Review: Doctor Who | Staffel 3 (Serie)

Doctor Who - Serie, Graphic Novels und mehr

Doctor Who

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Und weiter geht die wilde Fahrt, hier und heute mit der immerhin schon der dritten Staffel der britischen Kultserie. Euch noch einen schönen Samstag und natürlich ganz allgemein ein wunderbares, erholsames Wochenende.

Doctor Who
Staffel 3

Doctor Who, USA 2005-, ca. 45 Min. je Folge

Doctor Who | © WVG Medien
© WVG Medien

Serienschöpfer:
Sydney Newman
Showrunner:
Russell T. Davies
Steven Moffat

Main-Cast:
David Tennant (The Doctor)
Freema Agyeman (Martha Jones)
in weiteren Rollen:
John Barrowman (Captain Jack Harkness)
John Simm (The Master)
Carey Mulligan (Sally Sparrow)
Adjoa Andoh (Francine Jones)
Gugu Mbatha-Raw (Tish Jones)
Trevor Laird (Clive Jones)
Reggie Yates (Leo Jones)
Paul Kasey (Robot Santa/Judoon Captain/Hero Pig Man)
Nicholas Briggs (Judoon/Daleks [Stimme])
Catherine Tate (Donna Noble)
Andrew Garfield (Frank)
Mark Gatiss (Lazarus)

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

Kaum hat der Doctor schweren Herzens seine Begleiterin Rose Tyler ziehen lassen, steht plötzlich eine als Braut gekleidete Frau in seiner TARDIS, die sich als Donna Noble zu erkennen gibt, allerdings selbst nach einem haarsträubenden Abenteuer weigert sich selbige, den Doctor auf seinen Reisen zu begleiten, doch begegnet der alsbald schon der Medizinstudentin Martha Jones, die weitaus von der faszinierenden Ausstrahlung des Doctors angetan zu sein scheint und nur zu bereitwillig sein Angebot annimmt, ihn auf seinen Reisen durch Zeit und Raum zu begleiten. Nach einem kurzen Abstecher ins Jahr 1599, wo Shakespeare selbst Martha unzweideutige Avancen macht, verschlägt es sie auf die Neue Erde, zu welcher der Doctor bereits mit Rose in der Vergangenheit gereist ist und wo nun auch Martha die Bekanntschaft eines alten Bekannten des Doctors machen wird. Damit jedoch nehmen die Abenteuer, die den Doctor und seine neue Begleiterin erwarten, erst ihren Anfang…

Rezension:

Noch vor Beginn meiner Wiederholungssichtung der dritten Staffel Doctor Who meinte ich, mich an selbige als eine der schwächeren Staffeln zu erinnern, was gar nicht unbedingt an seiner neuen Companion Martha Jones lag, sondern vielmehr an den Plots der jeweiligen Geschichten, womit ich zum Teil auch Recht behalten sollte, derweil man hier „zum Teil“ sogar durchaus wörtlich verstehen darf, denn die erste Hälfte der dritten Staffel wusste mich auch dieses Mal nur leidlich zu überzeugen, angefangen mit dem Weihnachts-Special Die aufgelöste Braut (3.00), die sich direkt an das vorangegangene Staffelfinale Weltuntergang (2.13) anschließt und den Zuschauer auf die falsche Fährte führt, Donna Noble würde nun die nächste Begleiterin des Doctors werden (wird sie ja später auch), während mir ansonsten von der ersten Hälfte einzig Festgefahren (3.03) in nennenswerter Erinnerung geblieben ist, nicht zuletzt auch wegen eines weiteren denkwürdigen Auftritts des Gesichts von Boe, um das sich ja bekanntlich einige Legenden ranken. Davon abgesehen wirken die Folgen von den Reisen in die Vergangenheit – diesmal zu Shakespeare – oder ins New York der 1930er Jahre – Daleks, mal wieder – doch recht generisch und bieten zwar solide Unterhaltung, wussten mich aber auch nicht gerade vom Hocker zu hauen.

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

Spürbare, vor allem aber anhaltende Besserung stellt sich derweil mit dem Zweiteiler Die Natur des Menschen (3.08) und Blutsbande (3.09) ein, dessen zugrundeliegende Prämisse, der Doctor würde sich nicht mehr daran erinnern, ein Timelord zu sein und sich für einen Menschen halten, um sich so dem Zugriff außerirdischer Wesen zu entziehen, einfach herrlich unverbraucht und neu war, nicht nur Martha Jones einige starke Szenen gegönnt hat, sondern auch das Wesen und den Charakter des Doctors von einer ungewohnten Warte zu beleuchten wusste, als dieser erfährt, dass es sich bei seinen angenommenen Träumen um tatsächliche Erinnerungen handelt und nicht etwa Ausgeburten seiner überbordenden Fantasie. Das in meinen Augen unbestrittene Highlight der Staffel allerdings folgt direkt im Anschluss mit Nicht blinzeln (3.10), einer von – wie sollte es auch anders sein – Steven Moffat geschriebenen Episode, die völlig zu Recht mit einem Hugo ausgezeichnet wurde und Moffat den BAFTA Award als bester Drehbuchautor einbrachte, nicht zuletzt aber auch mit der mittlerweile weltbekannten Carey Mulligan (Drive, Der große Gatsby) ausnehmend prominent besetzt worden ist, handelt es sich hierbei schließlich um eine der Doctor-Lite-Episoden, die es aus Zeit- und Kostenersparnisgründen seit Liebe und Monster (2.10) immer mal wieder geben sollte.

Die finalen drei Episoden der dritten Staffel Doctor Who – allesamt von Russell T. Davies – ersonnen – fungieren schließlich als beinahe durchweg überzeugender Dreiteiler, dem erst zum Ende hin ein wenig die Puste auszugehen schient, der aber auch gleich mit zwei Besetzungs-Coups aufzuwarten weiß, denn einerseits darf man sich über die Rückkehr von John Barrowman als Captain Harkness freuen, andererseits ist John Simm – mir vorrangig bekannt durch seine Hauptrolle in Life on Mars in einer prominenten Rolle zu sehen, die das sich über verschiedene Handlungsorte – und –zeiten spannende Spektakel wieder zu einem wahren Hochgenuss machen, der noch dazu ein würdiges Ende der dritten Staffel darstellt und in seiner Art und Aufmachung zu einer meiner Lieblingsstories zählt.

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

So ist es wirklich schade, dass sich die erste Staffelhälfte so austauschbar und wenig innovativ präsentiert, denn hätte man dort nur annähernd das Niveau der letzten sechs Episoden erreichen können, wäre aus der dritten, beziehungsweise ja eigentlich neunundzwanzigsten Staffel Doctor Who ein regelrechter Meilenstein geworden, doch so reicht es eben nur aus, sich in die bislang konstant als ausgezeichnet präsentierende Serie einzureihen und das, obwohl hier die Weinenden Engel ihren denkwürdigen ersten Auftritt feiern, der ihnen prompt einen Kult-Status eingebracht hat, der dem der Daleks in kaum etwas nachsteht, weshalb wir ihnen ja bekanntermaßen auch noch öfter begegnen werden.

Fazit & Wertung:

Qualitativ steht die dritte Staffel Doctor Who den vorangegangenen Episoden in kaum etwas nach und auch Martha Jones funktioniert als neue Companion durchaus, wenngleich man Rose Tyler zuweilen vermisst, doch viel schwerer wiegt, das ausnahmslos alle Episoden der ersten Staffelhälfte kaum über „nur“ solide TV-Kost hinauskommen, während wiederum die finalen sechs Episoden durchweg zu begeistern wissen, was die Staffel dann auch davor bewahrt, gegenüber den anderen Staffeln merklich abzufallen.

8 von 10 Reisen mit der TARDIS

Doctor Who | Staffel 3

  • Reisen mit der TARDIS - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Qualitativ steht die dritte Staffel Doctor Who den vorangegangenen Episoden in kaum etwas nach und auch Martha Jones funktioniert als neue Companion durchaus, wenngleich man Rose Tyler zuweilen vermisst, doch viel schwerer wiegt, das ausnahmslos alle Episoden der ersten Staffelhälfte kaum über „nur“ solide TV-Kost hinauskommen, während wiederum die finalen sechs Episoden durchweg zu begeistern wissen, was die Staffel dann auch davor bewahrt, gegenüber den anderen Staffeln merklich abzufallen.

8.0/10
Leser-Wertung 8.75/10 (4 Stimmen)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 3

00. Die aufgelöste Braut (7/10)
01. Einmal Mond und zurück (7,5/10)
02. Der Shakespeare Code (7/10)
03. Festgefahren (8/10)
04. Daleks in Manhattan (7,5/10)
05. Evolution der Daleks (7,5/10)
06. Der Preis der Jugend (6/10)
07. 42 (7,5/10)
08. Die Natur des Menschen (9/10)
09. Blutsbande (9/10)
10. Nicht blinzeln (10/10)
11. Utopia (9/10)
12. Der Klang der Trommeln (9/10)
13. Der letzte Time Lord (8,5/10)

 
 
– – –

Doctor Who | Staffel 3 ist am 25.01.13 auf DVD im Vertrieb von WVG Medien erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

  • „Don’t Blink“ ist natürlich eine tolle Episode und die Weeping Angels sind eine erstklassige Kreation Whedons. Trotzdem hat mich bei der Geschichte von Anfang an gestört, daß keiner auf die Idee kommt, einfach mit den Augen abwechselnd zu blinzeln … Im Audiokommentar der britischen DVD geht Whedon darauf übrigens sogar ein und sagt, daß er gar nicht daran gedacht hat, es aber sowieso nicht wirklich funktionieren würde. Was mich natürlich prompt zum Experiment verführte und nun kann ich behaupten: Doch, das funktioniert sehr wohl! Nicht ewig natürlich, aber lange genug. :-)

    Der finale Dreiteiler wird mir derweil auf ewig für die grandiose „I can’t deny“-Sequenz (sozusagen Scissor Sisters feat. John Simm) in Erinnerung bleiben …

    • Ich nehme mal an, wo Whedon steht sollte Moffat stehen, oder!? Witzig, dass du das mit dem Blinzeln ansprichst, denn vor einigen Tagen erst habe ich den Comic „Doctor Who – Der zehnte Doctor: Die weinenden Engel von Mons“ gelesen und da kommt er auch genau auf diese Idee; Review hierzu erscheint nächsten Mittwoch 😉

      Und ja, der Dreiteiler und die Sequenz waren klasse, ich mag John Simm auch sehr und freue mich auch schon auf sein Revival als Master am Ende der vierten Staffel^^

      • Oops, selbstverständlich Moffat. Das kommt davon, wenn ich direkt hintereinander Werke von zwei meiner Lieblings-Autoren kommentiere …

      • War mir sofort klar, nachdem du vorher bei „Angel“ kommentiert hattest. Tat mir aber mal wirklich sehr gut, dass nicht nur ich Namen durcheinander werfe und du mich auf meine Fehler hinweisen musst, sondern dass es auch anders herum funktioniert. Ein ernst gemeintes Dankeschön dafür!

  • Ulrike

    Für mich ist „Blink“ eine der besten Folgen überhaupt.

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