Review: Doctor Who: Der zehnte Doctor 2 – Die weinenden Engel von Mons (Graphic Novel)

Heute mal ohne großes Vorgeplänkel, weil mich der Arbeitstag wirklich geschafft hat und ich gleich froh bin, mich auf die Couch begeben zu können:

Doctor Who
Der zehnte Doctor 2
Die weinenden Engel von Mons

Doctor Who – The Tenth Doctor #6-10, UK 2015, 132 Seiten

Doctor Who: Der zehnte Doctor - Die weinenden Engel von Mons | © Panini
© Panini

Autor:
Robbie Morrison (Die weinenden Engel von Mons, Echos)
Zeichner:
Daniel Indro (Die weinenden Engel von Mons)
Eleonora Carlini (Echos)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98645-0

Genre:
Science-Fiction | Fantasy | Abenteuer | Mystery

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zehnte Doctor - Die weinenden Engel von Mons | © Panini
© Panini

Noch immer reist der Doctor mit seiner neuen Gefährtin Gabby durch Zeit und Raum, doch lohnt nicht jedes Ausflugsziel gleichermaßen, wie die beiden feststellen müssen, als sie inmitten von Schützengräben zu Seiten des Ersten Weltkrieges mit der TARDIS landen, die zu allem Übel auch noch von einer Bombe getroffen wird. Klar, dass ihr Erscheinen prompt Misstrauen weckt, weshalb sie vorsorglich inhaftiert werden, doch haben die britischen Soldaten im belgischen Mons noch Probleme ganz anderer Art, wie sie bald erfahren werden, denn die weinenden Engel, gefürchtete, schier perfekte Jäger, haben ihren Weg zur Erde gefunden und halten sich inmitten von Krieg und Tod an den unbedarften Soldaten schadlos. Gut für die Soldaten, dass dem Doctor dieser Feind nicht unbekannt ist, auch wenn es selbst für ihn schwierig werden dürfte, dieser Bedrohung Herr zu werden, zumal der Krieg unnachgiebig weiter tobt…

Rezension:

Ich war ja schon von dem ersten Band Doctor Who: Der zehnte Doctor überaus angetan und wenn auch ausgerechnet die initiale Story mich nicht durchgehend zu überzeugen wusste, kündete der Rest des Bandes doch von einem vielversprechend anwachsenden Einfallsreichtum und diesen Höhenflug setzt man nun mit Doctor Who: Der zehnte Doctor 2 unbeirrt fort, denn die namensgebende Titelgeschichte Die weinenden Engel von Mons umfasst gleich vier der fünf enthaltenen Hefte und widmet sich einmal mehr den völlig zu Recht Kult gewordenen weinenden Engeln, die man zuallererst in der Folge Nicht blinzeln (3.10) begegnet ist und die hier ein kaum weniger überzeugendes Revival feiern. Die sich über (logischerweise) vier Kapitel erstreckende Geschichte steht nämlich wenn man so möchte einer TV-Folge der Serie in Umfang und Einfallsreichtum in nichts nach und könnte quasi genau so adaptiert worden sein, auch übrigens, was den Tonfall und die Dialoge betrifft, denn wenn die Sichtung der Serie nicht gerade Jahre zurückliegen mag, hat man beinahe unweigerlich die Stimme Von David Tennants Doctor Who Inkarnation im Ohr, was doch sehr für die Güte von Robbie Morrisons Skripten spricht, gleichsam aber selbstredend auch für die großartige Übersetzung von Claudia Kern.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zehnte Doctor - Die weinenden Engel von Mons | © Panini
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Vor allem aber finde ich auch mehr und mehr Gefallen an den Intro-Seiten, gefolgt von dem doppelseitigen Doctor Who-Schriftzug nebst Titel der Geschichte und verantwortlicher Personen, was ein wenig was von einem Serien-Vorspann hat, bevor man in die eigentliche Geschichte geworfen wird, die dank der Zeichnungen von Daniel Indro auch noch wirklich großartig aussieht und vor allem den Doctor selbst vortrefflich in Szene setzt, wobei man auch bei den anderen Figuren, allen voran seiner Companion Gabby, sowie den Schauplätzen wirklich nichts auszusetzen hat. Derweil die Story sich während des Ersten Weltkrieges abspielt, gibt es dank der Fähigkeit der weinenden Engel, ihre Opfer in die Vergangenheit zu schicken, aber auch noch weitere, früher gelagerte Passagen, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen, wenn einmal von den Engeln berührte Figuren nicht einfach aus der Geschichte geschrieben werden, sondern man via verquerer Rückblende erfährt, wie es ihnen künftig, also in der Vergangenheit, ergangen sein wird.

Während die weinenden Engel als Antagonisten natürlich schon bekannt sind, und sich das Rätselraten um ihre Fähigkeiten und Beweggründe in engen Grenzen hält, hat man schließlich als Fan der Serie, der man wohl unweigerlich ist, wenn man Doctor Who: Der zehnte Doctor 2 zur Hand nimmt, schließlich einen ähnlichen Wissensstand wie der Doctor selbst, doch tut das der Geschichte keinen Abbruch, bleibt schließlich immer noch das Rätsel, warum sie ausgerechnet im belgischen Mons des Jahres 1916 erschienen sind, ebenso natürlich wie die Frage, wie man die mitunter gefährlichsten Jäger der Galaxis aufhalten oder ihnen zumindest entkommen kann, doch selbst in der Hinsicht macht Autor Morrison keine halben Sachen und lässt den Doctor eine simple wie effektive Lösung finden, bei der man sich fragen mag, wieso er nicht schon längst in der Serie darauf gekommen ist. Alles in allem ist Die weinenden Engel von Mons in meinen Augen eine rundherum spannende, einfallsreiche, großartig geschriebene Episode, die sich nahe an der Höchstwertung bewegt und die Messlatte für Doctor Who-Comics noch einmal merklich höher legt, jetzt, da man weiß, was hier alles möglich ist, ohne den originären Serien-Kosmos zu unterminieren.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zehnte Doctor - Die weinenden Engel von Mons | © Panini
© Panini

Dadurch allerdings fällt die zweite Geschichte Echos, die sich auch lediglich über ein Heft, also überschaubare 22 Seiten erstreckt, noch einmal merklich ab, denn obwohl die Grundidee von Morrison auch hier als gelungen zu bezeichnen ist, bleibt der Band nur so lange spannend, bis er sich dem Finale nähert, denn die Erklärung und Offenbarung ist doch schon sehr profan und ziemlich enttäuschend, während ich auch dem Zeichenstil von Eleonora Carlini kaum etwas abgewinnen konnte, die ebenfalls gegenüber Daniel Indro merklich das Nachsehen hat. Klar ist es auch mal schön, eine in sich geschlossene, kleine Geschichte erzählt zu bekommen, zumal auch hier Rückbezüge auf die früheren Abenteuer enthalten sind und sich das Ganze erneut anfühlt, als würde man einer zur TV-Serie parallel verlaufenden Serienstaffel folgen, die ja nun einmal auch aus Ein- und Mehrteilern besteht und mal mehr, mal weniger überzeugt und begeistert, doch ist der qualitative Rückgang hier nicht von der Hand zu weisen, weshalb ich nun umso mehr auf die finalen fünf Hefte des ersten Jahres von Doctor Who: Der zehnte Doctor gespannt bin, die noch einmal eine zusammenhängende Geschichte erzählen und dann hoffentlich im dritten Sammelband alsbald auch ihren Weg nach Deutschland finden werden.

Fazit & Wertung:

Mehr noch als der Vorgängerband beeindruckt Doctor Who: Der zehnte Doctor 2: Die weinenden Engel von Mons mit einer akribisch ausgearbeiteten, opulent bebilderten und ungemein stimmig erzählten Geschichte um den Doctor im erneuten Kampf gegen die weinenden Engel, wobei es ihn diesmal in die Wirren des Ersten Weltkrieges verschlägt. Dank des Skripts von Robbie Morrison werden dabei Tonfall und Duktus der Serie und speziell des Doctors jederzeit getroffen und machen den Band zu einer regelrechten Pflichtlektüre für Fans, selbst wenn der sich an die Story anschließende One-Shot Echos nicht annähernd so sehr überzeugen kann.

9 von 10 Reisen quer durch das All und die Zeit

Doctor Who: Der zehnte Doctor 2: Die weinenden Engel von Mons

  • Reisen quer durch das All und die Zeit - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Mehr noch als der Vorgängerband beeindruckt Doctor Who: Der zehnte Doctor 2: Die weinenden Engel von Mons mit einer akribisch ausgearbeiteten, opulent bebilderten und ungemein stimmig erzählten Geschichte um den Doctor im erneuten Kampf gegen die weinenden Engel, wobei es ihn diesmal in die Wirren des Ersten Weltkrieges verschlägt. Dank des Skripts von Robbie Morrison werden dabei Tonfall und Duktus der Serie und speziell des Doctors jederzeit getroffen und machen den Band zu einer regelrechten Pflichtlektüre für Fans, selbst wenn der sich an die Story anschließende One-Shot Echos nicht annähernd so sehr überzeugen kann.

9.0/10
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Doctor Who: Der zehnte Doctor 2 – Die weinenden Engel von Mons ist am 24.05.2016 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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