Review: East of West 2 (Graphic Novel)

Und wie sich das gehört, folgt der Buch-Besprechung nun selbstredend noch eine Comic-Besprechung. Viel Spaß bei der Lektüre, ich leg mich jetzt hin. Schönen Abend noch.

East of West 2

East of West #6-10, USA 2013/2014, 148 Seiten

East of West 2 | © Panini
© Panini

Autor:
Jonathan Hickman
Zeichner:
Nick Dragotta

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98101-1

Genre:
Science-Fiction | Endzeit | Mystery | Western

 

Inhalt:

Nachdem Tod nun um die Existenz seines Sohnes weiß, begibt er sich gemeinsam mit seinen treuen Begleitern Wolf und Krähe auf die Suche, was den geplanten Weltuntergang natürlich gehörig ins Stocken bringt, doch die Gruppe der Auserwählten selbst, die der Botschaft zu folgen bereit ist, hat gehörige Probleme zu bewältigen und sucht fieberhaft nach dem Verräter in den eigenen Reihen, woraufhin Chamberlain den Verdacht prompt auf Bel Solomon lenkt, der daraufhin die Flucht ergreift, was einem Schuldeingeständnis gleichkommt. Dennoch gelingt Bel die Flucht und er wendet sich an einen der früheren Ranger, die Männer, die dereinst die Richter und Gerichte mit tosender Waffengewalt abgeschafft haben, und bittet ihn, die Auserwählten zu stoppen.

Ausschnitt aus East of West 2 | © Panini
© Panini

Derweil folgt Abaddon, der Schnitter, weiterhin seinem persönlichen Pilgerpfad, der ich, wie er hofft, dereinst zu seinem Sohn führen wird, so er denn imstande ist, seinen Aufenthaltsort zu ermitteln, während der Präsidentin der Union ihr Reich langsam aber stetig zu entgleiten droht, da immer mehr Aufstände und Revolten das Reich erschüttern, woraufhin sie den Kronprinzen des Königreichs, John Freeman, kontaktiert, um ihn um Hilfe zu bitten in dieser ausweglosen Stunde, während ihr die verbliebenen drei Reiter noch immer im Nacken sitzen und das Ende der Welt herbeisehnen.

Rezension:

Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass ich an dieser Stelle den ersten Band von East of West habe vorstellen dürfen und der mich in Verzückung geraten ließ ob der genialen und stimmigen Verquickung von Science-Fiction- bzw. Endzeit- sowie Western- und Mystery-Elementen und meinem persönlichen Empfinden nach zum mitunter Großartigstem gehörte, was ich seit langer Zeit habe lesen, nein, genießen, nein, verschlingen dürfen und nun ist sie endlich da, die von mir heißersehnte Fortsetzung, der zweite Band, dankenswerterweise ebenfalls wieder voll und ganz auf den fähigen Schultern von Jonathan Hickman und Nick Dragotta ruhend und somit qualitativ auf so ziemlich exakt demselben Level wie auch der Vorgänger. Das ist insofern erwähnenswert, als dass ich mich, so packend, spannend, mitreißend und einfallsreich die Geschichte auch gestaltet war, doch immer mal wieder gefragt habe, wie Hickman diesen Reigen ähnlich stimmungsvoll weiterzuführen plant, wurden schließlich durchaus schon einige Handlungsstränge zu einem Abschluss gebracht und wirkten wiederum andere so, als ob ihr unvermeidliches Ende nicht mehr lange auf sich warten lassen würde.

Ausschnitt aus East of West 2 | © Panini
© Panini

Gleich vorab, meine Skepsis war völlig unbegründet, denn Hickman versteht es einerseits, die ihm vorangegangenen Band begonnene Geschichte stimmungsvoll und nachvollziehbar weiterzuführen, versäumt es derweil aber auch nicht, neue Handlungsschauplätze und Nebenplots zu eröffnen, wie etwa der der Part der Ranger, deren Ursprünge im sechsten Kapitel geschildet werden, um nur ein Beispiel zu nennen. Doch auch die Geschichte der verbliebenen drei apokalyptischen Reiter – oder sagen wir in dem Fall vielleicht besser Boten – die ihres vierten Mitglieds, Tod, verlustig geworden sind, findet ihre Fortführung, ebenso natürlich wie die Suche des Todes selbst, die Suche nach seinem Sohn, der als das große Tier und somit Teil der Prophezeiung bereits Angst und Schrecken unter den Auserwählten verbreitet, ohne indes wirklich in Erscheinung getreten zu sein, was sich selbstredend in diesem Band ändern wird.

Doch auch darüber hinausgehend taucht Hickman in East of West 2 deutlich tiefer in die Materie ein, präsentiert neue Fraktionen und Umstände, beleuchtet die politischen Fallstricke und Intrigen, die seine dystopische Zukunftsvision durchziehen und beleuchtet einige sich aus dem ersten Band ergebende Fragen, ohne es indes zu versäumen, einen ganzen Haufen neuer Unklarheiten aufs Trapez zu bringen, die die Geschichte gleichsam spannend wie packend bleiben lassen, wobei ihm natürlich einmal mehr die wirklich kongenialen Zeichnungen von Nick Dragotta eine nicht unwesentliche Hilfestellung sind, der die Szenerie in wirklich einzigartige und noch nie gesehene Bilder umzusetzen versteht, die wahrhaftig ihresgleichen suchen und diesmal deutlich mehr zudem noch mit Aspekten des Fantasy- und Horror-Genres kokettieren, was aber keinesfalls dazu führt, dass die Reihe weniger stimmig oder ernstzunehmend wirken würde, sondern nur den Anspruch unterstreicht, den die kreativen Köpfe hinter dem Projekt an ihr eigenes Werk stellen.

Ausschnitt aus East of West 2 | © Panini
© Panini

Eine dermaßen vielschichtige, doppelbödige und auf vielerlei Arten zu deutende Geschichte finden man nur selten auf dem Comic-Sektor und so freue ich mich umso mehr, dieses Kleinod kreativer Schaffenskraft gleich zu Beginn für mich entdeckt zu haben, denn wenn es auch nur ansatzweise gelingen sollte, die Qualität der Story in den Folgebänden auf einem ähnlichen Niveau zu halten, woran für mich im Moment so gut wie keine Zweifel bestehen, handelt es sich bei East of West zweifelsohne um die nächste Kultserie, deren größtes Rätsel es wohl immer bleiben wird, welchem Genre man sie zuvorderst zuordnen sollte. Ein weiterer, ganz großer Wurf, der die Intensität des ersten Bandes nur noch steigert und im Nachhinein untermauert, weshalb ich nicht umhin komme, eine uneingeschränkte Empfehlung für all jene auszusprechen, die sich auch nur in einem der genannten Genres heimisch fühlen, wenngleich es der Faszination sicherlich zum Vorteil gereicht, wenn man sich – wie ich – von all diesen Aspekten gemeinsam angesprochen fühlt und folglich in diese faszinierende wie epische Geschichte regelrecht eintauchen kann.

Fazit & Wertung:

Ein weiteres Mal präsentiert das Traum-Duo Hickman und Dragotta in East of West 2 eine überraschend gelungene Verquickung zahlloser Genres und geht mit der Erzählung um die vier apokalyptischen Reiter nun deutlich mehr in die Tiefe, während auch die sie umgebende Welt merklich an Substanz und Leben gewinnt. Die optische Aufmachung steht dabei der einfallsreichen wie vielschichtigen Geschichte in nichts nach und macht diesen so unglaublich ungewöhnlichen Band erneut zu einem echten Erlebnis!

10 von 10 verhängnisvollen Begegnungen mit dem Schnitter

East of West 2

  • Verhängnisvolle Begegnungen mit dem Schnitter - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Ein weiteres Mal präsentiert das Traum-Duo Hickman und Dragotta in East of West 2 eine überraschend gelungene Verquickung zahlloser Genres und geht mit der Erzählung um die vier apokalyptischen Reiter nun deutlich mehr in die Tiefe, während auch die sie umgebende Welt merklich an Substanz und Leben gewinnt. Die optische Aufmachung steht dabei der einfallsreichen wie vielschichtigen Geschichte in nichts nach und macht diesen so unglaublich ungewöhnlichen Band erneut zu einem echten Erlebnis!

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East of West 2 ist am 09.12.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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