Review: George A. Romero: Empire of the Dead 2 (Graphic Novel)

Und da wären wir auch schon wieder. Ich weiß, es ist eigentlich schon wieder viel zu schön und warm, um die Zeit am PC/Laptop/was-auch-immer zu verbringen, aber Zeit für eine Comic-Empfehlung sollte ja eigentlich immer sein, oder!? Na gut, es sind auch wieder zwei, zugegebenermaßen, aber das macht den Braten jetzt auch nicht mehr fett, zumal die Artikel ja häppchenweise kommen, einer jetzt, einer gleich 😉

George A. Romero:
Empire of the Dead 2

George A. Romero’s Empire Of The Dead: Act 2 #1-5, USA 2015, 116 Seiten

George A. Romero: Empire of the Dead 2 | © Panini
© Panini

Autor:
George A. Romero
Zeichner:
Dalibor Talajic
Rick Magyar
Goran Sudžuka

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98298-8

Genre:
Endzeit | Horror

 

Inhalt:

Fünf Jahre sind vergangen, seit die ersten Toten sich aus ihren Gräbern erhoben und begonnen haben, Jagd auf die Lebenden zu machen. Noch immer verschanzen sich die wenigen Überlebenden in ihren von Isolation geprägten Refugien, so wie auch in Manhattan, doch die Bedrohung durch die Vampire nimmt zu, die sich unentdeckt und in den höchsten Kreisen zwischen den Menschen zu bewegen imstande sind, doch auch von außerhalb droht nicht zu unterschätzende Gefahr.

Dessen ungeachtet lässt sich ein Großteil der Bevölkerung noch immer durch den billigen Nervenkitzel der gegeneinander kämpfenden Untoten ablenken, doch werden die vor sich hin wesenden Gestalten nachweislich intelligenter, wie die Wissenschaftlerin Penny Jones unlängst am Beispiel des ehemaligen S.W.A.T.-Mitglieds Xavier zu beweisen wusste. Doch selbst in den Reihen der Vampire herrscht Zwietracht und während sich der Sohn weiter gegen seinen Vater aufzulehnen beginnt, geraten die Zustände innerhalb der fragilen Zuflucht weiter aus den Fugen, zumal politische Beweggründe dazu führen, dass weitere Parteien sich in den Machtkampf um New York mischen, während niemand die Bedrohung von außerhalb ernst zu nehmen scheint.

Rezension:

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und nachdem mich der erste Band/Akt von George A. Romeros Empire of the Dead nur leidlich zu überzeugen wusste, mit den intelligenter werdenden Zombies, den heimlichen vampirischen Herrschern der Stadt und deren Familienfehde sowie der sich von außerhalb anbahnenden Bedrohung reichlich überladen wirkte, hoffte ich eben auf Besserung im zweiten Akt, der sich hier in Empire of the Dead 2 versammelt sieht und siehe da, wurde ich doch zumindest teilweise erhört, denn rasche Szenenwechsel und eine sich stringent fortentwickelnde Geschichte machen nun schon einen zumindest etwas besseren Eindruck, wenn auch die Gedankenfetzen der langsam an Intelligenz gewinnenden Zombies noch immer oft unfreiwillig komisch wirken und eine Erklärung für dieses Phänomen noch immer missen lassen.

Im Fokus der Geschichte stehen wie zuvor der vampirische Bürgermeister Chandrake, die Wissenschaftlerin Penny Jones, der Zombiedompteur Paul Barnum sowie das Straßenkind Jo und dessen untote Freundin Xavier, Ex-S.W.A.T.-Mitglied, deren Verhalten die ersten Zweifel an dem rein instinktgesteuerten Verhalten der Zombies aufkommen ließ. Die Vampirfehde zwischen Chandrake und dessen Neffen entwickelt sich derweil in diesem Band zu einem politischen Wahlkampf und ruft neue Figuren auf den Plan, was mir schon einmal zu gefallen wusste, zumal die Vampire selbst, abgesehen von Chandrake, eine nur untergeordnete Rolle spielen und sich folglich durch reine Absenz besser in die Geschichte von Empire of the Dead 2 zu fügen scheinen.

Was mich wiederum verwundert ist die Bedrohung durch die Südstaatenrebellen, die New York zu übernehmen trachten, denn sah es am Ende von Akt 1 noch so aus, als stünden sie kurz davor, die Stadtmauern einzureißen und einen Bürgerkrieg anzuzetteln, halten sie sich nun irritierend stark zurück und scheinen von einer akuten zu einer latenten Bedrohung zurückgestuft worden zu sein, was sich auch darin äußert, dass niemand innerhalb der Mauern von New York längerfristig einen Gedanken an sie zu verschwenden scheint. Nein, George A. Romero mag Altmeister des Zombiegenres sein, aber seine Geschichte kommt nicht annähernd an vergleichbare Vertreter der Zunft heran, denn so vielschichtig die Geschichte wirkt, so überladen ist sie immer noch oft und dazu teils extrem konstruiert, was in ein Ende des Akts mündet, dass kaum abrupter hätte vollzogen werden können und viele Handlungsstränge in der Luft schweben lässt.

Dennoch ist Empire of the Dead 2 ein spürbarer Sprung nach vorne, was aber eben leider nicht bedeutet, dass sich die Geschichte groß aus dem Einheitsbrei der zahllosen Veröffentlichungen in diese Richtung abheben würde. Immerhin die allzu auffälligen Reminiszenzen wurden zurückgefahren und auch die Zombie-Gladiatorenkämpfe spielen keine annähernd so große Rolle mehr, doch so richtig mitzureißen vermag auch der zweite Akt nicht. Für Freunde des Genres im Sinne kurzweiliger Unterhaltung und Abwechslung vielleicht einen Blick wert, bleibt auch dieser Akt zwar nicht unbedingt hinter seinen Möglichkeiten zurück, krankt aber weiterhin an den initialen Begebenheiten, die Akt 1 vorgegeben hat und die sich noch immer nicht zu einem wirklich homogenen Ganzen fügen.

Fazit & Wertung:

George A. Romeros Empire of the Dead 2 vermag es zwar, einige Schwächen des Vorgängers auszubügeln, doch krankt die Geschichte noch immer an der nicht gerade überzeugenden Verquickung von Zombie- und Vampir-Thematik, zumal die weiteren Handlungsstränge nicht in der Form und Stringenz fortgeführt werden, wie man es sich hätte wünschen können. Ein Lichtblick zwar, jedoch nur ein kleiner, für eine Reihe, die weit mehr hätte sein können als nur ein Mash-Up althergebrachter Zutaten und Versatzstücke.

6 von 10 an die Zombies verfütterte Leichen

George A. Romero: Empire of the Dead 2

  • An die Zombies verfütterte Leichen - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

George A. Romeros Empire of the Dead 2 vermag es zwar, einige Schwächen des Vorgängers auszubügeln, doch krankt die Geschichte noch immer an der nicht gerade überzeugenden Verquickung von Zombie- und Vampir-Thematik, zumal die weiteren Handlungsstränge nicht in der Form und Stringenz fortgeführt werden, wie man es sich hätte wünschen können. Ein Lichtblick zwar, jedoch nur ein kleiner, für eine Reihe, die weit mehr hätte sein können als nur ein Mash-Up althergebrachter Zutaten und Versatzstücke.

6.0/10
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George A. Romero: Empire of the Dead 2 ist am 16.06.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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