Review: Crossed 11: Wish you were here 4 (Graphic Novel)

Und weil das bis dato so schön lief mit den Comic-Reviews, kommt hier einfach noch eine, weil ich gerade eben so schön in Fahrt bin und speziell hinsichtlich dieser Reihe ja nun doch schon einige Monate hinterherhinke.

Crossed 11
Wish you were here 4

Crossed: Wish You Were Here TPB 4, USA 2014, 156 Seiten

Crossed 11: Wish You Were Here 4 | © Panini
© Panini

Autor:
Simon Spurrier
Zeichner:
Fernando Melek

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
keine ISBN

Genre:
Endzeit | Horror | Thriller | Drama

 

Inhalt:

Nachdem Shaky die Bewohner von Cava gegen die Driftflotte aufgewiegelt hat, was in einem beispiellosen Gefecht kulminierte, das auf beiden Seiten nicht wenige Opfer gefordert hat, könnte man meinen, es würde so etwas wie Ruhe auf dem Eiland einkehren, doch die mittlerweile infizierten Mitglieder der Driftflotte sind schneller zurück, als man hätte glauben können und Cava scheint dem Untergang geweiht. Mittlerweile ist vor allem aber den meisten Bewohnern der Insel klar, dass insbesondere Shaky für ihr Unglück verantwortlich ist und mehr als einmal bewusst und opportun Zwietracht und Zweifel gesät hat, weshalb sie ihn zu meiden, teils offen anzufeinden beginnen.

Und Shaky weiß, dass es die Wahrheit ist, ist sein Schicksal schließlich so eng mit seiner Vergangenheit verflochten, wie es außer ihm keiner der Bewohner ahnt. Und er weiß, dass es enden muss, irgendwie enden muss und das seine Geschichte sich ihrem Höhepunkt nähert, einer möglichen Katharsis oder auch einem blutigen Schluss ohne Auflösung. Doch das scheint mittlerweile schon fast nicht mehr wichtig zu sein, so viel Schuld, wie Shaky mittlerweile auf sich geladen hat…

Rezension:

Der zwei Bände zurückliegende dritte Teil von Wish you were here hat mir seinerzeit nach einem leichten Durchhänger dank des Einfalls mit der Driftflotte ja schon wieder ausnehmend gut gefallen und so ist es nur konsequent, dass die Taten der Bewohner von Cava und insbesondere Shaky nun hier im finalen Band Folgen nach sich ziehen, die das Leben auf der Insel für immer verändern werden, zumal Shaky wohl so viel Schuld auf sich geladen hat wie noch niemals zuvor. Auch hier fällt allerdings wieder auf, dass in der Gegenwart auf Cava eigentlich gar nicht einmal so viel passiert, denn wie schon gewohnt wird die Geschichte immer wieder für Rückblenden in Shakys Vergangenheit unterbrochen, die mal mehrere Seiten, mal nur einzelne Panels füllen, doch in Anbetracht dessen, welch wichtigen Stellenwert diese Geschichte schon in der Vergangenheit für die Geschehnisse der Gegenwart bereitgehalten hat, ist es nur konsequent und richtig, zu Ende zu erzählen, was sich zwischen Shaky und der Frau Gottes zugetragen hat, die ihn nun als Gefirmte so unerbittlich jagt.

Über das Ende wiederum darf man wieder geteilter Meinung sein, denn ich muss zugeben, dass ich mir hier etwas fulminanteres, brachialeres erwartet hätte als die leisen Töne, mit der Wish you were here zu Ende geht, doch immerhin wird auch hier noch einmal das Tagebuch-Konzept aufgegriffen, nach dem sämtliche Ausgaben der Reihe gestaltet worden waren, so dass man auch hier sagen muss, dass der Autor Simon Spurrier das schön zu Ende gedacht hat, denn das Konzept eines Ich-Erzählers findet sich ja nun nicht allzu selten in der Welt von Crossed, so dass der Tagebuch schreibende Shaky da schon beinahe als Novum bezeichnet werden konnte. Dennoch muss gesagt werden, dass die Geschichte sich zum Ende hin zieht und man sich manchmal des Gefühls nicht erwehren kann, hier hätten noch einige Seiten gefüllt werden müssen, denn gerade im letzten Drittel wird doch speziell eine Szene immer und immer wieder aufgegriffen und wiederholt, was man zwar als künstlerische Entscheidung deklarieren könnte, letztendlich aber nur dazu dienen mag, noch einmal ein paar Panels gutzumachen, die man anders nicht mehr zu füllen gewusst hätte.

Nichtsdestotrotz offeriert Crossed 11: Wish you were here 4 einen stimmigen Abschluss der bis dato längsten Erzählung aus Garth Ennis‘ Crossed-Universum, die zunächst als reiner Webcomic gestartet ist und nach und nach ihren Weg in vier Sammelbände gefunden hat, die nun insgesamt 96 Episoden umfassen. Nun, da die Geschichte in Gänze vorliegt, lässt sich aber auf alle Fälle festhalten, dass trotz manch schwächerem Part die Storyline in ihrer Gesamtheit zu überzeugen weiß und sich qualitativ in ähnlichen Regionen wie der ursprüngliche, initiale Run von Garth Ennis selbst, der den Grundstein für ein noch immer beispiellos wachsendes Franchise gelegt hat, dem sich vor einiger Zeit selbst Altmeister Alan Moore angeschlossen hat, indem er die Story zu Crossed+100 ersann, doch das, so heißt es doch so schön, ist eine andere Geschichte, von der ich euch aber sicher demnächst auch hier berichten werde.

Fazit & Wertung:

Simon Spurriers Crossed 11: Wish you were here 4 bildet trotz dezenter Längen und einem unnötig in die Länge gezogenen Schlussakt dennoch einen stimmigen Abschluss für die langlebige Geschichte um den opportunistischen Shaky, dem seine vielen Lügen und Intrigen nun schlussendlich zum Verhängnis zu werden drohen. Dramaturgisch nicht unbedingt der beste Band der Reihe, aber ein würdiger Abschluss, der weitaus enttäuschender hätte ausfallen können.

7,5 von 10 mit dem Kreuz gezeichneten Infizierten

Crossed 11: Wish you were here 4

  • Mit dem Kreuz gezeichnete Infizierte - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Simon Spurriers Crossed 11: Wish you were here 4 bildet trotz dezenter Längen und einem unnötig in die Länge gezogenen Schlussakt dennoch einen stimmigen Abschluss für die langlebige Geschichte um den opportunistischen Shaky, dem seine vielen Lügen und Intrigen nun schlussendlich zum Verhängnis zu werden drohen. Dramaturgisch nicht unbedingt der beste Band der Reihe, aber ein würdiger Abschluss, der weitaus enttäuschender hätte ausfallen können.

7.5/10
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Crossed 11: Wish you were here 4 ist am 18.08.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!



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