Review: Doctor Who: Der zehnte Doctor 1 – Herrschaft des Schreckens (Graphic Novel)

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Doctor Who

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Und wie ihr ja wisst, halte ich recht wenig davon, wenn schon mal Comics oder Graphic Novels zur Sprache kommen, nur eine läppische Review zum Thema zu veröffentlichen – zumal es sich hier echt noch um eine Nische handelt, die es im Vergleich zu beispielsweise Filmen schwer hat, ihr Publikum zu finden – , weshalb ich es mir auch heute nicht nehmen lasse, noch von einer weiteren Entdeckung zu berichten, denn nach einigen Verzögerungen hielt ich jüngst dann doch endlich meinen ersten Doctor Who-Comic in Händen und um den soll es hier nun also im Anschluss gehen. Nutze ich nur noch kurz die Gunst der Stunde, euch noch einen schönen Abend zu wünschen.

Doctor Who
Der zehnte Doctor 1
Herrschaft des Schreckens

Doctor Who – The Tenth Doctor #1-5, UK 2014, 132 Seiten

Doctor Who: Der zehnte Doctor - Herrschaft des Schreckens | © Panini
© Panini

Autor:
Nick Abadzis
Zeichner:
Elena Casagrande

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98287-2

Genre:
Science-Fiction | Fantasy | Abenteuer | Mystery

 

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zehnte Doctor - Herrschaft des Schreckens | © Panini
© Panini

Inhalt:

Neuerdings ohne Begleitung unterwegs, gerät der Doctor einmal mehr auf die Erde, genauer gesagt ins heutige Brooklyn, um dort eine Reihe merkwürdiger Entdeckungen zu machen, in deren Zentrum unter anderem auch die junge Gabby und der Waschsalon ihrer Familie stehen. Nachdem der Doctor Gabby unverhofft vor einem seltsamen Monster gerettet hat, heftet sich die neugierige junge Frau an dessen Fersen und sieht ihn im Sunset Park in einer blauen Telefonzelle – der TARDIS natürlich, wie Gabby aber selbstredend nicht weiß – verschwinden. Das allerdings soll nicht das einzige Zusammentreffen der beiden bleiben, denn der Doctor verfolgt die Spur der Phänomene bis zu dem besagten Waschsalon, wo Gabby ihn allerdings zunächst für einen Einbrecher hält.

Kaum aber hat der Doctor sich halbwegs erholt, sieht er sich genötigt, Gabby einzuweihen, mit welcher Art von Kraft und Wesenheiten sie es zu tun zu haben scheinen, denn nicht nur Brooklyn, nein, die gesamte Erde scheint in höchster Gefahr zu sein…

Rezension:

Nachdem Christopher Eccleston als neunter Doctor bereits nach einer Staffel der 2005 frisch reinkarnierten (Wortwitz, höhö) Serie durch David Tennant ersetzt worden ist, habe ich ja anfänglich doch sehr gefremdelt, doch im Laufe der drei Staffeln, die er den Doctor spielen durfte, wusste er mich doch mehr und mehr zu überzeugen und da ist es doch mehr als passend, dass man sich 2014 dazu entschieden hat, gleich drei Doctor Who-Comic-Reihen zu starten, deren erster Spross – der zehnte Doctor – nun eben dank Panini kürzlich auch (endlich!) seinen Weg zu uns nach Deutschland gefunden hat. Handlungstechnisch setzt Doctor Who: Der zehnte Doctor 1 kurz nach dem Weggang von Donna ein, weshalb der Doctor auch zunächst ohne Gefährtin daherkommt, doch übernimmt diesen Part in den Comics die eigens hierfür kreierte Gabby, der er in den ersten Heften im heutigen Brooklyn begegnet und sie – welch Überraschung – schlussendlich dazu einlädt, ihn auf seinen Reisen mit der TARDIS zu begleiten. In der Beziehung emanzipiert sich der Comic also gleich auf den ersten Seiten von der originären TV-Serie, wenngleich der Band an sich tatsächlich gespickt ist mit kleinen Anspielungen verbaler wie visueller Art, von denen ich sicherlich bei der ersten Sichtung noch längst nicht alle entdeckt haben dürfte.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zehnte Doctor - Herrschaft des Schreckens | © Panini
© Panini

Anders als zunächst gedacht, enthält der Herrschaft des Schreckens betitelte erste Band auch mitnichten nur eine umfangreiche Geschichte, sondern stattdessen zwei sich zwar aufeinander beziehende und aufeinander aufbauende, ansonsten aber in sich geschlossene Episoden, die einerseits aus drei, andererseits aus zwei Kapiteln, also Heften bestehen. Die erste Geschichte hält dann zunächst einmal dafür her, Gabby als Figur zu etablieren und sie mit dem Doctor bekannt zu machen, doch so stimmig sich das Ganze auch dank der Autorenschaft von Nick Abadzis gestaltet, wusste mich die Storyline leider nicht zu hundert Prozent zu überzeugen, vielleicht weil Gabbys Familie im Kontext der Erzählung um den Doctor für meinen Geschmack zu viel Raum zugestanden worden ist und der Plot nach anfänglichem Rätselraten dann doch recht stringent und überraschungsarm zu Ende gebracht worden ist, so faszinierend das Konzept der Pranavoren und Zerebravoren auch sein mag, denn wo in der Serie der Doctor auch gerne mal den Erklärbär gibt, kam mir dieser Aspekt hier wiederum etwas zu kurz, weshalb die titelgebende Story zwar sicherlich zu gefallen weiß, aber auch nicht wirklich vom Hocker haut.

Ganz anders allerdings verhält es sich mit dem hieran anschließenden Zweiteiler, der im Original den Titel The Arts in Space trägt, denn nicht nur beginnt dieser höchst ungewöhnlich als Tagebucheintrag von Gabby mit entsprechend auf knuffig getrimmten Zeichnungen, sondern ist auch vom Konzept her doch deutlich näher an der Serie und deren Geist, so dass hier auch anfänglich überhaupt nicht klar ist, auf welche Katastrophe der Doctor und seine frischgebackene Begleiterin zusteuern, während die Geschichte zwar ebenso stringent, dabei aber deutlich wendungsreicher und überraschender geschildert wird. So könnte man sagen, brauchte ich auch hier meine Zeit, um mit der Comic-Version des Doctors warmzuwerden, doch lässt insbesondere der zweite Part des Bandes Großes hoffen für die noch folgenden Geschichten, denn mit diesem Band ist es mitnichten vorbei mit Doctor Who: Der zehnte Doctor, sind nach den in diesem Band enthaltenen fünf Heften im Original schließlich bereits weitere zehn Hefte veröffentlicht worden, die allein schon zwei weitere Sammelbände versprechen, von den ebenfalls jüngst gestarteten Abenteuern des elften Doctors sowie dem demnächst erscheinenden ersten Band um den zwölften Doctor ganz schweigen.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zehnte Doctor - Herrschaft des Schreckens | © Panini
© Panini

Was bei derartigen Adaptionen aber auch immer eine nicht gerade unwichtige Rolle spielt, zumal man ja vielleicht sogar Käuferschichten jenseits des klassischen Comic-Lesers zu erreichen versucht, ist die Interpretation der Figuren in zeichnerischer Hinsicht und diesbezüglich liefert die Zeichnerin Elena Casagrande eine durchaus zufriedenstellende Leistung ab, denn auch wenn ihr der Look nebst Mimik/Gestik nicht unbedingt in jeder Szene gelingen mögen, wird sie damit im Verlauf der Geschichte(n) doch spürbar besser, wobei ihr selbstredend sein unverkennbares wie ikonisches Outfit dabei geholfen haben mag, ihn von Anfang an recht stimmig in Szene zu setzen. Doch auch davon abgesehen weiß ihr Stil zu gefallen und die einzelnen Panels sind ansprechend abwechslungsreich und dynamisch gestaltet, während sie aber erst in der zweiten Story so richtig mit ihrem Können auftrumpfen darf, wenn es darum geht, surreale Bildnisse zu visualisieren und vor allem aber auch, den Tagebuch-Look mit der eigentlichen Geschichte in Einklang und Symbiose zu bringen und in der Beziehung ist dieser Band so ungewöhnlich geraten wie lange kein Comic mehr, weshalb ich schon sehr gespannt darauf bin, was man von Abadzis und Casagrande in dieser Richtung noch erwarten darf, denn beide legen vom stimmigen Anfang zum faszinierenden Ende des Bandes eine beeindruckende Leistungssteigerung hin.

Fazit & Wertung:

Mit Herrschaft des Schreckens legt die jüngst gestartete Comic-Reihe Doctor Who: Der zehnte Doctor einen zweifelsohne überzeugenden Start hin, wenn auch die erste der enthaltenen Storylines beinahe schon konventionell zu nennen ist angesichts der teils überaus kuriosen Ideen innerhalb des Serien-Kosmos, doch steigern sich Einfallsreichtum und Unterhaltungswert doch enorm, weshalb der Band nicht nur eingefleischten Whovians zu empfehlen ist, sondern auch denen, die es noch zu werden gedenken. Allons-y!

8 von 10 Reisen quer durch das All und die Zeit

Doctor Who: Der zehnte Doctor 1 - Herrschaft des Schreckens

  • Reisen quer durch das All und die Zeit - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Mit Herrschaft des Schreckens legt die jüngst gestartete Comic-Reihe Doctor Who: Der zehnte Doctor einen zweifelsohne überzeugenden Start hin, wenn auch die erste der enthaltenen Storylines beinahe schon konventionell zu nennen ist angesichts der teils überaus kuriosen Ideen innerhalb des Serien-Kosmos, doch steigern sich Einfallsreichtum und Unterhaltungswert doch enorm, weshalb der Band nicht nur eingefleischten Whovians zu empfehlen ist, sondern auch denen, die es noch zu werden gedenken. Allons-y!

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Doctor Who: Der zehnte Doctor 1 – Herrschaft des Schreckens ist am 12.10.2015 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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