Review: True Blood | Staffel 7 (Serie)

So, damit hier keiner meint, hier würden nur noch erste Staffeln rezensiert werden, habe ich dann auch mal wieder eine Serie zu Ende gebracht und widme mich nun heute folglich der finalen Staffel von:

True Blood
Staffel 7

True Blood, USA 2008-2014, ca. 55 Min. je Folge

True Blood | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Serienschöpfer:
Alan Ball
Showrunner:
Alan Ball
Brian Buckner
Mark Hudis

Main-Cast:
Anna Paquin (Sookie Stackhouse)
Stephen Moyer (Bill Compton)
Sam Trammell (Sam Merlotte)
Ryan Kwanten (Jason Stackhouse)
Rutina Wesley (Tara Thornton)
Alexander Skarsgård (Eric Northman)
in weiteren Rollen:
Chris Bauer (Andy Bellefleur)
Kristin Bauer van Straten (Pam De Beaufort)
Amelia Rose Blaire (Willa Burrell)
Lauren Bowles (Holly Cleary)
Tara Buck (Ginger)
Anna Camp (Sarah Newlin)
Gregg Daniel (Reverend Daniels)
Nelsan Ellis (Lafayette Reynolds)
Ashley Hinshaw (Brigette)
Aaron Christian Howles (Rocky Cleary)
Joe Manganiello (Alcide Herveaux)
Noah Matthews (Wade Cleary)
Bailey Noble (Adilyn Bellefleur)
Jim Parrack (Hoyt Fortenberry)
Nathan Parsons (James)
Adina Porter (Lettie Mae Thornton)
Carrie Preston (Arlene Fowler)
Jurnee Smollett-Bell (Nicole Wright)
Deborah Ann Woll (Jessica Hamby)
Karolina Wydra (Violet)

Genre:
Drama | Horror | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus True Blood | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Während eines Festes vor Arlenes Bar – dem früheren Merlotte’s – kommt es bei einem Angriff der H-Vampire zu gleich mehreren Opfern innerhalb der Gemeinde von Bon Temps, die nach dem neuen Vorfall erneut erschüttert ist, zumal die Gemeinde schon länger in Angst und Schrecken vor den marodierenden Vampiren lebt und auch eine Handvoll Menschen von den Vampiren entführt worden sind, unter ihnen auch Holly und Arlene. Viele geben Sookie die Schuld an den jüngsten Ereignissen und sie für ihren Teil macht sich gemeinsam mit Alcide auf, mehr über die H-Vampire zu erfahren. Sam sieht sich zunehmend überfordert mit seiner Rolle als Bürgermeister der Stadt und sucht den Rat von Reverend Daniels, während Lettie Mae in alte Gewohnheiten zu verfallen droht. Derweil befindet sich Pam noch immer auf der Suche nach Eric, der bereits vor Monaten aus Shreveport verschwunden ist.

Rezension:

Das war sie also, die finale Staffel True Blood, deren Sichtung ich vielleicht unbewusst auch ein wenig hinausgezögert habe, wusste ich doch um die verhaltenen Reaktionen zur Staffel und speziell dem Finale, hat mich die Serie schließlich nun auch einige Jahre begleitet, so dass einem die Figuren doch sehr ans Herz gewachsen sind und speziell da ging Alan Balls Serienschöpfung seit je her in die Vollen, denn auch wenn die Serie anfänglich doch beinahe den Ruf hatte, auf den zugegebenermaßen trivialen Grundpfeilern von Sex, Blut und Gewalt zu fußen, hatte sie auch immer enormes dramatisches Potential, wartete mit viel Witz und Herz auf und hat im Laufe der Jahre das Figuren-Ensemble wie auch die Welt der/des Übernatürlichen stets behutsam erweitert. Dumm nur, dass man sich in dieser Beziehung in der letzten Staffel vollends verzettelt und die Autoren keinen rechten Plan gehabt zu haben scheinen, wie man all diese Geschichten zu einem stimmigen Ende bringen könnte, so dass bereits bevor der Vorspann der ersten Folge Angriff der H-Vampire (7.01) über die Mattscheibe flimmert, eine durchaus wichtige Figur das Zeitliche segnet, weil man wohl nicht wusste, was man über sie in dieser Staffel hätte erzählen können, was nicht grenzwertig redundant oder belanglos gewesen wäre, auch wenn der aus diesem Ableben resultierende Subplot in keiner Weise überzeugender geraten ist.

Szenenbild aus True Blood | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Überhaupt wirkte ja schon der im vorangegangenen Staffelfinale Radioaktiv (6.10) vollzogene Zeitsprung nicht gerade glücklich und so wenig es den Machern gelingt, all die Veränderungen, die sich im Verlauf dieser sechs Monate vollzogen haben, glaubhaft und erfahrbar zu machen, so fremd fühlt sich eben plötzlich der Mikrokosmos von Bon Temps an, weil man die meiste Zeit nicht wirklich weiß, woran man ist oder was man davon halten soll. So ist auch die große ach so gefährliche Vampirbedrohung auch nur so lange Thema, wie sie für den Plot relevant scheint und kommt beispielsweise in der zweiten Staffelhäfte, während derer man sich verzweifelt bemüht, auf Biegen und Brechen alles zu einem sinnvollen Abschluss zu bringen, quasi gar nicht mehr zur Sprache und das obwohl teils schreckliche Entdeckungen in Bezug auf die Supervampire gemacht worden sind. In punkto konsistentem Storytelling offenbart dann derweil wieder die Folge Ein gefährlicher Plan (7.03) einige Schwächen und schreibt zwei weitere Figuren relativ unmotiviert durch tragischen Tod aus dem Skript, während weitere Charaktere sich nach und nach darauf verlegen, Bon Temps verlassen zu wollen. Immerhin in der vierten und fünften Folge meint man aber immerhin manchmal den alten Charme der Serie aufblitzen zu sehen, wobei speziell der Aufhänger für Party in Bon Temps (7.05) reichlich an den Haaren herbeigezogen wirkt. Kurz am Rande bemerkt in diesem Zusammenhang sei auch, dass in keiner Weise aufgeklärt wird, wie Eric, den man zum Ende der letzten Staffel in den Bergen Schwedens in Flammen aufgehen sah, am Leben bleiben konnte, was man nun wirklich unter schlechtem Stil verbuchen kann.

Szenenbild aus True Blood | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Positiv hervorzuheben ist immerhin, dass in der finalen Staffel True Blood noch einmal so ziemlich alle bekannten Gesichter ihren mehr oder minder großen Auftritt haben dürfen, was insbesondere längst verstorbene Personen mit einschließt, doch dank Geisterwelt sowie seit jeher zahlreicher vorhandener Rückblenden ist es natürlich ein leichtes, von Nan Flanagan über den Magister, Terry Bellefleur sowie Niall Brigant (Rutger Hauer) bis hin zu der bereits in Staffel 1 verschiedenen Adele Stackhouse und last but not least natürlich ein letztes Mal Michael McMillian in seiner kultigen Rolle als Steve Newlin ins Feld zu führen. In dem Zusammenhang ist auch die Idee für Hoyts Rückkehr durchaus gelungen geraten, was auf den letzten Metern dazu führt, das alte prekäre Liebesdreieck zwischen ihm, Jason und Jessica wiederzubeleben, doch nimmt dies im Serienfinale natürlich unnötig viel Raum ein und hätte zu einem früheren Zeitpunkt wohl einfach besser funktioniert, allerdings spätestens in der Episode Thank You (7.10) wird klar, dass auch dieser Kniff Teil des Plans war, ein möglichst breitflächig zufriedenstellendes Serienende zu konzipieren. So ist es im Grunde auch gar nicht einmal die finale Folge an sich, die so dermaßen schlecht wäre, sondern der Umstand, dass einem erst hier bewusst wird, wie holprig letztlich die Chose bereits seit Beginn der Staffel zu Ende gebracht wird, zumal man sich auch hier nicht anders als mit einem weiteren Zeitsprung zu helfen wusste, um aufzuzeigen, wie es den Figuren ergehen wird.

Szenenbild aus True Blood | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Hatten sich die zugrundeliegende Sookie Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris und die hieraus hervorgegangene HBO-Serie True Blood zwar bereits nach wenigen Bänden beziehungsweise Staffeln in gänzlich andere Richtungen entwickelt und zum Ende hin kaum noch etwas gemein, sind im Grunde die jeweiligen Enden tatsächlich ähnlich misslungen, wobei ich hier die Version von Harris schon beinahe etwas stimmiger finde, weil es nicht ganz so überfrachtet daherkommt und die Figuren sich eher treu bleiben, als sie es in dieser finalen Staffel getan haben. Sicherlich, das war alles unterhaltsam, manche Kampfszenen durchaus spektakulär und auch nicht jede Wendung vollkommen uninspiriert, der trashige Charme funkelt auch hier immer wieder durch und dass sich vieles geändert haben soll in den überblendeten Monaten schmälert die Sympathie für die einzelnen Figuren kaum, doch gelingt es der Serie eben nicht, auch nur einmal längerfristig den Zauber früherer Staffeln wiederzubeleben und geht aus diesem Grunde so schmerzhaft trivial zu Ende, wie ich es ihr nie gewünscht hätte, was sich aber wohlgemerkt auf die gesamte, überwiegend im soliden Mittelfeld vor sich hin dümpelnde, doch nie wieder zum Mitfiebern, -trauern, -bangen verführende Staffel bezieht, die man einer einstmals so außergewöhnlichen Serie einfach nicht gewünscht hätte.

Fazit & Wertung:

Nach einem nur selten packenden Einstieg verlegt sich die finale Staffel True Blood recht früh darauf, die zahllosen offenen Handlungsstränge zu einem Abschluss zu bringen und lässt dafür auch mal kurzerhand Figuren sterben oder verschwinden, um nach gerade einmal zehn Episoden eine einstmals hochemotionale, dramatische und packende Serie merkwürdig sang- und klanglos zu Grabe zu tragen, denn die aus früheren Staffeln bekannte Faszination für die Welt von Bon Temps vermag sich hier nur noch in den seltensten Momenten einzustellen. Leider ein eher unrühmliches Ende, das zwar für sich genommen funktioniert, aber eben kaum mehr über solides Mittelmaß hinauskommt.

7 von 10 an Hep V erkrankten Vampiren

True Blood | Staffel 7

  • An Hep V erkrankte Vampire - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Nach einem nur selten packenden Einstieg verlegt sich die finale Staffel True Blood recht früh darauf, die zahllosen offenen Handlungsstränge zu einem Abschluss zu bringen und lässt dafür auch mal kurzerhand Figuren sterben oder verschwinden, um nach gerade einmal zehn Episoden eine einstmals hochemotionale, dramatische und packende Serie merkwürdig sang- und klanglos zu Grabe zu tragen, denn die aus früheren Staffeln bekannte Faszination für die Welt von Bon Temps vermag sich hier nur noch in den seltensten Momenten einzustellen. Leider ein eher unrühmliches Ende, das zwar für sich genommen funktioniert, aber eben kaum mehr über solides Mittelmaß hinauskommt.

7.0/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 7

01. Angriff der H-Vampire (7/10)
02. Besuch in Saint Alice (7/10)
03. Ein gefährlicher Plan (7,5/10)
04. Gute Zeiten, schlechte Zeiten (8/10)
05. Party in Bon Temps (8/10)
06. Karma (7,5/10)
07. Dämonen der Vergangenheit (6,5/10)
08. Chance auf Heilung (7/10)
09. Lieben und sterben (7/10)
10. Thank You (5/10)

 
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True Blood | Staffel 7 ist am 09.07.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:




Blu-ray:




  • Ohje, ich befürchte das wird eine der Serien, die ich dann doch nicht zu Ende schaue.

    • Durchaus verständlich, gerade bei dem heutzutage herrschenden Überangebot… Echt schade um eine einstmals in meinen Augen wirklich großartige Serie.

  • Das Ende der Serie hat mir leider auch die Lust verdorben, die letzten drei Bücher zu lesen, obwohl ich die Romane immer besser fand als die Serie. Lesen werde ich sie trotzdem irgendwann, kann mich momentan aber nicht dazu durchringen. Geplant war ein re-read, da ich die ersten Teile ja schon vor vielen Jahren gelesen hatte – dann habe ich mir aber die letzte Staffel der Serie angesehen, was leider ein großer Fehler war. Ich hätte die Bücher vorher lesen sollen. …

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