Review: Star Wars: Der vergessene Stamm der Sith: Teufelsspirale (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

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So, heute bleibt es bei einem Comic habe ich mir überlegt, denn es ist ja schließlich bald schon 22:00 Uhr und der nächste Artikel ist noch längst nicht fertig, von daher würde es da auch einfach zu spät werden, wenn ich da noch nachschieben möchte. Egal, hier kommt mein Artikel und euch wünsche ich noch einen schönen Abend!

L E G E N D S

Star Wars
Der vergessene Stamm der Sith:
Teufelsspirale

Lost Tribe of the Sith: Spiral #1-5, USA 2012/2013, 124 Seiten

Star Wars: Der vergessene Stamm der Sith: Teufelsspirale | © Panini
© Panini

Autor:
John Jackson Miller
Zeichner:
Andrea Mutti

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01565-8

Genre:
Science-Fiction | Action | Abenteuer

 

Inhalt:

Mehr als zweitausend Jahre ist es her, dass das Schlachtschiff Omen auf den Planeten Kesh stürzte und den Grundstein für eine neue Zivilisation legte. An Bord des Schiffes befanden sich Untergebene des Sith-Lords Naga Sadow, allesamt ebenfalls Sith, die auf Kesh gestrandet eine Gesellschaft gründeten, die voll und ganz im Schatten der dunklen Seite der Macht stand, vor allem aber auch für Außenstehende reichlich anachronistisch anmuten muss, verfügen sie schließlich über keinerlei technische Errungenschaften, wenn man einmal von ihren Laserschwertern absieht. Am Abend des Jahrestages der Gründung, der Ankunft, an dem das Volk von Kesh die Protektoren preist, den vergessenen Stamm der Sith, versucht der Geächtete Spinner ein Attentat auf den Großlord Hilts zu verüben und dessen Herrschaft zu beenden, doch Hilts‘ Tochter gebietet ihm Einhalt.

Ausschnitt aus Star Wars: Der vergessene Stamm der Sith: Teufelsspirale | © Panini
© Panini

Doch Hilts ist mitnichten so streng und rachsüchtig, wie man es von einem Lord der Sith vermuten würde und so sieht er etwas in Spinner, das ihn glauben lässt, er eigne sich für eine ganz besondere Forschungsmission. Um sich ihre Sporen zu verdienen und die Achtung der anderen Sith zu erlangen, begleitet Takara Hilts, Tochter des Großlords, die Expedition heimlich und könnte nicht überraschter sein, als sie sich statt auf dem Kontinent Alanciar in der Nähe des Südpols von Kesh wiederfindet. Hilts allerdings hat die Expedition nicht grundlos dorthin entsandt und so stoßen Takara und Spinner bald auf eine Enklave von Sith, die sich die Verdammten nennen, doch nicht nur Sith haben in der eisigen Einöde einen Rückzugsort gefunden…

Rezension:

Es mag anscheinend seine Gründe gehabt haben, dass ich den hierzulande bereits 2013 erschienenen Band Der vergessene Stamm der Sith erst jetzt in Augenschein genommen habe, denn nicht nur handelt es sich bei dem vorliegenden Band anscheinend um eine Ergänzung der Kurzgeschichten von John Jackson Miller, die sich eben diesem verlorenen oder vergessenen Stamm der Sith auf dem entlegenen Planeten Kesh gewidmet haben, andererseits um eine insgesamt fünf Hefte umfassende Storyline, die leider nie fortgeführt worden ist und nun nach dem Reboot des Star Wars-Kosmos durch den Rechteverkauf an Disney auch ganz sicher niemals mehr fortgeführt werden wird, so dass man schon ein wenig das Gefühl hat, die Mühe lohne nicht, sich überhaupt für die Figuren, allen voran Takara, Tochter des Großlords Varner Hilts und Parlan Spinner, einem aufständischen Sklaven und Aufrührer, zu erwärmen, denn das Aufeinandertreffen wird kurz und einmalig bleiben.

Ausschnitt aus Star Wars: Der vergessene Stamm der Sith: Teufelsspirale | © Panini
© Panini

Dennoch könnte Der verlorene Stamm der Sith aber natürlich eine lohnende und spannende Geschichte sein, doch krankt diese meines Erachtens an mehreren Fehltritten, denn nicht nur, dass das eigentlich so spannende Konzept, eine Zivilisation auf Basis der Sith-Lehren aufzubauen, kaum thematisiert wird und die herrschende Ordnung sich in keiner Weise von einem typischen, geradezu mittelalterlichen Feudalsystem unterscheidet, wenn hier auch die Sith als götterähnliche Wesen verehrt werden, ist das Setting trotz vorhandener Lichtschwerter ganz allgemein sehr mittelalterlich gehalten, was die Welt, in welcher der Comic spielt, recht beliebig wirken lässt, denn allein die ikonische Verwendung von Lichtschwertern macht noch kein Star Wars-Feeling. Immerhin tritt später noch einer der alten, „echten“ Sith-Lords, Remulus Dreypa, auf den Plan und entspricht schon eher dem, was man sich unter einem Sith vorstellt, doch bis dahin ist es ein weiter Weg voller Fantasy-Geschöpfe, Bootsfahrten und recht platter Dialoge und Kämpfe.

Man muss aber auch sagen, dass die Geschichte gerade im Mittelteil ihren Reiz hat, denn hier stoßen Takara und Spinner – wie er auch fortwährend im Comic genannt wird – auf die Verbannten, eine Vereinigung früherer Jedi und Sith, die, bevor sie Frieden miteinander schlossen, die wohl einprägsamste Legende von Kesh, die der Protektoren und Destruktoren, mitbegründet haben und nun im Exil ihr Dasein fristen. Das weckt Interesse und lässt ein Potential erahnen, das leider ungenutzt bleibt, denn wie spannend eine Vereinigung aus geläuterten Sith und der Macht entsagenden Jedi, gerade in direkter Konfrontation mit der Sith-Bevölkerung von Kesh hätte sein können, muss wohl nicht gesondert erläutert werden, doch stattdessen tritt eben Dreypa auf den Plan und bald schon verliert sich die Story von Der vergessene Stamm der Sith in einer Vielzahl Action-Sequenzen.

Ausschnitt aus Star Wars: Der vergessene Stamm der Sith: Teufelsspirale | © Panini
© Panini

Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Geschichte mit der finalen Schlacht ihr viel zu frühes und vor allem endgültiges Ende findet und man nicht erwarten darf, noch etwas über die Zukunft und die weiteren Geschicke speziell der Verdammten zu erfahren, ist dieses überbordend actionlastige letzte Drittel noch ärgerlicher, zumal eben gerade nicht die Hauptfiguren die interessantesten Charaktere waren, weshalb einem ihr Schicksal auch nicht sonderlich nahegeht, insbesondere auch, weil ihr Verhalten sehr wankelmütig geschildert wird, während man von Charakter kaum sprechen kann, bedienen sowohl Takara als auch Spinner recht stereotyp skizzierte Archetypen, die in ihrem Tun und Handeln kaum zu überraschen wissen. Womöglich wird die sicherlich auch hierzulande hereinbrechende Flut an neuen Star Wars-Veröffentlichungen ein Segen sein, zumindest wenn man berücksichtigt, wie uninspiriert speziell diese Geschichte in weiten Teilen geraten ist, wenn ich ihr auch die lohnenden Ansätze gar nicht absprechen will, die aber leider eben nicht gewinnbringend genutzt werden. Schade.

Fazit & Wertung:

Während Der vergessene Stamm der Sith als reine Fantasy-Geschichte möglicherweise noch funktionieren könnte, erreicht es leider nicht die Qualität einschlägiger Star Wars-Stories, zumal die vielen losen Enden und die Gewissheit, definitiv keine Fortsetzung mehr vorgesetzt zu bekommen, dem durchwachsenen Leseerlebnis auch nicht gerade zuträglich sind. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Lichtschwerter allein noch längst kein Garant für Star Wars-Feeling sind.

5 von 10 vergessenen Legenden von Kesh

Star Wars: Der vergessene Stamm der Sith: Teufelsspirale

  • Vergessene Legenden von Kesh - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Während Der vergessene Stamm der Sith als reine Fantasy-Geschichte möglicherweise noch funktionieren könnte, erreicht es leider nicht die Qualität einschlägiger Star Wars-Stories, zumal die vielen losen Enden und die Gewissheit, definitiv keine Fortsetzung mehr vorgesetzt zu bekommen, dem durchwachsenen Leseerlebnis auch nicht gerade zuträglich sind. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Lichtschwerter allein noch längst kein Garant für Star Wars-Feeling sind.

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Star Wars: Der vergessene Stamm der Sith: Teufelsspirale ist am 12.08.13 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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