Review: Spike – Nach dem Fall (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

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Heute widmen wir uns dann einmal, nachdem es sonst immer um Angel geht, dem nicht minder bekannten Vampir Spike, dessen erster Comic die Lücke zwischen den Geschehnissen am Ende der fünften Staffel und vor Beginn der sechsten Staffel zu füllen versucht.

Spike – Nach dem Fall

Spike: After the Fall (#1-4), USA 2008, 128 Seiten

Spike - Nach dem Fall | © Panini
© Panini

Autor:
Brian Lynch
Zeichner:
Franco Urru

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07870-3

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Nach dem Kampf in der Gasse gab es einen Lichtblitz und prompt war ganz Los Angeles zur Hölle gefahren, Freilich auch Spike, der Teil der tapferen Schar aus Helden war, die sich den dämonischen Horden entgegenstellen wollten doch nach der Höllenfahrt war Spike allein. Nicht für lange allerdings, weil er alsbald auf Fred beziehungsweise Illyria traf, die Göttin, die von Fred Besitz ergriffen hatte, doch ist das auch schon Teil des Problems, denn Illyria/Fred scheinen sich in dieser neuen Situation nicht gänzlich unter Kontrolle zu haben und so weiß Spike nie genau, wann die eine vom Körper der anderen wieder Besitz ergreifen wird.

Ausschnitt aus Spike - Nach dem Fall | © Panini
© Panini

Und dann begegnet Spike auch noch dem Drachen, den Angel eigentlich zu töten vorhatte und der ihn zu Wolfram & Hart lotst, wo Spike eine merkwürdige Entdeckung macht. Dabei will der Vampir mit Seele, also, der andere Vampir mit Seele eigentlich nichts weiter als seine Ruhe, hat er schließlich bereits zwei Apokalypsen überlebt und seinen Wert mehr als unter Beweis gestellt. Dumm nur, dass er prompt einer Schar dämonischer Frauen begegnet, die alles im Sinn haben, außer dem vampirischen Helden wider Willen seine Ruhe zu gönnen…

Rezension:

Auch wenn die Geschichte von Spike – Nach dem Fall chronologisch betrachtet vor den Ereignissen in Die Hölle von Los Angeles und Die erste Nacht stattfinden (und sich folglich auch in meiner Übersicht den beiden Bänden vorgelagert wiederfindet), macht es doch durchaus Sinn, den Band erst zu lesen, wenn man mit der Lektüre der sechsten Staffel Angel bereits begonnen hat, haben Whedon und Lynch schließlich nicht grundlos diesen Weg gewählt, mit der Geschichte erst einige Monate nachdem Los Angeles zur Hölle geschickt worden ist einzusetzen und während die Geschicke der meisten Figuren nach den ersten beiden Bänden bereits umrissen worden sind, klafft einzig in Spikes Vita noch ein größeres Loch, das dieser Band hier nun zu füllen gedenkt. Optisch hält man sich einmal mehr an Franco Urru, dessen Stil sicherlich Geschmackssache ist und der mir hier auch nicht vorbehaltlos zu gefallen wusste, zumal ihm des Öfteren ausgerechnet die Gesichtszüge nicht allzu gut gelingen oder er diese gar weitestgehend ausspart, doch dem Umstand geschuldet, dass die meisten Figuren genügend Alleinstellungsmerkmale besitzen, um sie auch bei entgleisten Gesichtszügen identifizieren zu können, stört der Stil gar nicht einmal so sehr wie man das vielleicht meinen würde, zumal die grobe Strichführung durchaus zum Höllensetting passt.

Ausschnitt aus Spike - Nach dem Fall | © Panini
© Panini

Warum man allerdings zunächst der Lektüre von Angel – Nach dem Fall den Vorzug geben sollte, liegt schlicht und einfach daran, dass Spike – Nach dem Fall, obwohl es sich um eine Rückblende handelt, einiges vorwegnimmt und andererseits auf Dinge hindeutet, die sich dem Leser nicht erschließen würden, wenn er nachgelagerten Ereignisse nicht kennt, woraus sich also quasi eine wechselseitige Notwendigkeit ergibt, bewusst nicht chronologisch vorzugehen, denn sowohl was das Schicksal von Angel und Gunn angeht, macht der Band gewisse Andeutungen, während auch Connor seinen Auftritt hat und die Frage beantwortet wird, wie es zu der Zusammenarbeit zwischen ihm und Spike gekommen sein mag. Ich habe zwar schon einige anders lautende Meinungen gelesen, doch mir persönlich hat der Band ausnehmend gut gefallen und er steht inhaltlich der eigentlichen sechsten Staffel in kaum etwas nach, wenn auch die Dramaturgie hier weitaus generischer geraten ist, doch liegt das eben teilweise auch an dem enorm zusammengestutzten Figurenkonsortium.

Diesen Umstand macht Spike – Nach dem Fall allerdings in meinen Augen spielend dadurch wett, dass die vierteilige Serie gänzlich aus Spikes Sicht geschildert wird und folglich von einem beißenden Wortwitz durchzogen, der mich tatsächlich des Öfteren zum lauten Lachen verleitet hat, was mir im Fall von Graphic Novels zugegebenermaßen eher selten passiert, doch gerade wenn man noch James Marsters‘ Stimme im Ohr hat, scheinen sämtliche Anekdoten und Sprüche direkt der Serie entnommen zu sein, treffen also jederzeit exakt den richtigen Ton, woran sich auch hier wieder einerseits belegen lässt, wie eng man sich an Joss Whedons Stil hält, als auch andererseits die Güte der Übersetzung seitens Claudia Kern bemerkbar macht, die ja schon bei Angel – Nach dem Fall großartige Arbeit geleistet hat.

Ausschnitt aus Spike - Nach dem Fall | © Panini
© Panini

Während Spike als Attraktion und Zugpferd der Geschichte aber im Grunde schon gereicht hätte, gesellt sich alsbald noch Illyria an dessen Seite und der scheint die Höllenfahrt auch nicht gerade eben gut bekommen zu sein, wie während der Staffel schon mehrfach angedeutet und gezeigt worden ist, springt sie schließlich zuweilen zwischen den Realitäten und Zeiten, verwandelt sich allenthalben in eine verängstigte Fred zurück und das meist in den ungünstigsten Momenten, während sie selbst sich dieses Umstandes kaum bewusst zu sein scheint und derlei Entgleisungen auch nicht wirklich kontrollieren kann, was hier ebenfalls aufgegriffen und vertieft wird, was wiederum dahingehend Sinn ergibt, als dass es auch noch in Angel – Nach dem Fall 3: Showdown in der Hölle Bewandtnis haben wird. Alles in allem ist damit Spike – Nach dem Fall ein ungemein kurzweiliger und überraschend witziger Band geworden, der zum Verständnis der Staffel zwar an sich nicht zwingend vonnöten ist, aber dermaßen gespickt mit Querverweisen und Andeutungen, dass es eine wahre Freude ist und darüber, dass nun auch einmal der nach Angel zweitkultigste Vampir in einer Hauptrolle zu sehen ist, kann man sich ja schließlich auch nicht genug freuen, zumal sich eben erst in Kombination der genannten Bände ein vollständiges Bild ergibt, um darauf aufbauend dem Finale der Staffel entgegenzuschreiten.

Fazit & Wertung:

Präsentiert sich Spike – Nach dem Fall eigentlich als Prequel zu den Ereignissen in Angel – Nach dem Fall, macht die Lektüre dennoch erst nach Kenntnis selbiger wirklich Sinn, denn die doch vergleichsweise stringent erzählte Story lebt zu gleichen Teilen von den Querverweisen auf noch folgende Ereignisse als auch Spikes beispiellos sarkastischer Zunge, die diesen objektiv eher überraschungsarmen Band erst so richtig lohnenswert macht, doch als Fan kommt man wohl auch um diese Veröffentlichung so oder so kaum herum.

8 von 10 Irrfahrten durch das zur Hölle gefahrene L.A.

Spike - Nach dem Fall

  • Irrfahrten durch das zur Hölle gefahrene L.A. - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Präsentiert sich Spike – Nach dem Fall eigentlich als Prequel zu den Ereignissen in Angel – Nach dem Fall, macht die Lektüre dennoch erst nach Kenntnis selbiger wirklich Sinn, denn die doch vergleichsweise stringent erzählte Story lebt zu gleichen Teilen von den Querverweisen auf noch folgende Ereignisse als auch Spikes beispiellos sarkastischer Zunge, die diesen objektiv eher überraschungsarmen Band erst so richtig lohnenswert macht, doch als Fan kommt man wohl auch um diese Veröffentlichung so oder so kaum herum.

8.0/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
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Spike – Nach dem Fall ist am 14.10.09 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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