Review: Star Wars: Bewegliches Ziel | Cecil Castellucci | Jason Fry (Buch)

Das Star Wars Universum

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Noch immer kränkelnd, befinde ich mich zumindest wieder auf dem aufsteigenden Ast, denn nicht nur kann ich mittlerweile wieder ganz gut lesen, was mir, wenn es mir so richtig mies geht, dank mangelnder Konzentration wirklich schwerfällt, sondern auch kann ich wieder schreiben, was man darin sieht, dass ich heute immerhin vom Bett aus den Artikel beenden konnte, den ich eigentlich schon gestern hätte veröffentlichen wollen. Und damit verziehe ich mich dann auch direkt wieder aus dem Internet und mümmel lieber noch ein wenig vor dem Fernseher.

Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht

Star Wars
Bewegliches Ziel
Ein Prinzessin Leia Abenteuer

Star Wars: Moving Target: A Princess Leia Adventure, USA 2015, 235 Seiten

Star Wars: Bewegliches Ziel - Ein Prinzessin Leia Abenteuer | © Panini
© Panini

Autoren:
Cecil Castellucci
Jason Fry
Übersetzer:
Andreas Kasprzak

Verlag (D):
Panini Books
ISBN:
978-3-833-23197-1

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

„Also gut, ich kapituliere“, sagte sie anschließend und bedeutete dem Droiden einzutreten. „Wo soll ich beginnen? Nein, vergiss es. Du hast von Pflicht gesprochen. Wie es der Zufall so will, habe ich auch gerade über Pflichtbewusstsein nachgedacht – über eine Lektion, die ich vor vielen Jahren gelernt habe. Und ich denke, jedes Mitglied des Widerstands täte gut daran, sich diese Lektion zu Herzen zu nehmen.“

Nach der Niederlage auf dem Eisplaneten Hoth stand es schon nicht zum Besten um die Rebellenallianz, doch leisteten sie dem übermächtig scheinenden Imperium noch immer erbitterten Widerstand. Dann allerdings tauchen Pläne auf, die erschreckende Ähnlichkeit mit dem erst vor kurzer Zeit von Luke Skywalker zerstörten Todesstern aufweisen und die Führungsriege der Rebellen um Mon Mothma plant, die gesammelten Streitkräfte in Richtung des Waldmondes Endor zu bewegen, wo der neue, verbesserte Todesstern sich im Bau befindet, denn sollte die Kampfstation erst einmal fertiggestellt sein, würde es keine Möglichkeit mehr geben, sie zu zerstören.

Prinzessin Leia, die noch immer um Han trauert, der mittlerweile längst tot sein könnte, stellt ihre persönlichen Gefühle dennoch hintenan und beschließt, sich mit einer kleinen Gruppe Rebellen aufzumachen, um am anderen Ende der Galaxis falsche Signale in Umlauf zu bringen und so das Imperium auf eine falsche Fährte zu führen, gilt sie schließlich als letzte Überlebende des Hauses Organa von Alderaan längst als ein Symbol für Freiheit und Widerstand. Ihre Crew-Mitglieder derweil ahnen nicht, dass sie die Rekruten, die sie mit dem Signal zu erreichen versuchen, wissentlich in Gefahr bringen und auch Leia hat schwer an dieser Bürde zu tragen…

Rezension:

Nach dem ersten im Rahmen des neuen Star Wars-Kanon veröffentlichten Comic-Sonderband Prinzessin Leia widmet sich nun auch Bewegliches Ziel – der erste Band der Franchise-Offensive Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht – der wohl berühmtesten Vertreterin des Hauses Organa. Angesiedelt nach den Geschehnissen in Episode V, ist Han längst in Carbonit eingeschlossen und von Boba Fett verbracht worden, doch ehe sich Leia einer möglichen Befreiungsaktion widmen könnte, tauchen erste Bilder des neuen, zweiten Todessterns auf und um zu ermöglichen, dass sich die gesammelten Streitkräfte der Rebellen in der Nähe des Waldmondes Endor versammeln können, begibt sich Leia gemeinsam mit dem Sullustaner und ehemaligen Schmuggler Nien Numb auf eine Ablenkungsmission, wird zum beweglichen Ziel als eine der meistgesuchten Personen der Galaxis und versucht so, dass Imperium von den eigentlichen Zielen der Rebellenallianz abzulenken.

Als sie die TIE-Jäger entdeckten, war es bereits zu spät.
Prinzessin Leia Organa wusste nicht einmal den Namen des Systems, durch das sie gerade flogen – es war kaum mehr als eine kleine, trübe Sonne, ein hellvioletter Gasriese und ein riesiges Feld aus Felsen und Staub, die die Gravitation nicht zu einem Planeten hatte zusammenpressen können.

Aufhänger für die Geschichte ist derweil der Protokolldroide PZ-4CO, der in etwa um den Zeitraum von Episode VII herum von der gealterten Leia fordert, endlich mit der Aufzeichnung ihrer Memoiren zu beginnen, woraufhin sie ihm besagte Geschichte erzählt, die nicht nur ihre moralische Integrität auf eine harte Probe gestellt, sondern sie auch an den Kern und das Wesen der Rebellenallianz erinnert hat, schließlich ist ihre Aufgabe nicht gerade einfach und wenn man bedenkt, dass das Ablenkungsmanöver unbedarfte Rebellen-Sympathisanten in akute Gefahr zu bringen droht – versucht das Team um Leia schließlich ganz offensiv, zumindest ein Stück weit die Aufmerksamkeit des Imperiums zu erringen – , so dass sich ihr des Öfteren die Frage stellt, inwieweit derartige Kollateralschäden in Kauf zu nehmen sind, um dem eigentlichen Ziel zu dienen. Abgesehen vom jeweils recht knapp bemessenen Prolog und Epilog erfährt man in Bewegliches Ziel nicht wirklich viel, was in Richtung des neuen Films deuten würde, bekommt aber zumindest einen Eindruck davon, wie es Leia zu diesem Zeitpunkt geht. Allerdings muss man schon sagen, dass die kurzweilige Story auch ohne den Aufhänger funktioniert hätte, wenngleich es schön ist zu sehen, wie man sich seitens Disney bemüht, den Bogen von der alten, heißgeliebten, „klassischen“ Trilogie zu der bald erscheinenden Fortsetzung zu spannen versucht. Nichtsdestotrotz fällt das Buch in dieser Hinsicht längst nicht so informativ aus, wie sich das manch einer womöglich wünschen würde.

Hinzu kommt, dass es sich bei Bewegliches Ziel um ein originär als Young Adult Novel vermarktetes Buch handelt, weshalb man sich hier keine literarischen Höhenflüge erwarten sollte, doch der Stil gefällt, wenn er auch oft recht knapp an Worten daherkommt und sparsam mit Szenen- und Ortsbeschreibungen umgeht, ebenso wie manche Situation im Verlauf der Erzählung doch nur allzu schnell abgehandelt oder gar gleich ganz ausgespart wird, was zwar ab und an zu leichten Irritationen führt, aber auch den kurzweiligen Charakter des Buches unterstreicht, das man mit seinen rund 230 Seiten wirklich in Windeseile durchgelesen hat, ist die Schrift zudem schließlich nicht die allerkleinste und umfassen die Kapitel oft nur wenige Seiten. Außerdem, aber das soll keine Kritik, sondern ein hohes Lob sein, sind die insgesamt fünf Teile des Buches – Prolog, erster bis dritter Teil sowie Epilog – noch einmal durch jeweils zwei Doppelseiten sichtbar voneinander abgegrenzt, wobei eine der Doppelseiten jeweils reserviert ist für eine Zeichnung von Phil Noto, dessen künstlerisches Talent man auch auf dem Cover des Bandes bewundern kann, von dem ich euch hier an dieser Stelle aber auch bereits zwei Mal in Zusammenhang mit Black Widow vorgeschwärmt habe, da er für optische Umsetzung dieser Comics ebenfalls verantwortlich zeichnet. Sicherlich gehen da noch einmal einige Seiten verloren und die Geschichte ist im Endeffekt noch einmal weit knapper und stringenter erzählt, als man es, wenn man das Buch in der Hand hält, vermuten würde, doch sind Notos Zeichnungen eben auch in meinen Augen wahnsinnig schön geraten und werten den Gesamteindruck für mich noch einmal merklich auf.

Leia wandte den Blick ab. Sie musste sich zwingen, die geballten Fäuste zu öffnen, ruhig ein- und auszuatmen, und als sie Aymeric wieder anblickte, war ihr Gesicht völlig emotionslos. Sie nickte. Sein gebellter Befehl an den Navigator drang kaum zu ihr durch, ebenso wenig der Anblick der Sterne, die sich in Streifen verwandelten, als die Angedenken im Hyperraum verschwand und den zum Untergang verdammten Blockadebrecher seinem Schicksal überließ.

Mich persönlich wusste Bewegliches Ziel zu überzeugen, zumal mir wohl bewusst war, dass man auch hier keine bahnbrechenden Neuigkeiten zu der Saga erwarten kann, doch gemeinsam mit der Wiederholungssichtung der alten Teile und den zahllosen Querverweisen im Buch sowie den einrahmenden Prolog und Epilog stimmt der Band eben auch vortrefflich ein, um jetzt ja schon gar nicht mehr ganz so lange Das Erwachen der Macht herbeizusehnen und einen zwar zaghaften, doch eben auch durchaus soliden Grundpfeiler für den neuen Kanon an begleitenden Büchern und Comics zu schaffen, dem sich in den nächsten Monaten noch drei weitere – in ihrer Aufmachung sehr ähnliche – Bände anschließen werden, die sich dann wiederum Luke, Han & Chewie sowie den Charakteren des neuen Films widmen werden. Also lasst euch nicht abschrecken davon, dass es ein Roman für Jugendliche ist (oder sein soll), sondern betrachtet es lieber als unterhaltsame wie temporeiche Novelle mit einer Handvoll wunderschöner Zeichnungen, die durchaus die Wartezeit zu verkürzen imstande ist und dank schmissiger Schreibe und immer wieder aufblitzendem Humor für ein paar vergnügliche Stunden sorgt.

Fazit & Wertung:

Das von Cecil Castellucci und Jason Fry verfasste Abenteuer Star Wars: Bewegliches Ziel vermag weder das Rad neu zu erfinden noch die Saga nachhaltig zu bereichern oder zu verändern, doch Kurzweil und ansprechende Optik lassen dies schnell vergessen, dient der Band schließlich zuvorderst auch dem Zweck, sich auf den nächsten Teil der Sternen-Saga einzustimmen, was ihm wiederum vortrefflich gelingt. Nichtsdestotrotz gelingt es Castellucci und Fry hier zudem, einige inhaltliche Lücken und offene Fragen die ursprüngliche Trilogie betreffend auszumerzen.

7,5 von 10 brenzligen Situationen auf der Flucht vor dem Imperium

Star Wars: Bewegliches Ziel

  • Brenzlige Situationen auf der Flucht vor dem Imperium - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Das von Cecil Castellucci und Jason Fry verfasste Abenteuer Star Wars: Bewegliches Ziel vermag weder das Rad neu zu erfinden noch die Saga nachhaltig zu bereichern oder zu verändern, doch Kurzweil und ansprechende Optik lassen dies schnell vergessen, dient der Band schließlich zuvorderst auch dem Zweck, sich auf den nächsten Teil der Sternen-Saga einzustimmen, was ihm wiederum vortrefflich gelingt. Nichtsdestotrotz gelingt es Castellucci und Fry hier zudem, einige inhaltliche Lücken und offene Fragen die ursprüngliche Trilogie betreffend auszumerzen.

7.5/10
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Star Wars: Bewegliches Ziel – Ein Prinzessin Leia Abenteuer ist am 14.10.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

  • Wenn das Buch wirklich von Stephen Fry wäre, wie du im „Fazit“ schreibst, dann würde ich es sofort kaufen. 😉

    • So viel zum Thema „ich-bin-zwar-krank-aber-den-Artikel-mach-ich-jetzt-noch-fertig“. Da sieht man mal was dabei rumkommt 😀

      Aber ich mag solche Kommentare ja, zeigen sie mir schließlich auch, dass meine Artikel gelesen werden. Dann geh ich mal schnell in die Korrektur und ärgere mich derweil ein wenig, dass ich das Fazit in genau dieser Form auch überall bei Facebook etc. geteilt habe. Nunja…

      • Tja, es hat eben doch Vorteile, daß ich mich weigere, Facebook zu nutzen, denn das Problem an sich kenne ich natürlich auch nur zu gut. :-) Aber ich schätze, die meisten werden sowas sowieso überlesen. Hätte ich in dem Fall wahrscheinlich auch, wenn ich nicht zufällig großer Stephen Fry-Fan wäre (bei der Gelegenheit kann ich dir übrigens gleich mal seine Romane anempfehlen, die sind nämlich richtig gut – allerdings nicht wirklich als Krankheits-Lektüre geeignet, dafür sind sie zu komplex aufgebaut) …

        P.S.: Gute Besserung, versteht sich. 😉

      • Stimmt, die Vorteile eines Facebook-Verzichts sind nicht von der Hand zu weisen, das seh ich wohl ein. Naja gut, dann landet Stephen Fry wohl auf meiner jetzt schon ellenlangen To-Do-List 😉

        Und Danke fürs Gute Besserung wünschen, aber mittlerweile bin ich schon wieder recht fit und agil zum Glück, nur gestern, als ich noch kränkelnd im Bett lag, aber auf Biegen und Brechen diesen Artikel hier schreiben wollte, da hat sich dann dank kurzzeitiger Konzentrationsschwäche dieser Fehler eingeschlichen, ansonsten gehts schon wieder :-)

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