Review: Angel – Nach dem Fall, Staffel 6, Band 3: Showdown in der Hölle (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

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Und wieder einmal ist es mir nicht gelungen, meine Buch-Lektüre pünktlich zu beenden, doch freue ich mich dafür jetzt umso mehr, im Veröffentlichungsplan Platz zu finden für mein derzeitiges Lieblingsthema, höhö, hab ja schließlich noch einiges nachzuholen an Lesestoff.

Angel – Nach dem Fall
Staffel 6, Band 3:
Showdown in der Hölle

Angel: After the Fall Vol. 4 (#13-17), USA 2009, 144 Seiten

Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 3: Showdown in der Hölle | © Panini
© Panini

Autoren:
Joss Whedon (Plot)
Brian Lynch (Plot & Skript)
Zeichner:
Stephen Mooney (#13-14)
Franco Urru (#15-17)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07894-9

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 3: Showdown in der Hölle | © Panini
© Panini

Nachdem Angel schwer verwundet worden ist und längst zwischen Dies- und Jenseits taumelt, ist er schließlich mit der Höllenfahrt von Los Angeles vom Vampir zum Mensch gemacht worden, erkennt er schlussendlich, dass Wolfram & Hart ihn noch immer für ihre Zwecke einzuspannen versuchen und er der Shanshu-Prophezeiung zufolge dereinst durch ein Meer aus Leichen und Blut wandeln wird als gefürchtetster Krieger des Bösen, was in ihm den dringenden Wunsch weckt, dem Leben und Dasein den Rücken zu kehren, um nicht noch mehr Schmerz und Leid zu verursachen. Angels Freunde hingegen sind nicht bereit, ihn so schnell aufzugeben und setzen alles daran, den zum Vampir gewordenen Gunn aufzuhalten, der seinen ganz eigenen, wirren Plänen folgt, die ebenfalls die Erfüllung einer Prophezeiung beinhalten und nicht von ungefähr mit einem gottgleichen Wesen namens Illyria zusammenhängen, in deren Körper früher eine Person namens Fred gelebt hat…

Rezension:

Mit Angel – Nach dem Fall 3: Showdown in der Hölle findet nun also die von Joss Whedon selbst ersonnene Storyline zur nachgeschobenen sechsten Staffel Angel ihre Konklusion und spätestens in diesem Band wird auch unumstößlich deutlich, dass er die Geschehnisse der Staffel nicht einmal annähernd in dieser Form im Fernsehen hätte bringen können, nicht nur was die Gewalt und Brutalität angeht, sondern auch die wirklich zahllosen, tragischen Ereignisse, die sich vollziehen werden, bevor auch nur eine Form von Happy-End zu winken imstande ist, aber natürlich auch in Bezug auf die zahllosen Dämonen, die hier die Stadt zu überrennen drohen sowie die Verwandlung einer bestimmten Figur, doch werde ich den Teufel tun, diese hier zu spoilern. Zum Ende des vorangegangenen Bandes hatte Angel mit Hilfe der ihm geisterhaft erschienen Cordelia eine Offenbarung, die alles bisher Geschehene in einem neuen Licht erscheinen ließ und endlich auch ein wenig die verqueren Pläne des zum Vampir gewordenen Gunn zu beleuchten wusste und von diesem Punkt ausgehend macht der Plot nun im dritten Band ohne Verschnaufpause weiter und peitscht die Geschehnisse im zur Hölle gefahrenen L.A. zu ungeahnten Wendungen.

Ausschnitt aus Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 3: Showdown in der Hölle | © Panini
© Panini

Dass Whedon dafür bekannt ist, auch und gerade lieb gewonnene Figuren unverhofft und unerwartet sterben zu lassen, ist ja nun kein Geheimnis, doch in dem gemeinsam mit Brian Lynch erarbeiteten Skript zu Showdown in der Hölle macht Whedon nun wahrlich keine Gefangenen und beutelt die Fans der Serie aufs Übelste, was weite Teile des Bandes zu einer emotionalen Achterbahnfahrt werden lässt, zumal man sich immer noch nicht damit anfreunden kann, was mit Gunn geschehen ist, weshalb es unverzeihlich scheint, was er zu tun imstande ist und in letzter Konsequenz plant, weshalb Angel alle seine verbliebenen Verbündeten um sich scharen muss, um dem Einhalt zu gebieten, derweil auch Wolfram & Hart, wie man ansatzweise bereits erfahren konnte, noch seine Pläne für den unsterblichen Vampir mit Seele hat, wenngleich der ja im Moment nicht einmal mehr ein Vampir ist und der letzte Band damit endete, dass Angel im Sterben begriffen war.

Doch ist da ja auch noch der tote Wesley, den Wolfram & Hart aus unerfindlichen Gründen zum Bewacher ihrer zur Hölle gefahrenen Dependance gemacht haben und der mit seinem immer noch ausgeprägten Scharfsinn dahinter zu kommen beginnt, wie Los Angeles gerettet werden könnte, auch wenn es in letzter Konsequenz Angel selbst ist, der die Wahrheit und sein damit verbundenes Schicksal akzeptiert und nach einem herben Verlust schließlich bereit ist, sich diesem zu ergeben. So ist Angel – Nach dem Fall 3: Showdown in der Hölle im Mittelteil ungewöhnlich actionlastig geraten, ohne dabei jedoch darauf zu verzichten, die bereits zum Ende der TV-Serie begonnene Storyline auch unter dramaturgischen Aspekten weiterzuspinnen und wie gesagt in ein furioses wie atemberaubendes Finale zu münden, das aber mitnichten den Abschluss des Bandes darstellt, denn man nimmt sich tatsächlich gar etwas mehr als ein ganzes Kapitel Zeit, die Nachwehen der Ereignisse zu analysieren und zu skizzieren, wie es nun mit dem vampirischen Helden und allen voran seinen zahllosen Begleitern und Vertrauten weitergehen könnte, während man sich zu diesem Zeitpunkt aber auch von einigen Figuren abschließend verabschieden muss, da nicht davon auszugehen ist, dass diese ihren Weg erneut in eine der Geschichten des Buffy- und/oder Angelverse finden werden, was das finale Kapitel auch emotional betrachtet zu einem außergewöhnlichen Lesererlebnis macht, wie es mir bei Vertretern der Neunten Kunst selten untergekommen ist, doch fühlt man sich den Figuren ja nun einmal bereits seit vielen Jahren verbunden und es schmerzt, ihre Geschichten auserzählt zu wissen.

Ausschnitt aus Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 3: Showdown in der Hölle | © Panini
© Panini

Aber natürlich gibt es auch Lichtblicke im finalen Band Angel – Nach dem Fall, Hoffnungsschimmer und Perspektiven, die man sicherlich und hoffentlich in den sich anschließenden Bänden nutzen können wird, um die Geschichte stimmungsvoll und packend weiterzuerzählen, auch und gerade weil sich mit diesem Band Joss Whedon als Schirmherr verabschiedet und die sich hieran anschließenden Geschehnisse, die dann übrigens auch nicht mehr Teil des offiziellen Kanon sein werden (was aber für mich keinen Grund darstellt, sie zu vernachlässigen), in die fähigen Hände der Autoren von IDW Publishing legt, wobei zumindest Brian Lynch der Serie noch eine Weile treu bleiben und ihr ein paar ausgesucht lohnenswerte Stories spendieren wird, doch dazu später mehr. Optisch präsentiert sich der Band – um auch darüber noch ein paar Worte verloren zu haben – wieder einmal ein wenig durchwachsen, wobei es insbesondere Stephen Mooney ist, dessen Stil mir nicht so zusagen wollte und der hier die ersten zwei Kapitel bebildert hat und übrigens auch der ist, den ich für seine grauenhafte Interpretation einer bestimmten Person – jetzt kann ich es ja verraten: Cordelia – scharf verurteilt habe und der auch hier eher selten den Kern der jeweiligen Figur erfasst. Ausgerechnet der für die finalen drei Kapitel verantwortlich zeichnende Franco Urru, der auch schon den Start der Nach dem Fall-Storyline bebildert hat und nicht immer das positivste Feedback bekommen hat, macht hier den weitaus besseren Job und auch wenn man weiterhin bemängeln kann, dass seine Zeichnungen detailreicher ausfallen könnten, passt sein Stil meinem Gefühl nach deutlich besser zu der Geschichte und weiß durchaus zu gefallen.

Fazit & Wertung:

Gemeinsam mit den zwei vorangegangenen Bänden komplettiert Angel – Nach dem Fall 3: Showdown in der Hölle Joss Whedons Version der sechsten Staffel Angel und steht folglich qualitativ der vorangegangenen Geschichte in nichts nach, trumpft stattdessen mit einer gehörigen Anzahl überraschender Wendungen, tragischer Todesfälle und einem emotional aufgeladenen Epilog auf, so dass es Fans der Serie schwer fallen wird, den Band überhaupt einmal aus der Hand zu legen.

9 von 10 nächtlichen Streifzügen durch L.A.

Angel – Nach dem Fall 3: Showdown in der Hölle

  • Nächtliche Streifzüge durch L.A. - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Gemeinsam mit den zwei vorangegangenen Bänden komplettiert Angel – Nach dem Fall 3: Showdown in der Hölle Joss Whedons Version der sechsten Staffel Angel und steht folglich qualitativ der vorangegangenen Geschichte in nichts nach, trumpft stattdessen mit einer gehörigen Anzahl überraschender Wendungen, tragischer Todesfälle und einem emotional aufgeladenen Epilog auf, so dass es Fans der Serie schwer fallen wird, den Band überhaupt einmal aus der Hand zu legen.

9.0/10
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Sende

Angel – Nach dem Fall, Staffel 6, Band 3: Showdown in der Hölle ist am 24.02.10 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

  • Da es bei mir schon ein paar Jahre her ist, kann ich mich nicht mehr wirklich an Details erinnern, aber ich habe die Reihe jedenfalls als wirklich lesenswerte Fortsetzung der TV-Serie in Erinnerung behalten. Mit der „abschließenden Verabschiedung“ mancher Figuren wäre ich aber vorsichtig, bei Whedon weiß man bekanntlich nie … 😉

    • Ich habe mich auch gefragt, ob ich den Passus drin lassen sollte, aber hier fühlte es sich doch recht endgültig an, also zumindest im Bezug auf Wesley. Jetzt bin ich umso gespannter, ob er mir zu einem späteren Zeitpunkt noch mal in irgendeiner Form unterkommt.

      Und ja, die bisherigen drei Teile sind in ihrer Summe ziemlich klasse und lesenswert. Band 4 hingegen war dann schon ein regelrechter Dämpfer, auch nicht schlecht, aber doch irgendwie sehr strange mit den Engeln und Wer-Wesen und so… Aber das kommt ja alles noch en detail 😉

      • Ja, die neue Story verlangt einem als Leser zu Beginn schon einiges ab, insgesamt hat sie mir dann aber doch wieder gefallen. Allerdings habe ich danach trotzdem Schluß gemacht mit den Buffyverse-Comics (zumindest in physischer Form), weil ich das Preis-Leistungs-Verhältnis dann auf Dauer doch nicht so toll fand (was mehr am Preis als an der Leistung lag ;-)).

      • Durchaus, danach geht es auch wieder aufwärts, aber Band 4 – vielleicht trug das nicht unwesentlich dazu bei – hat mir auch schon optisch nicht gefallen. Mit „Buffy“ habe ich dann jetzt kürzlich parallel auch begonnen und bin gespannt, was da noch kommen wird. Das mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis kann ich nachvollziehen, das geht mir auch immer bei den „The Walking Dead“-Bänden so, aber (noch) lechze ich zu sehr nach dem physischen Produkt, als dass ich für ein paar Euros Ersparnis aufs Digitale setzen würde (zumal ich ja zumindest bei neueren „Buffy“-Publikationen das Glück habe, mit Panini recht dicke zu sein, während ich mir einige der tendenziell fast schon als vergriffen zu bezeichnenden „Angel“-Bände echt mühsam aus diversen Shops zusammensammeln musste).

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