Review: Dominion | Staffel 2 (Serie)

Und es reißt nicht ab mit den Serien, auch wenn ich langsam das Gefühl bekomme, die Sektion der Graphic Novels nur allzu schmählich zu vernachlässigen, aber zumindest diese Review wollte ich dann doch noch rausgehauen haben, bevor ich mich demnächst wieder der neunten Kunst widme, wobei ja immer noch meine Reviews zu Sachen wie Ascension oder auch Into the Badlands ausstehen, um nur zwei von vielen zu nennen. Aber was solls, so ein Jahr hat ja immerhin 365 Tage und dieses sogar einen mehr, wird also sicherlich bald werden.

Dominion
Staffel 2

Dominion, USA 2014-2015, ca. 40 Min. je Folge

Dominion | © Edel Germany GmbH
© Edel Germany GmbH

Serienschöpfer:
Vaun Wilmott
Showrunner:
Vaun Wilmott
Todd Slavkin
Darren Swimmer

Main-Cast:
Christopher Egan (Alex Lannen)
Tom Wisdom (Michael)
Roxanne McKee (Claire Riesen)
Carl Beukes (Gabriel)
Shivani Ghai (Arika)
Luke Allen-Gale (William Whele)
Kim Engelbrecht (Sgt. Noma Walker)
Anthony Stewart Head (David Whele)
in weiteren Rollen:
Alan Dale (General Edward Riesen)
Nic Bishop (Gates Foley)
Simon Merrells (Julian)
Hakeem Kae-Kazim (The Prophet)
Luke Tyler (Pete)
Christina Chong (Zoe)

Genre:
Fantasy | Endzeit | Action | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Dominion | © Edel Germany GmbH
© Edel Germany GmbH

Einige Monate sind vergangen, seit Alex Lannen Vega und damit auch Claire und ihr gemeinsames, ungeborenes Kind verlassen hat, um zum Erzengel Gabriel in dessen Residenz zu pilgern, als Claire Riesen – mittlerweile nach dem Fortgang ihres Vaters Oberhaupt der Stadt – beschließt, die Gunst der Stunde zu nutzen und Gabriels Zufluchtsstätte zu bombardieren. Der Anschlag selbst gelingt, doch Gabriel überlebt, ebenso wie Alex, der gemeinsam mit seiner früheren Freundin Noma flüchtet, um sich New Delphi aufzumachen und dort Verbündete zu finden. Während Claire noch immer mit dem Fehlschlagen ihres Angriffes hadert, strebt ihr größter Konkurrent David Whele noch immer nach der Macht über Vega, auch wenn ihn immer noch plagt, seinen eigenen Sohn in die Wüste geschickt zu haben, doch auch Claire ihrerseits hat noch ein Ass im Ärmel, um Senator Whele womöglich endgültig zu Fall zu bringen.

Michael derweil hat Vega ebenfalls den Rücken gewandt und sucht in der Ödnis nach Antworten, wodurch er wie zufällig in die kleine Ortschaft Mallory gelangt, die glaubt, unter Gottes Schutz zu stehen, wie ein Prophet ihnen erzählt hat und tatsächlich vermag das Feuer in der Mitte des Ortes die Himmelhunde fernzuhalten und Michael beschließt, zu bleiben und Läuterung zu suchen. In der Zwischenzeit gelangen Alex und Noma nach New Delphi und treffen dort auf das Stadtoberhaupt Julian, der ihnen allerdings nicht gerade freundlich gesinnt scheint. Und als Alex behauptet, der Auserwählte zu sein, stellt Julian ihm eine Aufgabe, die den Wahrheitsgehalt seiner Behauptung untermauern soll. Dabei allerdings kommt es zu einem unerwarteten Wiedersehen…

Szenenbild aus Dominion | © Edel Germany GmbH
© Edel Germany GmbH

Rezension:

Die zweite Staffel Dominion macht im Grunde da weiter, wo die erste Staffel aufgehört hat, wobei das so auch nicht stimmt, denn in der Serienkontinuität sind einige Monate vergangen, was hierzulande schon beinahe irritierend wirkt, hat man seitens Edel Germany die Staffelbox schließlich kaum einen Monat nach der Vorhergegangenen auf den Markt geschmissen, doch soll das dem passionierten Serienfreund ja nur recht sein, auch wenn über der gesamten Staffel bereits die unheilvolle Gewissheit lauert, dass dies gleichzeitig der letzte Ausflug in die von Engeln verheerte Welt werden wird, während man nur noch vage Hoffnungen an die stagnierende Netflix: Save Dominion Petition knüpfen kann, doch ich für meinen Teil wollte die Staffel nicht missen, haben mir schließlich schon die ersten acht Folgen so gut gefallen, dass die weitere Sichtung außerfrage stand. Schnell wird hier auch deutlich, dass man sich hier entschlossen hat, die Welt zu öffnen, denn das Geschehen in der immerhin dreizehn Folgen umfassenden Season ist diesmal deutlich dezentraler und auch die politischen wie zweckdienlichen Bündnisse und Gesinnungen werden gehörig durcheinandergewirbelt.

Szenenbild aus Dominion | © Edel Germany GmbH
© Edel Germany GmbH

War in der ersten Staffel allein Michael noch fester Bestandteil der ummauerten Stadt Vega, vollzog sich der Bruch bereits im Staffelfinale Täuschung (1.08), so dass er sich nun sozusagen auf Pilgerreise befindet und dabei alsbald auf das Dörfchen Mallory stößt, dessen Einwohner behaupten, noch immer die Stimme Gottes zu vernehmen, was einen interessanten Part im Plot der ersten paar Folgen einnimmt, während man später selbstredend auf diese merkwürdige Ortschaft noch einmal zurückkommen wird, doch ist das eben auch einer der losen Fäden, die wohl niemals aufgelöst werden, denn selbstredend endet die Staffel und damit leider die gesamte Serie zu Teilen auch mit einem Cliffhanger, doch will ich da weder vorgreifen noch etwas verraten, denn trotz des Umstandes, dass man am Ende der letzten Folge, deren Titel ich hier gar nicht nennen möchte, da er im Grunde schon vorwegnimmt, was man sich für die dritte Staffel hätte erwarten können (findet sich aber unten in der Übersicht), gehörig in der Luft hängt, möchte ich meine Zeit mit Dominion nicht missen, zumal sich die Serie in ihrem zweiten Jahr noch einmal gehörig gemausert hat. Neben Michaels Pilgerreise wäre da also noch Alex‘ und Noma, die in die bereits mehrfach erwähnte Stadt New Delphi reisen, um dort nach Verbündeten zu suchen, allerdings prompt mit dem charismatischen Julian zusammenstoßen, der übrigens von Simon Merrells (Spartacus: War of the Damned) gespielt wird und im Verlauf der Staffel noch einige Bedeutung haben wird, was ich sehr begrüßt habe, da Merrells mit einer unglaublichen Präsenz zu punkten versteht, die der von Michael und Gabriel – Carl Beukes ist hier nun auch endlich in den Rang eines Hauptdarstellers aufgestiegen – in kaum etwas nachsteht.

Szenenbild aus Dominion | © Edel Germany GmbH
© Edel Germany GmbH

Apropos Michael und Gabriel, wird auch deren Beziehung eingehender beleuchtet und mit mehreren Rückblenden unterfüttert, so dass sie sich hier teils als Brüder, teils als Feinde, teils als notgedrungene Verbündete gegenüberstehen und in ihrer Darstellung weitaus vielschichtiger und ambivalenter wirken, als das noch in weiten Teilen der ersten Staffel der Fall war. Doch auch auf Vega muss man nicht verzichten in dem Reigen, gibt es dort schließlich ja immer noch Claire Riesen und ihren Erzrivalen David Whele, der in dieser Staffel merklich unerwartete Wege gehen wird, während es Anthony Stewart Head zu verdanken ist, dass auch seine Rolle hier noch einmal gehörig an Profil und Facetten hinzugewinnt, zumal schnell deutlich wird, dass David es noch längst nicht verwunden hat, seinen eigenen Sohn William aus Vega verbannt zu haben, um zu verhindern, dass dieser hingerichtet wird, doch auch die Geschichte von William ist tatsächlich noch nicht zu Ende erzählt, wenngleich ich sagen muss, dass dies eine der schwächeren Nebenhandlungen war, die sich schlussendlich als wenig zielführend und zuweilen redundant entpuppt, aber immerhin wird er in Tag des Zorns (2.12) noch eine zentrale Rolle spielen können. Ebenfalls nicht auserzählt ist die Geschichte von Alan Dales Figur des General Edward Riesen, der sich auch zum Ende der ersten Staffel – jedoch freiwillig – aus Vega verabschiedet hat. Der neben Merrells wohl prägnanteste Neuzugang im Cast wäre derweil dann noch Nic Bishop als Sicherheitschef Gates Foley, dessen Figur in Die schmale Pforte (2.03) eingeführt wird und schnell zu einem festen Bestandteil der Besetzung von Vega wird, was aber auch dringend nötig war, da ja doch ein Großteil des etablierten Ensembles aus Vega entschwunden ist, was aber nicht heißen soll, das dort im Verlauf der Staffel nicht noch einiges passiert, ist die größte sich erfolgreich gegen die Mächte des Himmels behauptende Stadt schließlich noch immer fester und wichtiger Bestandteil des Universums von Dominion. Die dritte der großen Städte, Helena, bekommt man übrigens auch in dieser Staffel nicht zu Gesicht, doch deutet alles darauf hin, dass dies in der dritten Staffel angegangen worden wäre.

Szenenbild aus Dominion | © Edel Germany GmbH
© Edel Germany GmbH

Im Grunde macht die Syfy-Produktion in ihrem zweiten Jahr also alles richtig, baut sowohl Ensemble als auch Welt behutsam aus, überrascht mit neuen Ereignissen und Gegebenheiten, lässt Bündnisse erlöschen und neue entstehen, wirkt größer, epischer, bombastischer als im Jahr zuvor und wäre auf dem besten Wege gewesen, sich zu einer richtig außergewöhnlichen Serie zu mausern, wenngleich mehr und größer nicht immer besser bedeutet, denn macht sich das auch an einem enorm gesteigerten Gewaltgrad bemerkbar, was mich persönlich jetzt zwar nicht stört, den eher Zartbesaiteten aber durchaus übel aufstoßen könnte, denn was hier teilweise an Gore geboten wird, erreicht zwar noch längst nicht die Ausmaße von The Walking Dead, geht aber in exakt diese Richtung, zumal man auch die Himmelhunde hier des Öfteren als deutlich aggressiveres und schnelleres Zombie-Äquivalent ins Feld führt. Sei es wie es will, ist es mit Dominion wieder einmal schade um eine in meinen Augen vielversprechende Serie, die mir in ihrer zweiten Season noch einmal merklich mehr zu gefallen wusste als in ihrer Auftaktstaffel. Wer sich für das Thema erwärmen zu können meint, sollte in meinen Augen aber trotz des offenen Endes einen Blick riskieren.

Fazit & Wertung:

Die zweite Staffel Dominion verlegt sich noch einmal deutlich mehr auf eine interessante und vielschichtige Charakterentwicklung, führt derweil neue Orte und Personen ein und weiß mit Abwechslungs- und Einfallsreichtum zu punkten, weshalb es umso bedauerlicher ist, dass mit dem finalen Cliffhanger bereits das Ende der Reise erreicht zu sein scheint, denn die Syfy-Produktion lässt bereits hier gehörig Potential für weitere Staffeln erkennen. Trotz dieses unerfreulichen Umstandes sollten Genre-Freunde zumindest einmal einen Blick riskieren, denn mir persönlich wusste die Geschichte um die vom Himmel herabgestiegenen Engel weitaus mehr zu imponieren als der unsägliche Film Legion, der für diese Serie als Inspiration Pate gestanden hat.

8,5 von 10 von Gott verlassene Engel

Dominion | Staffel 2

  • Von Gott verlassene Engel - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Die zweite Staffel Dominion verlegt sich noch einmal deutlich mehr auf eine interessante und vielschichtige Charakterentwicklung, führt derweil neue Orte und Personen ein und weiß mit Abwechslungs- und Einfallsreichtum zu punkten, weshalb es umso bedauerlicher ist, dass mit dem finalen Cliffhanger bereits das Ende der Reise erreicht zu sein scheint, denn die Syfy-Produktion lässt bereits hier gehörig Potential für weitere Staffeln erkennen. Trotz dieses unerfreulichen Umstandes sollten Genre-Freunde zumindest einmal einen Blick riskieren, denn mir persönlich wusste die Geschichte um die vom Himmel herabgestiegenen Engel weitaus mehr zu imponieren als der unsägliche Film Legion, der für diese Serie als Inspiration Pate gestanden hat.

8.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 2

01. Erben der Erlösung (8,5/10)
02. Schlund der Verdammten (8/10)
03. Die schmale Pforte (8,5/10)
04. Bittere Wahrheit (8/10)
05. Verrat (8,5/10)
06. Wer den Wind sät… (8,5/10)
07. Herrscher und Könige (8,5/10)
08. Der lange Weg zurück (8/10)
09. Die Saat des Bösen (8,5/10)
10. Ein bitteres Opfer (8,5/10)
11. Verwirrte Seelen (9/10)
12. Tag des Zorns (9/10)
13. Luzifers Erwachen (9/10)

 

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Dominion | Staffel 2 ist am 18.03.16 auf DVD und Blu-ray bei Pandastorm im Vertrieb von Edel Germany erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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