Review: Buffy – Im Bann der Dämonen | Staffel 6 (Serie)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

Buffy & Angel – Das Buffyverse

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Sonntags stelle ich euch an dieser Stelle ja gerne mal Buffy-Comics vor und das soll natürlich auch so bleiben, doch diese Woche, so habe ich mir überlegt, reden wir erst einmal über die sechste Staffel der Serie, damit es auch hier mal wieder voran geht, schließlich brenne ich schon darauf, mich dann demnächst irgendwann auch der achten, neunten, zehnten Staffel in Comic-Form widmen zu können. Bis dahin allerdings ist es noch ein weiter Weg, doch gehe ich mit dem Artikel ja wieder einmal einen Schritt in die richtige Richtung. Jetzt also erst einmal viel Spaß mit meinen Gedanken zu:

Buffy
Im Bann der Dämonen
Staffel 6

Buffy the Vampire Slayer, USA 1997-2003, ca. 42 Min. je Folge

Buffy - Im Bann der Dämonen | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Serienschöpfer:
Joss Whedon
Showrunner:
Joss Whedon

Main-Cast:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)
in weiteren Rollen:
Anthony Stewart Head (Rupert Giles)
Amber Benson (Tara Maclay)
Adam Busch (Warren Meers)
Tom Lenk (Andrew Wells)
Danny Strong (Jonathan Levinson)
Kali Rocha (Halfrek)
James C. Leary (Clem)

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

Trailer:

 

Inhalt:

Nach Buffys Tod bemühen sich Xander, Willow und die anderen nach Kräften, die Illusion aufrecht zu erhalten, dass die Jägerin noch am Leben sei und haben zu diesem Zweck gar den Buffy-Bot reaktiviert, der sie seither auf Patrouille begleitet, doch Willow ist fest davon überzeugt, es mithilfe magischer Kräfte zu schaffen, Buffy zurück ins Leben zu holen. Trotz zahlloser Widrigkeiten gelingt ihr das Unmögliche und die Jägerin kehrt aus dem Grab zurück, doch sichtlich mitgenommen und desorientiert. Zwar bessert sich ihr Zustand bald, doch gelingt es ihr kaum, die sie umfassende Lethargie und Melancholie abzuschütteln und erst gegenüber Spike macht sie ein Geständnis, von dem ihre Freunde nie etwas erfahren sollen. Derweil Buffy sich zurück ins Leben zu kämpfen versucht, planen Xander und Anya demnächst zu heiraten und Willows und Taras Beziehung gerät ins Wanken, als Willow immer öfter magische Kräfte einsetzt um teils profane Dinge zu erledigen und mehr und mehr in eine Sucht abzurutschen droht.

Szenenbild aus Buffy - Im Bann der Dämonen | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Dawn unterdessen fühlt sich vernachlässigt und ringt verzweifelt um Aufmerksamkeit, während Spike noch immer der Jägerin nachsteigt, die sich seit ihrer Erweckung merkwürdig verbunden zu dem untoten Vampir fühlt. Als wären dies nicht genug Probleme für ein ganzes Leben, tun sich Warren, Jonathan und Andrew zusammen, um als gefürchtetes Trio die Herrschaft über Sunnydale zu übernehmen und die Jägerin unschädlich zu machen. Zwar sieht keiner die drei zunächst als echte Bedrohung an, doch wird sich noch früh genug zeigen, welche Gefahr das auf den ersten Blick so lächerlich scheinende Trio für Buffy und ihre Freunde darstellt.

Rezension:

Wenn ich auch die sechste Staffel Buffy als eine der schwächeren in Erinnerung habe, muss ich nun nach erneuter Sichtung meine Meinung doch wohl dahingehend korrigieren, dass der Semi-Neustart beim neuen Sender doch überwiegend ziemlich geglückt ist. Natürlich ist das Trio eine der schwächsten und unaufgeregtesten Big Bad-Varianten, doch werden sie ja bekanntermaßen pünktlich zum sich ankündigenden Staffelfinale durch eine weitaus größere, überzeugendere Bedrohung ausgetauscht, verleihen der Staffel bis dahin aber auch eine bitter nötige Prise Humor, denn Buffys Rückkehr von den Toten geht natürlich nicht annähernd so spurlos an ihr vorüber, wie man das aus anderen Serien gewohnt wäre, während sie sich andererseits als fiese Oberschurken – Nein, Erz-Nemesis-is-is – auch oft angenehm zurücknehmen, um der diesmal noch deutlich offensiver auf Drama ausgerichteten Staffel und den daraus resultierenden Handlungsbögen den nötigen Raum zur Entfaltung zu bieten.

Szenenbild aus Buffy - Im Bann der Dämonen | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Denn mit dem Wechsel von The WB zu UPN (die dann wiederum Jahre später – 2006 – witzigerweise zu The CW fusioniert haben) geht nicht nur aufgrund des Todes von Buffy und ihrer Wiedererweckung ein Wechsel vonstatten, der die gesamte Staffel merklich durchzieht, denn nicht länger stehen eben böse Dämonen und fiese Vampire im Vordergrund, sondern mehr denn je die Scooby Gang selbst, weshalb sich große Teile der sechsten Buffy-Staffel einerseits Buffys Problemen widmen, die Rolle ihrer Mutter für Dawn zu übernehmen, für ihre kleine Schwester zu sorgen und sozusagen die Familie zu ernähren, worin auch begründet liegt, dass Giles sich alsbald nach England aufmacht, da er nicht länger mitansehen kann, wie sich Buffy im täglichen Leben auf ihn verlässt. Weitere große Plots sind die Verlobung und anstehende Hochzeit von Xander und Ex-Dämonin Anya sowie die Beziehung zwischen Willow und Tara, die durch Willows sich zunächst schleichend entwickelnde Sucht nach Magie auf eine harte Probe gestellt wird, was zuerst in Tabula Rasa (6.08) thematisiert wird und in Der Fluch der Zauberei (6.10) kulminiert.

Szenenbild aus Buffy - Im Bann der Dämonen | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Vor diesen Geschehnissen allerdings gilt es natürlich, zunächst einmal Buffy von den Toten zurückzuholen, was in Die Auferstehung Teil 1 und 2 (6.01/6.02) thematisiert wird und bereits großes emotionales Potential erkennen lässt, wenngleich auch Buffys wie entrückt wirkendes Verhalten schlussendlich erst in Noch einmal mit Gefühl (6.07) erklärt wird, der unbestritten großartigen wie einzigartigen Musical-Episode, die zu einem der Highlights der Serie gezählt werden darf, nicht nur, weil die Art und Weise noch bis heute einzigartig ist, sondern auch, weil es lange Zeit ein Traum von Joss Whedon war, was man auch daran merkt, dass er selbst für einen Großteil der Konzeption und Komposition der Lieder verantwortlich zeichnete und nicht zuletzt mit Standing, Walk Through the Fire oder auch Where Do We Go From Here? gleich mehrere Songs mit regelrechtem Ohrwurmcharakter geschaffen hat, wobei das Lob dafür selbstverständlich auch seinen Mit-Komponisten Christophe Beck und Jesse Tobias gebührt. Da gehört es schon beinahe nur zur Kür, dass sämtliche DarstellerInnen ihre Songs selbst singen und allesamt einen famosen Job machen, wenngleich Spike-Darsteller James Marsters wie auch Anthony Stewart-Head dank ihrer musikalischen Erfahrung aus der Masse herauszustechen wissen.

Von dieser Highlight-Folge und der daraus resultierenden Liaison zwischen Buffy und Spike sowie den sich anschließenden Beziehungsproblemen zwischen Willow und Tara ausgehend, rutscht die Staffel aber leider spätestens ab der Folge Geheimnisvolle Zutaten (6.12) qualitativ spürbar in Richtung oberes Mittelmaß, ebenso wie die Folgen zwischen dem überzeugenden Auftakt und der Musical-Episode überwiegend als Füller angesehen werden dürfen, während auch die unerwartete wie kurzzeitige Rückkehr von Riley in der Episode Überraschender Besuch (6.15) weitestgehend verschenkt wird. Insofern hat mich auch meine Erinnerung nicht getrübt, dass viele der Folgen leider hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben und sich Buffy trotz des dramatischen Potentials und der Neuausrichtung zuweilen schwertut auf dem neuen Sender, doch gibt es eben auch eine Vielzahl Folgen, die diese Schwächen durchaus aufzuwiegen wissen, denn spätestens mit Beginn des letzten Drittels der Staffel, initiiert durch die Höllische Hochzeit (6.16), läuft die Serie wieder zu Höchstform auf und direkt im Anschluss findet sich mit Zwei Welten (6.17) eine weitere Highlight-Folge, die das gesamte Buffyverse in Frage stellt und auch dem Zuschauer einen Spiegel vorzuhalten weiß, was er sich eigentlich in den vergangenen sechs Jahren angesehen hat, wenn Buffy an ihrer Realität zu zweifeln beginnt un sich willentlich und wissentlich gegen ihre Freunde in Sunnydale stellt in dem Glauben, es handele sich nur um Ausgeburten ihrer Fantasie. Wenngleich dieser Clou, dieser Ansatz nicht unbedingt neu sein mag, hat dieser Ansatz selten so gut funktioniert wie hier.

Szenenbild aus Buffy - Im Bann der Dämonen | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Doch damit nicht genug, wartet die bis dato gar nicht einmal so überdurchschnittlich gute Folge Warrens Rache (6.19) mit einem dermaßen schockierenden Ende auf, dass es beinahe an die letzte Minute von Auf Liebe programmiert (5.15) heranreicht und Initialzündung für ein drei Folgen umfassendes Finale liefert, das sicherlich seinesgleichen sucht und sich bis zu Der Retter (6.22) spannungsmäßig unerbittlich nach oben schraubt und in emotionaler Hinsicht ganz oben in der Liga der bisher durchweg großartigen Buffy-Finalepisoden mitspielt, vor allem aber auch Giles‘ Rückkehr nach Sunnydale mit sich bringt, bei dessen Wiederkehr man erst merkt, wie schmerzlich doch in dieser emotionalen Achterbahnfahrt von Staffel gefehlt hat, weshalb ich mehr als froh bin, zu wissen, dass er in der sich hieran anschließenden finalen (Fernseh-)Staffel wieder merklich mehr Screentime zugestanden bekommt.

Fazit & Wertung:

Nach einem fulminanten Auftakt versandet die sechste Staffel Buffy zwar kurzzeitig ein wenig im Mittelmaß und der geänderte Fokus zu mehr Drama funktioniert nicht vom ersten Augenblick an reibungslos, doch mit der kultigen Musical-Episode, die auch gleich noch mehrere Plot-Twists beinhaltet, nimmt die Serie wieder an Fahrt auf und schwingt sich spätestens in ihrem letzten Drittel zu neuen, schockierenden, ungleich düsteren Höhen auf, die ihresgleichen suchen, die Staffel im Nachhinein aber auch großartiger wirken lassen, als sie im nur mäßig mitreißenden Mittelteil gewesen ist.

8,5 von 10 gepfählten Vampiren

Buffy - Im Bann der Dämonen | Staffel 6

  • Gepfählte Vampire - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Nach einem fulminanten Auftakt versandet die sechste Staffel Buffy zwar kurzzeitig ein wenig im Mittelmaß und der geänderte Fokus zu mehr Drama funktioniert nicht vom ersten Augenblick an reibungslos, doch mit der kultigen Musical-Episode, die auch gleich noch mehrere Plot-Twists beinhaltet, nimmt die Serie wieder an Fahrt auf und schwingt sich spätestens in ihrem letzten Drittel zu neuen, schockierenden, ungleich düsteren Höhen auf, die ihresgleichen suchen, die Staffel im Nachhinein aber auch großartiger wirken lassen, als sie im nur mäßig mitreißenden Mittelteil gewesen ist.

8.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte

Episodenübersicht: Staffel 6

01. Die Auferstehung – Teil 1 (8,5/10)
02. Die Auferstehung – Teil 2 (8,5/10)
03. Gruß aus der Hölle (8/10)
04. Geld und andere Sorgen (7,5/10)
05. Die Zeitschleife (8/10)
06. Halloween – Die Nacht der Überraschungen (7/10)
07. Noch einmal mit Gefühl (10/10)
08. Tabula Rasa (9/10)
09. Alte Feinde, neue Freunde? (8,5/10)
10. Der Fluch der Zauberei (8/10)
11. Verschwunden (8/10)
12. Geheimnisvolle Zutaten (6,5/10)
13. Manipulationen (7,5/10)
14. Ein verfluchter Geburtstag (8/10)
15. Überraschender Besuch (6,5/10)
16. Höllische Hochzeit (8/10)
17. Zwei Welten (9,5/10)
18. Im Chaos der Gefühle (8,5/10)
19. Warrens Rache (9/10)
20. Wut (9/10)
21. Da waren’s nur noch zwei (9/10)
22. Der Retter (10/10)

 

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DVD:


  • Wer bei „Once More with Feeling“ James Marsters und Anthony Stewart Head (vollkommen zu Recht) musikalisch hervorhebt, der darf aber auch Amber Benson nicht vergessen! Wegen ihr ist übrigens „Under Your Spell“ mein allerliebster unter vielen Lieblingssongs dieser epischen Episode. :-)
    Ansonsten kann ich dir aus dem Gedächtnis heraus wieder einmal bei den meisten Punkten zustimmen. Ja, das Trio kann man als Staffel-Bösewicht lange Zeit nicht wirklich ernst nehmen (was aber von Whedon angesichts der späteren Entwicklungen durchaus sogar gewollt gewesen sein könnte …), aber dafür sind sie meistens wirklich amüsant. Und ja, Giles‘ weitgehende Abwesenheit schadet der Staffel definitiv. Und trotzdem habe ich Staffel 6 wahrscheinlich sogar als die emotionalste im Gedächtnis behalten dank zahlloser ebenso unvorhersehbarer wie unvergeßlicher Szenen vor allem in der zweiten Staffelhälfte. Hachja … alleine, wenn ich darüber nachdenke, vermisse ich die Serie schon wieder tierisch (ebenso wie „Angel“). *schnief*

    • Ja okay, stimmt, Benson singt schon toll, aber im Gegensatz zu dir hat mich „Under Your Spell“ so gar nicht gepackt, vielleicht habe ich deshalb versäumt sie zu erwähnen…

      Ich hatte die Staffel eben gar nicht so emotional im Gedächtnis und war dann umso erstaunter, als sich die Erinnerung langsam einstellte. Und immerhin ein Gutes hat Giles‘ Abwesenheit immerhin, denn dadurch wird sein Auftritt zum Staffelfinale hin noch viel großartiger. Du und wenn du die Serie so vermisst, dann nimm dir doch auch die Zeit für eine Wiederholungssichtung. Ich habe es bisher nicht bereut 😉

      • Ich bleibe ja sowieso immer wieder mal bei den sixx-Ausstrahlungen der beiden Serien hängen (das „Angel“-Finale habe ich mir zuletzt sogar noch mal komplett angeschaut); aber für einen kompletten Rewatch in der Originalfassung von DVD – die Komplett-Boxen besitze ich längst – gibt es „leider“ einfach zu viele potentiell geniale Serien, die ich NOCH NIE gesehen habe (z.B. „The Wire“, „Oz“, „The Shield“, „Babylon 5″, „Damages“) und die deshalb bei einem entsprechenden Zeitfenster Vorrang hätten …

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