Review: Young Ones (Film)

Kinners ist das kalt geworden! Da scheint die dystopische Geschichte einer endlosen Dürre und damit einhergehender Hitze doch fast schon angenehm und einladend, oder etwa nicht!? Das ist natürlich nicht der Hauptgrund, warum ich heute über Young Ones sprechen möchte, aber doch zugegebenermaßen ein ziemlich guter Aufhänger für den Artikel, so kontextmäßig, nicht wahr!? Macht es euch warm und gemütlich, ich zumindest verschwinde jetzt nämlich auch auf die Couch!

Young Ones

Young Ones, USA 2014, 100 Min.

Young Ones | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Regisseur:
Jake Paltrow
Autor:
Jake Paltrow

Main-Cast:
Michael Shannon (Ernest Holm)
Nicholas Hoult (Flem Lever)
Elle Fanning (Mary Holm)
Kodi Smit-McPhee (Jerome Holm)
in weiteren Rollen:
Robert Hobbs (Caleb)
David Butler (Sam Lever)
Aimee Mullins (Katherine Holm)
Christy Pankhurst (Robbie)
Alex McGregor (Sooz)
David Clatworthy (Calvin Hooyman)
Liah O’Prey (Anna / Ears)

Genre:
Science-Fiction | Western | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Young Ones | © Ascot Elite
© Ascot Elite

In einer nicht allzu fernen Zukunft hat eine Jahre währende Dürre die amerikanischen Weiten zu einer kargen Einöde verkommen lassen. Wasser ist zu einem der wertvollsten Rohstoffe geworden und wird immer knapper. Unter der Dürre hat auch Farmer Ernest Holm zu leiden, der mit seinen Kindern Mary und Jerome die Stellung auf dem kargen Land hält und noch immer daran glaubt, dass sein Land dereinst wieder erblühen wird. Zu diesem Zweck treibt er Handel mit den Mitarbeitern des nahen Wasserwerkes, die allerdings strikte Weisung haben, die kleinen Farmen bei der Wasservergabe nicht zu berücksichtigen und als auch noch Ernests Esel sich ein Bein bricht, muss Ernest sein letztes Geld in einen Arbeitsroboter investieren.

Verzweifelt darum bemüht, seine Familie zu versorgen, ahnt Ernest nicht, dass ihm noch von ganz anderer Stelle Gefahr droht als nur von profanen Banditen, die ihn zu bestehlen versuchen, denn Marys Freund Flem Lever hat Pläne, sich die Farm zu eigen zu machen und schreitet skrupellos zur Tat. Derweil beginnt Ernests vierzehnjähriger Sohn Jerome zu erkennen, dass es Zeit wird, wie ein Mann zu handeln, wenn er für seine Familie einstehen will.

Rezension:

Nachdem mich insbesondere Michael Shannon in den letzten Jahren dank Boardwalk Empire und Filmen wie Take Shelter mehr und mehr für sich einzunehmen wusste, stand außerfrage, Jake Paltrows Werk Young Ones einer Sichtung zu unterziehen, zumal ich ein gewisses Faible für Dystopien im Allgemeinen besitze. Die Prämisse der Wasserknappheit wird dabei ausreichend erklärt und visuell deutlich gemacht, bleibt ansonsten aber angenehm vage und vieldeutig, so dass es einem ganz selbst überlassen bleibt, wie es in anderen Teilen der Welt aussehen mag und wie verheert die Zivilisation tatsächlich sein mag, denn abgesehen von einem kurzen Ausflug in die Stadt bekommt man herzlich wenig von der nur andeutungsweise futuristischen Welt geboten, deren Einflüsse sich in nur wenigen Gerät- und Errungenschaften zeigen. Das mag natürlich auch dem Budget des Films geschuldet sein, doch unterstützt dieser fehlende visuelle Overkill auch das karge Western-Setting, in dem sich die Handlung bewegt.

Szenenbild aus Young Ones | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Die offenbart sich, eingeteilt in drei Kapitel, betitelt nach den Hauptfiguren, recht bald als überraschend geradlinig und zeitlos, so dass das Setting, welches gerade zu Beginn regelrechtes Fallout-Feeling aufkommen lässt, was sich beispielsweise in über die Szenen gelegten Radiobeiträgen äußert, sich schnell als bloßes Vehikel entpuppt, um im Grunde eine archaische Version der klassischen Coming-of-Age-Geschichte zu erzählen, in der sich Kodi Smit-McPhee von seinem Vater und seiner Jugend emanzipieren und zum Mann reifen muss. Analog zu den drei Kapiteln bekommt der seinen wirklich großen Auftritt allerdings erst im letzten Akt, wechselt der Fokus schließlich entsprechend dem Fortgang der Geschichte. Diese präsentiert sich durchweg ruhig und getragen, so dass selbst dramatische oder actionreiche Passagen auf unaufgeregte Weise dargebracht werden und gänzlich ohne stilistische Überhöhungen und Dramatisierungen auszukommen wissen, was Young Ones zu einem beinahe schon – für die heutigen Sehgewohnheiten – unüblichen Film macht, zumindest und insbesondere dann, wenn man sich einen reißerischen Endzeit-Streifen erwartet, der Paltrows Werk aber zu keinem Zeitpunkt sein möchte.

So ist Young Ones dann neben seinen Western-Einflüssen und dem dystopischen Einschlag vielmehr Familiendrama, das sich ganz an seine vier Hauptfiguren klammert, um eine archetypische Geschichte zu erzählen, wobei mir hier Elle Fanning leider unerwartet kaum positiv aufgefallen ist und sich kaum zu emanzipieren weiß, oft einen mehr nur passiven Part einnimmt und dem Wohl und Wehe der Geschicke der Männer um sie herum hilflos ausgeliefert scheint. Erfreulich hingegen die eindrücklichen Leistungen von Nicholas Hoult – der mir von Mal zu Mal besser gefällt – und Smit-McPhee, die im Grunde zwei Seiten einer Medaille verkörpern und jeder für sich zu überzeugen wissen. Michael Shannon als Familienoberhaupt Ernest Holm macht eine gewohnt gute Figur, beeindruckte aber auch schon mit intensiveren Leistungen, wobei er auch nicht wirklich die Chance bekommt, die gesamte tragische Tragweite seiner Figur auszuspielen.

Szenenbild aus Young Ones | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Im Grunde krankt Young Ones aber auch gar nicht so sehr an seinem starken Darsteller-Ensemble oder dem Setting, sondern daran, was Jake Paltrow daraus macht, denn nach dem ersten Drittel (also Kapitel) wird die Geschichte nun einmal doch leider arg vorhersehbar und selbst die wenigen technischen Vehikel wie etwa die an Lasttier-Konstruktion Shadow entpuppt sich als storytechnisch notwendiges Konstrukt und so verkommt die Wasserknappheit als Plot-Element bald zur reinen Kulisse, ebenso wie die weiteren Figuren, die, obschon bedeutungsvoll eingeführt, für die Geschichte kaum Bewandtnis haben. So wird man das Gefühl nicht los, Paltrows dystopisches Western-Drama würde sich komplexer geben, als er eigentlich ist, doch selbst im Hinblick auf seine Hauptfiguren vermag der Film nicht gänzlich zu halten, was er verspricht, wenn beispielsweise die angedeutete Vergangenheit Ernest Holms erst plakativ aufs Trapez gebracht wird, um dann mit einer nur wenige Sekunden dauernden Rückblende das Thema abzuhaken. Dennoch besticht der Film mit seiner intensiven Atmosphäre und einigen großartigen Szenen, so dass er, so man sich denn bewusst ist, worauf man sich einlässt, für Genre-Freunde durchaus einen Blick wert sein sollte.

Fazit & Wertung:

Jake Paltrows Film Young Ones wandelt sich von einer anfänglichen Western-Dystopie mehr und mehr zu einem Familiendrama mit Coming-of-Age-Aspekten und futuristischem Einschlag, verprellt damit sowie seiner unaufgeregten Erzählweise sicherlich so manchen Zuschauer und entpuppt sich am Ende als zeitlose Geschichte, die zwar intensiv gespielt, doch leider auch arg vorhersehbar, im Grunde in keine Genre-Schublade so richtig passen will und es folglich schwer hat, ihr Publikum zu finden.

6 von 10 ausgedörrten Feldern

Young Ones

  • Ausgedörrte Felder - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Jake Paltrows Film Young Ones wandelt sich von einer anfänglichen Western-Dystopie mehr und mehr zu einem Familiendrama mit Coming-of-Age-Aspekten und futuristischem Einschlag, verprellt damit sowie seiner unaufgeregten Erzählweise sicherlich so manchen Zuschauer und entpuppt sich am Ende als zeitlose Geschichte, die zwar intensiv gespielt, doch leider auch arg vorhersehbar, im Grunde in keine Genre-Schublade so richtig passen will und es folglich schwer hat, ihr Publikum zu finden.

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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 4,5/10 Punkte

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DVD:

Blu-ray:

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