Review: Star Wars – Nachspiel: Der Krieg ist nicht vorbei | Chuck Wendig (Buch)

Das Star Wars Universum

Das Star Wars Universum

Dieses Buch ist Teil des Star Wars Universum. Folge dem Link, um mehr darüber zu erfahren und weitere Artikel zum Thema zu entdecken.

 

Jau, heute ist natürlich – wie die meisten schon geahnt haben werden – wieder ein Buch an der Reihe und dann auch noch eins aus dem Franchise, das vor gerade einmal zwei Tagen seinen alljährlichen Feiertag begangen hat. Na wenn das mal nichts ist! So, und jetzt hurtig ins Wochenende, denn zumindest hier ist das Wetter traumhaft und drängt mich, mich nach draußen zu bewegen 😉

Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht

Star Wars – Nachspiel
Der Krieg ist nicht vorbei

Star Wars – Aftermath: The War is not over, USA 2015, 480 Seiten

Star Wars - Nachspiel: Der Krieg ist nicht vorbei von Chuck Wendig | © Blanvalet
© Blanvalet

Autor:
Chuck Wendig
Übersetzerin:
Michaela Link

Verlag (D):
Blanvalet
ISBN:
978-3-734-16071-4

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Die Rebellenallianz hat die Schlacht über Endor gewonnen, der zweite Todesstern ist vernichtet worden und mit ihm Imperator Palpatine und dessen Rechte Hand Darth Vader. Das Imperium selbst ist dadurch aber mitnichten besiegt, obschon spürbares Chaos in den eigenen Reihen herrscht und allerorten die Zivilbevölkerung gegen das grausame Joch der letzten Jahrzehnte aufbegehrt. Während sich Personen wie Mon Mothma und Admiral Ackbar darum bemühen, der Galaxis die Demokratie zurückzubringen, sammeln sich die versprengten Überreste des Imperiums im Verborgenen, um ihre weiteren Schritte zu besprechen, die Herrschaft über die Galaxis zurückzuerlangen. So auch auf dem entfernten Planeten Akiva, wo sich eine kleine Gruppe Imperialer zusammenfindet, um bei einer Art Gipfeltreffen Einigkeit zu erlangen, doch ihre Anwesenheit bleibt nicht unbemerkt, denn der sich für die Rebellion verdient gemachte Wedge Antilles stößt mehr durch Zufall auf erste Anzeichen Imperialer Präsenz, doch gelingt es ihm zunächst nicht, dieses Wissen an die Flotte der Rebellenallianz zu übermitteln.

Furcht durchfährt ihn, scharf und grell wie ein Elektroschock. Das Reden und Lügen ist nicht sein Gebiet. Ein Schlitzohr wie Solo könnte einen Java dazu bringen, einen Sack Sand zu kaufen. Wedge ist Pilot. Aber es ist auch nicht so, als hätten sie für diesen Fall keine Pläne gemacht. Calrissian hat für ihn eine Geschichte ausgearbeitet. Er räuspert sich und drückt den Knopf…
»Hier ist Gev Hessan. Am Steuer des HH87 Starhoppers ›Rover‹.« Er übermittelt seine Datenkarte. »Ich schicke Ihnen meine Legitimation.«

Auf der Oberfläche von Akiva derweil landet Norra, ebenfalls verdiente Rebellin und wagemutige Pilotin und macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn Temmin, während zur selben Zeit die Kopfgeldjägerin Jas auf eine der imperialen Schlüsselfiguren angesetzt worden ist. Ebenfalls auf Akiva hält sich der desertierte ehemalige Loyalitätsoffizier Sinjir auf und die Wege dieser so ungleichen Gestalten werden sich schon bald kreuzen und es wird an ihnen liegen, die Bevölkerung des Planeten auf die klammheimliche Inbesitznahme seitens Imperialer Kräfte hinzuweisen und die Bedrohung abzuwenden…

Rezension:

Auf Star Wars – Nachspiel war ich im Vorfeld aus mehreren Gründen sehr gespannt, handelt es sich schließlich um den ersten (und einzigen) „Erwachsenen“-Roman aus der Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht– Reihe (worauf allerdings in der deutschen Buchausgabe seitens Blanvalet anders als bei Panini nicht einmal mehr Bezug genommen wird), , sondern auch den Auftakt der gleichnamigen Trilogie, weshalb der Band quasi im Nachgang auch noch kurzerhand den Untertitel Der Krieg ist nicht vorbei spendiert bekommen hat, um ihn im nächsten Frühjahr von seinem Nachfolger abgrenzen zu können, doch dazu dann im nächsten Jahr mehr. Vor allem aber hatte dank der Miriam-Black-Reihe bereits das Vergnügen, Chuck Wendig und seinen Schreibstil kennen und schätzen zu lernen, weshalb ich enorm neugierig war, wie seine Version einer Star Wars-Geschichte sich würde schlagen können.

Sie drückt den Steuerknüppel nach vorn und lenkt den Frachter noch tiefer. Hier ist der Canyon enger. Bäume strecken sich aus wie gierige Hände, schießen aus Felsvorsprüngen. Norra streift sie bewusst. Die Geschütztürme der ›Moth‹ sprühen Kanonenfeuer, und plötzlich kommt ein TIE kopfüber herangerollt wie ein durch die Luft geworfener Felsbrocken – sie muss scharf abdrehen, um ihm auszuweichen. Er kracht in einen Baum und geht in Flammen auf.
Der Frachter erbebt.

Zu Wendigs Stil gehört es nämlich beispielsweise, dass seine Geschichten im Präsens verfasst sind, was nun auch hier der Fall ist und zunächst gewöhnungsbedürftig sein mag, wie ich einzuräumen bereit bin, doch nach einer kurzen Gewöhnungsphase schafft diese Herangehensweise auch eine gewisse Unmittelbarkeit, die ich doch sehr zu schätzen weiß und die hier aber leider auch nötig war, denn ich brauchte eine ganze Weile, um mit dem Geschehen und den Figuren warmzulaufen, die in ärgerlichem Ausmaß stereotyp geraten sind, was ich wirklich sehr bedauere, denn ansonsten ist Wendigs Ansatz frisch und seine Querverweise auf bekannte Planeten und Figuren wissen zu gefallen, wobei hier speziell die Zwischenspiele erwähnenswert sind, die allenthalben eingestreut werden und kurze Momenteindrücke aus den unterschiedlichsten Teilen der Galaxis liefern, auch wenn sich mir deren Sinn nicht in jedem Fall erschlossen hat, doch handelt es sich ja nun einmal auch um den Auftaktband einer Trilogie und ich hoffe doch sehr, dass man zu manchen dieser Mini-Kapitel noch mehr erfahren wird, speziell was die Szenen mit Han und Chewie, Dengar, aber auch Vaders Lichtschwert anbelangt, doch vielleicht plant die Story Group ja längst, um einige dieser Begebenheiten eigene Romane zu stricken.

Aber zurück zum Thema stereotype Figuren: Da hat es einen bockigen, seit seiner Kindheit auf sich allein gestellten Teenager, dessen Mutter, eine Rebellin mit Leib und Seele, eine Kopfgeldjägerin mit Ehrenkodex, die langsam zu entdecken beginnt, dass Geld nicht alles ist und einen desertierten früheren Imperialen, nun zynisch und dem Alkohol zugetan, um nur einige zu nennen. Andere Ideen, wie beispielsweise der modifizierte Kampfdroide des Jungen Temmin, haben mir ausgesprochen gut gefallen, wobei selbst dieser Part einigen zu kindisch geraten sein dürfte. Ganz allgemein fehlt Nachspiel einfach ein wenig die erwartete Epik, trotz Zwischenspielen und dergleichen, denn die Handlung konzentriert sich in weiten Teilen auf eine Handvoll Figuren auf dem Planeten Akiva, so dass man abgesehen von den geschichtlichen Einsprengseln nicht wirklich viel über den Zustand der Galaxis an sich nach der Zerstörung des Todessterns erfährt und es also lediglich mit Einzelschicksalen zu tun bekommt, statt dass es Wendig versuchen würde, die Galaxis als solches zu skizzieren, was ihm dafür im kleinen Rahmen wiederum gut gelingt, was Sprache und Dialektik, Kunstwörter und dergleichen mehr anbelangt. Auch braucht man nicht gänzlich auf bekannte Gesichter verzichten und so sind zumindest sowohl Admiral Ackbar als auch Wedge Antilles mehr oder weniger tragende Teile der Geschichte, wenn sie auch die meiste Zeit auf der Ersatzbank verbringen, wenn man das so nennen möchte.

Sie bricht das Schweigen: »Dies ist keine gute Zeit für Chaos, Lieutenant. Zwei unserer geschätzten Gäste sind da draußen bereits eingetroffen.« Moff Valco Pandion in dem Sternzerstörer ›Vanquish‹, und in der ›Ascent‹ eine der ältesten Strateginnen und Taktikerinnen des Galaktischen Imperiums: General Jylia Shale. »Bald treffen auch die anderen ein. Ich werde nicht zulassen, dass wir ausgerechnet jetzt Schwäche demonstrieren. Wir dürfen uns nicht unfähig zeigen, unsere eigene Umgebung zu kontrollieren, denn wenn das geschieht, wird es – vor allem Pandion – beweisen, dass wir nicht einmal diese Zusammenkunft kontrollieren können. Und was diese Zusammenkunft angeht: Sie ›muss‹ unter Kontrolle gehalten werden.«

Da ist es schon bezeichnend und ein wenig ärgerlich, dass man im finalen Akt von Verlorene Welten im Grunde mehr über die Nachwehen des Kampfes auf und über Endor erfährt als hier, zumal ich mir wenigstens einen kurzen Hinweis auf den Verbleib von Luke und Leia gewünscht hätte, denn immerhin Han bekommt ja einen kleinen, zwar kurzen, dafür aber erhellenden Auftritt spendiert. Stattdessen bemüht sich Wendig in Nachspiel eben, Figuren wie Temmin und Norra sowie Kopfgeldjägerin Jas und Deserteur Sinjir zu etablieren und ihnen nach erfolgter Exposition eine Handlung zu spendieren, die sie letztendlich zusammenführen und auf die Ereignisse in den noch folgenden Bänden vorbereiten wird, so dass tatsächlich der Schluss des Buches noch am gelungensten geraten ist, da hier auch ein wenig Foreshadowing betrieben wird und ich doch zugegebenermaßen neugierig bin, wie die Geschichte fortgeführt werden wird. Dennoch hätte ich mir ein umfassenderes, geschichtlich größer wirkendes Epos gewünscht, als diese in weiten Teilen wenn schon nicht belanglose, so doch zumindest nicht wirklich weltbewegende Geschichte, die kaum mehr ist als solide Standardkost für den geneigten Fan des Franchise, nicht mehr, und auch nicht weniger.

Fazit & Wertung:

Was hätte Chuck Wendigs Star Wars – Nachspiel: Der Krieg ist nicht vorbei für ein Roman werden können, doch statt sich wirklich mit den Nachwehen der Zerstörung des Todessterns zu befassen, verlagert er die Geschichte auf den fernen Planeten Akiva und erzählt eine in weiten Teilen triviale Geschichte einiger bis dato unbekannter Gestalten, während einzig die immer wieder eingestreuten Zwischenspiele zumindest ein rudimentäres Bild des Zustandes der Galaxis zu vermitteln wissen. Immerhin zum Ende nimmt die Story an Fahrt auf und einzelne Momente lassen auch eine gewisse Neugierde auf die noch folgenden Bände entstehen.

6,5 von 10 unwahrscheinlichen Begegnungen und Zufällen

Star Wars - Nachspiel: Der Krieg ist nicht vorbei

  • Unwahrscheinliche Begegnungen und Zufälle - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Was hätte Chuck Wendigs Star Wars – Nachspiel: Der Krieg ist nicht vorbei für ein Roman werden können, doch statt sich wirklich mit den Nachwehen der Zerstörung des Todessterns zu befassen, verlagert er die Geschichte auf den fernen Planeten Akiva und erzählt eine in weiten Teilen triviale Geschichte einiger bis dato unbekannter Gestalten, während einzig die immer wieder eingestreuten Zwischenspiele zumindest ein rudimentäres Bild des Zustandes der Galaxis zu vermitteln wissen. Immerhin zum Ende nimmt die Story an Fahrt auf und einzelne Momente lassen auch eine gewisse Neugierde auf die noch folgenden Bände entstehen.

6.5/10
Leser-Wertung 7.5/10 (2 Stimmen)
Sende

Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Blanvalet. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

– – –

Star Wars – Nachspiel: Der Krieg ist nicht vorbei ist am 18.04.16 im Blanvalet Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: