Review: Angel – Jäger der Finsternis | Staffel 3 (Serie)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

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Nachdem ich mich ja vergangene Woche schon dem siebten Band der Buffy Chroniken gewidmet habe, wurde es nun allerhöchste Zeit, auch Angel wieder meine Aufmerksamkeit zu schenken, denn bevor nicht die dritte Staffel dieser Serie durchexerziert worden ist, kann ich mich ja schlecht der finalen Buffy-Staffel widmen und darauf brenne ich schließlich, um dann demnächst irgendwann mit den mannigfaltigen Comics der beiden Serien beginnen zu können. Aber noch ist es ja nicht so weit und deshalb reden wir heute erst einmal über:

Angel
Jäger der Finsternis
Staffel 3

Angel, USA 1999-2004, ca. 42 Min. je Folge

Angel - Jäger der Finsternis | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Serienschöpfer:
Joss Whedon
David Greenwalt
Showrunner:
Joss Whedon
David Greenwalt

Main-Cast:
David Boreanaz (Angel)
Charisma Carpenter (Cordelia Chase)
Alexis Denisof (Wesley Wyndam-Pryce)
J. August Richards (Charles Gunn)
Amy Acker (Winifred ‚Fred‘ Burkle)
in weiteren Rollen:
Andy Hallett (Lorne)
Stephanie Romanov (Lilah Morgan)
Keith Szarabajka (Daniel Holtz)
Daniel Dae Kim (Gavin Park)
Mark Lutz (The Groosalugg)
Laurel Holloman (Justine Cooper)
Jack Conley (Sahjhan)
Julie Benz (Darla)
John Rubinstein (Linwood Murrow)
Vincent Kartheiser (Connor)

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror | Krimi

Trailer:

 

Inhalt:

Kaum sind Angel und Konsorten gemeinsam mit der von dort befreiten Fred aus der Dämonen-Dimension Pylea ins heutige Los Angeles zurückgekehrt, muss Angel die Nachricht von Buffys Tod zu verdauen versuchen, doch das Leben geht weiter und ebenso die Aufträge für Angel Investigations, denn eine Vielzahl Monster und Dämonen macht die Stadt wie seit eh und je unsicher. Doch Angels Leben wird bald schon gehörig aus der Bahn geworfen werden, als Darla erneut in sein Leben tritt und ihm eröffnet, schwanger zu sein, was – wie jeder weiß – eigentlich nicht möglich ist und die Sache nur umso unglaublicher macht, zumal eine Prophezeiung von der Geburt von Angels Sohn zu berichten weiß. Damit nicht genug, findet auch ein alter Bekannter aus Angels und Darlas Vergangenheit seinen Weg durch die Zeit bis in die Gegenwart: der rachsüchtige Daniel Holtz, der mit Hilfe des Dämons Sahjhan die Jahrhunderte hat überwinden können.

Szenenbild aus Angel - Jäger der Finsternis | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Noch bevor sein Sohn also überhaupt das Licht der Welt erblickt hat, ist Angel längst klar, dass er es als Abkömmling eines Vampirs mit Seele, noch dazu in einer uralten Prophezeiung erwähnt und mit einem Vampirjäger auf den Fersen nicht gerade leicht haben wird in der Welt und der vampirische Detektiv scheint mit dieser Vermutung recht zu behalten, denn als Connor – so der Name seines Sohnes – erst einmal in sein Leben getreten ist, beginnen die Ereignisse sich erst recht zu überschlagen, während fragwürdige Entscheidungen einen Keil zwischen die Team-Mitglieder von Angel Investigations zu treiben drohen. Und am Ende wird nichts mehr so sein wie zuvor…

Rezension:

Als ich seinerzeit mit der Wiederholungssichtung der nunmehr dritten Staffel von Angel begann, sah ich ihr bereits mit einem lachenden wie einem weinenden Auge entgegen, denn einerseits wusste ich, dass mit Amy Acker als Fred eine meiner absoluten Lieblingsfiguren des Buffy- und Angelverse nun endlich zum regulären Cast dazu stoßen würde – wurde sie schließlich bereits in den finalen vier Folgen der vorangegangenen Staffel als Figur eingeführt – , andererseits wusste ich eben auch, dass sich die Staffel zu großen Teilen um Angels Sohn Connor drehen würde, ein Plot, den ich zugegebenermaßen nicht in bester Erinnerung hatte, da sowohl der Säugling als auch der jugendliche Connor doch ein gewisses Nerv-Potential besessen habe, am ehesten vergleichbar mit der anfänglichen Ausrichtung von Michelle Trachtenbergs Dawn in der Mutterserie Buffy, doch stellte sich zumindest heraus, dass ich diesen Part hier wie da in schlechterer Erinnerung hatte als gedacht, zumal es durchaus einige Zeit dauert, bis dieser Teil der Storyline wirklich an Bedeutung gewinnt.

Szenenbild aus Angel - Jäger der Finsternis | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Das geht allerdings auch damit einher, dass insbesondere die ersten Folgen sich in großen Teilen darauf beschränken, einen immer wieder anders gearteten Fall der Woche zu offerieren, dabei zwar auch zaghaft die überspannende Geschichte weiter zu erzählen, aber anfänglich nicht recht aus dem Trott zu kommen, wenngleich beispielsweise gerade die Folge Billy (3.06) für sich genommen spannender und überzeugender geraten ist als die Rückkehr der schwangeren Darla in der darauffolgenden Episode Die Prophezeiung (3.07). Doch beinahe noch spannender als Darlas Rückkehr und ihre schlussendliche Wandlung ist Angels Widersacher Daniel Holtz, der ebenfalls in dieser Episode zum ersten Mal seine Aufwartung machen darf, wenngleich er bereits in der ansonsten recht durchschnittlichen Auftaktfolge Herzflattern (3.01) seinen ersten Auftritt absolvieren durfte. Mit Wiegenlied für eine Liebe (3.09) findet sich dann aber auch die erste Knallerepisode innerhalb der dritten Staffel und beschert Angel schlussendlich seinen Sohn Connor.

Vollkommen erwartungsgemäß konzentriert sich dann auch die hieran anschließende Episode Vaterfreuden (3.10) auf ebenselbige, doch wirkt der Mix aus dem überfürsorglichen Vater Angel und der mannigfachen Bedrohung durch unterschiedlichste, mal mehr, mal weniger dämonische Fraktionen relativ durchwachsen, zumal man schnell das Gefühl bekommt, selbst die Autoren würden dem Konzept mit dem Baby nicht recht vertrauen, denn bereits in der darauffolgenden Episode Die Qual der Wahl (3.11) gerät das Neugeborene recht schnell ins Hintertreffen, wobei auch hier für sich genommen die Folge ganz wunderbar funktioniert, denn einmal mehr werden Cordelias schmerzhafter und gefährlicher werdende Visionen thematisiert, die hier nun den Dämon Skip auf den Plan rufen, der Cordy in Form einer alternativen Realität einen Ausweg aus ihrem Dilemma aufzuzeigen versucht. Ein weiteres Highlight stellt dann recht bald die von Joss Whedon geschriebene und inszenierte Folge Liebe und andere Schwierigkeiten (3.13) dar, die nicht nur das emotionale Miteinander des Teams von Angel Investigations gehörig durcheinanderwirbelt und endlich zielführend voranbringt, sondern gleichsam das Leinwanddebüt von Summer Glau (Terminator S.C.C.) darstellt, die nur wenige Monate später zum Cast der kurzlebigen wie Kult gewordenen Whedon-Serie Firefly stieß.

Szenenbild aus Angel - Jäger der Finsternis | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Die mitunter beste Szene dieser einzigen von Joss Whedon selbst stammenden Episode der Staffel stellt dann aber dummerweise eine Traumsequenz von Wesley dar, in der er, also Alexis Denisof, mit Fred, sprich Amy Acker, Ballett tanzt, die ärgerlicherweise aus der Folge herausgekürzt worden ist, sich aber immerhin bei den Extras der DVD auf Dics 4 findet (oder natürlich bei YouTube). Der eigentliche Höhepunkt der Staffel ist damit auch eher dann erreicht, als Wesley die Prophezeiung um Angels Sohn entschlüsselt zu haben meint und in Eine Frage der Loyalität (3.15) einen umstrittenen Plan fasst, der in Das Tor zur Hölle (3.16) zur Ausführung kommt und weitreichende Konsequenzen mit sich bringt, die nicht nur den Rest der Staffel dominieren, sondern auch das vermeintlich unumstößliche Gespann der Freunde rund um Angel auf eine harte Probe stellen. Von diesen beiden Folgen ausgehend könnte man dann auch meinen, die Serie würde sich zu neuen Höhen aufschwingen, doch finden sich auch im letzten Drittel noch zwei eher durchwachsene Episoden, die den Gesamteindruck zu trügen imstande sind, so packend und schockierend die Entwicklungen innerhalb der Staffel als Ganzes betrachtet auch sein mögen.

Szenenbild aus Angel - Jäger der Finsternis | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

In den letzten drei Episoden stößt dann derweil noch der junge Vincent Kartheiser (Mad Men) zum Cast und wirbelt noch einmal den Status Quo gehörig durcheinander, um die Staffel schließlich in Heute und Morgen (3.22) in einem wahrhaft fiesen Cliffhanger enden zu lassen, der für die sich anschließende vierte Staffel große Umwälzungen und Veränderungen verspricht. So fragt man sich nicht nur, wie es sich künftig mit Angel und der Beziehung zu seinem Sohn verhalten wird, sondern auch, welche Rolle Cordelia in Zukunft spielen wird, die ausgehend von Die Qual der Wahl (3.11) innerhalb der Staffel eine gehörige Wandlung durchgemacht hat, die im Staffelfinale ihre Vollendung findet, während Wesley ebenso mit unerwarteter Härte und vermeintlicher Gefühlskälte beeindruckt, die man ihm vor den einschneidenden Ereignissen so nicht zugetraut hätte. Einzig die Rückkehr des Groosalugg in der zweiten Staffelhälfte wirkte nicht unbedingt glücklich und mehr wie ein notwendiges Plot Device, zumal der Part um ihn mit Einsam, Zweisam (3.14) die wohl schwächste Folge der Staffel mit zu verantworten hat. Dafür allerdings ist Wesleys und Gunns Buhlen um die Gunst von Fred einer der schönsten Einfälle der Staffel und entwickelt sich durchgehend organisch und harmonisch, zumal sowohl die Chemie zwischen ihr und Gunn als auch Wesley zu stimmen scheint und man sich lange Zeit fragen mag, ob und für wen sie sich entscheiden mag und was das für das Team als solches bedeuten wird.

Last but not least möchte ich aber auch Lorne nicht vergessen, der wie schon in Staffel 2 eine nicht gerade unbedeutende Nebenrolle hat und durch Ereignisse, die zur Schließung des Caritas führen, noch enger mit Angel Investigations verflochten ist, so dass er getrost zum Main-Cast der Staffel gezählt werden darf, wenn er hochoffiziell auch hier noch als Special Guest gehandelt wird. Alles in allem ist also auch die dritte Staffel Angel allerbeste Fernsehunterhaltung, doch einige durchwachsene Episoden und die zuweilen holprige Inszenierung im Fortgang der Ereignisse machen die Geschichte der dritten Season doch zu einer der schwächeren im Gesamtkontext der Serie, wenn ich sie auch weit schwächer in Erinnerung hatte, als sie sich letztlich präsentiert hat, zumal sie mit einer gehörigen Anzahl überzeugender Einfälle und differenziert charakterisierten Figuren wie eben etwa Daniel Holtz zu gefallen versteht.

Fazit & Wertung:

Für meinen Geschmack brauchte die dritte Staffel Angel doch vergleichsweise lange, um richtiggehend in Fahrt zu kommen, doch von dort ausgehend finden sich auch hier wieder zahlreiche Highlight-Episoden, zumal es die Drehbuchautoren verstehen, nahezu jeder der Figuren eine glaubhafte wie stimmige Entwicklung zuteilwerden zu lassen. Aufgrund einiger Füller-Episoden mit geradezu klassischer Monster-of-the-Week-Ausrichtung aber dennoch nicht eine der stärksten Staffeln einer dennoch noch immer uneingeschränkt empfehlenswerten (Kult-)Serie.

8 von 10 nächtlichen Streifzügen durch L.A.

Angel | Staffel 3

  • Nächtliche Streifzüge durch L.A. - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Für meinen Geschmack brauchte die dritte Staffel Angel doch vergleichsweise lange, um richtiggehend in Fahrt zu kommen, doch von dort ausgehend finden sich auch hier wieder zahlreiche Highlight-Episoden, zumal es die Drehbuchautoren verstehen, nahezu jeder der Figuren eine glaubhafte wie stimmige Entwicklung zuteilwerden zu lassen. Aufgrund einiger Füller-Episoden mit geradezu klassischer Monster-of-the-Week-Ausrichtung aber dennoch nicht eine der stärksten Staffeln einer dennoch noch immer uneingeschränkt empfehlenswerten (Kult-)Serie.

8.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte

Episodenübersicht: Staffel 3

01. Herzflattern (7,5/10)
02. Tödliche Visionen (8/10)
03. Meine alte Gang (7,5/10)
04. Der Geist des Marcus (8/10)
05. Fre(u)dlos (7,5/10)
06. Billy (8,5/10)
07. Die Prophezeiung (8/10)
08. Auf der Flucht (8/10)
09. Wiegenlied für eine Liebe (9/10)
10. Vaterfreuden (7,5/10)
11. Die Qual der Wahl (8,5/10)
12. Rätselraten (7,5/10)
13. Liebe und andere Schwierigkeiten (9/10)
14. Einsam, Zweisam (7/10)
15. Eine Frage der Loyalität (8,5/10)
16. Das Tor zur Hölle (9,5/10)
17. Vergebung (9/10)
18. Zahltag (7/10)
19. Preis der Magie (8/10)
20. Eine neue Welt (8/10)
21. Vater und Sohn (8/10)
22. Heute und Morgen (8,5/10)

 

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DVD:

  • Hachja, der Dämon mit dem furchterregenden Namen „Skip“ – wie könnte man den je vergessen … :-)

    • Wohl wahr, wohl wahr… Generell war die Staffel durchaus voller erinnerungswürdiger Szenen, aber irgendwie halt eben auch nicht immer 100% rund. Egal, immerhin Skip 😉

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