Review: Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick (Graphic Novel)

Heute bin ich zwar nicht so früh dran, wie ihr es von mir gewohnt seid – schlicht, weil die Hausarbeit sich ja nun einmal auch nicht von alleine macht, vor allem aber auch, weil ich diesmal noch deutlich mehr Vorarbeit leisten musste – , doch dafür gibt es – so denn alles gut geht, sprich wie geplant – heute auch direkt wieder zwei Artikel aus dem Comic-Metier, deren erster nun jetzt erwartungsgemäß folgt, wie ihr euch sicher schon fast gedacht habt. Also viel Spaß mit:

Ghosted 3
Ein gespenstischer Trick

Ghosted #11-15, USA 2014, 132 Seiten

Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick | © Panini
© Panini

Autor:
Joshua Williamson
Zeichner:
Goran Sudzuka (#11)
Davide Gianfelice (#12-15)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98294-0

Genre:
Krimi | Mystery | Horror | Thriller

 

Inhalt:

Wieder einmal schmort Jackson T. Winters in einer Zelle vor sich hin, während ihm seine geisterhafte Begleiterin Anderson davon berichtet, wie sie dereinst Markus Schrecken begegnet ist, der sie als Vollstreckerin einstellte, was wiederum zu ihrer schicksalhaften Begegnung mit Winters führte, die sie schlussendlich das Leben kostete, weshalb sie ihn nun auf Schritt und Tritt verfolgt. Doch nicht nur Jackson ist inhaftiert, auch Nina Blood Crow, die er eigentlich zu retten gedachte, wurde eingekerkert, doch bald schon scheint sich das Blatt für die beiden zu wenden, als ihnen Agent Creed vorgestellt wird, der von Winters besonderen Talenten gehört hat und ihn in einer prekären Sache um seine Mithilfe bittet.

Ausschnitt aus Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick | © Panini
© Panini

In den letzten Jahren, so eröffnet ihm Creed, haben die Vorfälle paranormaler Aktivität enorm zugenommen, doch gerade in jüngster Vergangenheit habe in New York ein Zauberkünstler namens Damian Charon immer wieder den Anschein gemacht, mit jüngsten Geistersichtungen in Verbindung zu stehen. Charon – natürlich nur ein Künstlername – ist derweil Jackson mitnichten unbekannt und nachdem ihm Creed erklärt hat, um was es in der Sache geht, willigt der ehemalige Meisterdieb widerwillig ein, sich Zutritt ins Bellevue zu verschaffen, wo viele der von Geistern Heimgesuchten derzeit ihr Dasein fristen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Rezension:

Joshua Williamsons Gespenster-Heist-Verquickung geht mit Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick in die dritte Runde und so einfallslos der Untertitel wirken mag, offenbart er im Verlauf der Story eine gewisse Doppelbödigkeit, macht also durchaus Sinn. Eröffnet wird der neue Story-Arc durch einen vorangestellten One-Shot, für den der Zeichner Goran Sudzuka, der seinerzeit schon den ersten Band Ghosted 1: Ein gespenstischer Coup illustriert hat, kurzzeitig zurückgekehrt ist, um hiernach den Job wieder an Davide Gianfelice, den Zeichner von Ghosted 2: Ein gespenstisches Ritual zu übergeben. Gerade in dieser Kombination wird mehr als deutlich, auf welch wundersame Weise sich die Stile der beiden ähneln und ergänzen, wenn ich auch sagen muss, dass ich Sudzukas Werke etwas detailfreudiger in Erinnerung hatte, als sie sich hier präsentieren. Hier wie da braucht man aber keine Experimente erwarten und beide liefern überaus solide Leistungen ab, die aber auch von einem echten Wow-Faktor weit entfernt sind.

Ausschnitt aus Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick | © Panini
© Panini

Der eingangs erwähnte One-Shot nun widmet sich der Vergangenheit von Anderson und berichtet nicht nur davon, weshalb es sie in dieses Gewerbe verschlagen hat, sondern auch, wie sie Markus Schrecken kennengelernt hat. Eine in meinen Augen längst überfällige Origin für die Geist gewordene Killerin, die Jackson T. Winters seit ihrem Ableben auf Schritt und Tritt verfolgt. Besonders gut gefallen hat mir, dass sich die Geschichte, die sich zunächst als losgelöst zu betrachtender One-Shot präsentiert, tatsächlich in dem darauffolgenden Handlungsbogen noch Bewandtnis haben wird und nicht einfach nur der Geschichte wegen eingeschoben worden ist. So nimmt dann die eigentliche Story erst in Band 12 ihren Lauf und mehr und mehr kristallisiert sich der Eindruck heraus, Autor Williamson müsse so etwas wie einen Masterplan für seine Serie besitzen, denn Ghosted 3 nimmt explizit Bezug auf die vorangegangenen Ereignisse, lässt alte Bekannte wieder auftauchen und führt gleichsam neue Figuren ein, schafft es gar, zum Ende der Geschichte den Bogen zu den Anfängen zu schlagen und gleichsam das Fundament für den folgenden Band zu ebnen.

Apropos Folgeband ist auch in Ghosted 3 wieder ein aufschlussreiches Interview enthalten, in dem Joshua Williamson zu seiner Serie und seinen Plänen Rede und Antwort steht, doch wirkt es dort so, als sei das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht, wohingegen ich habe läuten hören, dass es sich bei dem vierten Band gleichzeitig um den Abschluss der Serie handeln würde. Das aber nur zur Info, denn abwarten müssen wird man so oder so. Ebenso umfangreich ist auch wieder der Skizzenteil vertreten und gibt reichlich Aufschluss über die Entstehung einer Comic-Seite von der groben Skizze über die Bleistiftzeichnung, die getuschte und schließlich kolorierte Version.

Ausschnitt aus Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick | © Panini
© Panini

Das neueste Abenteuer von Jackson T. Winters derweil folgt in weiten Teilen übliche Schemata und hält vergleichsweise wenige Überraschungen bereit, doch dank der involvierten Figuren, der aufgelösten Geheimnisse und der packenden Inszenierung kann man durchaus darüber hinwegsehen, dass Williamson hier das Rad nicht neu erfindet, denn im Kontext der Reihe hat mir Ghosted 3 doch zumindest auch besser gefallen als sein direkter Vorgänger und wirkt abwechslungs- und einfallsreicher, zumal die Idee geisterhafter Stalker, die in alle Ewigkeit hinein ihrem Objekt der Begierde nachstellen können, schon für sich genommen ziemlich erschreckend ist und sich dieses Puzzlestück zusammen mit den anderen Aspekten der Erzählung – über die ich lieber gar nicht mal so viel verraten möchte – zu einem stimmigen Ganzen fügt. Wenn auch der Heist-Aspekt der Geschichte noch immer nicht wiederbelebt worden ist, zählt die Reihe dennoch zu den einfallsreicheren und ungewöhnlicheren Vertretern des Genres.

Fazit & Wertung:

Joshua Williamsons Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick steht seinen Vorgängern in nichts nach und führt gekonnt und souverän die Geschichte von Jackson T. Winters und seiner geisterhaften Begleiterin Anderson fort. Leider lässt auch der dritte Band den Heist-Charakter des Erstlings vermissen, punktet dafür aber anderweitig mit großartigen Einfällen und knackigen Dialogen.

8 von 10 umherspukenden Geistern

Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick

  • Umherspukende Geister - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Joshua Williamsons Ghosted 3: Ein gespenstischer Trick steht seinen Vorgängern in nichts nach und führt gekonnt und souverän die Geschichte von Jackson T. Winters und seiner geisterhaften Begleiterin Anderson fort. Leider lässt auch der dritte Band den Heist-Charakter des Erstlings vermissen, punktet dafür aber anderweitig mit großartigen Einfällen und knackigen Dialogen.

8.0/10
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Ghosted 3 ist am 19.05.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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