Nachdem ich bereits vor geraumer Zeit – genauer seit der 201. Ausgabe – dazu übergegangen bin, den Media Monday, der zuvor ja stets den Montag dominiert hat, bereits Sonntagabend online zu stellen, was nun aber eben auch zur Folge hat, dass montags hier in den seltensten Fällen etwas passiert. Da ichg erade aber einen so guten Lauf habe, mir vor allem aber für das neue Jahr vorgenommen habe, wieder stetiger, kontinuierlicher und strukturierter zu bloggen, fiel mir die Montagsfrage ein, an der ich mich vor mehr als anderthalb Jahren bereits einmal beteiligt hatte. Nutzen wir also die freie Kapazität am Montag, um die ebenfalls wöchentlich erscheinende Frage zu beantworten und euch so meine Lesegewohnheiten, -vorlieben, -spleens oder was auch immer näher zu bringen.

Montagsfrage Banner

Die aktuelle Montagsfrage findet sich beim Buchfresserchen und lautet in dieser Woche

Print oder eBook,
was bevorzugst du?

Die Frage mit einem Satz zu beantworten fiele mir wohl leicht, doch möchte ich gern ein wenig ausholen. Wie die meisten bin ich natürlich mit dem gedruckten Buch aufgewachsen und soweit ich zurückdenken kann, lese ich Bücher, verschlinge sie teils geradezu, hatte aber selbstredend auch immer Phasen, wo ich weniger gelesen habe, wobei das jetzt auf jeden Fall schon beinahe fünf Jahre zurückliegt, denn seitdem gibt es das Medienjournal bald ja schon. Und zum Lesen gehört für mich das Buch als Gegenstand, die Haptik, das Gefühl einfach dazu. Vor allem aber habe ich schon vor Jahren damit angefangen, mir eine mittlerweile immense Privat-Bücherei aufzubauen, weshalb ich auch nur in den allerseltensten Fällen ein Buch weiter- oder weggegeben habe. Da kommt dann bei mir so der Jäger und Sammler durch, ähnlich wie es sich eben auch bei Filmen, Serien und Comics verhält. Das allein ist schon ein Hauptgrund dafür, weshalb ich, so lange es mir irgend möglich sein wird, das gedruckte Buch vorziehen werde, denn ein eBook ins Regal zu stellen grenzt an Unmöglichkeit, wenn man nicht für jeden Roman einen neuen Reader erwerben möchte.

Während ich bei TV-Serien mittlerweile zwar halb notgedrungen bereit bin, auf Streaming-Dienste zurückzugreifen, ohne mir dann die Staffel-Box ins Regal stellen zu können (einfach weil die teils ja auch erst Jahre später erscheinen), verhält sich das bei Büchern grundlegend anders, denn digital einen Film zu konsumieren, ist eben eine völlig andere Baustelle, als ein digitales Buch zu lesen, denn während ich zwar in beiden Fällen mit den Augen „konsumiere“ kommt eben beim Buch noch angesprochenes Gefühl, die Haptik, die Wertigkeit hinzu. Gerade bei Büchern, die allerdings nur digital erhältlich sind, habe ich aber zumindest schon einmal den Versuch gewagt, doch anders als eben ein gedrucktes Buch, das mich vom Nachttisch aus anlächelt, werde ich einfach nicht mit dem Gedanken warm, dass sich in der Bibliothek meines iPads noch ein Buch befindet, das gelesen werden möchte, weshalb ich den einzigen Roman, den ich gezwungenermaßen als eBook erwerben musste, bis heute nicht ausgelesen habe. Dazu sei angemerkt, dass dies nun bestimmt schon zwei Jahre zurückliegt und definitiv nicht an dem Roman selbst gelegen hat.

Zwar ist mir objektiv bewusst, welche Vorteile eBooks mit sich bringen und ich weiß auch, dass meine Reisetasche oft deutlich schwerer ist mit ihren drei Büchern, als wenn ich einen Kindle oder ähnliches nutzen würde, die Möglichkeit reizvoll ist, mir den prozentualen Fortschritt im jeweiligen Buch anzeigen zu lassen, Absätze markieren, kopieren oder kommentieren zu können, auf Knopfdruck ein neues – zumeist auch geringfügig günstigeres – Buch meiner Sammlung hinzufügen zu können, die Schriftgröße, Helligkeit und was weiß ich nicht den jeweiligen Begebenheiten anzupassen, doch gehöre ich dem alten Schlag an, der nachts bei schlechtem Licht im Bett liegt mit Taschenbuch in der Hand und sich nicht vorstellen kann, all die großartigen und nicht so großartigen, dicken und dünnen, schweren und leichten Bücher aus der Hand zu geben, um sie durch einen profanen und unpersönlichen eReader zu ersetzen. Und ebenso wenig, wie ich dieses Feeling jemals missen möchte, käme es mir in den Sinn, meine private Bibliothek, Teil meines Lebenswerkes, verkümmern zu lassen, denn (um zum Schluss noch Cicero zu bemühen):

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele.