Review: The Walking Dead | Staffel 4 (Serie)

The Walking Dead – Graphic Novels, Serien, Bücher und mehr

The Walking Dead

Diese Serie ist Teil des The Walking Dead Franchise. Folge dem Link, um mehr darüber zu erfahren und weitere Artikel zum Thema zu entdecken.

 

So, meine bisherigen Serien habe ich ja nun lange genug schmählich vernachlässigt, weshalb es allerhöchste Zeit wird, dass ich mich an dieser Stelle auch einmal wieder The Walking Dead widme, wo es ja schon nicht mehr allzu lange dauert, bis die mittlerweile sechste Staffel anläuft.

The Walking Dead
Staffel 4

The Walking Dead, USA 2010- , ca. 45 Min. je Folge

The Walking Dead | © WVG Medien
© WVG Medien

Serienschöpfer:
Robert Kirkman
Frank Darabont
Showrunner:
Glen Mazzara
Robert Kirkman
Scott M. Gimple

Main-Cast:
Andrew Lincoln (Rick Grimes)
Norman Reedus (Daryl Dixon)
Steven Yeun (Glenn Rhee)
Lauren Cohan (Maggie Greene)
Chandler Riggs (Carl Grimes)
Danai Gurira (Michonne)
Melissa McBride (Carol Peletier)
in weiteren Rollen:
Scott Wilson (Hershel Greene)
Emily Kinney (Beth Greene)
David Morrissey (The Governor)
Chad L. Coleman (Tyreese Williams)
Sonequa Martin-Green (Sasha Williams)
Lawrence Gilliard Jr. (Bob Stookey)
Michael Cudlitz (Sgt. Abraham Ford)
Josh McDermitt (Dr. Eugene Porter)
Christian Serratos (Rosita Espinosa)
Brighton Sharbino (Lizzie Samuels)
Alanna Masterson (Tara Chambler)

Genre:
Endzeit | Drama | Horror

Trailer:

 

Inhalt:

Kaum ist Woodbury erstürmt und überrannt worden, haben die überlebenden Bewohner im Gefängnis Zuflucht gesucht, scheint die Möglichkeit einer Art Normalität in greifbare Nähe gerückt zu sein, doch bald schon müssen die Bewohner erkennen, dass es neben dem Governor und den Beißern außerhalb der Gefängniszäune noch andere Gefahren in dieser Welt gibt, denn bald schon greift ein Virus um sich und schürt Panik. Während man hinter den Mauern der vermeintlichen Zuflucht versucht, die Krankheit einzudämmen und ein Heilmittel zu finden, regt sich außerhalb derweil schon der Governor, besiegt, doch nicht vernichtet – und vor allem auf Rache sinnend.

Szenenbild aus The Walking Dead | © WVG Medien
© WVG Medien

Während die Gefängnisbewohner noch nichts von der erstarkenden Bedrohung von außerhalb ahnen, mehrt der Governor erneut seinen Einfluss und im Isolationstrakt fordert das Virus erste Todesopfer. Die Lage spitzt sich gefährlich zu, als Hershel sich gegen den Willen von Maggie ebenfalls in Isolation begibt, um den Betroffenen zu helfen, insbesondere da Glenn auch unter ihnen ist. Und vor den Toren lässt der Governor seine Truppen aufmarschieren, grimmig entschlossen, die einstige Zuflucht nun endgültig in ihren Grundfesten zu erschüttern…

Rezension:

Nachdem mich die dritte Staffel The Walking Dead mit der gesamten Woodbury- und Gefängnis-Thematik rundweg zu überzeugen wusste, was mitunter daran gelegen haben mag, dass ich den Zyklus schon in den zugrundeliegenden Comic-Bänden sehr gemocht habe, war es ausgerechnet das vermeintliche Finale, das mir den Spaß ein wenig verleidet hat, schlicht, weil ich mir etwas weit Epochaleres und Wuchtigeres erhofft hatte als dieses sang- und klanglose Ende, doch immerhin bedeutete dies nun auch für Staffel 4, dass ich mich auf ein Wiedersehen mit dem Governor und somit David Morrissey freuen durfte, der erneut die Rolle formidabel auszufüllen versteht und dem es in der ersten Staffelhälfte noch einmal gelingt, seinen Charakter um weitere, teils erschreckende Facetten anzureichern, bevor im Halbstaffelfinale Kein Zurück (4.08) alles in dem kulminierte, was ich mir schon vom Ende der dritten Staffel erhofft hatte, weshalb es mich folglich nun förmlich aus dem Sessel geblasen hat und die von Umbruch, Verlust, Erkenntnis und Rache geprägte Folge schon jetzt zu einer meiner liebsten Episoden der Serie hat aufsteigen lassen.

Szenenbild aus The Walking Dead | © WVG Medien
© WVG Medien

Bis dahin allerdings ist es ein weiter Weg und ähnlich ruhig und beschaulich, wie die letzte Staffel zu Ende ging, nimmt auch die vierte Staffel The Walking Dead erst langsam an Fahrt auf, weshalb man Kein Tag ohne Unglück (4.01) zwar als soliden Auftakt betrachten kann, der aber doch kaum mehr als ein Lückenfüller ist, bevor sich die Gefängnisbewohner spätestens – der Name verrät es schon – ab der dritten Folge Quarantäne (4.03) mit dem Ausbruch eines Krankheitsherdes auseinandersetzen müssen, der die gesamte Gruppe bedroht. Ich bin ja ein großer Freund solcher Seuchenthematiken und speziell im endzeitlichen Szenario von Robert Kirkmans Serie ist ein derartiges Thema natürlich mehr als gut aufgehoben, zumal man sich hier noch einmal spürbar von der Comic-Vorlage entfernt, wo es eine derartige Seuche oder auch nur grassierende Krankheit nie gegeben hat, doch dennoch kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass auch hier ein Stück weit lediglich Zeit geschunden wird, um die unweigerliche Rückkehr des Governor vorzubereiten, der dann auch in Die Krankheit zum Tode (4.05) wieder auftaucht, weshalb mir die sich hieran anschließende Folge Lebendköder (4.06) ausnehmend gut gefallen hat, denn wie schon in der Staffel zuvor gibt es auch hier Folgen, die sich voll und ganz auf eine Figur konzentrieren und den Governor dabei zu beobachten, wie er wieder zu alter Stärke zurückzufinden versucht war ganz großes Charakterkino, selbstverständlich zu großen Teilen Morrisseys eindrücklicher Darstellung zu verdanken.

Von diesem Punkt ausgehend hatte ich erstmalig das Gefühl, The Walking Dead würde schließlich zu alter Stärke zurückfinden, doch sollte ich damit nur bedingt Recht behalten, denn ab Für dich (4.09) stellte sich regelrechte Ernüchterung ein, hatten die Serienmacher schließlich den schon im Comic nicht rundherum überzeugenden Plot um die versprengte Gruppe Überlebender noch verschlimmbessert, denn wo sich im Comic der Fokus auf Rick und seinem Sohn Carl befindet, trägt die Serie dem weitaus größeren Figurenkonsortium dahingehend Rechnung, dass ab dem Halbstaffelfinale gleich sechs Folgen sich auf jeweils nur eine kleine Gruppe konzentrieren, wobei es besser wird, denn immerhin kommen alsbald pro Folge immerhin zwei Gruppen zum Zug, doch hat mich diese zweite Staffelhälfte nur selten richtig zu packen gewusst, da man teils für mehrere Folgen auf liebgewonnene Figuren verzichten musste und ein Großteil des ziellos durch den Wald irrens auch reichlich redundant war, manche Plots, wie der um Beth in Alkohol (2.13), die in all dem Chaos und der Verzweiflung ihren unbedingten Willen entdeckt, einmal Alkohol probieren zu wollen, schon ihrer Prämisse nach kaum zu funktionieren wissen.

Szenenbild aus The Walking Dead | © WVG Medien
© WVG Medien

Dabei sind die Plots an sich nicht unbedingt schlecht, doch dümpelt die Geschichte reichlich vor sich hin, während über allem das Mysterium um den ominösen Nexus thront, über dessen wahre Beschaffenheit man als versierter Serien- und Film-Fan weitaus früher Bescheid zu wissen meint als die Protagonisten von The Walking Dead, weshalb auch das Finale zwar endlich einmal wieder richtig gut und überaus gelungen ist, dennoch nicht so zu überraschen weiß, wie sich das die Drehbuchautoren womöglich vorgestellt haben. Aber auch in der zweiten Staffelhälfte gibt es, von den finalen zwei Folgen einmal abgesehen – rühmliche Ausnahmen, denn beispielsweise die dem vorgelagerte Folge Schonung (4.14) wusste mich in ihrer tragischen Tonart durchaus zu begeistern, zumal Melissa McBride hier endlich einmal wieder auf ganzer Linie überzeugen konnte mit ihrer nachvollziehbar ambivalent gestalteten Figur der Carol Peletier und insbesondere die Jungtalente Brighton Sharbino und Kyla Kenedy als Geschwister Lizzie und Mika Samuels noch einmal zu begeistern wissen, wenn man denn darüber hinwegzusehen bereit ist, dass ihre Figuren hier doch reichlich out-of-character agieren, um die schockierende Quintessenz der Folge zu forcieren.

Fazit & Wertung:

Für mein Empfinden wirkte die vierte Staffel The Walking Dead mit ihren zahlreichen Richtungswechseln und der im zweiten Teil versprengten Gruppe oft reichlich zerfasert und teils redundant, doch gibt es genügend Glanzpunkte innerhalb der Staffel, um sie davor zu bewahren, in die Niederungen nur durchschnittlicher Fernsehunterhaltung vorzudringen. Dennoch wünsche ich mir in der folgenden Staffel ein wenig mehr Kohärenz und zielgerichtetes Storytelling, als nur eine Aneinanderreihung für sich genommen brauchbarer Episoden, die sich hier einmal zu oft auf nur einen ausgewählten Teil des Casts konzentriert haben.

8,5 von 10 streunenden Untoten

The Walking Dead | Staffel 4

  • Streunende Untote - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Für mein Empfinden wirkte die vierte Staffel The Walking Dead mit ihren zahlreichen Richtungswechseln und der im zweiten Teil versprengten Gruppe oft reichlich zerfasert und teils redundant, doch gibt es genügend Glanzpunkte innerhalb der Staffel, um sie davor zu bewahren, in die Niederungen nur durchschnittlicher Fernsehunterhaltung vorzudringen. Dennoch wünsche ich mir in der folgenden Staffel ein wenig mehr Kohärenz und zielgerichtetes Storytelling, als nur eine Aneinanderreihung für sich genommen brauchbarer Episoden, die sich hier einmal zu oft auf nur einen ausgewählten Teil des Casts konzentriert haben.

8.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte

Episodenübersicht: Staffel 4

01. Kein Tag ohne Unglück (7,5/10)
02. Tod, überall Tod (8/10)
03. Quarantäne (8/10)
04. Im Zweifel (8/10)
05. Die Krankheit zum Tode (9/10)
06. Lebendköder (8,5/10)
07. Handicap (9/10)
08. Kein Zurück (9,5/10)
09. Für Dich (8/10)
10. Neben dem Gleis (8/10)
11. Besetzt (8/10)
12. Alkohol (7,5/10)
13. Allein (8/10)
14. Schonung (8,5/10)
15. Vereint (8,5/10)
16. Terminus (9/10)

 

– – –

The Walking Dead | Staffel 4 ist am 03.11.14 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von WVG Medien erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:


Blu-ray:


  • Natürlich hatte das Ganze ein bißchen was von einer Übergangsstaffel, trotzdem habe auch ich mich insgesamt wieder gut bis sehr gut unterhalten gefühlt. Mir machte selbst die Zersplitterung in die einzelnen kleinen Gruppen nicht wirklich etwas aus, wenngleich es logischerweise bessere und schlechtere Storylines gab.
    Bei der Kritik an den Verhaltensweise von „The Walking Dead“-Akteuren halte ich mich übrigens bewußt immer sehr zurück, denn die Situation der Figuren ist für unsereins (zum Glück) einfach in keiner Weise nachvollziehbar. Insofern fand ich beispielsweise Beths ja nicht nur von dir kritisiertes Verhalten in „Alkohol“ durchaus authentisch – wenn man versucht, sich in jemanden hineinzuversetzen, der sich als sonst fast immer vernünftig-erwachsen auftretender Teenager/junge Frau in einer postapokalyptischen Welt, in der Zombies noch nicht einmal das größte Übel sind, mit immer neuen Schrecken und Traumata konfrontiert sieht … dann finde ich es jedenfalls absolut glaubwürdig, daß sie irgendwann einfach psychisch zusammenbricht und sich auf einen fixen Gedanken versteift …

    • Theoretisch mag/mochte ich die Folgen, die sich auf einzelne Figuren und Settings konzentrieren sehr, doch hier war es mir schlicht zu viel des Guten, zumal eben in der zweiten Staffelhälfte im Grunde wenig passiert ist. Und ja, wenn man es so wie du betrachtet, macht eine Kritik an den Verhaltensweisen keinen Sinn, doch hat die Serie ja schon in der Vergangenheit (zumindest mit) bewiesen, dass sie durchaus nachvollziehbare Charakterentwicklungen darbieten können und beispielsweise das Thema mit dem Alkohol war an sich durchaus nachvollziehbar und die Folge hatte auch einige sehr starke Momente mit Beth, die hier auch deutlich an Charaktertiefe zugelegt hat, doch hätte man im Vorfeld schon irgendwie an das Thema heranführen können, statt einfach zum Beginn der Folge von ihr postulieren zu lassen „Weißt du was, Alkohol wär mal nicht schlecht.“ – und das war dann in meinen Augen nicht gerade gelungenes Storytelling.

      Ähnlich verhält es sich mit der Geschichte um Lizzie und Mika, mit denen sie ja quasi das Comic-Äquivalent um die Zwillinge Billy und Ben nacherzählen wollten – das kam im Comic zwar noch überraschender, hat dort aber meines Erachtens besser funktioniert, während sie in der TV-Version ab exakt dieser einen Folge alles dafür getan haben, den Zuschauer drauf zu stoßen, was passieren wird; ebenfalls unglücklich gelöst.

      Unterhalten gefühlt habe ich mich in der Gesamtheit aber auch sehr, wie man ja schon daran sieht, dass ich sowohl die dritte als auch die vierte Staffel gleichbleibend mit 8,5 Punkten bewertet habe, diese „Übergangsstaffel“ also nur unwesentlich schlechter fand. Jetzt – so glaube ich – werde ich mich aber demnächst erst einmal wieder den originären Comics widmen. Die stapeln sich hier auch schon wieder…

      • Zugegeben, etwas elegantere Einführungen in die jeweiligen extremeren Verhaltensänderungen hätte man schon finden können. Aber es muß ja immer noch Spielraum für Verbesserungen bleiben, nicht wahr? 😉

        Davon abgesehen – was deinen Vergleich zu den Kindern betrifft – urteile ich übrigens weiterhin aus Sicht eines reinen Kenners der Serie, denn ich habe leider immer noch nicht die Zeit gefunden, endlich mal mit den Comics anzufangen … Ich fand aber trotzdem, daß gerade diese Storyline von Beginn der Staffel an mit diversen kleinen und mal mehr, mal weniger subtilen Hinweisen gut herausgearbeitet wurde. Okay, am Ende geht es dann vielleicht schon etwas arg schnell und drastisch voran, es hat für mich aber trotzdem wunderbar funktioniert (wie gesagt: ohne Kenntnis der Comics; vielleicht ist der vergleichbare Handlungsstrang da ja tatsächlich noch viel besser umgesetzt).

      • Und schon sind wir uns wieder einig, was die Figurenentwicklung angeht 😉

        Na dann habe ich dir ja wenigstens in Sachen „The Walking Dead“-Comics immerhin zwölf Bände voraus, wo du ja schon die Comic-Staffeln von „Buffy“ und „Angel“ gelesen hast. Also ich bemühe mich ja auch immer, nicht den direkten Vergleich zu ziehen, zumal sich „The Walking Dead“ wirklich angenehm großzügig von der Vorlage unterscheidet. Der vergleichbare Handlungsstrang ist da gar nicht einmal wirklich besser umgesetzt, denn das kommt dort – noch mehr als in der Serie – so ziemlich aus heiterem Himmel, aber dafür war a) die Schockwirkung größer und b) geschah das Ganze nicht allein auf weiter Flur, sondern als die Gruppe längst wieder vereint war, was dazu führte, dass Carols Part bei dem Umgang mit diesem „Problem“ von Carl übernommen wurde, was natürlich weitaus spannender für die Entwicklung seiner Figur war, denn dass Carol zu dem, was sie hat tun müssen imstande ist, hat man in der Serie ja bereits gewusst. Aber auch hier: ich fand die Folge ziemlich ziemlich gut, aber ich kann mir schon denken, dass sie eben für Nicht-Vorlagen-Kenner doch noch besser funktioniert hat.

%d Bloggern gefällt das: