Review: Under the Dome | Staffel 2 (Serie)

So, und weil ich ja vorhatte, diese Woche wieder deutlich fleißiger zu sein, widmen wir uns heute direkt einer weiteren Serienstaffel, die ich mir in den letzten Tagen und Wochen zu Gemüte geführt habe!

Under the Dome
Staffel 2

Under the Dome, USA 2013-, ca. 43 Min. je Folge

Under the Dome | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Serienschöpfer:
Brian K. Vaughan
Showrunner:
Neal Bear

Main-Cast:
Mike Vogel (Dale ‚Barbie‘ Barbara)
Rachelle Lefevre (Julia Shumway)
Alexander Koch (Junior Rennie)
Eddie Cahill (Sam Verdreaux)
Colin Ford (Joe McAlister)
Nicholas Strong (Phil Bushey)
Mackenzie Lintz (Norrie Calvert-Hill)
Karla Crome (Rebecca Pine)
Dean Norris (James ‚Big Jim‘ Rennie)
Grace Victoria Cox (Melanie Cross)
in weiteren Rollen:
Aisha Hinds (Carolyn Hill)
Dale Raoul (Andrea Grinnell)
Brett Cullen (Don Barbara)
Max Ehrich (Hunter May)
Sherry Stringfield (Pauline Rennie)
Dwight Yoakam (Lyle Chumley)

Genre:
Drama | Mystery | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Just als Julia schweren Herzens das Ei im See versenkt und noch während Barbie mit der Schlinge um den Hals auf seine Hinrichtung durch Big Jim und Junior wartet, verschwindet das Schwarz der Kuppel, taucht sie jedoch in ein gleißendes Weiß, statt wieder durchsichtig zu werden, was Junior zögern lässt und Linda dazu veranlasst, die Exekution Barbies aufzuhalten, zumal die Kuppel ein merkwürdiges Geräusch von sich gibt und sich zu magnetisieren beginnt. Während ein Großteil der Bevölkerung von Chester’s Mill ohnmächtig wird, kommt es zu einem folgenschweren Unfall am Rande der Kuppel. Unterdessen bemerkt Julia die Hilferufe eines Mädchens im See, rettet ihr das Leben und trifft alsbald auf Sam Verdreaux, den Ex-Schwager von Big Jim und seines Zeichens alkoholkranker Sanitäter, der ein Einsiedlerdasein im Wald führt.

Szenenbild aus Under the Dome | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Als es Barbie gelingt zu entkommen, trifft er das erste Mal auf Rebecca Pine, die Biologielehrerin der Schule, die das Verhalten der Kuppel von Anfang an beobachtet und prompt einen Plan aus dem Ärmel schüttelt, den Magnetismus der Kuppel zu neutralisieren, doch bis ihr das gelingt, werden große Teile der Stadt zerstört und die Menschen fallen reihenweise in Ohnmacht. Und noch ahnt niemand, welche Prüfungen die Kuppel noch für die Bewohner von Chester’s Mill bereithalten wird, während ein grausiger Mord, der so gar nichts mit den übersinnlichen Phänomenen der Kuppel zu tun haben scheint, die Gemeinde erschüttert, wobei man schnell das Mädchen aus dem See in Verdacht hat, das vorgibt, sich an nichts erinnern zu können…

Rezension:

Nach dem Wahnsinns-Cliffhanger zum Ende der vorangegangenen Staffel macht Under the Dome exakt da weiter, wo die Serie aufgehört hat und folglich geht es direkt in die Vollen, zumal die erste Folge auch von Stephen King himself geschrieben wurde und der natürlich die Chance genutzt hat, der Serie nicht nur erneut seinen Stempel aufzudrücken, als auch die Marschrichtung für die zweite Staffel vorzugeben, was darin mündet, dass in der Auftaktfolge gleich zwei Hauptfiguren ihr Ende finden, derweil neue Charaktere auftauchen, deren Daseinsberechtigung sich erst noch wird zeigen müssen, die aber zumindest teilweise zumindest schon einmal erwähnt worden sind, ihre plötzliche Bewandtnis also nicht völlig aus der Luft gegriffen wirkt, teilweise zumindest, wie gesagt.

Szenenbild aus Under the Dome | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Als gewisser Störfaktor in diesem Zusammenhang entpuppt sich dabei die Biologielehrerin, die natürlich standesgemäß zum Beginn der Staffel eingeführt wird, so als wäre sie schon die ganze Zeit in Chester’s Mill gewesen, was dahingehend unglaubwürdig wirkt, da sie für sämtliche der zahlreichen, über die Dorfbewohner hereinbrechenden Plagen mit ihrem wissenschaftlichen Talent, was durchaus sarkastisch gemeint ist, da viele der Erklärungen und Ansätze weder Hand noch Fuß besitzen, in Windeseile eine Lösung parat hält, so dass immense Magnetfelder, ein vermeintlicher Blut-Regen, ein mutierter Virus und plötzlich aufkommende Sandstürme quasi immer nur exakt eine Folge lang relevant sind, dahingehend also quasi den Case-of-the-Week bilden und zur Unglaubwürdigkeit beitragen, so dass ich, obwohl ich die einzelnen Folgen als annähernd genauso stimmig und überzeugend erlebt habe wie in der vorangegangenen ersten Staffel, meinen Gesamteindruck doch durchaus ein wenig nach unten schrauben musste, denn hier wurde wirklich eine Figur zum reinen Selbstzweck hinzugefügt, die weitaus mehr zu wissen scheint, als man es von ihr erwarten dürfte und als glaubwürdig und tragbar wäre. Es spricht nichts dagegen, das Figuren-Ensemble im Nachhinein zu erweitern, doch so holprig wie im Fall von Rebecca Pine hätte es wirklich nicht sein müssen.

Bedeutend stimmiger fügen sich da die Figuren Melanie Cross, deren Erscheinen in Chester’s Mill eher mystischer und somit per se unerklärlicher Natur ist, und Sam Verdreaux, der sich als eine Art Einsiedler im Wald ganz bewusst von der Stadtbevölkerung ferngehalten hat, in die Serie ein und ergänzen geschickt die bestehenden Konstellationen. Ansonsten geht aber alles seinen gewohnten Gang und noch immer versuchen die einschlägigen Figuren einen Weg aus der Kuppel heraus zu finden, doch scheint es manchmal so, als hätten die Autoren ihr Pulver schon in der ersten Staffel verschossen, denn viele Wendungen werden immer haltloser und die Folgen an sich wirken zumindest in der ersten Staffelhälfte deutlich weniger zusammenhängend und kohärent, als es im vorangegangenen Jahr noch der Fall war. Hinzu kommt das immer öfter irrationale Verhalten einzelner Figuren, die sich gerade im Angesicht einer derart prekären Lage schon merklich dämlich verhalten, während beispielsweise Big Jim Rennie gleich mehrfach pro Folge seine Gesinnung zu wechseln scheint, wohingegen Hauptfigur Barbie noch immer den Strahlemann geben darf und seine kriminelle Vergangenheit in dieser Staffel beinahe gänzlich totgeschwiegen wird, so dass er sich ganz als strahlender Retter anbiedern darf, was Under the Dome nicht unbedingt zum Vorteil gereicht, denn Stephen King Geschichten waren schon seit je her Tummelplatz für allerlei klischeebehaftete Figuren und auch hier muss man sich damit abfinden, doch verkörpern andere Figuren zumindest interessante und abgründige Klischees mit Ecken und Kanten.

Szenenbild aus Under the Dome | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Trotz dieser Kritikpunkte in Dramaturgie und Charakterzeichnung muss ich aber auch festhalten, dass mich die zweite Staffel Under the Dome durchaus gut unterhalten hat, wenn es auch schade ist um das verschenkte Potential. Doch nicht nur das Drama weitet sich aus, sondern auch das mystische Potential der Kuppel findet weitere Entfaltung und während viele offene Punkte aus der ersten Staffel aufgegriffen und erklärt werden, findet auch der Ursprung der Kuppel weitere Erwähnung und auch wenn man noch weit davon entfernt ist, all das zu durchschauen oder zu verstehen, wird das existierende Bild stimmig erweitert und reicht bis weit in die Vergangenheit von Chester’s Mill. Es bleibt spannend und ich hoffe, dass die dritte Staffel wieder Boden wird gut machen können, denn im Grunde mag ich die Adaption der King-Geschichte durchaus gerne und auch das Figuren-Ensemble wirkt trotz der Klischees meist stimmig, bleibt also die Hoffnung, dass Konzept und Drehbücher der nächsten Staffel wieder mehr Konsistenz haben werden und etwas zielgerichteter zu Werke zu gehen wissen, als es in weiten Teilen dieser Staffel der Fall war, die noch dazu zwar auch mit einem Cliffhanger zu Ende geht, der aber noch weitaus mystischer und seltsamer wirkt, weshalb es hier mehr wie ein schlechter Kniff wirkt, zumal ich absolut keine Ahnung habe, wie das aufgelöst werden wird. Aber da wird wohl nur Abwarten helfen können.

Fazit & Wertung:

So vielversprechend Under the Dome im ersten Jahr begonnen hat, beginnt die Serie sich teils jetzt schon in ihren Mysterien und Klischees zu verrennen, bietet überwiegend noch immer solide Unterhaltung, doch manche überraschende Wendung wirkt doch schon arg konstruiert beziehungsweise – um es provokativer zu formulieren – wie aus dem Hut gezaubert. Die sich oft irrational verhaltenden Figuren und nicht gerade tiefsinnige Dialoge tun da ihr Übriges, um das Sehvergnügen zu mindern, wenn ich der Serie aufgrund ihrer spannenden Prämisse und einer ganz eigenen Atmosphäre auch noch immer einiges wohlwollend nachzusehen bereit bin.

7,5 von 10 merkwürdigen „Taten“ der Kuppel

Under the Dome | Staffel 2

  • Merkwürdige "Taten" der Kuppel - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

So vielversprechend Under the Dome im ersten Jahr begonnen hat, beginnt die Serie sich teils jetzt schon in ihren Mysterien und Klischees zu verrennen, bietet überwiegend noch immer solide Unterhaltung, doch manche überraschende Wendung wirkt doch schon arg konstruiert beziehungsweise – um es provokativer zu formulieren – wie aus dem Hut gezaubert. Die sich oft irrational verhaltenden Figuren und nicht gerade tiefsinnige Dialoge tun da ihr Übriges, um das Sehvergnügen zu mindern, wenn ich der Serie aufgrund ihrer spannenden Prämisse und einer ganz eigenen Atmosphäre auch noch immer einiges wohlwollend nachzusehen bereit bin.

7.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 2

01. Die Schlinge um den Hals (8/10)
02. Das Mädchen aus dem Wald (8/10)
03. Blutregen (7,5/10)
04. Das Virus (7,5/10)
05. Zum Wohl der Stadt (7/10)
06. Zum Abgrund (8/10)
07. Zenith (8/10)
08. Die Klippe (7,5/10)
09. Die rote Tür (8/10)
10. Früher Herbst (7,5/10)
11. Eiszeit (7,5/10)
12. Der neue Alptraum (8/10)
13. Der Weg nach Hause (7,5/10)

 
 
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Under the Dome | Staffel 2 ist am 05.02.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Paramount Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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