Review: Die Unfassbaren – Now You See Me – Extended Cut (Film)

Und auch wenn die wenigsten damit gerechnet hätten, kommt hier für heute auch noch eine neue Film-Kritik, da ich mir in der vergangenen Woche wieder dermaßen viel vorgenommen habe, in Diskrepanz Fiktion zu Realität aber erschreckend faul war, will ich doch zumindest den eigentlich für vorgestern, dann für gestern geplanten Artikel heute nachschieben, um nicht voller Altlasten in die neue Woche zu rauschen, die bald schon ihren Anfang finden wird. Genießt die letzten Stunden des ausklingenden Wochenendes, ich melde mich wie gewohnt pünktlich um 0:01 Uhr zurück, wenn der neueste Media Monday online geht.

Die Unfassbaren – Now You See Me
Extended Cut

Now You See Me, FR/USA 2013, 127 Min.

Die Unfassbaren - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Regisseur:
Louis Leterrier
Autoren:
Ed Solomon
Boaz Yakin
Edward Ricourt

Main-Cast:

Jesse Eisenberg (J. Daniel Atlas)
Mark Ruffalo (Dylan Rhodes)
Woody Harrelson (Merritt McKinney)
Mélanie Laurent (Alma Dray)
Isla Fisher (Henley Reeves)
Dave Franco (Jack Wilder)
Michael Caine (Arthur Tressler)
Morgan Freeman (Thaddeus Bradley)

Genre:
Krimi | Mystery | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Die Unfassbaren - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Durch eine jeweils geschickt platzierte Tarotkarte mit auf der Rückseite notierter Orts- und Zeitangabe führt eine im Verborgenen bleibende Person den berühmten Illusionisten J. Daniel Atlas, dessen ehemalige Assistentin Henley Reeves, den seine besten Tage hinter sich habenden Mentalisten Merritt McKinney sowie nicht zuletzt den begabten Trickbetrüger Jack Wilder in einem New Yorker Appartement zusammen. Die Wohnung scheint verlassen, doch stoßen die vier ungleichen Gefährten bald auf einen Mechanismus, der ihnen die Blaupausen zu einem nie dagewesenen Trick offenbart. Ein Jahr später: Die vier Magier treten mittlerweile als The Four Horsemen auf, haben es dank ihrem Mäzen Arthur Tressler zu einiger Bekanntheit gebracht.

Als sie aber während einer Show in einem von Tresslers Casinos in Las Vegas eine Bank in Paris überfallen und das Geld auf das Publikum niederregnen lassen, sind sie in aller Munde und auch das FBI ist schnell auf den Fall angesetzt. Agent Dylan Rhodes ist nicht gerade angetan, als ihm die französische Interpol-Agentin Alma Dray zur Seite gestellt wird, zumal er den ganzen Zauber-Hokuspokus sowieso für ausgemachten Unfug hält, doch kann er den vier schnell inhaftierten Magiern ihr Verbrechen nicht nachweisen und muss sie unbescholten ziehen lassen. Zähneknirschend lässt sich Rhodes von Dray überreden, den ehemaligen Magier Thaddeus Bradley um Hilfe zu bitten, der es sich mittlerweile zur Aufgabe gemacht hat, die Tricks seiner Kollegen aufzudecken und folglich genau die richtige Passion hat, um den arroganten Magiern mit Robin Hood-Attitüde auf die Spur zu kommen.

Rezension:

Letteriers Die Unfassbaren – Now You See Me ist zweifelsohne ein Film, an dem sich die Geister scheiden und so sehr ich die Kritik an dem Magier-Epos verstehen kann, sind auch die begeisterten Stimmen vieler Zuschauer für mich nachvollziehbar, während ich mich irgendwo in der Mitte wiederfinde, den Film zwar als unfassbar unterhaltsam, aber eben auch nicht so magisch wie beispielsweise The Prestige empfunden habe. Da ist vieles großer Budenzauber und in rund zwei Stunden Spielzeit versteckt sich viel Blendwerk, zumal zwar die großen Tricks erklärt werden, ich aber viel lieber erfahren hätte, wie beispielsweise Henley aus einem Hasen einen Hut hervorzaubert oder in einer riesigen Seifenblase übers Publikum schweben kann. Warum mir der Film trotzdem gefallen hat, ist im Grunde der stylischen Aufbereitung und der schmissigen Inszenierung zu verdanken, die den Film für mich zu so etwas wie dem Action-Film unter den Magier-Filmen machen: Mitreißend, solange man nicht zu genau drüber nachdenkt.

Szenenbild aus Die Unfassbaren - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Und man könnte wirklich den ganzen Film zerreden und totanalysieren, es bliebe kaum etwas übrig, was einer näheren, logischen Betrachtung standhielte. Doch genauso, wie Interpol-Agentin Alma Dray dem FBI-Mann Dylan Rhodes erst erklären muss, dass es auch unterhaltsam sein kann, zum Narren gehalten zu werden, muss es zwangsläufig dem Zuschauer ergehen, wenn sich Twist an Twist reiht, manchmal vorhersehbar, ein anderes Mal überhaupt nicht, aber verdammt unterhaltsam und vor allem witzig, wenn sich die überheblichen vier Reiter beispielsweise der Befragung durch das FBI stellen oder in Dialog mit dem Magier enttarnenden Thaddeaus Bradley treten, eine Szene übrigens, die lediglich im Extended Cut auftaucht, der meiner Kritik zugrundeliegt und meines Erachtens nach (und nach Durchsicht des wie immer sehr empfehlenswerten Schnittberichtes – Achtung, Spoiler!) den Film doch deutlich runder macht, was die Ausgestaltung vieler Szenen und Figuren anbelangt.

Im Grunde sind unsere vier Reiter auch so etwas wie Superhelden und verfügen allesamt über differierende Kräfte, die auch nicht en détail offengelegt beziehungsweise erklärt werden und das war für mich ein weiterer Punkt, dem Film seine Qualitäten nicht abzusprechen, denn bis zuletzt bleibt dieses Quäntchen Fragezeichen, ob die vier Zauberer nicht tatsächlich über magische Kräfte verfügen und deshalb ausgewählt worden sind. Die Chemie der Figuren untereinander stimmt allenthalben und sowohl Jesse Eisenberg als arroganter Kartentrickser, Woody Harrelson als Mentalist wie auch Dave Franco als durchtriebener Einbruchs- und Diebstahlkünstler haben mich überzeugt, während mir Isla Fisher in ihrer Rolle zwar auch gut gefallen hat und zweifelsohne ein überzeugendes Eye-Candy und Love-Interest gibt, aber kräftemäßig hinter den Jungs zurückstehen muss, weil sie, wenn auch durchaus zur Handlung beitragend, zumindest für die eigentlichen Raubüberfälle jedweder Form nicht von erkennbarer, gesteigerter Bewandtnis war.

Szenenbild aus Die Unfassbaren - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Dem gegenüber stehen Mark Ruffalo als FBI-Mann Rhodes und Mélanie Laurent als Interpol-Frau Dray und runden gemeinsam mit Morgan Freeman und Michael Cane einen unbestreitbar formidablen Cast ab, der Now You See Me in jeder Sekunde auf schauspielerischer Seite zu einem Genuss macht. Die niemals stillstehende Kamera, die sich windende und wendende Geschichte, die Erklärungen, Überraschungen und Hinweise, all das wusste mich davon abzuhalten, den Film auseinanderzunehmen und als Spielverderber am Rand zu sitzen und lauthals absoluter Blödsinn! zu rufen (übrigens ein Insider für Kenner des Films) und mich stattdessen von den teils doch sehr CGI-lastigen Effekten mitreißen zu lassen und mich ganz dem arroganten Vierergespann zu ergeben, dass dem FBI und Interpol ein ums andere Mal ein Schnippchen schlägt, obwohl Bradley nicht müde wird, ihre Tricks zu offenbaren und sich bald ebenso unnachgiebig an ihre Fersen heftet.

Und so sehr die eigentliche Filmhandlung ihre Kapriolen schlägt, mäandert auch der Film selbst voller Genuss durch die Genres, ist mal Mystery, mal Komödie, dann lupenreiner Heist-Movie, plötzlich Actioner inklusive Verfolgungsjagd und immer wieder auch eine Film gewordene Magier-Show. Das alles mündet in einem Finale, das für mich funktioniert hat, aber durchaus wortreicher hätte ausfallen können, denn erklärt wird hier nicht mehr viel und was bleibt ist der Hinweis, doch bitte noch den Abspann zu schauen, denn zumindest im Extended Cut biefindet sich hier auch noch eine Szene versteckt, die auf den längst beschlossenen zweiten Teil von Now You See Me weist.

Szenenbild aus Die Unfassbaren - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Denkt also nicht an all die sorgsam inszenierten, bahnbrechend überraschenden Twists in anderen Filmen, stellt euch stattdessen auf kurzweilige, pompöse Unterhaltung ein, auf viel Blendwerk und Augenwischerei, dann nämlich kann der Film seine Qualitäten entfalten, die nicht annähernd in einer Liga mit dem oben genannten The Prestige zu verorten sind, sondern sich stattdessen in der puren, spektakulären, packenden Unterhaltung finden lassen, da, wo man die Logik auch mal Logik sein lassen und sich stattdessen an der nächsten coolen Pose, dem nächsten dummen Spruch erfreuen kann und trotz oder gerade deswegen wunderbar unterhalten wird.

Fazit & Wertung:

Wer mag, kann Louis Leterriers Die Unfassbaren – Now You See Me komplett demontieren und die himmelschreiende Unlogik vieler Szenen beanstanden, doch lädt der Film wie kein anderer dazu ein, sich einfach mitreißen und verzaubern zu lassen, ohne das Geschehen zu hinterfragen und dann tatsächlich bekommt man einen extrem hochkarätig besetzten und durchweg spannend und temporeichen Magier-Film geboten, der mit einem gehörigen Schuss Humor, ungewöhnlichen Action-Einlagen und tollen Effekten zu unterhalten weiß, ohne dass die fehlenden Erklärungen störend ins Gewicht fallen würden.

8,5 von 10 nicht zu durchschauenden Magier-Kunststücken

Die Unfassbaren - Now You See Me - Extended Cut

  • Nicht zu durchschauende Magier-Kunststücke - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Wer mag, kann Louis Leterriers Die Unfassbaren - Now You See Me komplett demontieren und die himmelschreiende Unlogik vieler Szenen beanstanden, doch lädt der Film wie kein anderer dazu ein, sich einfach mitreißen und verzaubern zu lassen, ohne das Geschehen zu hinterfragen und dann tatsächlich bekommt man einen extrem hochkarätig besetzten und durchweg spannend und temporeichen Magier-Film geboten, der mit einem gehörigen Schuss Humor, ungewöhnlichen Action-Einlagen und tollen Effekten zu unterhalten weiß, ohne dass die fehlenden Erklärungen störend ins Gewicht fallen würden.

8.5/10
Leser-Wertung 9/10 (1 Stimmen)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 7/10 Punkte
ERGOThek: 3/5 DeLoreans
Filmherum: 4,5/5 Punkte
Mind Palace: 4/5 Punkte
myofb.de: 7/10 Punkte
Review Corner: 9/10 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 7/10 Punkte

Die Unfassbaren – Now You See Me ist am 05.12.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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Kommentare (3)

  1. Der Kinogänger 17. November 2014
    • Wulf | Medienjournal 17. November 2014
      • moep0r 18. November 2014

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