Review: Die Zwerge – Das Duell (Spiel)

Wie ja mittlerweile bekannt sein dürfte, hatte ich vergangene Woche Urlaub und wie das so ist, wenn man Zeit und Muße hat, sich auf der faulen Haut zu wälzen, greift man nicht immer nach einem Buch, sondern sucht auch nach anderen Formen der Kurzweil und da war es natürlich mehr als passend, dass exakt ein Tag vor unserem Flug dieses Spiel hier eintrudelte, von dem ich euch heute gern mehr erzählen möchte.

Die Zwerge – Das Duell

Die Zwerge – Das Duell

Die Zwerge - Das Duell | © Pegasus Spiele
© Pegasus Spiele

Autoren:
Michael Palm
Lukas Zach
Verlag (D):
Pegasus Spiele

Kategorien:
Kartenspiel | Würfelspiel
Genre:
Fantasy

Spielerzahl:
2 Spieler
Spieldauer:
20-40 Minuten

 

Inhalt:

Gerade hinsichtlich des bewusst kompakt gehaltenen Kartons von Die Zwerge – Das Duell – handelt es sich schließlich auch explizit um ein reisetaugliches Spielvergnügen – ist der Inhalt nicht zu verachten, denn neben den eigentlichen Spielkarten und den hübsch gestalteten Würfeln enthält die Box zudem gar noch ein zusätzliches Szenario für das Brettspiel Die Zwerge. Explizit enthalten ist folgendes Material:

  • 35 Spielkarten der Mächte des Guten
    (9 Verbündete/8 Siegpunkte/7 Unterstützungen/6 Ereignisse/5 Wendungen)
  • 35 Spielkarten der Mächte des Bösen
    (9 Verbündete/8 Siegpunkte/7 Unterstützungen/6 Ereignisse/5 Wendungen)
  • 3 Jokerkarten
  • 6 Würfel
  • 1 Spielregel
  • 23 Karten für das Brettspiel

Rezension:

Eine Runde von Die Zwerge – Das Duell gliedert sich zunächst einmal in drei Phasen, deren erste beiden allerdings recht überschaubar sind und schon nach weniger Zeit wie automatisert ablaufen. In der Nachschubphase – der Name ist hier sprichwörtlich Programm – zieht man zunächst eine neue Karte, um seine Hand damit zu ergänzen, wobei sich die Anzahl der zu ziehenden Karten später durch die Unterstützungskarten Altes Wissen beziehungsweise Informant auch erhöhen lässt. Interessant ist hierbei – und da unterscheidet sich das Spiel schon merklich von vielen einschlägigen Genre-Vertretern – , dass es kein Limit gibt, was die Handkarten betrifft, was auch schon mal dazu führen kann, dass man mehr als zehn Karten parat hat, wenn es einmal wirklich schlecht läuft, sprich man nichts ausspielen kann.

Die Zwerge - Das Duell | © Pegasus Spiele
Für einen Kampf Gut gegen Böse bedarf es nicht viel

Hieran schließt sich die Würfelphase an, bei der man je Runde sozusagen seine zur Verfügung stehenden Ressourcen erwürfelt, wobei auch hier eine Anzahl Unterstützungskarten einerseits die ursprünglich drei Würfel zu erhöhen wissen oder in die Lage versetzen, einen oder mehrere Würfe zu wiederholen, was später auch bitter nötig ist, denn Die Zwerge – Das Duell fußt auf dem Prinzip, dass man entweder eine bestimmte Augenzahl oder eine Anzahl gleicher Augenwürfel – sprich Päsche beliebiger Wertigkeit – benötigt, um Karten auszuspielen und gerade bei den mächtigsten Siegpunktkarten braucht man dann schon viermal dieselbe Augenzahl, wobei relativierend hinzukommt, dass man keine 6 würfeln kann und sich an ihrer Stelle eine Axt findet, die als Joker fungiert und für jede beliebige Augenzahl von 1-5 stehen kann.

Nun folgt mit der Kartenphase der eigentliche Kernaspekt des Spiels, denn hier gilt es, mit seinem Würfelwurf neue und hilfreiche Karten ins Spiel zu bringen oder auch die Fähigkeiten bestimmter, bereits in der Auslage befindlicher Karten zu nutzen, wobei es sich hier zum großen Teil um Angriffe handelt, die entweder die ausliegenden Karten des Gegners dezimieren können oder gar dessen Kartenstapel, der sich äquivalent zu den Lebenspunkten des Spielers verhält, wenn man so möchte, denn ist einer der Kartenstapel aufgebraucht, läutet dies augenblicklich das Spielende ein und Sieger von Die Zwerge – Das Duell ist dann derjenige, der die meisten Siegpunkte ausliegen hat.

Die Zwerge - Das Duell | © Pegasus Spiele
Die Auslage der Guten nach wenigen Runden

Das alles ist natürlich im Grunde selbsterklärend und steht damit exemplarisch für das gesamte Spiel an sich, denn hat man sich einmal durch die kaum eine DIN-A4-Seite umfassende Spielanleitung gekämpft (ja, okay, immerhin beidseitig bedruckt), sollte es einem nicht schwer fallen, binnen zehn Minuten die wichtigsten Regeln an seinen Mitspieler weitergegeben zu haben, zumal auch die Karten an sich selbsterklärend sind und man im Grunde nur noch verstehen muss, worin der Unterschied von Unterstützungs-, Verbündeten-, Siegpunkt- und Ereigniskarten sowie Wendungen besteht, während man natürlich weitaus längere Zeit darauf verwenden kann, sämtliche Zusammenhänge zu begreifen und sich sinnvolle Taktilen zu überlegen, doch bei einer Spielzeit von im Schnitt kaum 20 bis 30 Minuten sollte man hierfür ausgiebig Gelegenheit finden, zumal Die Zwerge – Das Duell wirklich sehr kurzweilig geraten ist und durch den Umstand, dass jede Partei ihren eigenen und vorgefertigten Kartenstapel zur Verfügung hat, auch in Windeseile spielbereit gemacht werden kann, da ansonsten nur die sechs Würfel sowie die drei Jokerkarten bereitgelegt werden müssen.

Die Zwerge - Das Duell | © Pegasus Spiele
Die Kartenhand der Mächte des Bösen

Man muss aber auch sagen, dass das Spiel nicht in sämtlichen Belangen überzeugt und gerade durch die eigentlich so interessante und ungewöhnliche Verquickung aus Karten- und Würfelspiel doch auch merklich glückslastig geraten ist, so dass wir durchaus Partien erlebt haben, wo wirklich der Wurm drin zu sein schien und eine der Fraktionen auf keinen grünen Zweig zu kommen schien, schlicht, weil sowohl die gezogenen Karten als auch die Würfelwürfe kein sinnvolles Handeln ermöglicht haben. Hat der andere dann eine gewisse Schar Verbündeter ausliegen, würfelt bereits mit 5 Würfeln die Runde und schafft es so auch, jede vom Kontrahenten neu gespielte Karte in Windeseile vom Plan zu fegen, kommt selbstredend schnell eine gewisse Frustration auf, doch war dies immerhin nur selten der Fall. Dennoch muss man sich vor Augen halten, dass Die Zwerge – Das Duell kein Spiel für gewiefte und voller Kalkül agierende Taktiker ist, denn so schön die Chancengleichheit auf beiden Seiten durch die identischen Kartendecks einerseits auch sein mag, hängt vieles dadurch mehr denn je vom Würfelglück und den gezogenen Karten ab, weshalb das Spiel zwar schnelle und kurzweilige Unterhaltung verspricht, aber weniger dazu dienen kann, ein echtes Kräftemessen zu forcieren.

Natürlich könnte man diese Schwächen mit Hausregeln zu minimieren versuchen, doch ändert das eben auch nichts am grundsätzlichen Spielprinzip und den Fallstricken, die damit einhergehen, doch waren es für uns nette Variationen, einerseits zu bestimmen, dass die anfängliche Starthand aus 4 Karten frei gewählt werden darf (allerdings keine Karte doppelt), andererseits, dass jeder Spieler vor Beginn fünf in seinen Augen für ihn (=seine Taktik) unnütze Karten aus seinem Spielstapel entfernen darf, was zwar die Spielzeit geringfügig verkürzt, dafür aber auch die Gefahr verkleinert, dass man nur unnütze Karten auf die Hand bekommt. Natürlich ließen sich auch beide Varianten kombinieren, doch schien uns das oft zu viel des Guten, zumal jede Abbänderung dieser Art ein bewusst lockerleicht gehaltenes Spiel für zwischendurch nur unnötig verkompliziert. Ich für meinen Teil muss aber sagen, dass mich Die Zwerge – Das Duell mehr als positiv überrascht hat, denn für mehr als kleines Geld bekommt man hier ein liebevoll gestaltetes Spiel mit interessanten Mechanismen und einer cleveren Verknüpfung von Karten- und Würfelspiel-Feeling, ohne dass es unnötig kompliziert würde oder einer Vielzahl Sonderregeln bedarf, das zudem in jede Tasche passt und last but not least – doch ausführlicheres kann ich hierzu leider nicht sagen, da ich das Spiel nicht besitze – ein neues Szenario, bestehend aus 23 Karten, für das Die Zwerge Brettspiel enthält, welches auf dem fünften Band der gleichnamigen – und den Spielen zugrundeliegenden – Buchreihe von Markus Heitz fußt.

Fazit & Wertung:

Mit gerade einmal 73 Karten und sechs Würfeln erweist sich Die Zwerge – Das Duell als erstaunlich abwechslungsreiches wie kurzweiliges Spiel für zwischendurch, dessen Würfel- und Kartenspiel-Mechanismen schön ineinander greifen, gleichzeitig aber nicht unnötig überladen oder kompliziert wirken, so dass man schon nach wenigen Minuten mit einer ersten Partie starten kann, der – wenn das Spiel auch zuweilen überaus glückslastig ist – sicherlich noch viele weitere folgen werden. Für kleines Geld ein großer Spaß.

7 von 10 sich bekriegender Zwerge und Orks

Die Zwerge - Das Duell

  • Spielkonzept/-mechanismen
  • Ausstattung/Qualität
  • (Langzeit-)Spielspaß

Fazit & Wertung:

Mit gerade einmal 73 Karten und sechs Würfeln erweist sich Die Zwerge – Das Duell als erstaunlich abwechslungsreiches wie kurzweiliges Spiel für zwischendurch, dessen Würfel- und Kartenspiel-Mechanismen schön ineinander greifen, gleichzeitig aber nicht unnötig überladen oder kompliziert wirken, so dass man schon nach wenigen Minuten mit einer ersten Partie starten kann, der – wenn das Spiel auch zuweilen überaus glückslastig ist – sicherlich noch viele weitere folgen werden. Für kleines Geld ein großer Spaß.

3.5
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Weitere Details zum Spiel findet ihr auf der Seite von Pegasus Spiele.

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Das Die Zwerge – Das Duell ist am 20.05.15 bei Pegasus Spiele erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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