Review: Star Wars: Lando (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

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Tja ja, am Wochenende ging es um das Franchise und heute schon wieder; es reißt einfach nicht ab, auch wenn ich schon erste ärgerliche Lücken im Kanon vorzuweisen habe, Werke also, die ich eigentlich längst gesichtet haben wollte, weil ich ja schließlich von Anfang an und vollumfänglich dabei zu sein geplant habe. Immerhin, der nächste Artikel zum Thema steht bereits in den Startlöchern und folgt demnächst.

Star Wars
Lando

Star Wars: Lando #1-5, USA 2015, 116 Seiten

Star Wars: Lando | © Panini
© Panini

Autor:
Charles Soule
Zeichner:
Alex Maleev

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98709-9

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Star Wars: Lando | © Panini
© Panini

Nicht lange Zeit nach der Schlacht von Yavin befindet sich Lando Calrissian – zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbehelligt von den Querelen zwischen Imperium und langsam erstarkender Rebellenallianz – auf der imperialen Kolonialwelt Castell, um dort einen weiteren seiner berühmten Coups zu landen, jedoch zuvorderst, um die Schuld bei einem gefürchteten Unterweltboss zu begleichen, bei dem er und sein Begleiter Lobot in der Kreide stehen. Dummerweise verläuft die Sache nicht ganz so, wie Lando sich das vorgestellt hatte und so sieht er sich gezwungen, einen weiteren Job für den zwielichtigen Gangster zu übernehmen, der ein Auge auf ein in der Orbitalwerft von Sienar Fleet Systems liegendes Raumschiff geworfen hat, dass es nun zu kapern gilt, doch ahnt Lando weder, mit welch mächtiger Person er sich anzulegen anschickt, noch, wer sich ihm daraufhin an die Fersen heften wird…

Rezension:

Ich hatte mich ja sehr auf Star Wars: Lando gefreut im Vorfeld, ist er schließlich ohne Frage nach Han Solo der schillerndste und interessanteste Gauner des Franchise und kam mir doch in der Vergangenheit gefühlt viel zu oft viel zu kurz, auch wenn ich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, wie sich das im alten – zur Legende gewordenen – Expanded Universe verhalten hat, doch wenn man sich schon auf die Helden der klassischen Saga rückbesinnt, spricht nichts dagegen, einmal abseits des altbekannten Figuren-Trios aus Luke, Han und Leia zu wildern, zumal die insgesamt fünf enthaltenen Hefte allesamt von Alex Maleev bebildert worden sind, dessen Stil mir hier noch weitaus besser gefallen hat als in Empire of the Dead und nicht nur Lando, sondern beispielsweise auch dessen Begleiter Lobot, den man ebenfalls bereits aus Das Imperium schlägt zurück kennt, stimmig in Szene setzt.

Ausschnitt aus Star Wars: Lando | © Panini
© Panini

Im Grunde könnte man Star Wars: Lando als reines Showcase für den späteren Administrator der Wolkenstadt über Bespin bezeichnen, denn bei der dargebrachten Geschichte handelt es sich zunächst um eine recht einfach gestrickte Heist-Story, die ihren Charme zuvorderst aus dem Verhalten Calrissians zieht und ihn gleichermaßen in den Vordergrund zu rücken weiß, wobei ausgerechnet der bis dato recht gesichtslose Lobot hier – wenn auch mehr am Rande – eine interessante wie gleichermaßen tragische Vorgeschichte spendiert bekommt, denn sein Verhalten während des Abenteuers hat doch weit weniger mit dem an einen Roboter erinnernden Mann aus den Filmen gemein, was aber logischerweise im weiteren Verlauf erklärt wird und als emotionaler Anker in einer ansonsten doch eher leichtfüßig daherkommenden Geschichte dient.

Die Story selbst derweil wirkt natürlich zuweilen ein wenig sehr konstruiert, denn es reicht selbstredend nicht aus, dass Lando mit irgendwelchen Gangstern oder Imperialen aneinandergerät, so dass hier eine frühe Verbindung zu den obersten Machtzentren des Galaktischen Imperiums geknüpft wird, die nicht so ganz stimmig daherkommt, aber ob des hohen Unterhaltungswertes würde man das dem Band nachsehen, denn davon abgesehen wird die Geschichte spätestens in der zweiten Hälfte zunehmend wendungsreicher und überraschender und lässt einen kaum noch los, zumal eben speziell das Charisma unser titelgebenden Hauptfigur durchaus bei der Stange hält. Theoretisch – so lapidar sich die Geschichte eben auch zunächst gibt – könnte ich Star Wars: Lando in den höchsten Tönen loben, denn es muss eben nicht immer unfassbar epische Ausmaße annehmen und der Band liefert wirklich einen stimmigen Einblick in Lando Calrissians Zeit als Gauner, Schmuggler und Verbrecher, hält zudem schöne Querverweise auf die bestehende Saga bereit und trifft exakt den Ton, den Billy Dee Williams seinerzeit bei der Verkörperung von Lando in den Filmen angeschlagen hat, doch leider krankt die Geschichte an ganz anderer Stelle und wirkt dadurch in ihrer Gesamtheit ein wenig wie mit der heißen Nadel gestrickt.

Ausschnitt aus Star Wars: Lando | © Panini
© Panini

Ohne nämlich spoilern zu wollen, gibt es da beispielsweise eine Stelle, in der ein Droide dekonstruiert wird und einzig sein Kopf intakt bleibt, doch kaum ist ein wenig Zeit vergangen, scheint der im Alleingang damit begonnen zu haben, sich selbst wieder zusammenzusetzen, was in keiner Weise kommuniziert oder erklärt wird, doch viel eklatantere Ausmaße nimmt die gefühlte Schludrigkeit an, wenn eine der Figuren einen Arm verliert und nur wenige Panels später plötzlich stattdessen der andere Arm fehlt, was an Schludrigkeit schon kaum zu überbieten ist und den stimmigen Gesamteindruck gehörig zunichtemacht, denn als unterhaltsames, recht isoliert wirkendes und keinerlei Vorkenntnisse voraussetzendes Abenteuer macht Star Wars: Lando durchaus eine gute Figur, sieht klasse aus, wirkt durchdacht und punktet mit Esprit und Witz, doch derlei Anschlussfehler und Auslassungen zeugen nicht eben davon, eine sauber konstruierte und konzipierte Geschichte vorgesetzt zu bekommen, was schade ist, denn Billy Dee Williams als Lando Calrissian scheint wie gesagt ansonsten in jedem Panel präsent zu sein und auch die Hintergründe zu Lobot sind zwar nicht zwingend vonnöten, aber lohnenswert und einfallsreich, doch komme ich um Abzüge in der B-Note in diesem ärgerlichen Fall nicht herum.

Fazit & Wertung:

Der fünf Hefte umfassende Band Star Wars: Lando setzt den titelgebenden Gauner Lando Calrissian stimmungsvoll in Szene und erzählt ein spannendes wie wendungsreiches Abenteuer, dem man zwar Tiefgang oder weitergehende Bewandtnis in weiten Teilen absprechen kann, doch für sich genommen gut zu unterhalten versteht. Extrem ärgerliche und vor allem vermeidbare Ausrutscher in Sachen Logik und Konsistenz schmälern den durchweg positiven Gesamteindruck allerdings teils erheblich.

7 von 10 Betrügereien und Gaunereien

Star Wars: Lando

  • Betrügereien und Gaunereien - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Der fünf Hefte umfassende Band Star Wars: Lando setzt den titelgebenden Gauner Lando Calrissian stimmungsvoll in Szene und erzählt ein spannendes wie wendungsreiches Abenteuer, dem man zwar Tiefgang oder weitergehende Bewandtnis in weiten Teilen absprechen kann, doch für sich genommen gut zu unterhalten versteht. Extrem ärgerliche und vor allem vermeidbare Ausrutscher in Sachen Logik und Konsistenz schmälern den durchweg positiven Gesamteindruck allerdings teils erheblich.

7.0/10
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Star Wars: Lando ist am 24.05.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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