Review: The Trust – Big Trouble in Sin City (Film)

Auch heute gibt es natürlich meinerseits eine kleine Film-Review spendiert, Feiertag hin oder her, doch dafür fällt die Einleitung schön kurz aus.

The Trust
Big Trouble in Sin City

The Trust, UK 2016, 93 Min.

The Trust - Big Trouble in Sin City | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Regisseure:
Alex Brewer
Benjamin Brewer
Autoren:
Benjamin Brewer
Adam Hirsch

Main-Cast:
Nicolas Cage (Jim Stone)
Elijah Wood (David Waters)
in weiteren Rollen:
Sky Ferreira (Woman)
Jerry Lewis (Jim’s Father)

Genre:
Krimi | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Trust - Big Trouble in Sin City | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Jim Stone, gealterter wie abgehalfterter Cop beim LVPD lebt gemeinsam mit seinem grantigen Vater in einem heruntergekommenen Bungalow, tritt beruflich auf der Stelle, wird von kaum einem Kollegen überhaupt für voll genommen und nicht gerade das, was man eine Perspektive nennt. Ganz ähnlich ergeht es seinem jüngeren Freund und Kollegen David Waters, der sich zumindest noch mit Sex und Drogen über die Langeweile hinwegzutrösten versucht, was ihm aber nicht annähernd gelingt. Eines Tages eröffnet sich den beiden gelangweilten Cops allerdings ein vermeintlicher Ausweg aus der Alltags-Tristesse, denn Stone wird auf einen Heroin-Dealer aufmerksam, für den mit Leichtigkeit eine Kaution von immerhin 200.000 Dollar berappt worden ist, woraus er schließt, dass dort noch weit mehr zu holen ist.

Stone überredet Waters, ihm bei seinem Vorhaben zu unterstützen und die beiden beginnen die Observation des auf Bewährung Entlassenen, woraufhin sie alsbald in einem abgeschiedenen, als Kühlhaus getarnten Gebäude einen Tresor finden, dessen Ausmaße eher an eine Bank erinnern und gemeinsam beschließt das Duo, den Safe zu knacken und was immer sie auch hinter der beinahe einen Meter dicken Wand finden mögen brüderlich zu teilen. Ein derartiger Plan aber ist zwar schnell gefasst, jedoch nicht annähernd so einfach umzusetzen, wie die beiden bald am eigenen Leib erfahren werden…

Rezension:

Wider besseres Wissen habe ich mich jüngst wieder einem der Spätwerke von Nicholas Cage (Outcast) gewidmet, der ja – ebenso wie Schauspielkollege Elijah Wood (Open Windows) – längst nicht mehr für seine Paraderollen und Glanzleistungen bekannt ist, sondern vielmehr für weit mehr als eine Handvoll oftmals ambitionierter und viel seltener überzeugender B- und C-Movies, die kaum über solides Mittelmaß hinauskommen. Viel mehr habe ich mir nun auch bei The Trust wirklich nicht erwartet, spätestens als ich den standesgemäß hanebüchenen wie drangezimmert wirkenden Untertitel Big Trouble in Sin City vernahm (Sin City? Seriously?), was dem Film an sich dann wiederum durchaus gut getan hat, denn zumindest in der ersten Hälfte fühlte ich mich ganz wunderbar unterhalten.

Szenenbild aus The Trust - Big Trouble in Sin City | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Das liegt an einer gewissen Absurdität, die die verschrobenen Figuren und die unwahrscheinlichen Ereignisse umweht, denn fast wirkt es so, als würden selbst die Filmemacher Alex und Benjamin Brewer, die hier ihr Spielfilm-Regiedebüt geben, The Trust nicht ganz ernst nehmen oder zumindest mit einem gewissen, skurrilen Witz aufzuwerten versuchen, was ihnen auch durchaus gelingt, denn schmunzeln musste ich doch des Öfteren, zumal die Chemie zwischen Wood und Cage schon durchaus besonders ist, irritierend, nicht wirklich nachvollziehbar, aber vorhanden – und merkwürdig. Zu dem Zeitpunkt, wenn der leicht schmierige Stone (Cage) versucht, seinen kiffenden Kollegen Waters (Wood) zu überreden versucht, mit ihm gemeinsam einen scheinbar nicht zu knackenden Tresor aufzubrechen, war aber auch längst klar, dass dies kein Film für jedermann wird und wohl eher Freunde etwas andersartiger Unterhaltung ansprechen würde, weshalb ich auch leichte Holprigkeiten in der Dramaturgie zu verzeihen bereit war, einfach weil das Geschehen so absurd und gleichermaßen sympathisch vorangetrieben wird.

Dann allerdings kommt nach und nach der eigentliche Coup zum Tragen und alsbald sieht die Sache leider anders aus, denn The Trust wird von diesem Moment an zunehmend ernster, grimmiger und düsterer, was zwar nicht per se etwas schlechtes bedeuten muss, doch hier wirkt die Ernsthaftigkeit aufgesetzt, stößt sich mit der anfänglich so absurd scheinenden Grundidee, dass zwei Polizisten den Plan fassen, den Tresor einer Horde Gangster ausräumen zu wollen und vernichtet damit auch einen Großteil des Spaßfaktors, denn was sich hier in der zweiten Hälfte des Films vollzieht ist nicht nur langatmig und oft nur mäßig spannend, sondern auch in weiten Teilen extrem unlogisch oder wenn das schon nicht dann zumindest in keiner Weise nachvollziehbar, während auch das Verhalten der Hauptfiguren von verschroben zu dämlich zu kippen droht.

Szenenbild aus The Trust - Big Trouble in Sin City | © Ascot Elite
© Ascot Elite

Eine Einschätzung, die sich übrigens im Finale des Films, wenn man selbiges denn überhaupt so nennen darf, bewahrheitet, denn hier versucht man allen Ernstes noch, The Trust einen Schluss-Twist unterzujubeln, der wahrscheinlich clever und unerwartet wirken sollte, leider aber eher dazu verleitet, die Hände vor den Kopf schlagen zu wollen, denn ungelogen hätte aus dem Streifen unter Beibehaltung der anfänglichen Ausrichtung ein richtig unterhaltsamer, zugegebenermaßen merkwürdiger Heist-Movie werden können, der dank seiner eigenwilligen Figuren zu unterhalten verstanden und Genre-Freunden sicherlich ein Lächeln entlockt hätte, aber der mehr und mehr zum Kammerspiel verkommende Film, der aus diesen Möglichkeiten nichts zu machen versteht, außer die Grenzen von Logik und Nachvollziehbarkeit weit über Gebühr zu dehnen, macht den vielversprechenden Einstieg des Films zunehmend zunichte. Über Jerry Lewis, der als Stones Vater kaum eine Minute Screentime zugestanden bekommt und Sky Ferreira, deren Gesicht allein man kaum je sieht, braucht man derweil kein weiteres Wort zu verlieren.

Fazit & Wertung:

Alex‘ und Benjamin Brewers Debütfilm The Trust überzeugt zunächst mit einer gewissen Absurdität und Situationskomik, die zwar nicht unbedingt einen objektiv guten, dafür aber doch zumindest subjektiv unterhaltsamen Film versprechen, doch wird dessen zweite Hälfte so unerwartet ernst und alsbald übertrieben unlogisch, dass es eine wahre Schande ist.

4,5 von 10 vergeblichen Versuchen, die Tresorwand zu durchbrechen

The Trust - Big Trouble in Sin City

  • Vergebliche Versuche, die Tresorwand zu durchbrechen - 4.5/10
    4.5/10

Fazit & Wertung:

Alex‘ und Benjamin Brewers Debütfilm The Trust überzeugt zunächst mit einer gewissen Absurdität und Situationskomik, die zwar nicht unbedingt einen objektiv guten, dafür aber doch zumindest subjektiv unterhaltsamen Film versprechen, doch wird dessen zweite Hälfte so unerwartet ernst und alsbald übertrieben unlogisch, dass es eine wahre Schande ist.

4.5/10
Leser-Wertung 5.67/10 (3 Stimmen)
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