Review: Crossed 8: Badlands 3 (Graphic Novel)

Und da wären wir schon wieder und reden mal wieder über Comics, zwei an der Zahl, logischerweise, so wie immer. Und jetzt geht es erst einmal wieder um die Gefirmten:

Crossed 8
Badlands 3

Crossed Vol 6: Badlands #19-28, USA 2013, 228 Seiten

Crossed 8: Badlands 3 | © Panini
© Panini

Autoren:
Garth Ennis (Der fatale Engländer)
David Lapham (Unter den Lebenden)
Simon Spurrier (Besiegt alles)
Zeichner:
Raulo Caceres (Der fatale Engländer, Besiegt alles)
Miguel A. Ruiz (Unter den Lebenden)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
keine ISBN

Genre:
Endzeit | Horror | Thriller | Drama

 

Inhalt:

Der fatale Engländer

Ein Engländer mit einem moralisch fragwürdigen Kodex, mehr und mehr seinem eigenen Fatalismus anheimfallend, plant mit einer Gruppe Überlebender, die ganze Schar Infizierter mittels Freisetzung mächtiger Krankheitserreger zu eliminieren, ungeachtet seiner eigenen Sicherheit und gerät alsbald mit einem Pater aneinander, der nicht anders kann, als an seinem Glauben festzuhalten, den der Engländer wiederum verabscheut, abgestumpft durch die Gräuel, die tagein tagaus sein Leben bestimmen, seit die Gefirmten die Welt übernommen haben.

Unter den Lebenden

Gerade noch so dem psychopathischen Lorre entkommen, macht sich Amanda zunächst allein auf, in der Welt der Infizierten zu überleben und trifft alsbald auf einen Mann namens Frank, doch ist ihr Vertrauen in die Menschen derart erschüttert, dass sie in all seinen Taten nur Lorre wiederzuerkennen meint und sich alsbald von ihm – Frank – befreit. Kurz drauf trifft sie auf einen Mann namens Danger Montana und auch wenn dieser ihr ebenfalls grenzwertig verrückt erscheint, folgt sie ihm zu seinem Unterschlupf, nicht ahnend, welchen Verrückten sie nun wieder in die Falle gegangen zu sein scheint.

Besiegt alles

Serena Long, Offizierin in der Bewährungsbehörde von Los Angeles, nimmt ihre letzten Stunden auf Band auf, während sie von ihrer Liebe zu Mattias berichtet, den sie vor der Apokalypse kennenzulernen das Glück hatte und der sich unlängst als jüngst Gefirmter auf den Weg durch die Straßen der Stadt gemacht hat, um seiner geliebten Serena die Aufwartung zu machen. Es ist eine Geschichte voller Leid und Enttäuschung – und zweifelsohne eine Geschichte ohne Happy-End.

Rezension:

Im steten Wechsel erscheinen ja nun seit geraumer Zeit einerseits Badlands-Bände mit gesammelten Kurzgeschichten und andererseits Wish you were here-Bände mit den zu Papier gebrachten Webcomics und während Band 9 zwar auch schon in den Startlöchern steht, habe ich mich folgerichtig natürlich zunächst einmal Crossed 8: Badlands 3 gewidmet, der unkonventionellerweise aus drei und nicht nur zwei Geschichten besteht, wobei für die Auftakt-Story Der fatale Engländer Serien-Schöpfer Gart Ennis himself als Autor zur Reihe zurückgekehrt ist und das merkt man der Geschichte auch an, die – wenn sie auch mit mittlerweile bekannten Versatzstücken agiert und dem Sujet kaum etwas Neues hinzuzufügen weiß, doch mit einer gewissen Intensität geschildert ist, dass es sich um den heimlichen Favoriten des Bandes handelt, wenngleich die Geschichte eher konventionell daherkommt.

Ganz anders verhält es sich da mit der zweiten Story Unter den Lebenden, die die Geschichte um Amanda, die in Band 3 dem Psychopathen Lorre in die Hände fiel, weitererzählt und folglich von David Lapham geschrieben worden ist. Dabei gerät Amanda vom Regen in die Traufe und folglich an ein Trio aus Überlebenden, die in ihrem Wahn(sinn) Lorre in nichts nachstehen, wenn sich dies hier auch in gänzlich anderer Weise äußert. Für meinen Geschmack doch etwas zu surreal und absonderlich geraten, hat die Geschichte zwar durchaus ihren Reiz, kokettiert aber zwei Mal zu oft mit nackten Tatsachen und selbstzweckhaften Gewaltorgien, als dass sie vollends überzeugen könnte, zumal sie mehr auf die Skurrilität ihrer Figuren baut, als auf ein stimmiges, intensiv geschildertes Setting wie beispielsweise bei Ennis‘ Geschichte der Fall.

Besiegt alles von Simon Spurrier fällt dahingehend schon wieder ziemlich aus dem Raster, bebildert im Grunde nur einen Tagebucheintrag einer zum Tode Verdammten, wirkt zuweilen merkwürdig poetisch, hätte aber auch eine treffendere Schlusspointe vertragen können und ist oft auch ziemlich behäbig in ihren Schilderungen, zumal das Verhalten der Gefirmten hier nicht unbedingt ihrer üblichen Darstellung entspricht. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten und so ist Crossed 8: Badlands 3 eine bunte Mischung aus mal mehr, mal weniger überzeugenden Geschichten geworden, eine Sammlung ultrabrutaler, auf Schock und Ekel ausgerichteter Erzählungen, doch das ist man von speziell dieser Veröffentlichung schon gewohnt und so richten sich die Stories auch an ein ausgesuchtes Klientel, denn selbst manchem Fan von beispielsweise The Walking Dead dürfte die exzessive und auf die Spitze getriebene Gewalt und Perversion durchaus zu viel des Guten sein.

Zeichnerisch muss sich der Band derweil auch keine Blöße geben und sowohl Raulo Caceres, der die erste sowie die dritte Geschichte bebildert hat, als auch Miguel A. Ruiz, der für Story Nummer zwei verantwortlich zeichnete, brauchen sich keine Blöße zu geben, wenngleich mir Caceres‘ Stil ein wenig mehr zugesagt hat und Ruiz wie schon erwähnt einmal zu oft die Brüste der Protagonistin in Szene gesetzt hat, ohne dass dies in irgendeiner Weise in der Geschichte begründet gewesen wäre oder auch nur halbwegs einen Zweck verfolgt hätte, außer Nacktheit in die Geschichte zu betten. Auch das aber mag sicherlich ein Punkt sein, auf den man sich als Crossed-Leser einlassen könne muss, werden schließlich die Gefirmten als auf ihre niedersten Instinkte beschränkte Wesen dargestellt, die dann bekanntermaßen auch gerne mal aufeinander urinieren und gegenseitig ihre Innereien verspeisen, was zu zwar abstoßenden, in ihrem Sujet aber auch oft sehr einfallsreichen Panels führt, wenn man denn ein Faible für möglichst abstoßende und Übelkeit erregende Szenerien hat oder sich zumindest nicht daran stört, dass diese offensiv zur Schau getragene Perversion hier ihren künstlerischen Ausdruck findet.

Fazit & Wertung:

Crossed 8: Badlands 3 ist wieder einmal ein zweischneidiges Schwert, denn während Ennis‘ enthaltene Geschichte durchaus wieder moralische Themen behandelt (8,5 Punkte), mäandert Lapham doch wieder mehr auf den Spuren von Wahnsinn und Ekel, was sich in einer durch und durch völlig absurden wie erschreckenden Geschichte äußert (7 Punkte), während die abschließende Story von Spurrier im direkten Vergleich beinahe handzahm und zuweilen poetisch wirkt (7 Punkte), es schlussendlich aber versäumt, das geschaffene Setting wirklich gewinnbringend zu nutzen.

7,5 von 10 mit dem Kreuz gezeichneten Infizierten

Crossed 8: Badlands 3

  • Mit dem Kreuz gezeichnete Infizierte - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Crossed 8: Badlands 3 ist wieder einmal ein zweischneidiges Schwert, denn während Ennis‘ enthaltene Geschichte durchaus wieder moralische Themen behandelt (8,5 Punkte), mäandert Lapham doch wieder mehr auf den Spuren von Wahnsinn und Ekel, was sich in einer durch und durch völlig absurden wie erschreckenden Geschichte äußert (7 Punkte), während die abschließende Story von Spurrier im direkten Vergleich beinahe handzahm und zuweilen poetisch wirkt (7 Punkte), es schlussendlich aber versäumt, das geschaffene Setting wirklich gewinnbringend zu nutzen.

7.5/10
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Crossed 8: Badlands 3 ist am 25.11.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!


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