.T.-Einheit diese These in beeindruckendem Maße und setzt sich weiterhin für den Schutz der Menschen ein. Die Bevölkerung hat allerdings noch ganz andere Schrecken zu fürchten, denn unter ihnen leben Vampire, unerkannt und im Verborgenen, so dass der Tod auf zweierlei Art Jagd auf die letzten Reste der Menschheit macht.

Rezension:

Es ist ja hinreichend bekannt, dass ich der Zombie-Thematik in ihrer Gänze nicht abgeneigt bin und wo ich mich ja schon so vielen Serien und Varianten des Themas widme, stand es für mich außerfrage, mich auch dem Comic Empire of the Dead zu widmen, mit dem Altmeister George A. Romero eine direkte Fortsetzung zu seiner of the Dead-Reihe geschaffen hat, nur eben diesmal in einem anderen Medium und mit Rückendeckung von Marvel. Zunächst macht die Storyline auch einen durchaus wertigen Eindruck und dem Band gelingt es gut, Atmosphäre aufzubauen und den Leser mit der neuen Welt vertraut zu machen, in der beispielsweise auf beziehungsweise in den früheren Central Park ein neuer Circus Maximus errichtet worden ist, in dem zur Belustigung der Menge Zombies aufeinandergehetzt werden. Nein, die Idee ist nicht neu, aber eben auch nicht blöd und unterstreicht die Rückkehr zu archaischen Strukturen und die Abkehr von der Zivilisation der Tage vor den Zombies.

Ärgerlicherweise steht diese Gladiatoren-Thematik aber gerade anfänglich ziemlich im Fokus und wenn man sich die einzelnen Kämpfer so ansieht und speziell auch die Erklärung, warum die Zombies aufeinander losgehen, wo sie doch sonst nur von lebendem Fleisch angezogen werden, bekommt der gedankliche Überbau von Empire of the Dead schon leichte Risse und als dann auch noch intelligenter werdende Zombies auf der Bildfläche erscheinen, die von Romero mit Gedankenfetzen ausgestattet durch die Gegend staksen, dann ist das leider oft unfreiwillig komisch, auch wenn die Idee nicht schlecht ist, zumal man es bis dahin längst drangegeben haben dürfte, über Sinn und Unsinn eines nach und nach intelligenter werdenden Kadavers diskutieren zu wollen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich dem ersten Akt der auf drei Bände ausgelegten Storyline von Empire of the Dead jedoch noch aufgeschlossen, dachte mir, dass das eben mal ein anderer Ansatz sei und auch viel Raum für Begegnungen und Entwicklungen ließe, doch als dann auch noch Vampire auf der Bildfläche erscheinen, Vampire, die so stereotyp und uninspiriert daherkommen und sich im Grunde so gar nicht in das Setting eines hermetisch abgeriegelten New York fügen wollen, da begann sich die Geschichte doch mehr und mehr in einen generischen Einheitsbrei aus Althergebrachtem zu verwandeln, zumal die Vampire natürlich die Herrscher der Stadt sind und der Obervampir und Bürgermeister natürlich einen aufmüpfigen Sohn hat, der sich nicht an die Regeln halten und das Zepter lieber selbst in die Hand nehmen möchte, sich nicht darum schert, ob Menschen ihn bei seinem nächtlichen Treiben beobachten und ganz allgemein die Verkörperung des uneinsichtigen Sohnemanns darstellt.

Kurz vor Beendigung von Akt 1 wird dann noch eine Bedrohung von außerhalb eingeführt und am Ende hat man eine Wissenschaftlerin, die an die Intelligenz von Zombies glaubt, einen Arenameister, der seine Schäfchen – äh, Zombies – ins Trockene bringen möchte, ein untotes S.W.A.T.-Mitglied, das die These der Wissenschaftlerin zu untermauern scheint und nicht zuletzt eine sich anbahnende Vampirfehde. Für meinen Geschmack leider etwas zu viel des Guten, zumal die früher so vielgerühmten gesellschaftskritischen Ansätze oft im Keim erstickt werden und die Zombies oft genug unfreiwillig komisch wirken. Am positivsten ist da noch die zeichnerische Adaption seitens Alex Maleev zu nennen, die mich ein wenig an The Strain erinnert hat und ausreichend düster und morbide daherkommt, um eine packende Atmosphäre aufzubauen, so lange man sich nicht gerade über die vielen Mängel in der eigentlichen Story ärgert. Leider in meinen Augen eine kaum würdige Fortsetzung, aber vielleicht bringt der nächste Akt ja Besserung und merzt einige der eher unnötigen Nebenschauplätze aus.

Fazit & Wertung:

Leider verzettelt sich George A. Romero in Empire of the Dead mit seinen vielen Story-Ansätzen und die Kombination aus Vampiren und Zombies funktioniert nicht gerade reibungslos, aber für Genre-Freunde, die in punkto Logik auch mal ein bis zwei Augen zudrücken können, ist der Band eventuell dennoch einen Blick wert, zumal er zumindest optisch außerordentlich stimmig und überzeugend geraten ist. Dennoch hoffe ich auf eine klarere und konsequentere Ausrichtung in Akt 2.

5,5 von 10 an die Zombies verfütterte Leichen

George A. Romero: Empire of the Dead 1

  • An die Zombies verfütterte Leichen - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

Leider verzettelt sich George A. Romero in Empire of the Dead mit seinen vielen Story-Ansätzen und die Kombination aus Vampiren und Zombies funktioniert nicht gerade reibungslos, aber für Genre-Freunde, die in punkto Logik auch mal ein bis zwei Augen zudrücken können, ist der Band eventuell dennoch einen Blick wert, zumal er zumindest optisch außerordentlich stimmig und überzeugend geraten ist. Dennoch hoffe ich auf eine klarere und konsequentere Ausrichtung in Akt 2.

5.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tofu Nerdpunk: 5,8/10 Punkte

George A. Romero: Empire of the Dead 1 ist am 14.10.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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