Review: Star Wars: Imperial Assault – Im Schatten der Zwillingssonnen (Spiel)

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Zwar hat sich das Erscheinen ein ums andere Mal verzögert, doch seit geraumer Zeit bin ich nun auch stolzer Besitzer der ersten großen Erweiterung zu dem an dieser Stelle prominentesten Brett- beziehungsweise Miniaturenspiel und erzähle euch heute endlich von meinen Eindrücken zu besagter Box und deren Inhalt.

Erweiterung: Zum Spielen wird Star Wars: Imperial Assault benötigt!

Star Wars: Imperial Assault
Im Schatten der Zwillingssonnen
Erweiterung

Star Wars: Imperial Assault – Twin Shadows Expansion

Star Wars: Imperial Assault - Im Schatten der Zwillingssonnen | © Heidelberger Spieleverlag
© Heidelberger Spieleverlag

Autoren:
Paul Winchester
Justin Kemppainen
Verlag (D):
Heidelberger Spieleverlag

Kategorie:
Brettspiel | Miniaturenspiel
Genre:
Science-Fiction | Abenteuer

Spielerzahl:
2-5 Spieler
Spieldauer:
60-120 Minuten

Inhalt:

Frei nach dem Motto "Von allem ein bisschen" finden sich in der Box der Erweiterung Star Wars: Imperial Assault – Im Schatten der Zwillingssonnen folgende Utensilien:

  • 10 Figuren, davon 2 Helden
  • 12 Spielplanteile
  • 2 Heldenbögen
  • 11 Aufstellungskarten
  • 4 Nebeneinsatzkarten
  • 6 Agendakarten
  • 18 Helden-Klassenkarten (2×9)
  • 9 Imperiale Klassenkarten (1×9)
  • 6 Ausrüstungskarten (3×2)
  • 5 Belohnungskarten
  • 2 Versorgungskarten
  • 3 Befehlskarten
  • 4 Zustandskarten
  • 5 Zustandsmarker
  • 8 Gerätemarker
  • 10 Schadensmarker
  • 6 Anstrengungsmarker
  • 4 Marker für Verbündete/Schurken
  • 2 Gefecht-Einsatzkarten
  • 1 Gefechtsbogen
  • 1 Regel-/Kampagnenhandbuch

 

Rezension:

Im Schatten der Zwillingssonnen – Auf nach Tatooine

Nach Monaten des Wartens ist nun endlich die erste „richtige“ Erweiterung zu Star Wars: Imperial Assault erschienen, Ende März um genauer zu sein, die da den Titel Im Schatten der Zwillingssonnen trägt und – wie sollte es anders sein – ganz dem Thema Tatooine verhaftet ist und wo schon die nächste Erweiterung – Rückkehr nach Hoth – in den Startlöchern steht, möchte ich doch noch schnell die Gunst der Stunde nutzen, halbwegs aktuell von dem ersten Ableger dieses großartigen Miniaturenspieles zu berichten. Wer schon einmal eine Spiele-Erweiterung zu einem Produkt von Fantasy Flight Games in der Hand gehalten hat, speziell zu einem Brettspiel, der weiß auch schon von vornherein ziemlich genau, was ihn erwartet, denn zunächst einmal gibt es von allem schlicht und ergreifend ein wenig mehr, was aber wieder auch mit sich bringt, dass man als geneigter Spieler förmlich genötigt wird, weitere Figuren-Packs zu erwerben, denn natürlich sind es wieder ausgerechnet die ikonischen Figuren – in diesem Falle Boba Fett sowie R2-D2 und C-3PO – , die der Erweiterung nur in Form von Papp-Markern beiliegen und einzeln erworben werden können/müssen/dürfen/sollen.

Von diesem Ärgernis – ähm, dieser cleveren Vermarktungsstrategie – einmal abgesehen, enthält die Box zehn neue Figuren, die sich in zwei neue Helden sowie acht neue Figuren für die imperiale Seite aufteilen, namentlich vier Schwere Sturmtruppen sowie 4 Tusken-Räuber. Ebenfalls neu sind 12 wie gewohnt doppelseitig bedruckte Spielpläne, mit denen man eben ganz besonders schön Orte wie die Mos Eisley Cantina nachstellen kann, wobei speziell dieser Spielplanteil ausnehmend groß geraten ist. Als Fan des Wüstenplaneten als Setting habe ich die Ergänzungen als durchweg stimmig und lohnenswert erachtet, wobei natürlich völlig außerfrage steht, dass Im Schatten der Zwillingssonnen sich vornehmlich für Vielspieler lohnt, denn wer sich nur alle Jubeljahre zu einer Partie Star Wars: Imperial Assault einfindet, wird die Erweiterung kaum benötigen. Für alle anderen derweil bietet die Box – und das habe ich mitunter am interessantesten gefunden – vier neue Nebeneinsatzkarten sowie zwei neue Agenda-Stapel mit je einem erzwungenen Nebeneinsatz darin, was summa summarum sechs neue Einsätze macht. Klingt nach nicht gerade viel, doch der eigentliche Clou ist, dass sich diese eben einerseits in die bekannte Kampagne aus dem Grundspiel einbinden lassen – oder natürlich autark einfach so gespielt werden können – , sich aber andererseits zu einer Mini-Kampagne fügen, die dann eben aus vier Missionen besteht, einer Einführung, zwei Haupteinsätzen sowie Finale, was eine schnelle Runde verspricht, die man bei entsprechender Vorarbeit auch gut an einem Tag schaffen könnte, wobei auf der Rückseite des Regel- und Kampagnenheftes natürlich selbstredend auch ein Kampagnenlogbuch enthalten ist.

Star Wars: Imperial Assault - Im Schatten der Zwillingssonnen | © Heidelberger Spieleverlag
Der gesammelte Inhalt der Erweiterungs-Box im Überblick

Die große Frage war, wie diese Einsätze nun aneinander gereiht werden und da haben sich die Autoren – wie ich finde – wirklich etwas einfallen lassen, denn zum Abschluss der jeweiligen Mission findet sich, so denn die Mini-Kampagne gespielt wird, ein Verweis auf einen von im hinteren Teil des Heftes versammelten Überleitungstext, der nicht nur gehörig Flair aufkommen lässt und die Einsätze geschichtlich miteinander zu verknüpfen weiß, sondern gegebenenfalls auch optionale Belohnungen aufführt und – je nach Ausgang der Partie – auf die nächste Mission weist. Nun habe ich zwar längst nicht alle Varianten der Kampagne bereits durchgespielt, aber was ich bisher erlebt habe, hat sich ausnehmend stimmig präsentiert und macht enorm viel Spaß, zumal man als imperialer Spieler auch recht früh Zugriff auf Boba Fett erhält, auf den ich mich seit Ankündigung des Sets gefreut hatte und der sich rasch zu einem meiner Lieblings-Schurken gemausert hat – also im Spiel, bezogen auf Star Wars im Allgemeinen war er das länger schon.

In den Weiten der Wüste – viel Feind, viel Ehr

Ansonsten ist natürlich auch viel obligatorischer Kram enthalten, die zu den Helden gehörenden Bögen sowie deren Klassenkarten-Stapel, ein paar neue Ausrüstungs- und Versorgungskarten, 5 neue Belohnungskarten sowie drei neue Befehlskarten für das Gefechtsspiel und einiges Artverwandte mehr. Apropos Gefechtskarten war das für mich eines der wenigen Mankos, denn Gefechtspiele bestreiten wir ausschließlich im heimischen Ambiente, nehmen also nicht an Turnieren oder Meisterschaften teil, so dass die zwei Kontrahenten auf die zur Verfügung stehenden Befehlskarten zurückgreifen müssen, die in letzter Konsequenz ich als Besitzer des Spiels vorhalte. Im Grundspiel noch waren eine Vielzahl an Befehlskarten mehrfach enthalten, um dem Rechnung zu tragen, so dass auch zwei Spieler ein- und dieselbe Karte haben wählen können, während die hier enthaltenen Karten allesamt in einfacher Ausfertigung daherkommen (okay, es sind auch nur 3 an der Zahl) und man sich gegebenenfalls darum zanken muss, wer sie nutzen darf.

Um aber noch einmal auf die Helden zu sprechen zu kommen, die ja sowohl für die Kampagnenspieler interessant sein dürften als auch für den Gefechtsspieler auf Seiten der Rebellenallianz, der ja was Truppen und allgemein Auswahl angeht noch merklich das Nachsehen hat, muss ich sagen, dass mir beide auf ihre Art sehr gut gefallen haben und man sich Mühe gegeben hat, noch einmal mittels Talenten, die sich natürlich im Verlauf der Kampagne mittels Klassenkarten noch erweitern lassen, ein neues Spielerlebnis zu generieren. So kommt Saska Teft als Technikerin daher und bringt die sogenannten Gerätemarker ins Spiel, die sie je Runde durch das Erleiden von 1 Erschöpfung erhalten kann und mittels derer sie zunächst ihre Angriffe durch eine zusätzliche Energie verstärkt, im weiteren Verlauf damit aber noch mannigfaltige Dinge anstellen kann, was ganz neues Taktieren ermöglicht. Mein Favorit ist aber doch der deutlich geradlinig inszenierte Biv Bodhrik, der sich als Guerilla-Kämpfer vorstellt und gleichermaßen im Nah- als auch Fernkampf bewandert ist und dessen Grundfähigkeit es ihm ermöglicht, beide Angriffe in einer Aktion durchzuführen, wobei er gegebenenfalls Würfelwürfe wiederholen darf und der im weiteren Verlauf zu einer regelrechten Kampfmaschine mutiert, die wie wild durch die feindlichen Riehen zu mähen imstande ist. Im Gefechtsspiel sind natürlich beide Figuren natürlich nicht annähernd so lohnenswert und geben einen Großteil ihrer individuellen Fähigkeiten auf, doch je nach Gefecht und Einsatz könnten sie sich durchaus als lohnenswerte Unterstützung erweisen.

Star Wars: Imperial Assault - Im Schatten der Zwillingssonnen | © Heidelberger Spieleverlag
Von Feinden umzingelt: Saska und Biv

Bei den neuen Gegnern wiederum habe ich mich zwar durchaus über die schweren Sturmtruppen gefreut, die auch gehörig austeilen und einstecken können im direkten Vergleich zu ihren „normalen“ Kollegen, doch wäre hier ein wenig mehr Einfallsreichtum mit Bezug auf das Setting schön gewesen, aber eine stimmige Ergänzung sind sie allemal. Die Tusken-Räuber passen dann wiederum thematisch ziemlich gut, jedoch bin ich selten in Versuchung gekommen, sie in einem Gefechtsspiel zu integrieren, denn selbst bei der neutralen Fraktion gibt es einfach viele ungleich lohnendere Alternativen, doch vielleicht ändert sich ja mein Eindruck mit dem Erwerb des Bantha-Reiters, der dieser Tage erschienen ist und ich bekomme Lust, mir eine fünfköpfige Tusken-Schar zusammenzustellen. Doch ich will mich nicht beschweren, ich hätte nichts anderes von einer Tatooine-Box, wie sie Im Schatten der Zwillingssonnen nun einmal ist, erwartet und wäre andererseits enttäuscht gewesen, wenn es keine Tusken gegeben hätte.

Die Erweiterung wusste mir also grundsätzlich in ihrer Gänze zu gefallen und gerade über die Helden habe ich mich sehr gefreut, wohingegen die Truppen-Verstärkungen sich im soliden Mittelfeld bewegen, doch gepaart mit der stimmigen Mini-Kampagne, die sich gleichermaßen auch ins Grundspiel integrieren ließe, den neuen Spielplanteilen, haufenweise neuen Karten aller Art und Couleur macht das Set einen rundherum stimmigen Eindruck, auch wenn man sich vielleicht kurz ärgern mag, ausgerechnet die spannendsten Figuren wieder einzeln erwerben zu müssen, doch kennt man diese Vermarktungstaktik ja mittlerweile hinlänglich und weiß in etwa, worauf man sich einlässt, wenn man sich einem Spiel wie Star Wars: Imperial Assault widmet. Nach meiner Begeisterung für Im Schatten der Zwillingssonnen steht natürlich außerfrage, dass die nächste Erweiterung schon so gut wie gekauft ist. Doch vorher werde ich mich natürlich noch eingehend den in der Zwischenzeit erschienenen Verbündeten- und Schurken-Packs widmen, wie sich wohl ebenfalls versteht.

Fazit & Wertung:

Die erste richtige Erweiterung zu Star Wars: Imperial Assault macht einen rundherum positiven Eindruck und schmeißt allerhand neue Figuren, Spielplanteile und Karten ins Feld, begeistert vor allem aber mit einer stimmigen Mini-Kampagne, deren einzelne Missionen sich aber auch in eine laufende große Kampagne integrieren ließe. Mit Boba Fett hält in Im Schatten der Zwillingssonnen zudem einer der berüchtigtsten Kopfgeldjäger Einzug in den stetig wachsenden Kosmos des Miniaturenspiels, selbst wenn man dessen Figur mal wieder einzeln erwerben muss. Trotz nur marginaler Regelergänzungen erfüllt die Box die in sie gesetzten Erwartungen rundweg, zumal das Thema Tatooine äußerst stimmig für das Spielgeschehen adaptiert worden ist und auch die beiden neuen Helden zu gefallen wissen.

8,5 von 10 Feuergefechten zwischen der Rebellen-Allianz und den imperialen Streitkräften

Star Wars: Imperial Assault - Im Schatten der Zwillingssonnen

  • Spielkonzept/-mechanismen
  • Ausstattung/Qualität
  • (Langzeit-)Spielspaß

Fazit & Wertung:

Die erste richtige Erweiterung zu Star Wars: Imperial Assault macht einen rundherum positiven Eindruck und schmeißt allerhand neue Figuren, Spielplanteile und Karten ins Feld, begeistert vor allem aber mit einer stimmigen Mini-Kampagne, deren einzelne Missionen sich aber auch in eine laufende große Kampagne integrieren ließe. Mit Boba Fett hält in Im Schatten der Zwillingssonnen zudem einer der berüchtigtsten Kopfgeldjäger Einzug in den stetig wachsenden Kosmos des Miniaturenspiels, selbst wenn man dessen Figur mal wieder einzeln erwerben muss. Trotz nur marginaler Regelergänzungen erfüllt die Box die in sie gesetzten Erwartungen rundweg, zumal das Thema Tatooine äußerst stimmig für das Spielgeschehen adaptiert worden ist und auch die beiden neuen Helden zu gefallen wissen.

4.2
Leser-Wertung 5 (1 Stimme)
Sending

Weitere Details zum Spiel findet ihr auf der Seite des Heidelberger Spieleverlag. Dort gibt es übrigens auch die vollständige deutsche Spielanleitung als PDF zum Download.

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Star Wars: Imperial Assault – Im Schatten der Zwillingssonnen ist Ende März 2016 im Heidelberger Spieleverlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

  • Wir haben sie bewusst noch nicht ausprobiert, weil wir die erste große Erweiterung mit neuer Hauptmission abwarten. Aber die Figuren und Ausstattung allgemein macht einen guten Eindruck.

    • Oh ja, der fiebere ich auch schon entgegen! Ich komme ja nicht annähernd so häufig zum Spielen, wie ich mir das wünschen würde, aber bei den „Imperial Assault“-Sachen macht mir auch einfach die reine Beschäftigung mit dem Material schon enorm Spaß und natürlich das Anmalen der Figuren, weshalb ich in diesem Fall dann auch immer ganz vorne mit dabei bin, wenn was neues auf Deutsch erscheint. Cleverer und sinnvoller ist deine Herangehensweise aber natürlich allemal 😉

  • Ha, so, jetzt lief es doch ganz anders. Wir haben bewusst die Minikampagne gestartet mit 4 SC {bei drei Spielern, einer war ausgefallen} und ich durfte die Imperialen Truppen lenken. Während Szenario eins noch an den Rebellenabschaum ging, hatten die schweren Sturmtruppen in Szenario zwei ihre Vorteile ausspielen können und auch die Tuskenräuber schaffen es auf Nahkampfreichweite. Kurzum, war gut und sind ja nur vier Szenarien – sprich noch ein Spielnachmittag.

  • So, jetzt haben wir sie durch – knapper Sieg des Imperiums vertreten durch Darth Klaue … War aber fast immer spannend und unterhaltam. Insbesondere die schweren Sturmtruppen werten das Pmperium gut auf.

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