Review: East of West 3 (Graphic Novel)

Und da wären wir mit der zweiten Review für den heutigen Abend und einem immer noch andauernden Begeisterungssturm, weil East of West nicht nur einfach extrem gut ist, sondern sogar von Band zu Band noch besser wird. Darf es bitte direkt mit dem vierten Teil weitergehen?

East of West 3

East of West #11-15, USA 2014, 148 Seiten

East of West 3 | © Panini
© Panini

Autor:
Jonathan Hickman
Zeichner:
Nick Dragotta

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98296-4

Genre:
Science-Fiction | Endzeit | Mystery | Western

 

Inhalt:

Die Welt befindet sich am Abgrund und das Gespenst des Krieges beginnt um sich zu greifen, scheint die drohende Apokalypse anzukündigen, die längst durch das Wiederwachen der vier Reiter der Apokalypse eingeläutet zu sein worden scheint, doch etwas ist anders, denn einer der Reiter – Tod – befindet sich noch immer auf der Suche nach seinem Sohn, von dessen Bedeutung die anderen Reiter annehmen, es handele sich um die geweissagte Bestie, weshalb sie sich gleichsam auf der Suche nach dem Sohn des Todes befinden, doch unterdessen schürt nicht nur das Haus Mao die Feuer des Krieges.

Ausschnitt aus East of West 3 | © Panini
© Panini

Denn während die unterschiedlichen Fraktionen sich an der Mauer einfinden, um gemeinsam zu konferieren, hat selbst Minister Chamberlain längst seine eigenen Pläne geschmiedet, während das Erscheinen des Ewigen Stammes nur eine nichtige Widrigkeit auf seinem Weg zu Macht und Ansehen darzustellen scheint, derweil sogar die treuen Begleiter von Tod ihre eigenen Kämpfe zu fechten haben und sich der Sohn des Schnitters längst aus eigenem Antrieb dazu entschlossen hat, sich seiner Fesseln zu entledigen und der Welt entgegenzutreten. Doch ist die Welt auch so, wie er sie sieht?

Rezension:

Was soll man zu East of West noch schreiben, ohne großartig zu spoilern oder in himmelschreiende Schwärmerei zu verfallen, denn alles, was ich auch schon zu den ersten zwei Bänden zu berichten wusste, trifft ausnahmslos auch auf Band 3 zu, so dass den Leser ein sowohl hinsichtlich Storyline als auch Artwork mitreißendes Erlebnis erwartet, denn spätestens hier wird klar, dass die vorangegangenen Geschehnisse kaum mehr als ein Vorgeplänkel waren für das, was nun folgt. So begleitet man erneut den grimmigen Schnitter auf der Suche nach seinem Sohn durch die Ödlande der postapokalyptischen Wüste, während dieser (der Sohn) sich zu regen beginnt und danach trachtet, seinem Gefängnis zu entkommen, doch spricht die Botschaft von einer Bestie, die sich erheben wird, und Tods Brüder Krieg, Hunger und Sieg vermuten ganz richtig, dass der Sohn von Tod diese Bestie sein muss, was auch zum bisher grandiosesten Cliffhanger der Reihe führt, über den ich natürlich nichts verraten möchte, der aber mit einem ganzseitigen, auf eine merkwürdige Art schockierenden Panel daherkommt, dass es schon an Folter grenzt, den Band an dieser Stelle enden zu lassen.

Ausschnitt aus East of West 3 | © Panini
© Panini

Doch bis dahin ist es zum Glück ein weiter Weg, denn auch East of West 3 vereint wieder fünf US-Hefte in einem Sammelband, so dass man tief in die Geschichte zu tauchen vermag, bevor das Ende sich ankündigt, wobei anzuraten ist, vor der Lektüre vielleicht noch einmal einen Blick in die Vorgängerbände zu werfen, denn Jonathan Hickmans dystopische Zukunftsvision wurde und wird mit jedem Heft vielschichtiger und ausufernder und es kann nicht schaden, sich die Geschehnisse noch einmal in Erinnerung zu rufen, zumal sich die Geschichte ja mitnichten nur auf die Geschicke der vier Apokalyptischen Reiter konzentriert, sondern gleichberechtigt von den sieben Nationen berichtet, deren Oberhäupter mal mehr mal weniger hingebungsvoll bemüht sind, die Feuer des drohenden Krieges zu löschen oder auch anzufachen. Ausgehend von der in Band 1 bereits angesprochenen und vorgestellten Botschaft wird nun mehr denn je deutlich und spürbar, wie nah am Abgrund die Welt dieser alternativen Zukunft sich befindet.

Darüber hinaus beeindrucken Hickman und natürlich zuvorderst Stammzeichner Nick Dragotta mit einer neuerlichen Vielzahl teils erschreckender Figuren, die das Herz eines jeden Science-Fiction- und/oder Horror-Fans höher schlagen lassen sollten und erzählen weiterhin eine in sich unglaublich konsistente Geschichte voller Wendungen und Offenbarungen, die sich dankenswerterweise häufig auf sinnstiftende Dialoge beschränkt und nicht den Fehler begeht, sich den wenn dann überraschend und abrupt einsetzenden Actionsequenzen hinzugeben, die hinsichtlich Dynamik und Inszenierung sicherlich ihresgleichen suchen, zumal ich mittlerweile ein nicht mehr zu bekehrender Fan der Arbeiten von Dragotta geworden bin, dessen klarer, doch auch abwechslungsreicher Stil mich ein ums andere Mal beeindruckt und das, obwohl seine Zeichnungen sicherlich vergleichsweise simpel, teils im direkten Vergleich beinahe spartanisch erscheinen, aber mehr als perfekt zur Welt und Story von East of West zu passen scheinen.

Ausschnitt aus East of West 3 | © Panini
© Panini

Bereits im letzten Band haben Hickman und Dragotta mich derweil damit überrascht, ihre Welt gezielt auszubauen und neue Figuren und Fraktionen ins Konsortium aufzunehmen und während er diese nun in Interaktion mit den anderen Figuren treten lässt, bekommt endlich auch der Ewige Stamm seinen fulminanten Auftritt und setzt einmal mehr ein Zeichen für den Einfallsreichtum des Kreativteams, das es – obwohl die Geschichte seinerzeit bereits mit dem (Wieder-)Erwachen der apokalyptischen Reiter ihren Anfang fand – immer wieder schafft, die Story um noch epischere Versatzstücke zu ergänzen. Es wird also wieder beeindruckend in East of West 3, zuteilst schockierend, aber auch philosophisch, tempo- und actionreich, mysteriös, dramatisch, spannend und verwirrend, aber auch unbestreitbar packend. Ein in meinen Augen noch immer uneingeschränkt empfehlenswertes Meisterwerk, das künstlerisch wie auch literarisch zu überzeugen weiß, wenn man denn nur ansatzweise etwas für tiefgründige Geschichten und das gewählte Setting des Konglomerats aus Science-Fiction, Western und Endzeit übrig hat.

Fazit & Wertung:

Auch in East of West 3 gelingt es Jonathan Hickman und Nick Dragotta, ihren immer tiefgründiger und ausufernder werdenden Mythos um die apokalyptischen Reiter, die drohende Ankunft der Bestie und die die Geschicke der menschlichen Fraktionen beeinflussenden Botschaft konsequent und stimmig fortzuführen, reichern mithilfe tiefgründiger, teils philosophischer Dialoge und einer Vielzahl Wendungen und gelüfteter Geheimnisse, sich langsam erschließender Zusammenhänge und neu auf den Plan tretenden Figuren ihre stetig umfangreicher werdende Welt an, ohne dass man das Gefühl bekommen würde, ihnen entgleite der selbstgeschaffene Kosmos.

10 von 10 verhängnisvollen Begegnungen mit dem Schnitter

East of West 3

  • Verhängnisvolle Begegnungen mit dem Schnitter - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Auch in East of West 3 gelingt es Jonathan Hickman und Nick Dragotta, ihren immer tiefgründiger und ausufernder werdenden Mythos um die apokalyptischen Reiter, die drohende Ankunft der Bestie und die die Geschicke der menschlichen Fraktionen beeinflussenden Botschaft konsequent und stimmig fortzuführen, reichern mithilfe tiefgründiger, teils philosophischer Dialoge und einer Vielzahl Wendungen und gelüfteter Geheimnisse, sich langsam erschließender Zusammenhänge und neu auf den Plan tretenden Figuren ihre stetig umfangreicher werdende Welt an, ohne dass man das Gefühl bekommen würde, ihnen entgleite der selbstgeschaffene Kosmos.

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East of West 3 ist am 16.06.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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