Review: American Heist (Film)

Und da bin ich auch schon wieder mit einer brandaktuellen Film-Kritik, leider aber auch mit einem meiner äußerst seltenen Verrisse, den ich dem Film wirklich nicht gewünscht hätte, aber es ist nun einmal so wie es ist. Aber lest selbst, was ich an dem Heist-Movie auszusetzen habe.

American Heist

American Heist, CA/LU 2014, 94 Min.

American Heist | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Regisseur:
Sarik Andreasyan
Autor:
Raul Inglis

Main-Cast:
Hayden Christensen (James Kelly)
Adrien Brody (Frankie Kelly)
in weiteren Rollen:
Jordana Brewster (Emily)
Tory Kittles (Ray)
Akon (Sugar)

Genre:
Action | Krimi | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus American Heist | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Eigentlich hatte James Kelly mit seiner kriminellen Vergangenheit abgeschlossen und nachdem er einen Job als Auto-Mechaniker gefunden hat und mit seiner früheren Bekannten Emily anzubändeln beginnt, scheint sich für ihn langsam aber sicher alles zum Guten zu wenden, doch da wird sein älterer Bruder Frankie, der ihn schon Jahre zuvor in den Sumpf des Verbrechens hinabgezogen hat, aus der Haft entlassen und steht eines Tages bei James vor der Tür. Und obwohl James alles andere als gut zu sprechen ist auf seinen durchtriebenen Bruder lässt er sich schlussendlich breitschlagen, die Bekanntschaft mit zwei vermeintlichen Geschäftspartnern zu machen, die sich recht bald als profane Gangster entpuppen, die nun James‘ Dienste – unter anderem als Fluchtwagenfahrer – in Anspruch zu nehmen gedenken, um einen gewagten Coup durchzuziehen.

Von den Gangstern Sugar und Ray (…) unter Druck gesetzt, macht James gute Miene zum bösen Spiel, doch als die beiden erfahren, dass seine Freundin Emily für die Polizei arbeitet, kochen die Emotionen hoch. Nichtsdestotrotz hält man an den Plänen für den Banküberfall fest, der allerdings ganz und gar nicht so läuft, wie die Beteiligten sich das im Vorfeld gedacht haben…

Rezension:

Manchmal, ganz selten, während einer der wirklich hübschen Panorama-Fahrten über und durch das Stadtbild von New Orleans meint man zu erahnen, welche Art Film und welches Flair Regisseur Sarik Andreasyan bei American Heist vorgeschwebt haben mag und selbst die Beteiligten schwärmen davon, der Film sei im Geiste der klassischen Heist-Filme der 80er- und 90er-Jahre entstanden, doch merkt man davon beim endgültigen Film herzlich wenig, denn der Plot ist so dermaßen generisch geraten, die Charaktere so plump und stereotyp gezeichnet, dass die Geschichte zweier ungleicher Brüder – das an sich schon als Motiv nicht gerade neu – überhaupt nicht zünden und vor allem nicht auf emotionaler Ebene gefallen will, zumal sich alle Beteiligten an mehr als nur einer Stelle so dermaßen dämlich verhalten, dass man die Geschichte nur schwerlich ernst zu nehmen vermag, was in einem rund halbstündigen Finale gipfelt, das in punkto unverständlichem oder – harscher formuliert – selten dämlichem Verhalten dem Fass den Boden ausschlägt.

Szenenbild aus American Heist | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Bis dahin allerdings passiert herzlich wenig, während der Film mit einem vorgezogenen Ereignis beginnt und damit gar eines der wenigen Überraschungsmomente des Films vorab zerstört, um sich danach mit herrlich sinnfreien Dialogen abzustrampeln und einem Geschwister-Konflikt, der ausgelutschter nicht hätte sein können und der stereotypen Ausgestaltung nichts Substanzielles beizusteuern hat, während weder Adrien Brody als frisch aus der Haft entlassener Bruder, noch Hayden Christensen als halb geläuterter Automechaniker zu überzeugen wissen und einzig Jordana Brewster ein paar wenige Sympathiepunkte einfährt, wenngleich ihre Rolle in keiner Weise fordernd, geschweige denn facettenreich wirkt, in letzter Konsequenz sogar gnadenlos verheizt wird und wohl dazu dienen soll, den schlussendlichen Heist, den Banküberfall noch einmal emotional aufzuladen, was allerdings ebenso gründlich schief geht wie die meisten Ideen, die Andreasyan gehabt haben mag.

Die wirklich Bösen sind dann natürlich – wie sollte es auch anders sein – die schwarzen Gangster, dargestellt von Tory Kittles und dem Musiker Akon (der auch für die Filmmusik verantwortlich zeichnete), womit sich der Main-Cast des Films auch schon erschöpft, was nicht verwerflich wäre, wenn sich ein interessantes Figurengeflecht entspinnen würde, doch dass die beiden Gangster ebenso stereotyp und oberflächlich daherkommen wie die Kelly-Brüder versteht sich sicherlich von selbst. Man könnte jetzt natürlich hoffen, dass American Heist in seiner plakativen Dramaturgie und dem offensichtlich dummen Verhalten der handelnden Akteure als unterhaltsamer Trash herhalten könnte, doch auch diesen Pfad verbaut sich der Film konsequent in seiner Ernsthaftigkeit.

Szenenbild aus American Heist | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Während also die ersten zwei Drittel des Films belanglos vor sich hindümpeln, ist es die letzte halbe Stunde, die alle womöglich noch vorhandenen Sympathiepunkte gezielt sabotiert, denn einen schlechter geplanten und durchgeführten Banküberfall hat man sicherlich noch nicht gesehen und so wirkt alles noch Folgende tatsächlich noch hanebüchener und unglaubwürdiger als der vorangegangene Teil, derweil auch die wenigen und spärlichen Effekte so dermaßen mies animiert sind, dass man davon ausgehen muss, das Budget von rund zehn Millionen Dollar wird sicherlich zu großen Teilen für das Catering oder dergleichen draufgegangen sein, denn für gescheite Spezialeffekte hat es ganz offensichtlich nicht gelangt, so dass American Heist hier ehr wirkt wie eine schlachte TV-Produktion, zumal man sich die – Achtung, Mini-Spoiler – Szene mit dem Helikopter auch schlicht hätte schenken können. Nein, hier stimmt leider so ziemlich gar nichts und Spannung will zu keiner Zeit aufkommen, während man sich noch zu zwingen versucht, über all die Verfehlungen und Logiklöcher, das unerklärliche Verhalten der Figuren und ihr aussichtsloses Vorhaben hinwegzusehen, was leider zum Scheitern verurteilt ist, denn dieser Machwerk schafft es wirklich nur in den allerwenigsten Momenten, auch nur annähernd wie ein ernstzunehmender Film zu wirken.

Fazit & Wertung:

Sarik Andreasyans American Heist würde gern die packende Geschichte zweier Brüder sein, die Geschichte eines spektakulären Banküberfalls, doch die Unfähigkeit aller handelnden Figuren, ihr in keiner Weise nachvollziehbares Verhalten, ein durch und durch generischer, einfalls- und überraschungsloser Plot, gepaart mit einer Menge Leerlauf und schlechten Effekten, lassen ihn zu einem der überflüssigsten und – mit Verlaub – dämlichsten Filme der letzten Jahre werden, der nicht nur für Hayden Christensen und Adrien Brody einen der Tiefpunkte ihrer Karriere darstellen dürfte.

2,5 von 10 groben Schnitzern beim Banküberfall

American Heist

  • Grobe Schnitzer beim Banküberfall - 2.5/10
    2.5/10

Fazit & Wertung:

Sarik Andreasyans American Heist würde gern die packende Geschichte zweier Brüder sein, die Geschichte eines spektakulären Banküberfalls, doch die Unfähigkeit aller handelnden Figuren, ihr in keiner Weise nachvollziehbares Verhalten, ein durch und durch generischer, einfalls- und überraschungsloser Plot, gepaart mit einer Menge Leerlauf und schlechten Effekten, lassen ihn zu einem der überflüssigsten und – mit Verlaub – dämlichsten Filme der letzten Jahre werden, der nicht nur für Hayden Christensen und Adrien Brody einen der Tiefpunkte ihrer Karriere darstellen dürfte.

2.5/10
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American Heist ist am 08.09.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Ascot Elite erschienen.

DVD:

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