Review: Fray – Future Slayer (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

Buffy & Angel – Das Buffyverse

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Ja, heute ist es noch ein wenig später geworden als vergangene Woche, doch wollte ich es mir auch diesmal nicht nehmen lassen, noch eine im Buffyverse zu verortende Comic-Review abzuliefern, wenn ich auch über den Tag nicht dazu gekommen bin, mich mit dem Artikel auseinanderzusetzen, da wir einen verspäteten Frühjahrsputz im Hochsommer eingeschoben haben, um der Wäscheberge und der zahllosen Zettel, Hefte, Unterlagen etc. Herr zu werden, die so in der Wohnung herumfliegen. Macht aber nix, denn davor kann ich mir ja nun den Sonntagabend um die Ohren hauen, um von der Pike auf diesen Artikel zu schreiben. Hört sich blöd an? Weit gefehlt, denn schließlich tue ich das hier ja weil es mir Spaß macht, also bitte!

Fray
Future Slayer

Fray #1-8; USA 2001-2003, 192 Seiten

Fray - Future Slayer | © Panini
© Panini

Zeichner:
Karl Moline

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07742-3

Genre:
Drama | Science-Fiction | Fantasy | Action | Horror

 

Dieses Buch ist meinem Sohn gewidmet, Arden, der erstaunlicher als die Arbeit ist und peinlicherweise weniger Herstellungszeit brauchte. Es ist deins, um es eines Tages zu lesen. Versuche bitte, nicht irgendetwas darauf zu verschütten.
– Joss Whedon

Inhalt:

Die Zukunft, genauer rund 200 Jahre in der Zukunft: Die Magie wurde von der Erde getilgt und mit ihr verschwanden auch Dämonen und Vampire, Hexen und Zauberer und ebenso die Jägerinnen, die sich den Mächten der Finsternis seit jeher aufopferungsvoll und tapfer entgegengestellt haben. Von all dem weiß die junge Herumtreiberin und Diebin Melaka Fray jedoch rein gar nichts und als hätte der Tag mit einer wilden Verfolgungsjagd und dem Auftauchen eines Typens, der von ihrer Berufung faselt, bevor er sich selbst vor ihren Augen entzündet, nicht bereits genug Ärgernisse bereitgehalten, staunt sie nicht schlecht, als ihr in ihrer Wohnung ein gehörnter Dämon auflauert, der verkündet, dass sie die Jägerin sei, die Auserwählte, allein in der Lage, dem Wiedererstarken der dunklen Mächte entgegenzuwirken.

Ausschnitt aus Fray - Future Slayer | © Panini
© Panini

Davon allerdings will Fray rein gar nichts wissen und akzeptiert nur widerwillig, dass der Dämon namens Urkonn ihr nachzustellen beginnt und versucht, sie dazu zu überreden, sich von ihm ausbilden zu lassen, denn bei den Lurks, die insbesondere die Ghettos der Stadt unsicher machen, handelt es sich mitnichten, wie er ihr eröffnet, um Junkies, wie jeder glaubt, sondern Vampire, die danach trachten, zu alter Stärke zurückzufinden. Doch niemand weiß, wer hinter den Vampiren steckt, ebenso wenig wie Fray etwas von ihrer Berufung geahnt hat, da ihr die prophetischen Träume, die die Jägerinnen seit Jahrhunderten heimsuchen und einen, nicht beschieden waren, was möglicherweise damit zu tun haben könnte, dass Fray noch einen Zwillingsbruder namens Harth hatte, der allerdings von einem Lurk – nein, Vampir – getötet worden ist, so dass sie lediglich die Stärke der Jägerin besitzt, nicht aber ihr Wissen. Ein schwerer Stand für die Mächte des Guten in einer Welt, die die Wunder, aber auch die Gefahren der Vergangenheit längst vergessen hat.

Rezension:

Auf den ersten Blick wirkt Fray natürlich nicht – vielleicht abgesehen vom Untertitel Future Slayer – wie ein Teil des Buffyverse, geschweige denn ein offizieller Bestandteil, denn allein das Cover sieht schon reichlich abgehoben aus und das Science-Fiction-Setting lässt selbiges vermuten, doch nach nur wenigen Seiten und der überaus informativen und unterhaltsamen Vorrede des Autors Joss Whedon merkt man recht zügig, dass man es – trotz fehlender Buffy – mit einer waschechten Jägerinnen-Story zu tun hat, inklusive Auftakt, Origin, Mittelteil und Finale, was natürlich daran liegt, dass Whedon einen in sich abgeschlossenen (aber für Fortsetzungen dennoch offenen) Zyklus erzählt, dessen insgesamt acht Hefte sich in diesem Band versammelt finden. Und wie für Stories von Whedon üblich, braucht man natürlich auch hier auf jede Menge Action, Wortwitz, scharfzüngige Dialoge und eine wendungsreiche Geschichte, vor allem aber natürlich die gewohnt starke wie eigenwillige weibliche Hauptfigur, für die der Mann ja durchaus ein Faible hat, nicht verzichten und so dürfte dieser Band allen eingeschworenen Buffy-Fans durchaus eine Menge Freude machen, trotz Zukunfts-Setting.

Ausschnitt aus Fray - Future Slayer | © Panini
© Panini

Vor allem aber ist die Sage um Fray – Future Slayer weit stärker im Buffy-Kosmos verankert, als man zunächst meinen würde, denn nicht nur hat sie einen Auftritt in Band 1 der Buffy Tales und beschließt die sich durch Jahrhunderte ziehende Geschichte der Jägerinnen, sondern taucht auch im vierten Tradepaperback der achten Staffel BuffyJetzt kommt Fray! auf, doch dazu komme ich noch, befinde ich mich schließlich noch bei der Wiederholungssichtung der TV-Serie. Chronologisch betrachtet erzählt hierbei der vorliegende Band die Vorgeschichte der dort stattfindenden Ereignisse, doch da er wiederum in der fernen Zukunft spielt, spricht eben auch nichts dagegen, ihn losgelöst von den weiteren Veröffentlichungen zu genießen, zumal Vorkenntnisse wirklich nur marginal vonnöten sind, wenn sich auch der eingefleischte Fan über zahlreiche Insider-Gags und Hinweise auf frühere Geschehnisse freuen darf.

Zugegebenermaßen ist die Geschichte von Fray – Future Slayer aber auch keineswegs neu und Whedon bedient sich einiger einschlägiger Versatzstücke wie des Umstandes, dass Fray natürlich neben ihrem Zwillingsbruder Harth noch eine Schwester hat, die – völlig konträr zu Frays zwielichtigen Machenschaften – bei der Polizei arbeitet und ihrer Blutsverwandten nicht gerade wohlgesonnen ist. Dennoch strotzt die Story wiederum auch vor Ideen und vor allem unerwarteten Wendungen, die zwar teils vorhersehbar sind, in manch anderem Fall aber wiederum völlig überraschen und auch von Karl Moline wirklich herrlich umgesetzt worden sind, der es gar versteht, Cliffhanger von Seite zu Seite zu zaubern, so dass das Umblättern hier endlich einmal wieder wahrhaft mit Spannung erfüllt sein kann, ähnlich wie ich es ja letztens bei dem ungleich neueren The Wake lobend erwähnt habe. Vor allem aber wirkt die Geschichte dank Molines durchgehendem Engagement stets wie aus einem Guss und macht optisch eine gute Figur, wirkt vor allem – und das ist erstaunlich – angenehm düster – obwohl die Koloristen Dave Stewart und Michelle Madsen oft nicht an knalligen Farben sparen, was sich schon in Frays punkiger Kluft und ihrer wilden, pink-blauen Haarpracht widerspiegelt.

Ausschnitt aus Fray - Future Slayer | © Panini
© Panini

Davon abgesehen wirkt die Welt von Fray – Future Slayer in vielen Teilen dem damals noch deutlich aktuelleren Das fünfte Element entlehnt, was die Optik der Stadt und vor allem die fliegenden Autos angeht, doch gibt Whedon auch unumwunden zu, hier den Weg des geringsten Widerstandes gegangen zu sein und nicht versucht hat, eine völlig neue Welt zu erschaffen, ebenso wie er sich ja des bereits existierenden Mythos der Jägerin bedient hat, um seine Geschichte zu erzählen, statt etwas gänzlich Neuartiges auf die Beine zu stellen. Das macht in meinen Augen aber herzlich wenig aus, zumal man sich in der Welt direkt zurecht findet, vieles vertraut wirkt und der Fokus natürlich einmal mehr auf den Figuren und ihren Handlungen liegt und weniger auf einer möglichst ausgefeilten, beeindruckenden, utopischen Zukunftsvision, die hier tatsächlich nur als Mittel zum Zweck dient, um die Geschichte um Fray nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich von den anderen existierenden Geschichten abzugrenzen.

Fazit & Wertung:

Joss Whedons Fray – Future Slayer erfindet in keiner Hinsicht das Rad neu und bietet vorrangig mehr von Altbekanntem, wobei Fray, die Jägerin der Zukunft, mit ihrer rebellischen Art und dem frechen Mundwerk durchaus das Zeug hätte, noch weitere Abenteuer in der Welt der Zukunft zu erleben. Bis dahin allerdings muss und kann man mit diesem acht Hefte umfassenden Sammelband vorlieb nehmen, der eine gewohnt unterhaltsame wie augenzwinkernde Geschichte voller Geheimnisse, Überraschungen und cooler Sprüche erzählt, die man sich als Fan des Buffyverse oder auch Whedonverse keinesfalls entgehen lassen sollte.

8 von 10 gepfählten Vampiren – äh, Lurks

Fray - Future Slayer

  • gepfählte Vampire - äh, Lurks - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Joss Whedons Fray – Future Slayer erfindet in keiner Hinsicht das Rad neu und bietet vorrangig mehr von Altbekanntem, wobei Fray, die Jägerin der Zukunft, mit ihrer rebellischen Art und dem frechen Mundwerk durchaus das Zeug hätte, noch weitere Abenteuer in der Welt der Zukunft zu erleben. Bis dahin allerdings muss und kann man mit diesem acht Hefte umfassenden Sammelband vorlieb nehmen, der eine gewohnt unterhaltsame wie augenzwinkernde Geschichte voller Geheimnisse, Überraschungen und cooler Sprüche erzählt, die man sich als Fan des Buffyverse oder auch Whedonverse keinesfalls entgehen lassen sollte.

8.0/10
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Fray – Future Slayer ist am 01.04.09 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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