Review: Star Wars: Auf die harte Tour (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

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Hier kommt auch schon Nummer 2, einer der letzten Star Wars-Bände, die ich hier an dieser Stelle vorstellen werde, bevor es ja schon relativ bald mit den neuen Stories losgeht, die alles vorangegangene ad absurdum führen werden.

L E G E N D S

Star Wars
Auf die harte Tour

Star Wars: Rebel Heist #1-4, USA 2015, 112 Seiten

Star Wars: Auf die harte Tour | © Panini
© Panini

Autor:
Matt Kindt
Zeichner:
Marco Castiello

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98233-9

Genre:
Science-Fiction | Action | Abenteuer

 

Inhalt:

Nur kurze Zeit nach der Schlacht um Yavin und der Zerstörung des Todessterns sind Han Solo, Chewbacca, Leia Organa und nicht zuletzt Luke Skywalker zu unbestreitbaren Ikonen des Rebellenaufstandes gegen das Imperium geworden. Man kann sich denken, wie die Rekruten sich fühlen müssen, die direkt dem Kommando dieser Helden unterstellt werden, doch auch ihre Verwirrung, als sich die offensichtlichen Schwächen ihrer Kontaktpersonen offenbaren, die schnell erste Zweifel an der Sache der Rebellion aufkeimen lassen.

Während die Rekruten und Mittelsmänner aber an den Fähigkeiten der vermeintlichen Führungskräfte zu zweifeln beginnen, verfolgen diese ihren ganz eigenen Plan und letztlich werden die Rekruten feststellen müssen, dass nichts so leicht Han, Chewie, Leia und Luke aufzuhalten imstande ist und das der Wahnsinn, der sie treibt, möglicherweise gar Methode zu haben scheint, um an geheime Informationen ein imperiales Forschungsprojekt betreffend zu kommen, das die Rebellion in nicht unbeträchtlichem Maße würde unterstützen können. Bis dahin allerdings gilt es eine Vielzahl von Gefahren zu überwinden…

Rezension:

Wie auch schon bei Star Wars: Legacy II, Teil 3 (und natürlich vielen anderen Comic-Bänden) ist auch Star Wars: Auf die harte Tour bereits bei der deutschen Erstveröffentlichung mit dem Legends-Schriftzug versehen worden, handelt es sich schließlich um eine der letzten bei Dark Horse veröffentlichten Miniserien, die nun also offiziell nicht mehr zum Kanon gehören, wobei man sich in diesem Falle streiten darf, ob die Geschichte nicht so wie sie ist hätte bestehen bleiben können, spielt sie schließlich ziemlich exakt nach der Schlacht von Yavin und somit zwischen Episode IV und V. Wie man schon dem Cover entnehmen kann, dreht sich die Story diesmal – und das allein hat mir schon ausnehmend gut gefallen – um die klassischen Helden der Saga, genauer um zunächst je einen davon, denn die vierteilige Mini-Serie, ursprünglich unter dem Namen Star Wars: Rebel Heist erschienen, konzentriert sich in ihrem ersten Heft auf Han, hiernach auf Leia, dann auch Chewie und zuletzt auf Luke, wobei hier selbstredend die Handlungsstränge der vorangegangenen Stories verknüpft werden.

Das klingt nicht nur nicht schlecht, das ist es auch nicht, zumal der Kniff, die Geschichte aus Sicht je eines Rebellen zu erzählen, der sich doch über die Taten seiner vermeintlichen Idole mehr als nur ein wenig zu wundern scheint und am Mythos um ihre Figuren zu zweifeln beginnt, der Geschichte zusätzlichen Reiz verleiht. Anfänglich weiß man nämlich auch als Leser nicht, worauf es Luke und Konsorten abgesehen haben könnten (weshalb man es natürlich tunlichst vermeiden sollte, auf die letzte Seite vorzublättern) und ist genauso irritiert wie die Beobachter im Comic, weshalb sie sich derart gravierende Schnitzer erlauben und gar in die Hände imperialer Streitkräfte fallen. Dergestalt konstruiert, gelingt es dem Autor Matt Kindt und seinem Zeichner Marco Castiello, die bekannten Ikonen der Rebellenbewegung in Star Wars: Auf die harte Tour in einem neuen Licht erscheinen zu lassen, während es sich bei der eigentlichen Geschichte tatsächlich – wie der Originaltitel schon verkündet – um eine ziemlich ausgeklügelte Heist-Story handelt, die ich so im Star Wars-Gewand noch nicht gesehen habe.

Großes und gesondertes Lob gebührt Kindt und Castiello aber auch dafür, dass sie unsere Lieblingshelden stimmig in Szene zu setzen wissen und sowohl optisch als auch charakterlich die Figuren dergestalt verinnerlicht zu haben scheinen, dass man in ihnen wirklich die altbekannten Filmhelden wiederzuerkennen meint, wenn auch nicht jeder einzelne Gesichtsausdruck sitzt, die Zeichnungen in ihrer Qualität durchaus auch einmal schwanken, allgemein aber ein überzeugender Gesamteindruck entsteht. So treffend Luke, Leia, Han und Chewie aber in Szene gesetzt worden sind, so blass und farblos bleiben derweil ihre Begleiter, die das Geschehen beobachten und kommentieren, so dass sie sich in letzter Konsequenz als erzählerischer Kniff und Mittel zum Zweck enttarnen, denn großartig etwas zur Story und dem Gelingen des Coups tragen sie nicht bei, was aber in den Filmen selbstredend auch nie anders war, wenn man einmal genauer drüber nachdenkt, weshalb vorrangig die Vorzüge des geänderten Blickwinkels in Erinnerung bleiben.

Nun ist Star Wars: Auf die harte Tour andererseits aber auch in keiner Weise essentiell wichtig oder brächte ungeahnte Wahrheiten zum Vorschein, zählt dank Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht noch nicht einmal mehr offiziell zum Kanon, weshalb es durchaus zu verschmerzen wäre, diese Veröffentlichung links liegen zu lassen, doch als kurzweiliges Abenteuer mit interessantem Plot und noch interessanterem Blickwinkel macht die Miniserie eine gute Figur und sollte dank Han und Konsorten die Herzen der Star Wars-Fans so oder so höher schlagen lassen. Mir zumindest hat dieser Ausflug ins klassische Filmuniversum der Reihe eine Menge Freude bereitet, zumal Kindt und Castiello eine in sich stimmige, abgeschlossene und rundherum überzeugende Story konstruiert haben, die sich ungeachtet der Frage nach Kontinuität und Legendenstatus vorbehaltslos in den Kosmos des Franchise fügt und mit all dem aufzuwarten weiß, was seinerzeit die Filme zu einem solchen Erfolg hat werden lassen.

Fazit & Wertung:

Die in Star Wars: Auf die harte Tour enthaltene Miniserie um einen Rebellenraubzug mit Luke, Leia, Han und Chewie in den Hauptrollen überzeugt auf ganzer Linie, zumal die Helden gekonnt adaptiert und interpretiert worden sind und sich in Windeseile das Flair der Filme einzustellen vermag. Da bleibt auch zu verkraften, dass die weiteren Figuren recht blass bleiben und die eigentliche Story im Gesamtwerk der Star Wars-Veröffentlichungen einen eher untergeordneten Rang einnimmt, denn der Unterhaltungswert sowie die Kurzweil des Abenteuers sind dafür umso höher.

8 von 10 heroischen Taten altbekannter Helden

Star Wars: Auf die harte Tour

  • Heroische Taten altbekannter Helden - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Die in Star Wars: Auf die harte Tour enthaltene Miniserie um einen Rebellenraubzug mit Luke, Leia, Han und Chewie in den Hauptrollen überzeugt auf ganzer Linie, zumal die Helden gekonnt adaptiert und interpretiert worden sind und sich in Windeseile das Flair der Filme einzustellen vermag. Da bleibt auch zu verkraften, dass die weiteren Figuren recht blass bleiben und die eigentliche Story im Gesamtwerk der Star Wars-Veröffentlichungen einen eher untergeordneten Rang einnimmt, denn der Unterhaltungswert sowie die Kurzweil des Abenteuers sind dafür umso höher.

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Star Wars: Auf die harte Tour ist am 16.06.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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