Review: Winterwelt 2: Die Gestrandeten (Graphic Novel)

Weil es so schön war kommt hier nämlich noch meine Review zum zweiten Band Winterwelt, der fast so gut war wie sein Vorgänger und die Wartezeit nun nur umso länger erscheinen lässt.

Winterwelt 2
Die Gestrandeten

Winterworld #5-7, #0 USA 2014/2015, 96 Seiten

Winterwelt 2: Die Gestrandeten | © Cross Cult
© Cross Cult

Autor:
Chuck Dixon
Zeichner:
Diego Rodriguez (#5-7)
Tommy Lee Edwards (#0)

Verlag (D):
Cross Cult
ISBN:
978-3-864-25591-5

Genre:
Endzeit | Science-Fiction | Thriller

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Winterwelt 2: Die Gestrandeten | © Cross Cult
© Cross Cult

Zwar war La Niña nicht die erhoffte Zuflucht und zwar hat man Scully und Wynn ihren Truck entwendet, doch wären die beiden nicht noch am Leben, wenn sie so schnell aufgeben würden und so heften sie sich unerbittlich an die unverkennbaren Spuren ihres Trucks, um den Räuber zu stellen und ihr Eigentum zurückzuerlangen, wenn es denn nur nicht so kalt und vor allem gefährlich wäre in den eisigen Weiten ohne Schutz bietenden, fahrbaren Untersatz, zumal sich ein alter Bekannter ganz in der Nähe anschickt, sich an ihre Fersen zu heften, wovon die beiden allerdings noch nichts ahnen. Das Schicksal der Diebin ihres Trucks und das Ziel des alten Bekannten könnte ihre Wege sich allerdings früher kreuzen lassen, als allen Beteiligten lieb sein mag…

Rezension:

Mit Winterwelt 2: Die Gestrandeten liegt nun einerseits die Fortsetzung als auch andererseits der Abschluss der im vorangegangenen Band begonnenen Storyline vor, die ebenfalls wieder von Chuck Dixon ersonnen worden ist, der ja auch schon für das beinahe drei Dekaden alte Original, welches ich schon in meiner Review zu La Niña erwähnt hatte, verantwortlich zeichnete, welches ich aber immer noch nicht kenne. Weshalb ich das noch einmal gesondert erwähne, liegt auf der Hand, wenn ich dazu überleite, dass Dixon sich des Kniffs bedient, gleich zu Beginn der Geschichte einen Widersacher einzuführen, bei dem es sich, wie ich nach einiger Recherche herausfinden sollte, um einen alten Bekannten aus der „klassischen“ Winterwelt-Storyline handelt, was natürlich für den unbedarften Leser – wie mich – ein wenig Irritation bedeutet, denn auch wenn sich Dixon bemüht, seiner Figur ein wenig Profil zu verleihen, wirkt das ohne Vorkenntnisse alles nicht ganz ausgegoren und nachvollziehbar, schmälert aber dennoch das Lesevergnügen kaum.

Ausschnitt aus Winterwelt 2: Die Gestrandeten | © Cross Cult
© Cross Cult

Viel störender fällt da ins Gewicht, dass Winterwelt 2: Die Gestrandeten aus nur drei Heften besteht und die Geschichte allenthalben ein wenig gehetzt wirkt, während sie im ersten Kapitel noch nicht recht aus dem Quark zu kommen scheint, zwar durchaus spannend inszeniert ist, zunächst aber den Hauptplot kaum voranzubringen scheint, was in Anbetracht der sich anschließenden Ereignisse, die auf knapp über vierzig Seiten quasi in Windeseile abgehandelt werden, ein wenig holprig wirkt. Wo der zweite Band dramaturgisch aber nicht ganz an den ersten Band heranreicht, gefiel mir die Optik der Story diesmal dafür noch besser als schon zuvor, denn diesmal schwang Thomas Giordello den Zeichenstift, der für die finalen drei Kapitel den aus La Niña bekannten Butch Guice beerbt, während für die Farbgebung in beiden Fällen Diego Rodriguez zuständig war, was ich als sehr begrüßenswert erachte, da die beiden Teile der Geschichte so trotz differierender Zeichner durchaus als homogen zu bezeichnen sind.

Ein Stilbruch vollzieht sich da schon eher nach 70 Seiten an, denn nach dem Hauptplot von Die Gestrandeten schließt sich noch das im Original als Winterwelt #0 veröffentlichte One-Shot Wynns Geschichte an, das sich – wie der Name schon verrät – der Vorgeschichte von Wynn widmet, bevor sie auf Scully traf. Diese Story ist zwar in keiner Weise essentiell und zwingend vonnöten, doch eine stimmige und durchaus lohnenswerte Ergänzung, die in diesem Fall von Tommy Lee Edwards in Szene gesetzt worden ist, von dem auch das deutsche Cover zu Winterwelt 2: Die Gestrandeten stammt und der mit seiner ungleich gröberen Strichführung noch einmal eine willkommene Abwechslung bietet, zumal diese auch schlichtweg ausnehmend gut zum Ton und Stil der Geschichte passt, die sich weit weniger in den eisigen Weiten der verschneiten Welt abspielt, als vielmehr zu großen Teilen in einem tristen Zerrbild einer menschlichen Gesellschaft, die sich inmitten aufgegebener Anlagen und Räumlichkeiten eine Heimstatt geschaffen hat.

Ausschnitt aus Winterwelt 2: Die Gestrandeten | © Cross Cult
© Cross Cult

Wenn ich also auch die zuweilen holprige Erzählweise in den ersten drei Kapiteln kritisiere, lohnt sich Winterwelt 2: Die Gestrandeten doch unbestritten, zumal man nach dem ersten Band ja freilich wissen möchte, welchen Fortgang die Geschichte um Scully und Wynn nehmen wird und spannend wird es allemal, sicherlich noch mehr für all jene, die auch das Original kennen und sich vielleicht weit mehr über das Wiedersehen mit einem alten Bekannten freuen, doch speziell Wynns Geschichte rundet den Band stimmungsvoll ab, der ja auch mit nur drei Heften Umfang ansonsten ausgesprochen dünn geraten wäre, wie man zugeben muss. Einzig schade ist, dass noch nicht abzusehen ist, wann es mit Frozen Fleet, der dritten Storyline um Scully, Wynn und natürlich Rah-Rah weitergehen wird, derweil auch noch The Mechanic’s Song, eine knapp 200 Seiten starke Novelle, die sich wiederum der Vorgeschichte von Scully widmen wird, seiner deutschen Veröffentlichung harrt.

Fazit & Wertung:

Chuck Dixon geht mit Winterwelt 2: Die Gestrandeten in die zweite beziehungsweise – unter Einbeziehung der originären Geschichte – dritte Runde und liefert erneut packende Survival-Action im endlosen Eis, wenn die Geschichte auch diesmal etwas gehetzter scheint und nicht ganz an den Vorgänger heranreicht, doch speziell aufgrund des ebenfalls enthaltenen One-Shots um Wynn sowie des zeichnerischen Talents von Thomas Giordello macht die Fortsetzung eine beinahe ebenso gute Figur wie ihr Vorgänger.

8 von 10 verschneiten Weiten

Winterwelt 2: Die Gestrandeten

  • Verschneite Weiten - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Chuck Dixon geht mit Winterwelt 2: Die Gestrandeten in die zweite beziehungsweise – unter Einbeziehung der originären Geschichte – dritte Runde und liefert erneut packende Survival-Action im endlosen Eis, wenn die Geschichte auch diesmal etwas gehetzter scheint und nicht ganz an den Vorgänger heranreicht, doch speziell aufgrund des ebenfalls enthaltenen One-Shots um Wynn sowie des zeichnerischen Talents von Thomas Giordello macht die Fortsetzung eine beinahe ebenso gute Figur wie ihr Vorgänger.

8.0/10
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Weitere Details zum Band findet ihr auf der Seite von Cross Cult. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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Winterwelt 2: Die Gestrandeten ist am 07.12.15 bei Cross Cult erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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