Review: Carnage 1: Blutrausch (Graphic Novel)

Hoch die Hände – Wochenende! Und weil ich ja versprochen hatte, zu berichten, es gab ein Gericht mit P, aber statt Pizza o. ä. ist es Paprika geworden, also mit Nudeln, Tomaten etc. War aber auch lecker, keine Sorge. So, und jetzt widmen wir uns wieder der Neunten Kunst und einer weiteren Marvel-Serie, die mich jetzt aber auch nicht vom Hocker gehauen hat. Wird beinahe Zeit, daraus langsam aber sicher entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Schlecht war die Story nun jetzt aber immerhin auch nicht.

Carnage 1
Blutrausch

All-New, All-Different Point One, Carnage #1-5, USA 2015/2016, 132 Seiten

Carnage 1: Blutrausch | © Panini
© Panini

Autor:
Gerry Conway
Zeichner:
Mike Perkins

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98824-9

Genre:
Horror | Action | Science-Fiction

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Carnage 1: Blutrausch | © Panini
© Panini

Schon lange versucht das FBI den psychopathisch-sadistischen Serienkiller Cletus Kasady – dank seines außerirdischen Symbionten besser als Carnage bekannt – dingfest zu machen und startet nun einen neuerlichen Versuch, indem man Kasady unter Zuhilfenahme von Manuela Calderon als eine Art Köder zu einer alten Mine lockt. Während des Versuchs Cletus und seinen Symbionten mittels Schallwaffen voneinander zu trennen stürzt allerdings die Mine ein und der Plan droht gehörig aus dem Ruder zu laufen, während Kasady das Morden beginnt. Doch in den tief liegenden Stollen verbergen sich noch ganz andere Mysterien und Geheimnisse, derweil ein angeblich geläuterter Eddie Brock – der frühere Venom – schier darum bettelt, von der Leine gelassen zu werden…

Rezension:

Zu behaupten, ich könne mich noch wirklich an Maximum Carnage (übrigens jüngst seitens Panini in zwei Sammelbänden neu aufgelegt, deren zweiter Teil Ende August erscheinen wird) seinerzeit erinnern, die Storyline, die den berühmten Serienkiller Cletus Kasady und seinen Symbionten in den Marvel-Kosmos eingeführt hat, wäre übertrieben, doch weiß ich noch, wie beeindruckt ich von der Geschichte, ihrer Härte, Spannung und Dramaturgie war und so war ich eben auch mächtig gespannt, was man nun in Carnage 1: Blutrausch mit diesem zu meinen liebsten Schurken gehörenden Wesen anstellen würde, wobei der kurze Anteaser auf den ersten Seiten auch prompt Großes zu versprechen schien, Teaser deshalb, da – wie ihr alle wisst – Marvel sich mal wieder zu einem Neustart entschlossen hat und man so einen ersten Blick auf die im Zuge dessen überhaupt entstandene Heftreihe werfen durfte, wobei Panini eben mal wieder so freundlich war, diese acht Seiten ebenfalls mit in den Band aufzunehmen, der ansonsten die ersten fünf Hefte der Serie enthält und deren ersten großen Storybogen auch zu einem gewissen Abschluss bringt.

Ausschnitt aus Carnage 1: Blutrausch | © Panini
© Panini

Von der formalen Seite her ist also alles im grünen Bereich und auch die Zeichnungen von Mike Perkins – der mir jüngst erst mit Der Fluch von Rowans Rise ein Begriff geworden ist – wissen zu gefallen und sind seitens Andy Troy auch ansprechend düster koloriert worden, wohingegen Autor Gerry Conway mich mit dem Aufbau und der Dramaturgie seiner Chose leider nicht wirklich überzeugen konnte, denn so vielversprechend die ersten Seiten von Carnage 1: Blutrausch sind, verkommt die Story alsbald zu einer mäßig spannenden Grubengeschichte, denn man fasst den Plan, Carnage in einer verlassenen Kohlemine in eine Falle zu locken und Symbiont nebst Killer entschwinden alsbald in die finstersten Tiefen, womit die Jagd in einer unübersichtlichen Mine ihren Anfang nimmt, wobei sich Überraschungs- oder Schockmomente doch in argen Grenzen halten und das Setting recht schnell ausgelutscht wirkt, zumal es optisch eben auch nicht gerade viel hergibt, wenn man von den handelnden Figuren selbst einmal absieht.

Neben Carnage zählen hierzu nämlich auch der frühere Venom Eddie Brock, der allerdings in dem Bestreben, endlich von der Leine gelassen und Carnage mächtig verdreschen zu dürfen, zunächst und die meiste Zeit nicht viel mehr als Plattitüden von sich geben darf, sowie J. Jonah Jamesons Sohn John, der sich – ebenfalls dank eines außerirdischen Souvenirs – allenthalben mal gerne in einen Werwolf verwandelt, davon allerdings selbst nichts weiß sowie last but not least die Sicherheitsexpertin Manuela Calderon, die eine gemeinsame Vergangenheit mit Kasady verbindet und so etwas wie den emotionalen Anker der Story darstellen darf. Und spätestens, wenn dann noch ein obskurer Kult Teil der Geschichte wird, kann man sich des Gefühls nicht mehr erwehren, dass das doch alles recht zusammengewürfelt wirkt, zumal ich mich speziell mit dem Werwolfs-Konzept so überhaupt nicht anfreunden konnte.

Ausschnitt aus Carnage 1: Blutrausch | © Panini
© Panini

So fühlt sich Carnage 1: Blutrausch leider nicht immer wirklich stimmig an und weist zudem noch einige ärgerliche Längen auf, die ebenfalls auf das recht generische und vergleichsweise ausgelutschte Setting und die daraus resultierenden Szenen zurückzuführen sind, während ausgerechnet der namensgebende Carnage als relativ austauschbarer Schurke daherkommt, von dem man, gemessen daran, dass es sich um seine Serie handelt, auch reichlich wenig sieht und erfährt. Es wäre ohne Frage weitaus schwieriger und fordernder gewesen, eine Geschichte zu schaffen, die wirklich auf die Seite des Psychopathen zieht und aus dessen Sicht die Geschehnisse schildert, doch hätte der Band dadurch auch weit überzeugender werden können. Sicherlich ist es immer noch nette, solide Unterhaltung, die man gelesen haben kann, doch der Blick auf Kasady ist dermaßen oberflächlich, dass der Plot weitaus weniger überzeugend daherkommt, als ich es mir gewünscht hätte.

Fazit & Wertung:

Autor Gerry Conway bemüht sich in Carnage 1: Blutrausch zwar sichtlich, dem berüchtigten Serienkiller mit dem außerirdischen Symbionten neue Facetten abzuringen, doch bleibt die Titelfigur die meiste Zeit kaum mehr als der übliche Bösewicht, während das Minen-Setting schnell ermüdend zu wirken droht. Solide Unterhaltung, aus der sich spürbar mehr hätte machen lassen können.

6 von 10 vom außerirdischen Symbionten gemeuchelte Menschen

Carnage 1: Blutrausch

  • Vom außerirdischen Symbionten gemeuchelte Menschen - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Autor Gerry Conway bemüht sich in Carnage 1: Blutrausch zwar sichtlich, dem berüchtigten Serienkiller mit dem außerirdischen Symbionten neue Facetten abzuringen, doch bleibt die Titelfigur die meiste Zeit kaum mehr als der übliche Bösewicht, während das Minen-Setting schnell ermüdend zu wirken droht. Solide Unterhaltung, aus der sich spürbar mehr hätte machen lassen können.

6.0/10
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Carnage 1: Blutrausch ist am 12.07.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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