Review: The Witcher 1: Im Glashaus (Graphic Novel)

Auch wenn ich es nicht explizit angekündigt habe, kommt hier natürlich auch noch eine Comic-Review, ganz so, wie es sich in letzter Zeit gehört und natürlich auch, weil ich in den vergangenen Tagen ein wenig fleißig sein konnte. Damit verabschiede ich mich in den Samstagabend und wünsche euch noch eine schöne freie Zeit!

The Witcher 1
Im Glashaus

The Witcher #1-5, USA 2014, 132 Seiten

The Witcher 1: Im Glashaus | © Panini
© Panini

Autor:
Paul Tobin
Zeichner:
Joe Querio

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98051-9

Genre:
Fantasy | Action

 

Inhalt:

Ausschnitt aus The Witcher 1: Im Glashaus | © Panini
© Panini

Unterwegs auf seinen Streifzügen durch die Lande von Angren trifft der als Geralt von Riva bekannte Hexer aus Kaer Morhen am Rande des Schwarzen Waldes den Jäger Jakob Ornstine, der ihm beim gemeinsamen Mahl alsbald die traurige Geschichte seiner jüngst verschiedenen Frau Marta erzählt, die ihn als Bruxae noch immer verfolgt. Jakob beschließt, Geralt ein Stück des Weges zu begleiten, um dem unheilvollen Zugriff seiner Frau zu entfliehen, doch auf dem Weg durch den Schwarzen Wald tappen sie in die Falle eines Lesher und suchen notgedrungen ihr Heil in der Flucht.

So verschlägt es sie in ein abgelegenes und verlassen scheinendes Haus mitten im Wald und auch Marta scheint zugegen zu sein, doch selbst ohne ihre Anwesenheit wird Geralt schnell klar, dass etwas in diesem Haus nicht mit rechten Dingen zugeht, stapeln sich schließlich in manchen Räumen die Leichen, während die Tafeln in den Essräumen stets reich gedeckt zu sein scheinen. Damit nicht genug, offenbart sich um bald eine Sukkubi namens Vara, die ihm mehr zu erzählen weiß über das Anwesen, das sie nur Glashaus nennt.

Rezension:

Bereits Mitte der 80er-Jahre erblickte Geralt von Riva, besser bekannt als der Hexer – oder eben The Witcher – das Licht der Welt, bestritt sein erstes literarisches Abenteuer und hat im Laufe der Jahre einen beachtlichen Weg hinter sich gebracht, der speziell im deutschsprachigen Raum zwei Sammelbände mit Kurzgeschichten sowie die fünfteilige Hexer-Saga, natürlich aus der Feder seines Schöpfers Andrzej Sapkowski, umfasst. Ungleich bekannter sind aber die gleichnamigen Computerspiele, deren dritter Teil im nächsten Jahr seinen Weg auf die Konsolen und PCs dieser Welt finden wird, was vielleicht auch der Grund sein mag, warum gerade jetzt auch die fünfteilige Comic-Reihe Im Glashaus veröffentlicht worden ist. Hierbei handelt es sich aber weniger um die Vorgeschichte zum Spiel oder die Adaption eines bestehenden Stoffes, sondern vielmehr um ein One-Shot, das in der Tradition der früheren Kurzgeschichten daherkommt, ohne natürlich die Aspekte insbesondere der Spiele zu vernachlässigen, für die sie und Geralt selbst bekannt geworden sind.

Ausschnitt aus The Witcher 1: Im Glashaus | © Panini
© Panini

Für mit dem Stoff nicht vertraute Leser ist The Witcher daher nur bedingt geeignet, weil man sich herzlich wenig damit aufhält, Herkunft und Ursprung des Hexers aufzuzeigen und sozusagen Vorwissen voraussetzt, was es mit Kaer Morhen und den speziellen Kräften des Monsterjägers auf sich hat. Kenner der Buch- und/oder Spiel-Vorlage finden sich hingegen sofort zurecht und freuen sich speziell über viele kleine Anspielungen, wenn ab und an Fragmente von früheren Abenteuern des Hexers als Anekdoten in die Geschichte gestreut werden, ebenso wie er überraschend häufig seine magischen Zeichen Aard und Igni einsetzt, um diverser Monster Herr zu werden, die man teilweise ebenfalls kennt und bei denen man sich über eine gelungene Comic-Umsetzung freuen darf.

Die Geschichte selbst ist gemessen an der fünf Hefte umfassenden Geschichte recht geradlinig geraten, auch wenn sie mit einem ganz interessanten Twist aufwartet, schafft den Spagat zwischen Adaption und eigenständigem Werk allerdings nicht ganz, denn der bitterböse Witz geht größtenteils verloren, auf Nebenfiguren wie beispielsweise Rittersporn darf man nicht hoffen und auch ansonsten ist es eben schlicht Geralt selbst, der die Verbindung zur Reihe herstellt, so dass die Geschichte ansonsten auch in jedem beliebigen Fantasy-Setting hätte erzählt werden können, wobei ansonsten das Flair der Geschichten recht gut eingefangen worden ist und die Düsternis in den Bildern ziemlich gut zur Ausrichtung der vergleichsweise erwachsenen Fantasy-Welt passen mag.

Ausschnitt aus The Witcher 1: Im Glashaus | © Panini
© Panini

Die Zeichnungen von Joe Querio hingegen konnten mich nicht restlos überzeugen, sind sie oft zu wenig detailreich, lassen gerade Gesichter zu häufig kaum beachtet und setzen Geralt selbst zwar grundsätzlich stimmig in Szene, lassen aber auch hier ausdrucksstarke Gesichtsausdrücke oft vermissen. Im Gesamteindruck ist die Geschichte durchaus atmosphärisch in Szene gesetzt und die Monster sind gelungen, bei den handelnden Figuren allerdings wäre mehr drin gewesen, was aber zu verschmerzen ist, gerade wenn man mit dem literarischen Werk von Sapkowski vertraut ist und sich daher viel zu sehr über ein Wiedersehen mit Geralt freut, als direkt in Jammerei verfallen zu wollen, zumal die Veröffentlichung von The Witcher mit der Hoffnung verbunden ist, dass da in Zukunft womöglich noch mehr folgen könnte, wobei man dann gerne auch bekannte Orte und Personen aus der beziehungsweise den Vorlagen in Szene setzen dürfte. Nicht frei von Mängeln, fügt sich Das Glashaus gerade aufgrund seiner Losgelöstheit aber durchaus in das Franchise und dürfte Fans der Reihe auf alle Fälle zu unterhalten wissen.

Fazit & Wertung:

Weder die Geschichte von The Witcher: Im Glashaus, noch die Zeichnungen von Querio erfinden das Rad neu, vermitteln aber recht gut das Feeling der Spiele und Bücher und erinnern an die alten Kurzgeschichten des Autors Andrzej Sapkowski, mit denen vor beinahe drei Jahrzehnten die Geschichte um den weißhaarigen Geralt von Riva ihren Anfang nahm. Für Neulinge zwar nur bedingt geeignet, ist die Geschichte aber ein solider Fan-Service für Freunde des wortkargen Hexers.

7,5 von 10 monströsen Ungeheuern

The Witcher 1: Im Glashaus

  • Monströse Ungeheuer - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Weder die Geschichte von The Witcher: Im Glashaus, noch die Zeichnungen von Querio erfinden das Rad neu, vermitteln aber recht gut das Feeling der Spiele und Bücher und erinnern an die alten Kurzgeschichten des Autors Andrzej Sapkowski, mit denen vor beinahe drei Jahrzehnten die Geschichte um den weißhaarigen Geralt von Riva ihren Anfang nahm. Für Neulinge zwar nur bedingt geeignet, ist die Geschichte aber ein solider Fan-Service für Freunde des wortkargen Hexers.

7.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

The Witcher 1: Im Glashaus ist am 08.12.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

  • Ronny

    The Witcher schwirrt auch schon eine Weile durch meinen Kopf. Allerdings weniger in Comic-Form, als vielmehr das PS4-Spiel, welches es seit geraumer Zeit gibt. Hast du es mal angespielt oder ist das weniger dein Geschmack?

    • Es wäre mein Geschmack, aber dummerweise besitze ich keine PS4 und habe so bald nicht vor, mir eine anzuschaffen. Den ersten Teil der Reihe habe ich seinerzeit auf PC gespielt und bin darüber auch an die Bücher gelangt, aber seit ich die PS3 habe spiele ich eigentlich nicht mehr am PC, weshalb ich schon den zweiten Teil nicht mehr gespielt habe, geschweige denn den dritten spielen werde. Cool scheinen die aber allesamt zu sein, vom ersten Teil weiß ich es 😉

%d Bloggern gefällt das: