Review: Die Tudors | Staffel 3 (Serie)

Heute ohne großes Tamtam eine neue Serien-Review zu einer dafür umso "älteren" Serie, die ich letztens endlich einmal weitergeschaut habe.

Die Tudors
Staffel 3: Ein Sohn für den König

The Tudors, USA 2007-2010, ca. 50 Min. je Folge

Die Tudors | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Serienschöpfer:
Michael Hirst
Showrunner:
Michael Hirst

Main-Cast:
Jonathan Rhys Meyers (King Henry VIII)
Henry Cavill (Charles Brandon)
James Frain (Thomas Cromwell)
Annabelle Wallis (Jane Seymour)
Joss Stone (Anne of Cleves)
Alan Van Sprang (Sir Francis Bryan)
Sarah Bolger (Mary Tudor)
Gerard McSorley (Robert Aske)
Max von Sydow (Cardinal Von Waldburg)
in weiteren Rollen:
Max Brown (Edward Seymour)
Charlotte Salt (Lady Ursula Misseldon)
Mark Hildreth (Cardinal Reginald Pole)
Simon Ward (Bishop Gardiner)
Anthony Brophy (Ambassador Bishop Chapuys)
Rod Hallett (Richard Rich)
Rebekah Wainwright (Catherine Brandon)

Genre:
Historie | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Im Jahre 1536 befindet sich König Henry VIII. nach siebenundzwanzigjähriger Regentschaft auf dem Zenit seiner Macht und während er seine allumfassenden Reformationen der englischen Kirche unerbittlich vorantreibt, lässt seine neue Gemahlin, die Lady Jane Seymour darauf hoffen, dass dem König endlich ein Sohn und damit Thronfolger geboren wird, doch im Norden Englands regt sich Widerstand und die Pilgerreise der Gnade, eine groß angelegte Rebellion, nimmt ihren Anfang.

Szenenbild aus Die Tudors | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Henry derweil ist nicht bereit, Schwäche zu zeigen und gewillt, mit aller Härte gegen die Rebellen vorzugehen und so entsendet er seinen Freund und Vertrauten Charles Brendon als Unterhändler gen Norden und lässt in dessen Namen Versprechen ergehen, die unter anderem eine Generalamnestie für die Aufrührer beinhalten, doch während er noch darum bemüht ist, mit seinen ihm eigenen Mitteln den Aufstand zu zerschlagen, bahnt sich am Hofe des Königs die nächste Tragödie an, die ihn eine tiefe Depression zu stürzen droht…

Rezension:

Wenn auch mit gehörigen Abständen bin ich doch immer noch dabei, die von 2007 bis 2010 bei Showtime ausgestrahlte Serie Die Tudors aufzuarbeiten und habe mich nun also jüngst der dritten Staffel der Historien-Serie gewidmet, wobei sich immer klar herauszukristallisieren schient, dass besagte Serie sich nicht mit den einschlägig gehypten Produktionen vergleichen lässt oder auch nur annähernd auf deren Stufe steht, was sich mehr denn je im dritten Jahr bemerkbar macht, das an einigen signifikanten Punkten krankt, denn nicht damit genug, dass die Staffel diesmal nur acht statt zehn Folgen umfasst, deckt die Staffel dennoch gut vier Jahre der Regentschaft von König Henry VIII ab, was die Geschichte doch zuweilen arg sprunghaft wirken lässt und in den vorangegangenen Seasons deutlich glücklicher gelöst worden ist. Hier nun aber finden sich Punkte wie Jane Seymours Schwangerschaft, von der sie in der einen Folge berichtet, nur um in der Folge drauf prompt ihr Kind zu gebären, derweil Anita Briem als Verkörperung der Jane hier durch Annabelle Wallis ersetzt worden ist, was ein zusätzliches Ärgernis darstellt.

Szenenbild aus Die Tudors | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Dass man dem ohne Zweifel ansonsten überzeugend aufspielenden Jonathan Rhys Meyers das theoretisch schon beinahe als hoch zu bezeichnende Alter des Königs derweil kaum noch abnimmt steht dabei leider ebenso außerfrage und auch dessen Gesundheitszustand schwankt von Folge zu Folge dermaßen, dass es leider kein konsistentes Bild ergeben möchte, derweil auch hier – schon ein Kritikpunkt bei der vorangegangenen Staffel – die charismatischen Konterparts für ihn fehlen und einzig James Frain einer der wenigen Lichtblicke im Cast ist, während sich auch der mittlerweile als Superman bekannte Henry Cavill als Charles Brandon nur allzu selten am englischen Hofe sehen lässt. Einzig und immerhin Sarah Bolger (The Lazarus Effect), die mittlerweile einen festen Part bei Into the Badlands innehat, weiß als Mary Tudor einige Szenen an sich zu reißen und bekommt gefühlt die zweieinhalbfache Screentime zugestanden wie noch in der Staffel zuvor, was ich zwar als durchaus begrüßenswert erachte, die Sache in seiner Gänze aber auch nicht ausgegorener macht.

Noch immer ist die Thronfolge Thema und somit Henrys Wunsch, einen stattlichen Sohn sein Eigen zu nennen, noch immer spalten seine Reformationen das Volk und die geistliche Obrigkeit und währenddessen beginnt im Norden Englands die Pilgerreise der Gnade, eine geschichtsträchtige Rebellion der Katholiken, die gleichermaßen die größte Krise während der Regentschaft des Königs darstellte, hier aber mehr wie ein unliebsames Scharmützel wirkt und auch in den weiteren Folgen eher am Rande thematisiert wird, als dass dieser Aufstand wirkliche Folgen nach sich ziehen würde und in der Beziehung, einmal nicht nur die Bettgeschichten des Königs zu thematisieren, versagt Die Tudors in der dritten Staffel auffallend, während es zumindest begrüßenswert ist, dass James Frain als Henrys engster Vertrauter und Rechte Hand Thomas Cromwell immerhin noch eine größere Rolle bei den Geschicken des Königs und am englischen Hofe spielt, doch kommt der Serie auch hier wieder ihre Sprunghaftigkeit in die Quere, die all das doch recht abgehackt und wenig zusammenhängend wirken lässt.

Szenenbild aus Die Tudors | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Unter diesen Gesichtspunkten scheint es schon beinahe lächerlich, dass sich die dritte Staffel Die Tudors in zwei große Zeitabschnitte teilt, die jeweils vier Folgen umfassen und deren jeweilige Finalfolge auch noch am gelungensten geraten ist, doch weitaus erstaunlicher ist es auch, dass beinahe jede Folge für sich genommen durchaus überzeugt, wenn sie auch allesamt hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, doch als Historien-Drama mit teils fiktionalisierten Abweichungen macht die Serie noch immer eine gute Figur, was dann aber eher an den Darstellern, den Kostümen, dem Setting liegt und weniger an der zumindest folgenübergreifend betrachteten eher unausgegorenen Erzählweise, die kurioserweise innerhalb einer einzelnen Folge nicht annähernd so negativ ins Gewicht fällt, wie bei einer Betrachtung des Gesamtbildes, weshalb ich mir auch die seltene Freiheit genommen habe, die rein rechnerisch ermittelten Punkte für die Serie geringfügig nach unten zu korrigieren, denn hier ist das Gesamtbild tatsächlich weniger überzeugend als die Summe seiner Teile, doch hoffe ich immer noch, dass zumindest die vierte und finale Staffel die Serie zu einem zufriedenstellenden Abschluss bringen wird.

Fazit & Wertung:

Hatte ich gehofft, Die Tudors würde sich im dritten Jahr zu ungeahnten Höhen aufschwingen, ist stattdessen das Gegenteil der Fall und die Staffel scheitert kläglich daran, in gerade einmal acht Folgen eine vier Jahre umspannende Geschichte zu erzählen, deren einzelne Episoden zwar durchaus gelungen sind, jedoch auch weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, sich vor allem kaum zu einem stimmigen Ganzen zu fügen wissen.

6,5 von 10 durchtriebenen Machenschaften am englischen Hof

Die Tudors | Staffel 3

  • Durchtriebene Machenschaften am englischen Hof - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Hatte ich gehofft, Die Tudors würde sich im dritten Jahr zu ungeahnten Höhen aufschwingen, ist stattdessen das Gegenteil der Fall und die Staffel scheitert kläglich daran, in gerade einmal acht Folgen eine vier Jahre umspannende Geschichte zu erzählen, deren einzelne Episoden zwar durchaus gelungen sind, jedoch auch weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, sich vor allem kaum zu einem stimmigen Ganzen zu fügen wissen.

6.5/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 3

01. Civil Unrest (7/10)
02. The Northern Uprising (7/10)
03. Dissension and Punishment (7/10)
04. The Death of a Queen (7,5/10)
05. Problems in the Reformation (7/10)
06. Search for a New Queen (7/10)
07. Protestant Anne of Cleves (7/10)
08. The Undoing of Cromwell (8/10)

 

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DVD:


Blu-ray:


  • mwj

    Ich empfand die 3. Staffel auch als etwas schwächer:

    http://www.kino.vieraugen.com/dvd/die-tudors-staffel-3/

  • Klar, das höhere Erzähltempo der letzten beiden Staffeln hat der Serie erzählerisch schon geschadet (wobei ich allerdings in den ersten beiden Staffeln manche Episode dafür etwas in die Länge gezogen fand …), trotzdem: Für mich war das bis zum Schluß eine extrem unterhaltsame Serie, schon wegen der Glanzleistung von Jonathan Rhys Meyers – daß er am Ende natürlich viel zu jung für die Rolle war … mir doch schnurz! :-) Und gerade da ich mir kürzlich endlich mal das thematisch verwandte „The White Queen“ angeschaut habe, das für mich nie über Mittelmaß hinauskam (und in dem die von dir hier kritisierten Punkte übrigens noch viel stärker ausgeprägt sind), weiß ich „Die Tudors“ umso mehr zu schätzen.

    • Ach klar, ich mag „Die Tudors“ ja auch und Rhys Meyers ebenso, von daher bin ich auch schon sehr gespannt auf die finale Staffel, auch wenn ich mir ja wahrlich Zeit lasse für diese doch eigentlich recht überschaubare Serie. Und ich muss dir Recht geben, in den Staffeln davor war es öfter mal etwas langatmig, hier dafür manchmal zu gehetzt, weitergeschaut wird aber trotzdem und bei „The White Queen“ werde ich vermutlich so schnell keinen Blick riskieren, gerade nach deinen Äußerungen.

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