Review: Ray Donovan | Staffel 2 (Serie)

Unermüdlich bloggt der Blogger und deshalb kommt hier pünktlich zum Wochenende meine neueste Serien-Kritik zu Ray Donovan, der mir spätestens nach jetzt zwei Staffeln schon richtiggehend ans Herz gewachsen ist. Unbedingt anschauen!

Ray Donovan
Staffel 2

Ray Donovan, USA 2013- , ca. 55 Min. je Folge

Ray Donovan | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Serienschöpfer:
Ann Biderman
Showrunner:
Ann Biderman

Main-Cast:
Liev Schreiber (Ray Donovan)
Paula Malcomson (Abby Donovan)
Jon Voight (Mickey Donovan)
Eddie Marsan (Terry Donovan)
Dash Mihok (Bunchy Donovan)
Steven Bauer (Avi)
Katherine Moennig (Lena)
Pooch Hall (Daryll)
Kerris Dorsey (Bridget Donovan)
Devon Bagby (Conor Donovan)
in weiteren Rollen:
Vinessa Shaw (Kate McPherson)
Hank Azaria (Ed Cochran)
Wendell Pierce (Ronald Keith)
Michael McGrady (Frank Barnes)
Brooke Smith (Frances)
Denise Crosby (Deb)
Sherilyn Fenn (Donna Cochran)
Andrea Bogart (Megan Volchek)
Kip Pardue (FBI Agent Volchek)
Eion Bailey (Steve Knight)
Octavius J. Johnson (Marvin Gaye Washington)
William Stanford Davis (Potato Pie)
Elliott Gould (Ezra Goodman)
Austin Nichols (Tommy Wheeler)
Ambyr Childers (Ashley Rucker)

Genre:
Drama | Krimi | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Ray Donovan | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Kaum ist Ray der Meinung, sein Leben könne sich nun, da Mickey nach Mexiko verschwunden ist, langsam wieder normalisieren, erscheint FBI-Direktor Ed Cochran auf der Bildfläche und fordert Ray auf, Mickey zurückzuholen, war dieser schließlich in den Mord an Sully Sullivan verwickelt, derweil es sich das FBI nicht leisten kann, einen Mitwisser unkontrolliert auf freiem Fuß zu lassen. Notgedrungen macht sich Ray auf den Weg nach Mexiko und muss wieder einmal seine Frau Abby versetzen, die damit begonnen hat, den mürrischen Ray zur Eheberatung zu schleifen. Die Probleme nehmen allerdings erst ihren Anfang, als Cochran sich dazu entschließt, Mickey unter dem Vorwand von Bewährungsauflagen in L.A. zu belassen, wo er ihn schön im Blick hat, denn das Enfant terrible stiftet natürlich prompt Unfrieden unter den Donovans.

Die ohnehin schon prekäre Lage spitzt sich aber erst richtig zu, als Kate McPherson, eine Reporterin des Boston Globe, sich nach L.A. begibt, um die wahren Umstände von Sullivans Tod herauszufinden, wobei sie natürlich auch an Mickey gerät, der in seiner opportunistischen Art natürlich versucht, Vorteil aus der Lage zu ziehen, zumal er sich von seinem Sohn und dem FBI hintergangen fühlt. Bunchy derweil bemüht sich einen Job zu finden, während Terry noch immer nicht über Frances hinweg zu sein scheint. Rays Tochter Bridget beginnt sich alsbald wieder mit Marvin zu treffen, auf den auch der Rap-Star Cookie Brown ein Auge geworfen zu haben scheint, derweil sich Ray in steter Folge darum bemüht, belastendes Material über Cochran zusammenzutragen, um den FBI-Direktor unter Kontrolle zu bekommen.

Rezension:

War ich nach der Sichtung der ersten Staffel Ray Donovan ja noch durchaus skeptisch, wie man die Geschichte um den aus South Boston stammenden Troubleshooter glaubhaft und sinnvoll weitererzählen könnte, ohne das es recht bald redundant zu werden drohe, da der alles überspannende Konflikt zwischen Ray und seinem Vater Mickey, dargestellt von dem großartigen Jon Voight, zumindest grob gelöst zu sein schien, doch konnte mich Showtime schon in der ersten Folge Yo Soy Capitan (2.01) eines Besseren belehren, denn durch das Auftauchen des FBI-Direktors Ed Cochran – von dem nicht minder großartigen Hank Azaria verkörpert – , der ein berechtigtes Interesse daran besitzt, den Mord an Sully Sullivan aufzuklären und folglich von Ray fordert, seinen Vater aus Mexiko zurückzuholen, setzt sich ein die Staffel durchziehender Plot in Gang, der mich rundherum zu überzeugen wusste, zumal das Eis recht schnell merklich dünner zu werden scheint für alle Beteiligten ab dem Moment, als sich auch die Reporterin Kate McPherson (Vinessa Shaw) von Boston nach L.A. begibt, um Nachforschungen anzustellen.

Szenenbild aus Ray Donovan | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Derweil wird aber auch die Geschichte der anderen beiden Donovan-Brüder Terry und Bunchy weitererzählt, wobei sie aber – das muss man zugeben und das suggeriert ja auch schon der Serientitel Ray Donovan weiterhin spürbar die zweite Geige spielen. Nichtsdestotrotz kommen auch die zahlreichen familiären Konflikte, die in der vorangegangenen Staffel bereits angedeutet worden sind, auch hier wieder vermehrt aufs Trapez und mehr denn je muss sich Ray mit seinen inneren Dämonen auseinandersetzen, zumal es immer noch den toten Priester gibt, während seine Frau Abby mittlerweile von seinem früheren Missbrauch weiß und die Familie an Rays Schweigen zu zerbrechen droht und er sich verzweifelt darum bemüht, seine sorgsam aufgebaute Existenz zu schützen und gleichsam seinem Moralkodex treu zu bleiben, der sicherlich zwar in vielen Punkten mehr als fragwürdig ist, nichtsdestotrotz aber ein nachvollziehbares Muster erkennen lässt.

Ganz allgemein gesprochen legt Ray Donovan aber allumfassend gehörig an Tempo zu und keine der Folgen muss sich den Vorwurf gefallen lassen, als bloßer Füller zu agieren, denn in wirklich jeder Episode strotzt es nur so vor einfallsreichen wie unerwarteten Wendungen, während sich die zahllosen Handlungsstränge immer wieder kreuzen und gegenseitig bedingen, was das erste Mal in der bisher besten Folge Mein krimineller Waschsalon (2.07) gipfelt, die – wie sicher nicht nur der Zufall so wollte –auch noch unter der Regie von Liev Schreiber selbst entstanden ist und vor dem Setting einer Familienfeier zu Conors sechzehntem Geburtstag all die vor sich hin brodelnden Geheimnisse, Intrigen und Missverständnisse kulminieren lässt und gleichsam den Charakter Ray Donovans in vielen Punkten in einem gänzlich neuen Licht erstrahlen lässt, während man sich sicher sein kann, dass nach dieser Folge vieles nicht mehr so sein wird, wie man es gewohnt war. Diese Vermutung bewahrheitet sich dann auch prompt in den weiteren fünf Folgen der zweiten Staffelhälfte, die mit The Captain (2.12) in ein Finale mündet, das sich kaum vor Schreibers Episode zu verstecken braucht und insbesondere in der abschließenden Bildmontage so dermaßen viele offene Enden in sich vereint, Fragen aufwirft und die Spannung schürt, dass man am liebsten direkt mit der nächsten, dummerweise erst im Juli 2015 in Amerika begonnenen dritten Staffel fortfahren möchte, denn diesmal gibt es kein Vertun, dass es dort mehr als genügend Zündstoff für weitere packende Geschichten geben wird.

Szenenbild aus Ray Donovan | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Einzig der Plot um die bereits in der ersten Staffel von Ambyr Childers verkörperte Ashley Rucker und ihren neuen Freund, den Medienguru Steve Knight (Eion Bailey), der in der Folge Viagra (2.06) in Gang gesetzt und sich sporadisch bis zum Staffelfinale durchzieht, wusste mich leider nicht gänzlich zu überzeugen, denn auch wenn ich das erneute Auftauchen einzelner Figuren und sich daraus ergebende Rückbezüge auf frühere Staffeln grundsätzlich begrüßenswert finde, hätte man speziell mit der Figur des Steve Knight einiges mehr anfangen können, als ihn – und damit aber auch die Figur der Ashley – in diesem nur rudimentär ausgebarbeiteten Subplot zu verheizen. Ähnlich ergeht es Kip Pardue in seiner Rolle als FBI-Agent Volchek, der in enger Beziehung zu Ed Cochran steht, im Kontext der Serie und trotz seiner Bedeutung für den Plot aber doch herzlich wenig zu tun bekommt. Umso erstaunlicher, dass diese offenkundigen Mängel in der Dramaturgie die Staffel an sich aber kaum tangieren, so überzeugend, packend, trockenhumorig, einfallsreich und zuweilen tragisch sind all die anderen Geschehnisse, welche die Autoren sich auch diesmal haben einfallen lassen und Ray Donovan damit eine Staffel spendiert haben, die den mitunter jüngsten Spross der Showtime-Familie ein gehöriges Stück in Richtung Serienolymp katapultieren.

Fazit & Wertung:

Wusste mich die erste Staffel Ray Donovan schon vollends zu überzeugen, legt die Serie in ihrem zweiten Jahr noch einmal einen gehörigen Zahn zu und weitet nicht nur den schwelenden Familienkonflikt der Donovans weiter aus, sondern punktet ganz allgemein mit einer Vielzahl stimmig konzipierter und sich geschickt miteinander verbindender Plots, während sich neben nicht vorhandenen Spannungseinbrüchen unter den Einzelepisoden zwei echte Highlights finden, die voller Spannung die dritte Staffel erwarten lassen. Der rundherum gelungene und hochkarätige Cast ist da noch das Tüpfelchen auf dem i.

9 von 10 unkonventionell und halblegal entschärften Situationen

Ray Donovan | Staffel 2

  • Unkonventionell und halblegal entschärfte Situationen - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Wusste mich die erste Staffel Ray Donovan schon vollends zu überzeugen, legt die Serie in ihrem zweiten Jahr noch einmal einen gehörigen Zahn zu und weitet nicht nur den schwelenden Familienkonflikt der Donovans weiter aus, sondern punktet ganz allgemein mit einer Vielzahl stimmig konzipierter und sich geschickt miteinander verbindender Plots, während sich neben nicht vorhandenen Spannungseinbrüchen unter den Einzelepisoden zwei echte Highlights finden, die voller Spannung die dritte Staffel erwarten lassen. Der rundherum gelungene und hochkarätige Cast ist da noch das Tüpfelchen auf dem i.

9.0/10
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Sende

Episodenübersicht: Staffel 2

01. Yo Soy Capitan (9/10)
02. Donovans entschuldigen sich nicht (8,5/10)
03. Das Haus ihrer Träume (8,5/10)
04. Vier-Komma-Sechs (9/10)
05. Die reinste Pest (9/10)
06. Viagra (8,5/10)
07. Mein krimineller Waschsalon (10/10)
08. Sunny (9/10)
09. Schneeflöckchen (9/10)
10. Der Super-Cop (8,5/10)
11. Klar Schiff (9/10)
12. The Captain (9,5/10)

 

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Ray Donovan | Staffel 2 ist am 03.09.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Paramount Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Ja, war wieder richtig gut, aber ich glaube doch, daß mir die 1. Staffel unterm Strich noch ein bißchen besser gefallen hat. Wobei man schon sagen muß, daß die 2. Staffel qualitativ deutlich gleichmäßiger ist, denn in der ersten Runde war die Steigerung von Anfang bis Ende der Staffel erheblich, während die zweite sich sehr konstant auf einem hohen Niveau bewegt (wie ja auch deine Einzelbewertungen zeigen). Das ist zwar natürlich grundsätzlich sehr lobenswert, aber ein wenig hat mir der Steigerungsbogen doch gefehlt. Und außerdem hatte meine Lieblingsfigur Avi leider ziemlich wenig zu tun. Aber gut, das dürfte sich in der 3. Staffel ja wohl ändern – nach diesem Finale …

    • Also bei mir rangieren beide Staffeln auf einem sehr ähnlichen Niveau, aber es stimmt, dass Staffel 2 einfach durchgehend gleichbleibendes Niveau bietet, während es sich in der ersten Staffel noch langsam steigert, ein „Steigerungsbogen“ hat mir aber auch hier nicht gefehlt, denn ich finde schon, dass die Ereignisse im Grunde ab 2.07, also dem Familienfest noch einmal an Fahrt aufnehmen mit dem Mord an […] und dem Selbstmord von […] und dem Zerwürfnis zwischen Ray und […], was dann in der finalen Folge doch recht ansprechend kulminiert (dir als Kenner der Staffel sollten die Auslassungen ja nichts ausmachen, oder!? – ich wollte da jetzt nicht unnötig spoilern).

      Und ja, Avi kommt zu kurz, genauso wie Lena, das ist nach zwei Staffeln schon sehr schade, weil man über die beiden nun wirklich kaum etwas erfährt und das, wo sie doch in Rays Leben eine so große Rolle spielen. Ich hoffe auch, dass da in Staffel 3 dann bitte endlich was kommt.

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