Review: Da Vinci’s Demons | Staffel 2 (Serie)

Eine Woche des Müßiggangs liegt hinter mir, also, natürlich nur, was den Blog betrifft, denn ansonsten ging alles seinen gewohnten Gang, aber nachdem ich mir für The Avengers 2: Age of Ultron die Seele aus dem Leib geschrieben habe, brauchte ich wohl erst einmal ein paar Tage Ruhe. Was aber wäre jetzt näherliegend, als wieder voll durchzustarten und mir vorzunehmen, euch diese Woche wenigstens vier Reviews zu kredenzen. Richtig, gar nichts, und deshalb gibt es auch heute den ersten dieser vier Artikel.

Da Vinci’s Demons
Staffel 2

Da Vinci’s Demons, USA 2013- , ca. 56 Min. je Folge

Da Vinci's Demons | © Concorde
© Concorde

Serienschöpfer:
David S. Goyer
Showrunner:
John Shiban

Main-Cast:
Tom Riley (Leonardo Da Vinci)
Laura Haddock (Lucrezia Donati)
Blake Ritson (Girolamo Riario)
Elliot Cowan (Lorenzo Medici)
Lara Pulver (Clarice Orsini)
James Faulkner (Pope Sixtus IV)
Gregg Chillin (Zoroaster)
in weiteren Rollen:
Hera Hilmar (Vanessa)
David Schofield (Piero da Vinci)
Kieran Bew (Alfonso, Duke of Calabria)
Eros Vlahos (Nico)
Estella Daniels (Zita)
Vincent Riotta (Federico da Montefeltro, Duke of Urbino)
Alexander Siddig (Al-Rahim)
Ray Fearon (Carlo de‘ Medici)
Lee Boardman (Amerigo Vespucci)
Carolina Guerra (Ima)
Allan Corduner (Andrea Verrocchio)
Matthew Marsh (King Ferrante / Ferdinand I of Naples)
Raoul Trujillo (Topa Inca Yupanqui)
Nick Dunning (Lupo Mercuri)
Ian Pirie (Captain Dragonetti)

Genre:
Historie | Drama | Abenteuer | Fantasy | Mystery

Trailer:

 

Inhalt:

Nur mit größter Mühe gelingt es Leonardo und Lorenzo, dem Angriff der Pazzi zu entgehen und die Flucht anzutreten, doch Lorenzo ist verletzt und muss schnellstmöglich verarztet werden. Im Geheimen kümmert sich Leonardo um den Verletzten, während Riario und die Pazzi Anstalten machen, Florenz in ihre Gewalt zu bringen, doch Clarice gelingt es, sich im Palast der Medici zu verbarrikadieren, während sich Zoroaster und Lucretia auf ein Schiff namens Basilisk begeben, um weiter nach dem Buch der Blätter zu suchen, dass Leonardo so händeringend zu finden versucht, doch Riario, der sich mittlerweile von den Truppen der Pazzi abgewendet hat, macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Szenenbild aus Da Vinci's Demons | © Concorde
© Concorde

Wenngleich Leonardo von dieser Gefangennahme noch nichts ahnt, würde er doch nichts lieber tun, als über das Meer zu segeln und – wie er glaubt – seiner Bestimmung entgegen, doch zunächst hilft er Lorenzo, sich an das Volk von Florenz wenden zu können und sie dazu anzustacheln, sich gegen die Pazzi und Ferante aufzulehnen. Nach der Rückeroberung der Stadt gibt Lorenzo Leonardo seinen Segen, sich auf die Suche nach dem Buch der Blätter zu begeben und überlässt ihm zum Zeichen ihrer Verbundenheit ein bedeutendes Langschwert der Medici. Gemeinsam mit Zoroaster, der zusammen mit Lucretia von Riario über die Planken geschickt wurde und nur mit Glück überlebt hat, versucht Leonardo ein Schiff zu finden, dass es ihm ermöglicht, die Verfolgung Riarios aufzunehmen, während sich Lucretia an Lupo Mercuri wendet und ihm offenbart, wer sich wirklich in den Zellen des Castel Sant’Angelo befindet.

Rezension:

Nach einer beinahe durchweg überzeugenden ersten Staffel, die mit einem unsäglich gemeinen Cliffhanger geendet hat, war ich dementsprechend froh, so bald mit der zweiten Staffel Da Vinci’s Demons fortfahren zu können (wenn ich mir schlussendlich auch wieder wahnsinnig viel Zeit damit gelassen ahbe), muss man schließlich sonst oft lange warten, bis die Veröffentlichung einer weithin wenig beachteten Serie auf DVD und/oder Blu-ray fortgeführt wird. Ähnlich wie bei Filmen verfährt die zweite Staffel der Serie dabei nach dem Höher-Größer-Weiter-Prinzip, so dass – während die erste Staffel noch überwiegend in Florenz spielte – neue Ufer angesteuert werden, Leonardo und Konsorten gar in gänzlich fremde Gestade aufbrechen, während sich Lorenzo darum bemüht, Hilfe von außerhalb gegen die Kräfte des Papstes zu gewinnen und auch Lucretia neue Wege beschreitet. All das ist durchaus stimmig inszeniert und meistens spannend, erweitert vor allem den Serienkosmos und den damit verbundenen Mythos um die noch immer vorherrschende Suche nach dem Buch der Blätter, doch geht dieser Schuss zuweilen leider auch ein wenig nach hinten los.

Szenenbild aus Da Vinci's Demons | © Concorde
© Concorde

So eröffnet die Staffel nicht etwa mit der letzten Szene, als Leonardo und Lorenzo sich der Gefahr ausgesetzt sahen, von einer Kanonenkugel hinweggefegt zu werden, sondern zeigt stattdessen einen archaischen Stamm im Dschungel, der sich auf eine Art Opferungsritual vorbereitet und dort – als Opfer vorgesehen – erblickt man dann auch Leonardo und bei ihm Girolamo Riario, einer der vormals treusten Häscher des Papstes, bevor man in der Zeit sechs Monate zurückspringt und die Ereignisse chronologisch neu aufgerollt werden, was durchaus mehr als die Hälfte der Staffel beanspruchen wird. Das ist einerseits ein cleverer Kniff und man fiebert gespannt der Ausgangssituation entgegen, doch andererseits wird dadurch die Geschichte von Da Vinci’s Demons auch unnötig verkompliziert, was sich weiterhin darin äußert, dass zwar die einzelnen Handlungsstränge für sich genommen durchaus spannend sind, jede Figur aber im Grunde losgelöst von allen anderen Akteuren agiert, so dass Lorenzo sich gemeinsam mit Leonardos Vater außerhalb von Florenz befindet, während Clarice Orsini für die Geschicke der Medici in Florenz verantwortlich zeichnet, sich Leonardo auf dem Weg nach Übersee befindet und zuletzt Lucretia zwar ebenfalls zunächst in Florenz zugegen ist, jedoch gänzlich andere Pläne als Clarice verfolgt.

All das relativiert sich ein Stück weit zum Ende der Staffel, doch ist mir Leonardos Reise schlichtweg zu lang und ausufernd geraten und gerade zum Ende hin geht diesem Erzählstrang merklich die Puste aus, zumal man das Gefühl hat, Da Vinci’s Demons könne sich nicht so recht entscheiden, ob es nun rein den Geschicken Leonardos folgen möchte oder eine breit gefächerte historische Mär zum Besten geben möchte, wie die anderen Handlungsstränge suggerieren. Dennoch, die Geschehnisse in Florenz und Umgebung überzeugen, speziell auch die Rückblenden, die insbesondere den Werdegang von Lucretia und Girolamo – die sich weit länger kennen als man erwartet hätte – näher beleuchten und die Geschichte wahrhaft bereichern, auch wenn das zur Folge hat, dass die eigentliche Story zuweilen hintenangestellt wird und Leonardo, obwohl Titelfigur, logischerweise nicht vorkommt. Apropos Girolamo, ist es speziell seine Figur, die für mich in der zweiten Staffel deutlich an Tiefgang gewonnen hat, weil er sich von einem scheinbar willenlosen wie hoheitshörigen Häscher des Papstes zu einer echten, vielschichtigen Figur mit tragischer Vorgeschichte entwickelt und mehr als einmal unter Beweis stellt, dass er mitnichten nur in Kategorien von Schwarz und Weiß zu denken imstande ist, wobei ich sehr gespannt bin, was man mit seiner Figur in den folgenden Staffeln anzustellen plant, denn nicht nur sein Schicksal bleibt am Ende wieder einmal offen, sondern auch die Geschichte um Leonardo endet standesgemäß mit einem nicht minder schockierenden Cliffhanger, der die Zeit bis zur Gott sei Dank bereits in trockenen Tüchern befindlichen dritten Staffel viel zu lang erschienen lässt.

Szenenbild aus Da Vinci's Demons | © Concorde
© Concorde

Immerhin deuten die Geschehnisse und Entwicklungen darauf hin, dass Leonardo in folgenden Staffeln wieder mehr in die Geschicke um Florenz integriert sein wird und das ist durchweg positiv zu werten, denn die lange Abwesenheit schlug zum Ende hin schon auf den Sehgenuss von Da Vinci’s Demons, einfach weil die einzelnen Figuren sich auch untereinander kaum zu beeinflussen schienen, was sich zum Glück ebenfalls in den letzten Folgen relativiert. Dennoch bleiben auch abgesehen von dem angesprochenen Cliffhanger noch genügend Fragen und Enden offen, um gespannt der Fortsetzung entgegenzufiebern, die dann gerne wieder etwas stringenter und zielgerichteter inszeniert werden dürfte, doch mache ich mir da wenig Gedanken, lassen speziell die neu auf den Plan tretenden Feinde darauf hoffen und schließen. Zuletzt sei noch angemerkt, dass die Serie zwar weiterhin mit dem Fantasy-Genre kokettiert, man aber auch hier nicht befürchten muss, plötzlich irgendwelchen übersinnlichen Wesen, Zauberern oder dergleichen mehr zu begegnen, denn tatsächlich begnügt sich die Serie auch in ihrer zweiten Staffel damit, zwar Mystisches und Unerklärliches zu zeigen, sich aber niemals darauf zu versteifen, welcher Herkunft diese Kräfte sind und ob sie wahrhaftig übernatürlicher Natur sein mögen. Alles in allem ist den Machern damit ein weiteres Mal ein spannendes Mystery-Drama mit Fantasy-Anleihen und historischem Hintergrund geglückt, das zwar die Geschichte erwartungsgemäß völlig frei interpretiert und umschreibt, sich aber auch stets dem Wesen seiner Hauptfigur bewusst bleibt.

Fazit & Wertung:

Spätestens ab der zweiten Staffel wird Da Vinci’s Demons noch einmal merklich imposanter und trumpft mit neuen Figuren und Schauplätzen auf, verrennt sich aber auch zuweilen in den einzelnen Handlungssträngen, die im Mittelteil manchmal zu zerfasern drohen, bevor das Finale die Geschehnisse wieder in stringentere und überzeugendere Bahnen lenkt. Dennoch auch im zweiten Jahr ein vor Ideen sprühendes Konglomerat unterschiedlichster Genres und Einflüsse!

8,5 von 10 aus dem Hut gezauberten Erfindungen

Da Vinci's Demons | Staffel 2

  • Aus dem Hut gezauberte Erfindungen - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Spätestens ab der zweiten Staffel wird Da Vinci’s Demons noch einmal merklich imposanter und trumpft mit neuen Figuren und Schauplätzen auf, verrennt sich aber auch zuweilen in den einzelnen Handlungssträngen, die im Mittelteil manchmal zu zerfasern drohen, bevor das Finale die Geschehnisse wieder in stringentere und überzeugendere Bahnen lenkt. Dennoch auch im zweiten Jahr ein vor Ideen sprühendes Konglomerat unterschiedlichster Genres und Einflüsse!

8.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 2

01. Der Saft des Lebens (8,5/10)
02. Das Blut der Brüder (8,5/10)
03. Die Reise der Verdammten (9/10)
04. Am Ende der Welt (9/10)
05. Die Sonne und der Mond (8,5/10)
06. Das Seil der Toten (9/10)
07. Das Gewölbe des Himmels (8/10)
08. Der Sturz vom Himmel (8/10)
09. Die Feinde der Menschheit (8,5/10)
10. Die Sünden des Dädalus (8,5/10)

 

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Da Vinci’s Demons | Staffel 2 ist am 13.11.14 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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