Review: Black Widow 3: Chaos (Graphic Novel)

Heute mal nach längerer Abstinenz wieder ein paar gebündelte Worte zu zwei Comic-Bänden, die sich diesmal witzigerweise qualitativ überhaupt nichts geben, was umso interessanter ist, als dass es sich in beiden Fällen um die jeweils dritten Bände handelt. Aber was rede ich groß, ist schließlich der erste der beiden Artikel bereits online, während ihr diese Zeilen lest und geht direkt los, wenn ich meine Einleitung beende. Also: Ende.

Black Widow 3
Chaos

Black Widow #13-20, USA 2015, 180 Seiten

Black Widow 3: Chaos | © Panini
© Panini

Autor:
Nathan Edmondson
Zeichner:
Phil Noto

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98793-8

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction | Thriller

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Black Widow 3: Chaos | © Panini
© Panini

Nachdem Natashas bester – und einziger – Freund Isaiah niedergeschossen worden ist und die Superspionin öffentlich diffamiert worden ist, schwört Black Widow Rache und nimmt ihre Anstrengungen, die Hintermänner von Chaos ausfindig zu machen, mit nie gekanntem Feuereifer wieder auf und scheint sich weniger denn je darum zu scheren, wer womöglich bei ihrem Rachefeldzug zu Schaden kommen könnte, zumal ihr durchaus bewusst ist, dass sie der schier übermenschlich wirkenden Macht von Chaos womöglich nicht gewachsen sein wird, doch gibt es noch immer Menschen, denen ihr Wohl am Herzen liegt und nicht nur der Winter Soldier schickt sich an, der in Ungnade gefallenen Agentin von S.H.I.E.L.D. zur Seite zu stehen, doch Chaos hat noch längst nicht alle Trümpfe ausgespielt und bringt Natasha alsbald in eine prekäre Lage…

Rezension:

Mit dem dritten Band Black Widow neigt sich die Story ihrem Ende, denn mit Einsetzen des Mega-Events Secret Wars wird auch der Run von Nathan Edmondson und Phil Noto beschlossen, während wohl eine neue Serie um die ehemalige KGB-Agentin bereits in Aussicht steht, aber darum geht es heute nicht, sondern um den abschließenden Band, der – wie der Untertitel Chaos schon vermuten lässt, die Geschichte wieder ein wenig auf Spur bringt, nachdem der zweite Band ja eher ein Sammelsurium an Gastauftritten und Team-Ups war und bringt alles zu einem durchaus befriedigenden Abschluss, wenn auch das letzte und finale Kapitel – bestehend aus zwei Teilen – überwiegend in der Vergangenheit spielt und nach Abschluss der Storyline um die Organisation namens Chaos eher als nachgeschobenes One-Shot betrachtet werden kann, doch umreißt es einmal mehr das zugrunde liegende Dilemma, die Tragik, die die Figur der Natasha Romanova umgab und umgibt.

Ausschnitt aus Black Widow 3: Chaos | © Panini
© Panini

Insbesondere optisch zeigt sich Black Widow 3 erwartungsgemäß von seiner besten Seite und ich habe mir fest vorgenommen, wann immer ich künftig irgendwo den Namen Phil Noto höre oder lese, unbesehen zuzugreifen, weil ich mich in seine Art der Darstellung regelrecht verliebt habe, was ich auch unter der Prämisse nicht zurücknehmen kann, dass leider nach dem ersten Kapitel ein zunächst ärgerlicher Stilbruch erfolgt, denn die zuvor so weichen und großartigen Zeichnungen wirken plötzlich spürbar härter, was das Tuschen der sonst so feinen Striche angeht, was nicht immer vorteilhaft aussieht und ein Stück weit hinter dem Charme der anderen Ausgaben zurücksteht, doch eine großartige Zeichnung kann dennoch nichts entstellen und man gewöhnt sich auch an diesen Umstand, während die Geschichte unerwartet stringent voranschreitet.

Dabei geht die Story mehr und mehr in Richtung mystischer Gefilde, was ich nicht unbedingt gebraucht hätte, doch wird hier nicht annähernd so übertrieben wie in anderen Superheldengeschichten und im Rahmen dessen wirkt das Geschehen noch beinahe geerdet, zumal es dafür einen netten Kniff für alles Vorangegangene liefert und die Opportunistin vor eine schwere Wahl stellt, sich nicht etwa doch mit Chaos zu verbünden. Ich werde der Reihe wirklich eine Weile nachtrauern, denn lange Zeit hat mich eine im Marvel-Universum zu verortende Geschichte so zu fesseln gewusst wie Edmondsons Abenteuer der Black Widow, auch wenn ich glaube, dass die Serie sich noch vielversprechend hätte entwickeln können, wäre sie nicht nach gerade einmal 20 Ausgaben eingestampft worden, gerade weil hier auch der Plot wieder zu überzeugen weiß und man mehr das Gefühl hat, einer groß angelegten Geschichte zu folgen, statt nur eine Handvoll bunt zusammengewürfelter Heldengeschichten zu lesen, doch soll man bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist und das zumindest ist Edmondson und Noto ohne Zweifel gelungen.

Ausschnitt aus Black Widow 3: Chaos | © Panini
© Panini

Und obwohl die Action auch hier wieder im Vordergrund steht und als ausnehmend spannend und gelungen zu bezeichnen ist, sind es vor allem wieder die leisen Zwischentöne, die sich in den Dialogen oder auch Off-Kommentaren seitens Natasha Bahn brechen und nicht nur ihrer Figur eine spürbare Tiefe verleihen, ohne dass man indes noch wirklich Bahnbrechendes aus ihrer Vergangenheit serviert bekäme, doch schon die in die Geschichten geflochtenen Rückblenden und Natashas Andeutungen lassen tief blicken und auch über einen weiteren Gastauftritt des Winter Soldier darf man sich freuen, mit dem Natasha ja auch eine nicht gerade als einfach zu bezeichnende Geschichte verbindet. Von mir aus hätte es also gerne noch weitergehen können mit Black Widow, doch so werde ich die drei Bände mit ihrem extrem konstanten wie hohen Niveau eben in bester Erinnerung und innerhalb meiner Sammlung in Ehren halten, auf dass uns bald neue Abenteuer um Natasha vorgesetzt werden, die hoffentlich auch nur annähernd so zu überzeugen wissen werden wie dieses Agenten-Spektakel erster Güte.

Fazit & Wertung:

Nathan Edmondsons Black Widow 3: Chaos bildet einen würdigen Abschluss der nach zwanzig Einzelheften beendeten Serie und führt die Geschichte schwungvoll und spannend zu einem befriedigenden Ende, während es Phil Noto zu verdanken ist, dass auch dieser finale Band in Sachen Optik ein regelrechter Augenschmaus geworden ist. Ein toller Abschluss einer viel zu kurzlebigen Reihe!

9 von 10 Undercover-Einsätzen

Black Widow 3: Chaos

  • Undercover-Einsätze - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Nathan Edmondsons Black Widow 3: Chaos bildet einen würdigen Abschluss der nach zwanzig Einzelheften beendeten Serie und führt die Geschichte schwungvoll und spannend zu einem befriedigenden Ende, während es Phil Noto zu verdanken ist, dass auch dieser finale Band in Sachen Optik ein regelrechter Augenschmaus geworden ist. Ein toller Abschluss einer viel zu kurzlebigen Reihe!

9.0/10
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Black Widow 3: Chaos ist am 08.03.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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